Monatsthema: Leben in der Gemeinde des Herrn
Predigtthema: Miteinander für Jesus leiden
Bibelstelle: Apostelgeschichte 5, 34-42
Verfasser: Günther Baumgärtner
1. Zusammenhang
Wir gehen zurück zum Text des letzten Sonntags (Apg. 5, 27-33). In Apg 5, 12ff wird von den großen Taten Gottes durch die Apostel berichtet. Die Apostel werden ins Gefängnis geworfen, doch der Engel des Herrn führt sie in jener Nacht wieder heraus. Am Morgen predigen die Apostel wieder im Tempel und werden von dort abgeführt zum Hohen Rat.
2. Biblische Parallelen
Petrus im Gefängnis (Apg. 12, 3-17); Jesu Vorbild für die Leidenszeit ( 1.Petrus 2,21ff; 1. Petrus 3,8ff).
3. Der Aufbau des Textes
a) V. 34-39 Der Rat des Gamaliel
b) V. 40 Strafe und Redeverbot an die Apostel
c) V. 41-42 Freude und Dienst der Apostel
4. Einzelerklärungen
V. 34: Hoher Rat, das höchste jüdische Gericht. Es bestand aus 71 Personen, wobei der Hohepriester den Vorsitz führte. Das Gericht hatte das Recht Menschen zu verhaften, jedoch durfte es keine Todesurteile aussprechen. Dies war nur in einem Falle erlaubt, wenn ein Heide in die inneren Vorhöfe des Tempels eindrang.
Gamaliel war theologischer Lehrer (Lehrer des Saulus Apg. 22,3). Er galt als gütiger, toleranter Mann und stand an der Spitze der gemäßigten theologischen Richtung unter den Pharisäern. Ihm wurde der Ehrentitel „Rabban“ verliehen, deshalb nannten die Menschen ihn auch „Die Zierde des Gesetzes“.
V. 35: Gamaliel ruft angesichts der zugespitzten Situation zu einem besonnenen Verhalten auf. Er setzt sich für die Apostel ein, mit der Begründung, dass ihre Sache, sofern sie nicht von Gott ist, keinen Bestand hat.
V.36: Über Theudas liegen uns keine näheren Informationen vor. Wir wissen nur, dass in Israel immer wieder Unruhestifter auftraten und sich auch als Messias bezeichneten.
Ein rasches Ende wurde ihm bereitet.
V. 37: Dieser Judas hatte zur Zeit der Volkszählung – die im Jahre 6 v. Chr. durchgeführt wurde – rebelliert. Volkszählungen wurden zum Zweck der Steuererhebung durchgeführt. Da Judas als ein Fanatiker galt und den Standpunkt vertrat, Gott ist der König und ihm allein wären die Juden tributpflichtig, versuchte er einen Umsturz herbeizuführen, der jedoch fehl schlug.
V. 38-39: Gamaliel gebrauchte diese 2 Beispiele, um dem Hohen Rat klarzumachen, dass diese Sache ebenfalls fehl schlagen würde, wenn sie nicht von Gott wäre. Wenn diese Sache aber von Gott ist, wörtlich: wenn es nun einmal so ist (wirklicher Tatbestand), kann kein Einhalt geboten werden. Sollte aber dennoch der Hohe Rat etwas unternehmen, dann bedeutet das, sich Gott zu widersetzen.
Gamaliel beruft sich zwar nicht auf die Schrift wie Petrus, aber es ist ihm Ernst mit dem Glauben an Gott.
V.40: Geißelung (5. Mose 25, 2-3) galt als brutale Strafe, die nächstschärfere war die Todesstrafe. Die Geißelung war offensichtlich die Strafe für bereits früher ausgesprochene Schweigegebote (Apg. 4,18; 5,28).
Leiden und Schweigegebot für die Apostel. Name Jesu sollte nicht mehr genannt werden.
V.41: fröhlich, mit einem erfüllten Herzen. Es war eine Ehre für die Apostel um Jesu willen Schmach zu leiden. Hier gilt auch Jesu Seligpreisung (Matth. 5,11-12, Lukas 6,22-23). Auch später ermutigte Petrus die Christen, sich zu freuen, wenn sie mit Christus litten (1.Petr. 2,18-21; 3,8-17).
