Monatsthema: Gott finden – in der letzten Zeit.
Predigtthema: Gott befreit zum Lob.
Bibelstelle: Jesaja 12,1-6
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
53. Predigthilfe
Gott befreit zum Lob Jesaja 12,1-6 zum 26.11.2000
1. Zusammenhang
Kapitel 10-12 enthalten die Verheißungen von der Rettung des „Restes“ Israels in der letzten Zeit. Kap. 12 ist das Jubel-Lied dieser Geretteten, wohl gesungen im tausendjährigen Reich.
2. Biblische Parallelen
Das Danklied am Anfang der Geschichte Israels vgl. 2. Mose 15.
Die Dankpsalmen 145-150.
Das Lied der Überwinder Offenb. 15,2-4.
3. Der Aufbau des Textes
V. 1-3 Der Jubel über Gottes Heil
V. 4-5 Der Jubel vor allen Völkern
V. 6 Das Gotteslob im bekehrten Israel
4. Einzelerklärungen
V. 1: „Zu der Zeit“, wörtl.: „an jenem Tage“, gemeint ist der „Tag des Herrn“, wenn er das tausendjährige Reich aufrichten wird (beachte Kapitel 11, besonders V. 6 ff). Jetzt singt Israel, der „bekehrte Rest“ (vgl. Sacharja 13,9 und Kap. 14) das Danklied. Auch sein „Zorn“, wörtl.: „Schnauben gegen jemand“ ist Erziehung gewesen. Doch jetzt ist Gott nicht mehr gegen Israel, sondern für sein Volk. Der Zorn hat sich „gewendet“, wörtl.: du wendest ab dein Schnauben gegen mich“. Jetzt bläst Gott seinem Volk den neuen Atem, den heiligen Geist ein. Er „tröstet“ Israel, vgl., dass Jesus den Heiligen Geist den „Tröster“ heißt (Joh. 16,7).
V. 2: „Siehe“ ist biblisch wie ein Achtungszeichen: was jetzt kommt, ist ganz wichtig. „Jahwe ist mein Heil“, für Heil steht „Jehoschua“, ntl. Jesus. Hier ist verborgene Christusschau im AT (vgl. dann Mt. 1,21). Eben bei diesem „Jesus Christus“ ist Israel im 1000-jähr. Reich „sicher“, wörtl.: „vertrauend“ und „fürchtet sich nicht“, wörtl.: sie fliehen nicht weg. Gott selbst ist „Stärke“ im Sinne von, allem und allen überlegene Macht. Deshalb ist es ihr „Psalm“ = Lobgesang und – hier steht zum zweitenmal der Jesusname – ihr Heiland.
V. 3: Es – ER – ist beständiges Heil, das verdeutlicht das Bild vom Wasserschöpfen aus den Heilsbrunnen, wörtl.: aus den Quellen des Jesus, vgl. dazu Joh. 4,13+14.
V. 4: Jetzt wird Israel zum „Missionsvolk“ vor den und für die Völker der Erde. (Vgl. Jes. 2,1ff). Israel wird sagen = bezeugen: Dem Herrn allein gebührt Dank. Die Völker werden eingeladen, Gott bei Namen – Jesus – anzurufen. Den Völkern soll sein „Tun“wörtl.: seine Großtaten bekannt gemacht werden (Israel selbst in seiner Geschichte ist dieser Machterweis. Jetzt wird Israel Gottes Namen als den, dem allein alle Ehre gebührt, verkündigen. Wörtl.: bekannt machen, eben der Jesusname (vgl. dann auch Offenb. 5,12f).
V. 5: Es ist ein großes Loblied, das Israel anstimmt; im Singen ist der ganze Mensch beteiligt. Gott, dem Herrn wird zu-gesungen.“ Er hat sich herrlich bewiesen“, wörtl.: er hat Allerhöchstes getan (inhaltlich sein Heilsplan von Ewigkeit her, der in Jesus vollendet wurde). Auf der ganzen Erde soll dies bekanntgemacht werden.
V. 6: Israel ist nun das Anbetungsvolk: „Tochter Zion“, wörtl.: „die Bewohner Zions“, sie sollen „jauchzen“, wörtl.: „wiehern“ = laut hinausrufen und „rühmen“, wörtl.: Jubelrufe, Siegesrufe ausstoßen. Jetzt ist das Volk und sein Gott zusammen: Gott „wohnt“ bei seinem Volk. Vgl. dazu Offb. 21,1-5: Das ist dann nach dem 1000jährigen Reich, in der Ewigkeit, im neuen Himmel und der neuen Erde. Aber in Israel geschieht das erstmalig wieder: Gott ist da!
5. Die Spitze des Textes
Israel singt im 1000jährigen Reich vor den und für die Völker das Preislied des allmächtigen Gottes und seines Jesus.
