Kolosser

Predigthilfe vom 31. März 2024 – Kolosser 1,18-19

Jahresthema: Bilder der Gemeinde – Leib Christi (Teil eins)

Predigtthema: Jesus das Haupt, der Erstgeborene von den Toten (Ostersonntag)

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk. 10,16a)!

1.      Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1     Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Der Predigttext hat an diesem Sonntag zwei Richtungen in sich. Zum einen ist es der Text für den Ostersonntag und die Auferstehungsfeier, die in den Gemeinden gefeiert wird. Dazu den Text zu haben der im Kol. 1 vom Erstgeborenen aus den Toten ist und aufzeigt, dass der Herr auferstanden ist. Dazu ist dies ein zentraler Text zur Auferstehung. Jesus wird das Vorbild und der ERSTE in allem!

Daneben ist es auch der Text, der zum Jahresthema gewählt ist.

Jesus, als das Haupt, ist der Anfänger und Vollender des Glaubens, zu dem wir aufschauen (Hebr. 12,2) so wie auch auf das Haupt und den erhöhten Herrn geschaut wird zur Ausrichtung. Dies ist ein Bild von Gemeinde. Wir sind als Leib dem Haupt oder Kopf der Gemeinde untergeordnet, ohne das Haupt gibt es keinen Leib.

Der Fokus sollte allerdings auf Ostern liegen und eventuell können wir einen Hinweis geben auf Teil 2, der dann am 28. Juli folgen wird. Dort geht es um den Leib als Gemeinde, dessen Haupt Christus ist.

1.2     Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • Edition C, Kolosserbrief; Band 16; H. Krimmer
  • Der neue Mathew Henry Kommentar Band 2 (Apostelgeschichte – Offenbarung)
  • Der Brief an die Kolosser und an Philemon; Hauskreiswelt Bibellesebund, G. Mankel

Und natürlich auch diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte bzw. sicherlich auch ausleihen kann.

1.3      Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Die Verse aus Kol. 1,18-19 sind in die Beschreibung des Christus und wer er ist (Verse 8-23) eingebettet. Um das zu betrachten kann man in die Predigthilfe vom 29.3.2024 (Karfreitag) schauen, wo dieser Text behandelt wird.

Der Text steht dennoch für sich. Es hat Gott gefallen, in Jesus zu wohnen und alles in ihm zu vollenden. Diese Beziehung von Vater zum Sohn sehen wir unter anderem in Mt. 3,17 / 17,5; Mk. 9,7; 2. Petr. 1,17. Der Vater hat den Sohn gesandt und es gefällt Gott was durch ihn geschieht.

2.      Hilfen zum Textverständnis

2.1     Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Der Brief an die Kolosser ist von Paulus verfasst, wahrscheinlich als er im Gefängnis in Rom war, etwa 60 nach Christus. Durch seinen Mitarbeiter hat Paulus von der Gemeinde gehört und schreibt ihnen, um sie zu ermutigen, am Herrn Jesus dranzubleiben, der ihr Anfang und Ziel sein soll. Dennoch kommt im Brief auch die Sorge durch, dass sie vom Glauben an den auferstandenen Herrn ablassen und die gute Botschaft, die sie gehört haben, wieder ablegen.

Daher startet der Brief mit Gruß und Gebet des Apostel Paulus, dass sie die Botschaft bewahren, die sie gehört haben, wie viele andere. 

Nachdem in den Versen 15-17 beschrieben ist, wer Jesus ist, kommt es dann zu den Versen für diese Predigt:

Kol. 1 Vers 18-19

18 Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem den Vorrang hat;

19 denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen.

Das Haupt und der Bestimmer der Gemeinde ist Christus. Er ist der Kopf des Leibes, der Gemeinde. Dies ist auch das Bild, wie wir Gemeinde seit Ostern sehen sollen/müssen. Jesus ist der Bestimmer der Gemeinde, unser „Oberhaupt“ und damit unser Leben.

Das Haupt – Jesus Christus

Dies wird auch gerade im Hinblick auf das Jahresthema im Epheserbrief beschrieben. Der Epheser handelt von Christus, als das Haupt der Gemeinde und der Christen WELTWEIT. Er ist der Bestimmer der Gemeinde Gottes und unsere Einigkeit. Ohne ihn als Haupt gibt es keinen Leib/ keine Gemeinde!

Das wird deutlich aus Eph. 1,10-23. Jesus ist das Haupt und sein Leib sind die Christen, die ihm folgen. Das soll zur Herrlichkeit des Leibes geschehen. AN Ostern dürfen wir uns in diesem Leib der weltweiten Gemeinde sehen und gemeinsam bekennen:

Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden!

Ebenso wird es in Eph. 4,16 und dann in 5,23 beschrieben. Die Kapitel 4-5 beschreiben das Handeln als Leib in allen Bereichen und im Sinn; oder bestimmt durch das Haupt. Dieses Haupt der Gemeinde ist Jesus Christus, der als Auferstandener die Gemeinde Gottes bestimmt und leitet.

Dennoch geht es in den Versen aus Kolosser um das, was Jesus an Ostern bewirkt hat.

