Monatsthema: Unter Gottes Augen leben: Petrus
Predigtthema: Zu Jesus geführt
Bibelstelle: Johannes 1, 35-42
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
1. Zusammenhang
Johannes der Täufer bezeugt eindeutig Jesus als den Sohn Gottes, das Lamm Gottes (1,20-34). Zwei seiner Jünger „prüfen“ sein Zeugnis nach und Andreas bringt Simon zu Petrus (unser Text). Philippus wird in die Nachfolge gerufen und bringt Nathanael zu Jesus (1, 43 ff).
2. Biblische Parallelen
Unser Text wird nur von Johannes berichtet. Zu vergleichen sind aber die Berufungsgeschichten im AT und NT. Zu Jesus bringen: vgl. Mark. 2,1ff u.a.
3. Aufbau des Textes
a) Johannes der Wegweiser V 35-37
b) Zwei Jünger, die Nachfolger V 38-39
c) Andreas, der erste Missionar V 40-42
4. Einzelerklärungen
V 35 Der „nächste Tag“ ist der Tag nach der Taufe Jesu. Johannes hatte auch „Jünger“, also jüngere Leute, die bei ihm lernten und ihm halfen (Ordnungsdienste etc.). Sie anerkannten Johannes als ihren Lehrer; er lehrte sie beten (vgl. Luk.11,1) und fasten (vgl. Matth. 9,14), etc.
V 36 Johannes wiederholt sein Zeugnis über Jesus. „Gottes Lamm“, das weist in die alttestamentliche Geschichte: Das Passah-Lamm (vgl. 2. Mose 12), wegen dessen Blut an den Türpfosten der Todesengel Israel verschonte, vgl. auch Jes. 53, 7ff, wo der Messias als Opferlamm angesagt wird. Er ist das Sündopfer für die Welt.
V 37 Die zwei hören und prüfen selber. „Folgen“ = der Auftrag ganzer Nachfolge.
V 38 Jesus weist sie nicht ab. Seine Frage gibt den beiden die Möglichkeit ihren Willen auszudrücken. Wenn sie nach der „Herberge“, wörtl. „wo bleibst du“ = „wo ist dein Zuhause?“, fragen, zeigen sie an, dass sie länger bei ihm sein wollen. „Rabbi“ ist ehrerbietige Anrede.
V 39 Eine genaue Zeitangabe: die zehnte Stunde = 16.00 Uhr – Ist Johannes der andere Jünger? Und das ist seine Bekehrungsstunde?
Jesus lädt die beiden ein. Er nimmt ihr Suchen ernst. So 2erleben“ sie Jesus diesen Tag ganz persönlich.
V 40 Einer der beiden ist Andreas (griech. Name = der Männliche). Sein Vater war wohl nicht streng orthodox; er gab seinem Sohn den griechischen Namen. Vgl. auch Joh. 10,22: Andreas ist Ansprechpartner für griechische Jesussucher. Simon = Erhörung, der spätere Petrus wird dann der bekanntere Jünger.
V 41 Aber er verdankt seine Jesusstunde dem Andreas. Der hat Petrus „gesucht“. Er muss ihm unbedingt die „frohe Nachricht“ weitergeben: Wir = aus zweier Zeugen Mund – „haben gefunden“: Der Ton der Freude klingt hier mit. Und Andreas hat schon die volle Jesuserkenntnis: Der ist der Messias, der verheißene Erlöser!
V 42 „Er führte ihn zu Jesus“. Das ist der bis heute beste Dienst, den man einem anderen tun kann. Jesus blickt durch. Er kennt Simon mit Namen – die persönliche Zuwendung Jesu zu einem jeden Menschen – und er gibt ihm prophetisch schon den neuen Namen, den Dienstnamen: Petrus, der Fels (vgl. Matth. 16,18).
5. Die Spitze des Textes
Die persönliche Begegnung mit Jesus führt in die Nachfolge und macht zum „Missionar“.