5. Die Spitze des Textes
Die Apostel Jesu geben Zeugnis auch im Leiden
6. Der Text heute
a) An dem Namen Jesu scheiden sich die Geister. Haben sich die Menschen damals an Jesus geärgert, so tun sie es auch heute.
b) Gemeinde Jesu ist Gotteswerk nicht Menschenwerk, deshalb hat sie eine Verheißung und wird nicht untergehen (Vergl. Matth. 16,18).
c) Die Apostel leben in der geschenkten Gelassenheit auch in der Verfolgungszeit und haben ein klares Jesusbekenntnis.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
1) Leiden
a)Damals wie heute gilt: Allein im Name Jesu haben wir das Heil (Apg. 4,12).
Weiter sagt die Schrift: Wer nicht bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, unterstützt den Antichristus (1.Joh. 4,3). Bsp.: Islam.
b) Wer den Jesusweg geht, erlebt Sturmzeiten damals wie heute, da sich an Jesus die Geister scheiden.
c) Der Jesusweg ist ein Leidensweg auch in der Freiheit. Die Endzeitgemeinde wird eine Leidensgemeinde sein.
2) Zeugnis
a) Die Apostel konnten nicht mundtot gemacht werden, sondern sie mussten von dem reden, was sie erlebt hatten.
b) Haben wir solch ein Jesuszeugnis auch in uns, das uns nicht schweigen sondern reden lässt von dem, was wir mit Jesus erlebt haben? (Apg. 1,8).
c) Das zeugnishafte Leben ist mehr denn je gefragt (Bsp.: Josef, Daniel, Nehemia).
3) Verheißung
a) Gamaliel erklärt anhand von 2 Beispielen aus der Geschichte wie Menschenwerk untergeht und Gotteswerk bestand hat.
b) Das Gotteswerk hat eine Verheißung und wird nicht untergehen (Matth. 16,18).
c) Lasst uns gelassen unseren Weg gehen, im Aufblick zu unserem Herrn (1. Petr. 3,18ff).
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Wir zeigen kurz noch einmal die Situation vom vergangenen Sonntag auf (Apg. 5, 17-33) und steigen somit in den Text ein.
1) Der Leidensweg
An der Person Jesu scheiden sich die Geister damals wie heute. Der Name Jesu und sein Absolutheitsanspruch (Joh.14,6) ist für viele ein Ärgernis. Deshalb muss sich Gemeinde Jesu mehr denn je auf Sturmzeiten einstellen. Die Endzeitgemeinde wird eine Leidensgemeinde sein. Darum gilt auch heute Gemeinde auf das Leiden vorzubereiten.
Warnung auch vor falscher Verkündigung, wie Nachfolge ohne Leiden, ohne Probleme usw.
Leiden muss nicht Gefängnis bedeuten. Es gibt auch Leiden in der Freiheit um Jesu Willen, wenn ich konsequent meinen Weg mit Jesus gehe.
2) Der Zeugnisweg
In aller Drangsal gingen die Apostel ihren Weg und waren erfüllt von der Freude, der Jesusfreude. Diese Freude, die Jesus uns durch den heiligen Geist schenkt (Vergl. Gal. 5,22-23) auch im Leiden. Unsere Welt braucht heute mehr denn je Menschen mit dem Jesuszeugnis wie die Apostel, wie ein Daniel oder Nehemia.
3) Der Verheißungsweg
Gemeinde Jesu steht unter der Verheißung unseres Herrn (Matth. 16,18), genauso auch die Gläubigen (Joh. 10,28-29). Deshalb stehen wir nicht auf verlorenem Posten, sondern auf der Seite des Siegers. So gibt uns Jesu Vorbild immer wieder neuen Mut und neue Kraft (1. Petr. 2,21ff), denn seine Seligpreisung gilt auch uns in der Leidenzeit (Matt. 5,11-12); Lukas 6,22-23). So dürfen wir in der geschenkten Gelassenheit unseres Herrn bleiben.
Schluss: Die Apostel leben uns den Leidens-, Zeugnis- und Verheißungsweg vor, lasst uns auch diesen Weg gehen.