Er ist der Anfänger des Glaubens. Jesus ist von den Toten auferstanden, um den Anfang zu setzen für den Weg, den seine Nachfolger jetzt gehen können. Dies war bisher nicht möglich, denn es gab keinen Weg zu Gott und keine Möglichkeit zum Vater zu kommen. Durch den Tod Jesu aber ist die Schuld bezahlt und der Vater hat den Sohn von den Toten auferweckt und nun sitzt er zur Rechten Gottes (Gal. 1,1; 1. Petr. 1,21; Apg. 2,24-32; Hebr. 13,20 u.a.). Er ist der, der den Tod überwunden hat, da er das Leben ist, wie er es auch in Joh. 11,25-26 beschreibt: Ich bin die Auferstehung und das Leben…!

Er ist das Vorbild für alle Christen und hat Vorrang in allem. Er ist, wie wir auch aus den Versen 15-16 von Kol. wissen, das perfekte Abbild des Vaters und alles ist in Ihm und durch ihn und zu Ihm hin geschaffen.

So ist in Christus alles enthalten, was Gott ausmacht. Bis hierher war nichts auf der Welt, was Gott fassen konnte. Aber in Jesus Christus hat Gott sich auf diese Welt begeben, damit wir die gute Botschaft der Erlösung der Menschheit und der Auferstehung von den Toten haben. Gott hat es gefallen ihn IHM zu wohnen.

Diese Fülle ist das Evangelium der Gnade und Gerechtigkeit Gottes die wir an Ostern, vor allem an Ostersonntag, der Welt verkünden. In Jesus ist das Gericht Gottes erfüllt worden. Da es zu Unrecht auf diesen Sündlosen gefallen ist, spricht Gott nun Gerechtigkeit.

In Jesus ist nun alles enthalten. Alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis Kol. 2,3-9. Wir haben alles in Christus, im Überfluss aus Gnade; Joh. 1,16. Aller Segen ist uns gegeben durch den Herrn, wie es in Eph. 1,3 & 23 beschrieben ist.

Es braucht allein Christus und den Glauben an ihn. Damit ist alles getan, um das Leben zu haben. In ihm ist alles erfüllt: das Gesetz, die Propheten, alles, was es braucht, haben wir in Christus. Diese gute Botschaft, das Evangelium, gilt es zu verkündigen!

Jesus ist auferstanden und er LEBT. Wir haben den Geist Gottes, der uns das bezeugt und wir können jetzt wieder zum Vater kommen und dürfen Abba sagen. Denn Christus hat es ermöglicht.

2.2     Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Diese Predigt steht am Ostersonntag und im Jahresthema. Daher ist es eine Entscheidung, die wir treffen müssen. Legen wir den Fokus auf Ostern oder auf das Jahresthema.

Meine Empfehlung ist Ostern ins Zentrum zu rücken und das Jahresthema nur zu erwähnen. Damit wird deutlich, dass hier der Anfang gesetzt ist der Gemeinde und des Leibes, den wir weltweit haben, als Gemeinde Gottes in Christus unserem Haupt.

3.      Sagen, wo es hingeht

Jesus ist der auferstandene Herr und Messias. Durch IHN allein werden wir mit dem Vater versöhnt.

In Christus haben wir das perfekte Abbild des Vaters (Kol. 1,15) und den einzigen Weg zu Gott (Joh. 14,6). An Ostern ist dies das Wichtigste und die Botschaft, die wir verkünden dürfen.

Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden! HALLELUJAH!

3.1     Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Jesus der Erstgeborene aus den Toten; unser Haupt und unser Ziel!

In dieser Predigt soll es vorrangig um die Auferstehung Jesu gehen und darum, dass er der Wegbereiter ist der als ERSTER von den Toten kam. Daher erschließt sich auch Joh. 13,36. Die Jünger möchten folgen aber den Weg gab es noch nicht. Daher ist der Weg erst durch Jesu Tod und Auferstehung möglich. Erst seit Ostern können wir dem Herrn folgen.

Das dürfen wir jetzt verkündigen!

3.2      Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Im Grunde geht es ausschließlich um die Verkündigung der Auferstehung.

Daher ist die beste Möglichkeit, dem Text gerecht zu werden, ihn in aller Kürze zu betrachten, und zwar Schritt für Schritt mit allen Beschreibungen, die drinstecken:

  1. Jesus das Haupt (auch mit dem Vergleich aus Eph. und dem Jahresthema)
  2. Christus der Anfang! (auch Joh. 1,1)
  3. Christus der Erstgeborene aus den Toten (Joh. 11,25-26
  4. Jesus in allem der Erste (Joh. 13,36)
  5. Jesus die Fülle Gottes (Kol. 1,15)

3.3     Predigt Veranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Um die Auferstehung zu verdeutlichen, eignen sich Bilder oder Kunstwerke, die den auferstandenen Herrn zeigen. Seine Macht und seine Erscheinung werden vielfach dargestellt.

Unter diesem Link von Pixabay: 800+ Free Resurrection Jesus & Jesus Images – Pixabay finden sich viele Bilder des Auferstandenen die frei benutzt werden dürfen.

Als Lieder eignen sich im Grunde alle Auferstehungslieder die laut bekennen, wer Jesus ist!

Gesegnete Vorbereitung 😊

(Björn Husfeld)