6. Der Text heute
a) Sind wir solche Wegweiser wie Johannes der Täufer? 1. Er weist von sich weg. 2. Er bezeugt den zentralen Jesus: Das Sündopferlamm! 3. er lässt seine Jünger zu Jesus gehen.
b) Sind wir solche Prüfer wie die beiden Johannesjünger? Sie glauben nicht „ins Blaue“ hinein. Sie prüfen selbst, einen ganzen Tag lang intensiv, wer dieser Jesus ist. Wir „prüfen“ durch eindringendes Studium der Bibel. Nehmen wir uns dafür auch wirklich Zeit?
c) Sind wir solche Hin-Führer zu Jesus wie Andreas? Er sucht seinen eigenen Bruder (nächste Umgebung also); er bezeugt ihm klar den Heiland; er führt ihn hin zu Jesus. Ohne persönliche Suche und Hinführung geschieht kein Aufbruch: Der „Andreasdienst“ ist wirksamer als X Großevangelisationen.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
a) Johannes ist Weg-Weiser: Von sich weg – auf Jesus hin. Wir wollen nicht Brüderbundleute werben, sondern Jesusnachfolger.
b) Schlimm, wenn ein Wegweiser in die falsche Richtung führt. Im Gebirge kann das tödlich enden. Eine einzige Richtung: Hin zu Jesus.
c) Wir haben als Gläubige eine Prüfpflicht, eben für die Verkündigung. So sagen die Leute von Sychar: „Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen, denn wir haben selber gehört und erkannt (Joh. 4,42).
d) Die zwei Jünger suchten Jesus und sie bleiben bei ihm. Das Bleiben ist entscheidend, sonst ist es ein Strohfeuer: Das ständige Feuer des hl. Geistes.
e) Das klare Zeugnis ist unverzichtbar. Wer ist Jesus? Das Lamm Gottes; der, „der dir deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen“ (Ps. 103,3+4)
f) Andreas sucht seinen Bruder. Wo gibt es bei uns diese Suchbewegung eines noch Ungläubigen?
g) Er bringt ihn zu Jesus: Das braucht Geduld. Sind wir Wegleiter?
h) Jesus sieht den Petrus wie er ist und was er sein wird: Jesus sieht jeden Menschen mit „Zukunft“.
8.Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung: Drei wichtigste Dienste in der Jesusgemeinde:
1. Der Johannes-Dienst
Weg-Weiser: Weg von sich, hin auf Jesus. Das ist unser erster Auftrag. Wir wollen nicht „Brüderbundler“ machen, sondern Jesusleute. Die Gefahr bei dem Wegweiser; tödliche Gefahr! Johannes hält seine Jünger nicht eigensüchtig bei sich, er lässt los. Johannes der Wegweiser mit klarer „Aufschrift“: Jesus das Gotteslamm. Das ist und bleibt Kern unserer Verkündigung.
2. Der Andreas-Dienst
Andreas sucht seinen Bruder. a) Persönliche Evangelisation ist die Wurzel des Gemeindewachstums. Großveranstaltungen sind oft nur Strohfeuer. b) Er sucht: Wo ist unsere Suche nach Ungläubigen? Andreas-Dienst: Er führt zu Jesus. Sind wir solche Wegbegleiter? c) Andreas ist selber entzündet für Jesus, er glaubt! Er hat geprüft. Die Prüfpflicht der Gemeinde.
3. Der Petrus-Dienst
Jesus sieht den „Simon“ = Petrus, wie er ist. Er weist ihn nicht ab. Er wendet sich ihm ganz persönlich zu, nennt ihn beim Namen (vgl. Jes. 43,1), das ist die Jesusart: Der Einzelne ist wichtig. Jesus sieht den Petrus-Simon, was er werden wird: Der Blick der Liebe, der Zukunft eröffnet. Petrus-Dienst: Fels (vgl. Matth. 16,18). Er soll und wird die Gemeinde gründen, lehren und weiden (vgl. Joh. 21).
Schluss: Die „Missionsmethode“: Allein auf Jesus zentriert.