Psalmen

Predigthilfe vom 5.11.2006 – Psalmen 115

Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der alles von ihm erwartet
Predigtthema: Gott allein ist Herr

Bibelstelle: Psalmen 115

Verfasser: Eckhard Löffler

Vorbemerkungen:
Dieser Psalm war seither äußerst selten Predigttext.
Ein DANKPSALM (1). Christen können im Glauben danken, weil ihr Herr zwar noch unsichtbar, aber verlässlicher als alle Götzen der Welt seinen Leuten beisteht.

Predigttipps:
V 1f Ein demütiges Gebet in appellierender Kühnheit. Ehre gebührt nicht den Gläubigen, die nicht selten stolpern und fallen, sondern Gott allein. „Wenn Gott seine Ehre wiederherstellt, werden wir in diese Ehre mit hineingenommen, ohne dass uns dann notwendigerweise von Menschen Ehre zuteil wird (Dieter Schneider, WStBibel). Ein hohes Gottesbewusstsein führt nicht zum höheren Selbstbewusstsein, aber zur Bergung des Menschen in Gott. Wer Gott allein die Ehre gibt, weiß von eigener Schwäche und Unzulänglichkeit.
Gottes Gnade und Treue (2) sind das Fundament des Glaubens.
Die provozierende Frage blieb gegenüber Juden und Christen: Wo IST denn euer Gott? Philippus aus dem Zelotenort Bethsaida fragt: „Herr, ZEIGE uns den Vater. Das genügt uns.“ (Jo 14, 8). Sehen und Begreifen wollen sind Kennzeichen unserer Zeit und machten schon den Jünger Thomas unsicher (Jo 20, 24ff).
Alles Begreifbare kann allerdings von Menschen durchschaut und manipuliert werden.
V 3-8 Die entscheidende Antwort: „Unser Gott ist im Himmel“. Er kommt nicht VON der Erde, kommt aber AUF sie und behält alle Kompetenzen in der Hand, lässt sich nicht durch aktuelle menschliche Not und Zwänge festlegen, wird auch auf dem Weg ans Kreuz missverstanden und trotzdem wirkungsvoll.
Nur der Gott, der „außerhalb“ (extra nos) ist, kann ordnen und heilen.
Gegensatz in V 3 und 4: Unser – ihr. Die Götzen der Welt sind erfunden und selbstgemacht, nur Projektionen menschlicher Vorstellungen (3).
Nicht reden, nicht sehen, hören, riechen, greifen – sie blieben immer stumm.
Der Mensch wird mit der Zeit so, wie der „Gott“ ist, den er anbetet.
HOFFEN auf Götter ist die unsicherste Zukunftsplanung. Sie bleibt im Bereich menschlicher Übersicht und wünscht sich in diesem beschränkten Umfeld eine Wendung zu Besserung und Glück (4).
Gott kann auch „über alles Bitten und Verstehen“ wirken (Eph 3, 20).
V 9-15 Die Hoffnung der Gläubigen hat nur eine Richtung: der Gott der Bibel. Wer Vertrauen in Jemanden setzt, öffnet sein Herz und verstärkt seine Zuneigung bis hin zur Liebe.
Hilfe und Schild: Gott kann alles Feindliche abwehren und heilen. Als DER Heiland (Erlöser) hat er schon soviel Kaputtes in Ordnung gebracht. Beispiele genug! – bis hin zum eigenen Herzen. Auch Verkündiger dürfen zu ihren eigenen Brüchen im Leben stehen.
Segen wurde im AT als sichtbares Zeichen der Güte Gottes verstanden. Segen bedeutet das gute Wort des Zuspruchs. Mit dem NT beginnt das Verständnis des „geistlichen“ Segens (Eph 1, 3), der nicht von Riesenernten, Oberklasseautos und vollen Konten abhängt.
Zentrale Wahrheit in V 12 nach der Feststellung in V 3: Gott segnet alle, Kleine und Große, die sich in Demut vor ihm beugen.
V 16 Der Himmel ist Gottes Wohnung, obwohl er auch ihn geschaffen hat (1. Mo 1, 1).
Die Erde ist ebenfalls seine Schöpfung und Wohnung zugleich (Jo 1, 14; Eph 3, 17; Kol 3, 16; Offb 21, 3).
Der Eigentümer der Erde vertraut trotzdem sein Geschöpf Erde seinen Geschöpfen Menschen an, damit sie alles Erdenleben nach Gottes Willen und mit seiner Hilfe gestalten.
V 17 Geistlich Tote loben ihre Vorbilder, Herren und Götter, solange sie leben. Anschließend ist Schluss.
V 18 Gotteskinder loben (auch segnen, preisen) den Herrn.
„Götzendienst ist stummer Vollzug durch Menschen, die von ihren Wünschen und Sehnsüchten getrieben sind. Im Totenreich wird vollendet, was das irdische Leben geprägt hat“ (Dieter Schneider, WStBibel).

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Fußnoten
(1) Luther, Psalmenauslegung: „Der 115. Psalm ist ein Dankpsalm in dem Gott gelobt wird, weil er der rechte Helfegott ist, alle anderen ‚Götter’ aber Götzen sind, die nicht helfen können“.
(2) könnte auch mit Gottes Liebe und Wahrheit übersetzt werden.
(3) Beste Beispiele liefern die griechischen „Götter“. Über den lebendigen Gott sagen sie nichts aus, aber viel über die Beobachtungen, Träume und Wünsche der Menschen. Diese „Götter“ werden so menschlich geschildert, dass sie bei allem Zank und Regierungsstress jährlich Urlaub auf Zypern buchten. Cyprian Airways bis heute: „Die Insel, wo die Götter Urlaub machen“.
(4) Fast jedes Unglück, das nicht urplötzlich geschieht, bewirkt HOFFEN bei den Betroffenen. Die Gründe dieser Hoffnung liegen aber im denkbaren, oft überschaubaren Bereich, z.B. den Jackpot knacken, nach der ersten Unfallmeldung für die Angehörigen hoffen. Dabei bleibt die Möglichkeit der Wendung zum Guten im Bereich der eventuell erwartbaren Möglichkeiten, auch wenn anschließend von „Wundern“ gesprochen wird.