Monatsthema: Rettung wird angesagt
Predigtthema: Der Vorbote der Rettung
Bibelstelle: Lukas 1, 5-17
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Zusammenhang
Der erste Bericht des Lukas nach seiner Vorbemerkung (V. 1-4), dass er alles „sorgfältig erkundet hat“, wohl durch Augenzeugen berichte (vielleicht sogar Elisabeth und Zacharias selbst) gedeckt.
2. Biblische Parallelen
Nur Lukas – der Historiker – berichtet diese „Anfangs-Geschichten“
Alttestamentliche Anklänge bei Maleachi 3, 1+23f.
3. Der Aufbau des Textes
a) V 5-10 Zacharias und sein Dienst und seine persönliche Familiennot
b) V 11-14 Das Engelswort mit der Geburtsankündigung
c) V 15-17 Der Auftrag des angekündigten Gottesboten
4. Einzelerklärungen
V 5
Es ist ein geschichtliches Geschehen, zeitlich genau bestimmt, nämlich in der Regierungszeit des Herodes (37 v. Chr.- 4 v. Chr.), das Lukas hier berichtet. Es sind geschichtliche Personen: Zacharias, dt.: Gott gedenkt, ein Hoffnungsname, der nun gefüllt wird. Er ist Priester, aus der achten Ordnung. „Abiga“ = Gott ist mein Vater. Die Einteilung der Priester in 24 Gruppen stammt aus der Zeit Davids (vgl. 1. Chr. 24). Elisabeth, dt: mein Gott hat geschworen, ein Treuename, der jetzt wirklich wird. Auch sie stammt aus dem Priestergeschlecht. Johannes der Täufer ist also ganz in der Priesterlinie Israels, der frommen Führer des Volkes.
V 6
Beide Eheleute lebten nach den Geboten Gottes: „Fromm“, wörtl: gerecht, beschreibt eben das gehorsame Leben nach den Geboten und Grundlinien, die Gott im Gesetz, in der Thora, den 5 Büchern Mose gegeben hatte. Sie lebten „vor Gott“, also nicht Menschen zu Gefallen. „Untadelig“, wörtl: ohne jeden Vorwurf, d.h. Menschen können ihnen keine Übertretungen vorwerfen. Das ist viel, doch trotz solcher Gerechtigkeit brauchen auch sie das neue Herz.
V7
Ihre Lebensnot wird nüchtern benannt: Sie hatten keine Kinder, in Israel ein schweres Schicksal und auch die Ursache wird genannt: Elisabeth war „unfruchtbar“ – ganz nüchtern: konnte nicht gebären. Beide waren „hochbetagt“ – wörtl.: „fortgeschritten im Alter“, es bestand also menschlich gesehen keine Hoffnung auf Kinder mehr.
V 8
“ Es begab sich“ wört.: es geschah, das weist auf Gottes Handeln hin. Zunächst war alles wie gewohnt: Zacharias versah den Priesterdienst im Tempel, als seine Gruppe an der Reihe war.
V 9
Höchste Ehre für einen Priester war es, das Räucheropfer (das Anbetungsopfer) im Tempel auf dem goldenen Räucheraltar darbringen zu dürfen. Das wurde ausgelost, d.h. Gott selbst sollte im Los denjenigen bestimmen. Zacharias wurde ausgelost: Gottes Handeln geht bis in die Einzelheiten.
V 10
Solange das Räucheropfer dargebracht wurde betete das Volk vor dem Tempe. Es war wohl mittags um 15.00 Uhr.
V 11
Der Engel macht deutlich: Hetzt greift Gott ein. Zur rechten Seite = die heilvolle Seite.
V 12
Der Schreck, wenn Gott, bzw. sein Bote erscheint.
V 13
Der Engel nimmt Zacharias den Schrecken und hat gute Nachricht (Evangelium): Gott erhört Gebet – Zacharias kam mit seiner Not oft zu Gott -, ein Sohn wird angesagt und der Name „Johannes“ = Gott ist gnädig, befohlen. Heilszeit beginnt also.
V 14
Wörtl.: „Er soll dir Freude und Jubel sein“ und das für viele: Die Messiaszeit beginnt.
V 15
Johannes wird „groß“ sein (vgl. Markus 11,11), d.h. von äußerster Wichtigkeit, „vor dem Herrn“ = Gott gebraucht ihn an entscheidender Stelle in seinem Heilsplan.
Der Verzicht auf Wein kennzeichnet ihn als Gottgeweihten. „Erfüllt von heiligem Geist“, (nicht: von dem heiligen Geist) meint wohl den prophetischen Geist für seinen speziellen Auftrag als Wegbereiter Jesu. Schon im Mutterleib zeigt sich Gottes vorbereitendes Geben.
V 16
Er wird viele in Israel zur Umkehr bringen, zur Hinwendung zu Gott.
