Monatsthema: Christus – der Hirte
Predigtthema: Christus – der einzige Hirte
Bibelstelle: Hesekiel 37, 24
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
Vorbemerkung:
In den nächsten drei Gemeinschaftsgottesdiensten predigen wir über drei biblische Kernverse, bzw. die Jahreslosung 2002. Wir weichen deshalb von der gewohnten Gliederung der Predigttipps ab und bieten jeweils einige „Bausteine“ zur Predigt an.
1. Unser Bibelvers steht ihm Zusammenhang des großen Verheißungskapitels Hesekiel 37. Das Bild von den Totengebeinen, die wieder lebendig werden beschreibt endzeitliches Geschehen, das heute schon begonnen hat, doch noch gilt: „Es war aber noch kein Odem in ihnen“ (V 8) – der heilige Geist ist noch nicht da im heutigen Israel. Gott selbst wird aber an seinem Volk handeln; er wird es vereinen (V 15-20), sammeln (V 21f) und heiligen (V 23). Er wird selbst über sein Volk wachen und es regieren in Gerechtigkeit (V 24).
2. König über Israel in dieser Vollendungszeit – gemeint ist zunächst das 1000-jährige Reich wird „mein Knecht David“ sein. Hingeleitet wird hier auf Jesus, den Sohn Davids, es erfüllt sich in Jesus die Davidsverheißung aus 2. Samuel 7, 12. Er ist der gehorsame Gottesknecht und sagt von sich selber: „Ich bin der gute Hirte!“ (vgl. Joh. 10,11). König = das ist der gerechte Herrscher, der das Gottesrecht vollzieht. Hirte, das ist der Fürsorger, der, der Fülle und Leitung gibt. „Der einzige Hirte“ betont Hesekiel: kein anderer mehr wird in Israel Autorität haben.
3. Israel wird gehorsames und glaubendes Gottesvolk sein: Gottes Rechte, wörtl.: seine grundlegenden Leitlinien und seine Gebote – wörtl.: das Eingegrabene, nämlich die 10 Gebote, wird Israel gern befolgen (wandeln meint: dauerhaft) und auch tun.
Das alles wird im 1000-jährigen Reich erfüllt sein.
4. Unser Textwort gilt zuerst und vor allem dem Volk Israel. So haben wir das auch zuerst zu predigen. Israel hat ein schweres Jahr hinter sich mit der zerstörerischen „Intefada“. Doch Israel wird dadurch „jesusreif“: Immer mehr breiten sich Furcht und Hoffnungslosigkeit im Volk aus, das Vertrauen auf die eigene – militärische – Stärke schwindet. „Da kann nur noch der Messias helfen. Er ist unsere einzige Hoffnung“, so sagte mir im Oktober in Israel unser jüdischer Reiseleiter. Das wollen wir gerade jetzt betonen und laut sagen: Israel hat Zukunft, Jesuszukunft. Wir sollen deshalb bewusst für den „älteren Bruder“ beten.
5. Israel zuerst, dann aber auch die Völker. Unser Textwort gilt auch uns, denn wir „Heidenchristen“ sind „eingepfropfte Zweige“ am Ölbaum Israel (vgl. Römer 11, 17ff). Die Verheißungen an Israel sind nicht hinfällig; sie werden sich wortwörtlich erfüllen. Doch für uns die Jesusgemeinde aus den Völkern sind die Verheißungen erfüllt. Ja und Amen in Jesus Christus. Er ist unser König; wir dienen ihm und wissen ihn als den Erhöhten im Regiment. ER ist unser Hirte; wir vertrauen seiner Führung und erleben als seine Nachfolger gefülltes, spannendes Leben. Wir leben nach seinem Willen; seine Gebote sind uns Leitlinien im Leben und zur getreuen Liebe am Nächsten.
6. Wir dürfen biblisch begründet unser Textwort als Jesuswort, als Jesusbekenntnis von uns und für uns predigen. Ist er auch ganz unser König, der Herr unseres Lebens? Habe ich mich ganz dem guten Hirten anvertraut? Sind mir seine Gebote und Weisungen tägliche Lebenshilfe? Wir dürfen uns bewusst fragen und ebenso bewusst um neue Entschiedenheit ringen und bitten.
7. Ist Jesus unser einziger Hirte? Am Ende eines Jahres dürfen und sollen wir uns auch prüfen, welche anderen „Hirten“ Einfluss in unserem Leben nehmen oder nehmen wollen. Wir danken bewusst Jesus für seine durchhaltende Treue mit uns und wollen uns ihm wieder neu anvertrauen.