6. Der Text heute
a) Diese Welt, das Volk Israel haben noch eine „herrliche“ Zukunft. Im 1000jährigen Reich, wenn Christus mit den Seinen die Erde regieren wird. Wir wollen das ungeniert in die wachsende Zukunftsangst unserer Zeit hinein vorglauben.
b) Schon im AT ist Jesus deutlich angesagt. Schlüssel ist die Namensaussage in Matth. 1,21: Jesus = der Gotthilf. In ihm kommt der Heilsplan Gottes zum Ziel. Unser Text ist deshalb ein Jesustext.
c) Gott selbst ist zentraler Mittelpunkt aller Anbetung. Keine oberflächliche Halleluja-Liturgie, sondern Anbetung als gefülltes Bekenntnis zu dem allmächtigen, treuen Gott, der durch Zorn zum Heil leitet.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
A. Der gewandelte Zorn
a) Zorn wörtl.: schnauben gegen jemand! Den Atem nehmen. Vgl. dazu 1. Mose 2,7: „Gott blies dem Menschen den Odem in die Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen“ – wo Gott den Atem nimmt, stirbt der Mensch.
b) Wir sind Gott seinen Zorn wert. Nur wen man wirklich liebt, gegen den kann man auch zornig werden. Gottes Zorn ist die Mit-Seite seiner Liebe.
c) Gott tröstet: Voll geschehen als der „Tröster“, der Heilige Geist kommt. Er ist der neue Atem.
B. Das staunende Lob
a) Gotteslob ist Jesuslob. Er ist der Gott-hilf. Das ganze AT ist Jesusgefüllt.
b) Anbetung Gottes erfasst den ganzen Menschen. Hier ist der Ort für Singen und Musik. Sie sind Gaben zur Anbetung.
c) Das Gotteslob jubelt konkret: Die großen Macht- und Heilstaten Gottes: In Israel und in Jesus bis hin zu unserem persönlichen Leben. Wer nichts erfährt, kann nicht richtig loben.
C) Das freudige Zeugnis
a) Das Gotteslob wird öffentlich: Deshalb lautes Singen und tönende Musik. Wir singen so oft wie eine Trauergemeinde.
b) Israel lobt seinen Gott vor den Völkern, damit sie IHN erkennen. Glaube ist nie Privatsache. „Geschlossene“ Anbetungsgottesdienste sind ein Widerspruch in sich selbst.
c) Im 1000jährigen Reich wird das Lob eingeübt für die Ewigkeit, vgl. Offenb. 5.
8. Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Zu der Zeit: im 1000jährigen Reich. Gott gibt Vollendungsfülle für diese Welt. Doch nicht billige Zukunftsmusik.
1. Gottes NEIN
Gottes Zorn = schnauben gegen, den Atem nehmen. Nicht harmlos. Das sieht man an der Geschichte Israels. Gottes Geschichte, die Leben vergehen lässt. Gott schnaubt gegen die Sünde. Wir kommen alle in den Himmel? Gottes Nein – wer Sünde festhält, wird das Leben, das ewige Leben verlieren (vgl. 1. Kor. 6,9+10). Gerettet wird, wer umkehrt, in Jesu Nachfolge tritt. Wichtigstes Geschehen im Leben eines Menschen: Bekehrung. Wir wollen das unverdrossen predigen. Wir sind Gott seinen Zorn wert, weil er uns liebt. Die eigenen Kinder erzieht man, fremde lässt man laufen! Ein Kind braucht das „Nein“, um wirklich das „Ja“ zu ergreifen.
2. Gottes JA
Gott handelt JA in Jesus. Die Grundmelodie der Anbetung ist der Dank für das Kreuz. Israel wird im 1000jährigen Reich die Jesusmelodie öffentlich vor-singen. Gott „tröstet“. Er sendet den Tröster, den heiligen Geist. Das ist der neue Atem, die Neuschöpfung. Gott ist meine Stärke heißt für uns: In Jesus sieghaft leben. Mein Psalm: Aus dem Dank leben. Mein Heil: In der Heilgewissheit leben. Wasser schöpfen: vgl. Joh. 10,10 = Leben und volle Genüge, Überfluss in Jesus haben, zeitlich und ewig und Joh. 7,38+39 Ströme lebendigen Wassers.
Also keine ferne Zukunftsmusik, sondern jetzt und hier schon. Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt singt die ntl. Gemeinde die Jesusmelodie.
3. Unser Lob
Unsere neue Melodie. Das Heil in und durch Jesus Christus. Jauchzen – eigentlich wiehern: Das Gotteslob laut vor aller Welt. Hier der Ort des Singens und der Musik. Im Himmel mit Trompeten, das laute Instrument. Wir singen oft so trübe!
Das Lob gilt Gott und seinem Christus. Alle sollen das hören, heute durch uns das neue Gottesvolk, im 1000jährigen Reich durch das bekehrte Gottesvolk Israel.
Nur wer Gottes Macht persönlich erlebt, der kann wirklich loben. Hast du solches erlebt? Gott hat sich herrlich erwiesen, in seinen Heilstaten, in meinem Leben. Das Loben bleibt. Im Himmel, in der Ewigkeit wird nur noch gelobt.
Schluss: Zu der Zeit. Dorthin sind wir unterwegs.