V 17
Johannes ist der Vorläufer für den Messias Jesus, der verheißene wiederkehrende Elia (vgl. Mal. 3, 1 und 23f). Nicht der wiederbelebte Elia, sondern der, der das Amt des Elia (Rückruf zu Gott in die Entscheidungsstellen vgl. 1. Kön. 18, 21) ausübt.
Er wird echte Buße wirken: Familiäre Trennungen werden geheilt – oft so schwer- und Ungehorsam hört auf, sie werden den Willen zum Gerechtigkeittun haben – meint: sie werden Gottes Gebote befolgen. So wird Johannes den Boden für die Predigt, die Person und das Handeln Jesu vorbereiten: Menschen, die bereit sind zu hören.
5. Die Spitze des Textes
Der Vorläufer des Messias, der vollmächtige zweite Elia, wird von Gott gesandt, wider alle menschlicher Hindernisse.
6. Der Text heute
a) Wir staunen über die wortwörtliche Erfüllung der AT-Verheißungen. Die Bibel ist wahr.
b) Unser Dienst heute gleicht dem Johannes/Elia-Dienst: Jesus Menschen so zuzubereiten, dass sie hören können; zur Umkehr und Versöhnung einladen.
c) Johannes ist ein „Großer“, weil er sich gebrauchen lässt. Du bist groß, wo du dienstwillig bleibst.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
1. Fromme Zeit
a) Die „Erwartungsnamen“: Zacharias = Gott gedenkt; Elisabeth = mein Gott hat geschworen;
Johannes = Gott ist gnädig; Elia = der Herr ist Gott!
b) Fromm (gerecht) leben heißt: Gottes Gebote halten. Untadelig: das ist sehr viel: niemand kann uns was nachsagen.
c) Auch in der Not (kinderlos) gibt das Ehepaar sein frommes Leben vor Gott nicht auf.
2. Messias-Zeit
a) Der Engel erscheint um 15.00 Uhr: Zeit des Gebetes, Zeit des Lobopfers, Todesstunde Jesu.
b) Die Engelsbotschaft ist „Evangelium“ = Jubelnachricht: Ein Sohn, der die Eltern jubeln und freuen lässt = der beginnende Jubel der Messiaszeit.
c) Messiaszeit ist Umkehrzeit, Gnadenzeit.
3. Elia-Zeit
a) Johannes/Elia, sie sind „groß“, denn Gott kann sie ganz gebrauchen.
b) Das ist Johannesdienst: Menschen auf die Jesusbegegnung vorbereiten. Wie sie dann entscheiden liegt nicht in seiner Verantwortung.
c) Die Verhältnisse (Väter – Söhne) dürfen heil werden. Wo wir einander vergeben, wird uns vergeben.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Der Engel, das Zeichen: Jetzt handelt Gott ganz neu.
1. Ganz in dieser Zeit
Es ist ein geschichtliches Geschehen mit geschichtlich fassbaren Personen. Gott handelt in dieser Welt. Die Erwartungs- und Treuenamen: Zacharias, Elisabeth, Johannes, Elia! Das Ehepaar lebte fromm und untadelig: so sind sie brauchbar für Gott. Sie halten Glauben trotz der Not der Kinderlosigkeit. Gott bestimmt bis in die Einzelheiten: Zacharias wird zum Räucheropfer ausgelost! Wo Gott handelt, handelt er detail-genau. Auch wider menschliches Denken: Trotz ihres Alters werden sie Eltern. Gott handelt bis heute konkret. Lässt du dich gebrauchen?
2. Gnädige Vorbereitungszeit
Für Jesus wird alles vorbereitet. Der Johannesdienst: Menschen auf die Jesusbegegnung vorbereiten. Das ist bis heute unser Dienst. Johannes erhält die Dienstausrüstung: den heiligen Geist; er bekommt ihn für seinen Auftrag; wir bekommen ihn bleibend. Er dient nicht aus sich! Ein Gott-Geweihter, schon am Lebensstil sichtbar (vgl. Matth. 3, 4). Leben wir so, dass unser Christsein auch im Äußeren sichtbar wird? (etwa Umgang mit irdischem Besitz). Er bringt Menschen zum Jubel und zur Freude; er ruft zur Versöhnung untereinander, bis in die engsten Familienverhältnisse. Als Versöhnte miteinander leben.
3. Gottes Heilszeit
Die Messias-Zeit bricht an: Mal. 3, 1 und 23f erfüllt sich wortwörtlich. der geisterfüllte Elia, nicht einfach der Wiederbelebte. Der Eliaauftrag: In die Entscheidung reifen (vgl. 1. Kön. 18, 21(. Das ist wichtig, gerade heute. Doch: Mehr als Elia/Johannes, der Jesus-Ruf des Heils, der Rettung ergeht. Nicht nur Vorbereitung, sondern Neuschöpfung. Messias-Zeit, Jesus-Zeit ist Gnadenzeit, Freudenzeit, Lobzeit. Darin leben wir.
Schluss: Gott handelt. Stellst du dich ihm zur Verfügung?