Monatsthema: Gott finden – in Jesus.
Predigtthema: Der Retter der Welt.
Bibelstelle: Jesaja 42,1-9
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
54. Predigthilfe
Der Retter der Welt Jesaja 42,1-9 zum 3.12.2000
1. Zusammenhang
Im Trostbuch der Erlösung (Kapitel 40-55) die prophetische Schau von dem Erlöser.
2. Biblische Parallelen
Die Lieder vom Knecht Gottes in Jesaja (Kap. 49; 50,4ff; 52,13-53; 61,1ff; Matth. 12,15-21; auch Matth. 3,17 und Matth. 11,1ff)
3. Die Gliederung des Textes
V. 1-4 Der von Gott bevollmächtigte Knecht
V. 5-7 Der Auftrag des Knechtes
V. 8-9 Die Treuezusage Gottes
4. Einzelerklärungen
V. 1: Der Knecht Gottes wird der irdischen und himmlischen Welt vorgestellt. Das tut Gott selbst. Das „Siehe“, das biblische Achtungszeichen ist konzentriert auf den „Knecht“, alle Aufmerksamkeit richtet sich auf seine Person. „Knecht“, wörtl.: Diener, ist hier ein Ehrentitel (vgl. bei uns Minister = Diener). Er hat seine unüberbietbare Würde darin, dass er Diener des allmächtigen Gottes ist, der, der diesen Heilsplan ausführt (vgl. Offenb. 5,6ff). Gott stellt sich ganz zu ihm, das machen drei Näherbestimmungen deutlich: „Ich halte ihn“, wörtl.: Ich halte ihn mit meiner Hand (auch in Not); „mein Auserwählter“, wörtl.: den ich bereitet habe = Gott selbst hat ihn vorgesehen vor Grundlegung der Welt; „an dem meine Seele Wohlgefallen hat“ = den ich liebe. Die Ausrüstung des Knechtes: Er hat Gottes Geist, vgl. Matth. 3,16+17; der Auftrag: Er wird Gottes „Recht“, wörtl.: seinen Urteilsspruch, hier im Sinne von: seinen ganzen Heilsplan, zu den Völkern „bringen“, wörtl.: hinaustragen. Dazu geht Jesus hin: Vom Himmel auf die Erde.
V. 2: Wie tut er das? Ohne lautes Geschrei und ohne Sensationshascherei. „Schreien und rufen“ meint das marktschreierische Anbiedern, und das Geschrei auf den Gassen, sensationsweckende Propaganda (vgl. dazu immer wieder Jesu Verbot, seine Wunder zu „vermarkten“).
V. 3: Wem tut er das? Der Knecht Gottes wendet sich besonders denen zu, die völlig am Ende sind, eigentlich keine Chance mehr haben. Ein Rohr (etwa Bambus) das geknickt ist, verdorrt; ein Docht, der nur noch glimmt, geht aus. Der Gottesknecht aber handelt anders: Er „trägt in Treue Gottes Recht hinaus“, im Sinne von: Er bringt Gottes neumachendes Heil zu den Menschen.
V. 4: Trotz aller Anfeindung und allem Hass (vgl. die Frommen Israels gegen Jesus, etwa Joh. 11,53) wird Jesus nicht untergehen (die Bilder vom geknickten Rohr und verglimmenden Docht sind jetzt auf ihn angewendet). Er wird auf der ganzen Erde Gottes Heilsordnung „aufrichten“. Sogar die „Inseln“, gemeint sind die entlegensten Weltgegenden, „warten“, wörtl.: sehnsüchtig harren, auf das Heil Gottes.
V. 5: Gott in seiner ganzen Autorität stellt sich zu seinem Knecht. Gott ist der Schöpfer und Erhalter der ganzen Schöpfung. Er hat den Himmel = das Fundament geschaffen (vgl. 1. Mose 1,7+8) und ausgebreitet = wie ein Zeltdach ausgespannt. Er macht die Erde und ihr „Gewächs“, wörtl.: alles Sprossende. Seine Erhaltung der Schöpfung ist hier gemeint. Und er gibt dem Volk = allen Menschen den Atem = die Lebendigkeit und den Geist = die Lebenskraft.
V. 6: Das Ich ist betont vorangestellt. Gott Jahwe ist der Handelnde, eben durch seinen Knecht, durch Jesus. Er hat ihn gerufen „in Gerechtigkeit“, wörtl.: zum Heil; er hält ihn bei der Hand (vgl.. V. 1); er „behütet“ ihn, im Sinne von Schutz geben; er macht ihn, seine Person zum Bund = zum Treue- und Heilszeichen für alle Menschen. Gott macht seinen Christus zum Licht für die Heiden, im Sinne von: durch Jesus Christus erlangen sie Erkenntnis der ewigen Rettung.
V. 7: Jesus tut das, was hier vorausgesagt wird. Er macht Blinde sehend; führt Gefangene aus dem Gefängnis und die, die in schwerster Dunkelhaft sind führt er zum Licht. Hier übertragen zu verstehen. Der Mensch ohne Gott lebt in Finsternis und Gefangenschaft der Sünde, nur Jesus kann ihn frei machen (vgl. dazu etwa Matth. 4,16).
V. 8: Gott ist allein Gott, alle Götzen sind vor ihm Nichtse. Ihnen gebührt auf keinen Fall „Ehre“, wörtl.: „Gewichtigkeit“ oder „Ruhm“, wörtl.: „Anbetung, Halleluja“. Das gebührt Jahwe allein, sein Name „Ich bin“ – für euch (vgl. 2. Mose 3,14), wird zu seinem Tun: in Jesus ist er ganz für unser Heil.
V. 9: Das „Frühere“ ist gekommen, nämlich seine Schöpfung und sein Erhaltungshandeln an der Welt und besonders an Israel. Nun geschieht endgültig Neues, nämlich sein Heilsplan zur Neuschöpfung. Das sagt er durch Jesaja an, noch bevor es geschieht. Das ist prophetische Rede:“ Ehe es sprosst, lasse ich schon hören“. Gott will, dass wir ihn an seinem Wort messen und erkennen.
5. Die Spitze des Textes
Gott wird durch seinen Christus zum ewigen Heil der ganzen Welt handeln.
6. Der Text heute
a) Wir lesen dieses Lied vom Gottesknecht in der Jesusbeleuchtung. Wort für Wort gedeckt durch das NT.
b) Jesus knickt das Rohr nicht vollends ab und löscht den Docht nicht aus. Das ist das Wunder des Evangeliums. Das darf ich für mich fassen: Jesus will neu machen.
c) Was Gott ansagt, das geschieht. 700 Jahre vorher wird Christus bis in die Einzelheiten angesagt. Wir trauen Gottes Wort ohne Vorbehalt.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A. Der Gottesknecht
a) Vom Herrn her, dem er dient, bestimmt sich die Würde des Knechtes. So steht z.B. der Botschafter des amerikanischen Präsidenten immer an der Spitze der Rangliste der Botschafter.
b) Jesus ist als Knecht Gottes von Gott selbst berufen und so öffentlich vor aller Welt vorgestellt. Das geschieht dann auch bei seiner Taufe und Verklärung.
c) Jesus bringt nicht das Heil, sondern er ist das Heil. (vgl. Apg. 4,12 und Joh. 14,6)
B. Sein Auftrag
a) Das geknickte Rohr: Menschen, die einen Knick haben = der Knick durch die Sünde. Der verglimmende Docht: Menschen, die keine Hoffnung mehr haben.
b) Jesus macht nicht vollends kaputt; er macht neu. Er macht Gebrochenes wieder ganz und gibt Öl = seinen Geist, dass ein Mensch wieder angezündet wird.
c) Jesus verkündigt den Heilswillen des Vaters. Er vollzieht den Heilsplan. Offenb. 5,1-6 lesen!
C. Seine Vollmacht
a) Gott in seiner ganzen Allmacht stellt sich zu Jesus. Das „ich halte ihn“ (2x) verdeutlicht das. Hand halten ist engste Gemeinschaft.
b) Jesus vollzieht Gottes Heil in „Treue“. Der Sohn ist ganz dem Vater gehorsam , vgl. Joh. 5,19ff.
c) Gott „behütet“ seinen Jesus. Er lässt ihn auch im Tod nicht los.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Ein Präsident stellt seinen Premierminister vor. So stellt Gott seinen Minister vor. Er gibt ihm alle Vollmacht.
1. Gott handelt neu
Mitten in die vergehende Welt hinein sagt Gott seine Neuschöpfung an. Er hat die Erde geschaffen, er erhält sie, aber jetzt geschieht mehr: Neues wird aufsprossen: Gott leitet die Heilvollendung ein. Das ist das Evangelium, hier klar auch im AT. Der neue Bund – der Jesusbund – ist angesagt, vgl. Matth. 26,28. Neues meint, noch nie Dagewesenes, der Qualität nach neu! So zeigt Gott seine Herrlichkeit. Alle Götzen (Religionen) mit ihren Heilsversprechungen werden so entlarvt. Gott allein gebührt die Ehre.
2. Gott handelt in Jesus
Jes. 42 ist ein atl. Jesuslied. Nur so können wir richtig verstehen. Jes. 42 im Licht der 4 Evangelien lesen. Gottes Geist ist auf ihm, vgl. Taufe und Verklärung, wo die Gottesstimme wörtlich Jes. 42,1 wiederholt. Jesus vollzieht nicht nur das Heil Gottes; er in seiner Person ist das Heil. Er führt Gottes Heilsplan zum ewigen Ziel und zwar weltweit. Er trägt das Recht hinaus: Er verlässt die Herrlichkeit des Vaters und kommt in diese böse Welt. Gottes Recht = sein Schlussurteil ist nicht Vernichtung, sondern Erlösung, Neuschöpfung.
3. Er handelt zum Heil
Zentrum ist V. 3. Ein geknicktes Rohr. Das kann man nicht mehr reparieren. Eine geknickte Rose verwelkt, da ka nn niemand mehr was machen. Doch: Jesus kann, eben als Akt der Neuschöpfung. Er heilt den Sündenknick. Er gibt neues Öl = seinen heiligen Geist, so wird ein Mensch zur Ewigkeit angezündet. Wir brauchen unsere Knickstelle nicht verbergen. Jesus will heilmachen. Das ist der Trost des Evangeliums. Er führt aus dem Gefängnis der Sünde, er gibt das wirkliche Augenlicht: Gott als den Retter erkennen, als den, der mich liebt.
Schluss: Gottes Wort ist wahr: Von Jesaja (700 v.Chr.) zu Jesus – bis heute!