Johannes

Predigthilfe vom 28. Juni 2015 – Johannes 6, 16-21

Monatsthema: Jesus-Erzählungen
In der Seelsorge Jesu: Jesus ist immer dabei, auch in allen Stürmen

Predigttext: Johannes 6,16-21
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren Gerhard Maier (Edition C Bd. 6) und von Werner de Boor (Wuppertaler Studienbibel) und das Neue Testament, John F.Walvoord und Roy B. Zuck).

2. Einzelerklärungen

V 16-18 Als es aber spät geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt.

Seltsam ist in diesem Zusammenhang das Wörtchen „noch“, das uns darauf hinweist, dass der Evangelist mehr sagen will, als nur ein vergangenes Ereignis zu beschreiben. In der historischen Situation ist dieses Wort nur schwer verständlich, denn die Jünger erwarteten ja wohl kaum ein Kommen Jesu über das Wasser. Anders verhält es sich, wenn dieser Text auf die Gemeinde und jeden einzelnen Christen bezogen wird; hier kann man durchaus sagen, dass wir alle auf Jesus warten, dass er „noch nicht“ gekommen ist und dass es deshalb um uns herum dunkel ist.
V 19 Die Entfernungsangabe ist an dieser Stelle sehr unbestimmt und drückt so das Gefühl der Ortlosigkeit aus, das die Jünger empfinden. Geistlich gesehen verbirgt sich dahinter eine tiefere Wahrheit, denn auf unser Leben als Gemeinde bezogen, können wir zu keiner Zeit sagen, wie weit wir noch vom „Ufer“ entfernt sind. Das gilt für die Gemeinde als Ganzes, aber natürlich auch für jeden Einzelnen. Niemand von uns weiß, ob er oder sie sich in der Mitte des Sees befindet oder schon ganz nahe am Ufer, ob die Fahrt noch lange dauern wird und die Landung kurz bevorsteht.

V 20 „Ich bin“ ist der Mose im Dornbusch geoffenbarte Gottesname (vgl. 2.Mose 3,14). Damit wird die Szene, die uns der Evangelist hier vor Augen stellt, noch deutlicher zu einer Gottesoffenbarung. Derselbe Gott, der Mose im brennenden Dornbusch erschienen ist, erscheint hier den Jüngern. Seine Erscheinung ist hier wie dort Heil und Rettung: Exodus aus Ägypten und Hineinführung in Gottes Land.

V21 In dem Augenblick, als Jesus die Jünger erreicht, sind sie am Ziel ihrer Fahrt. Vielleicht gilt das in einem sehr tiefen Sinn auch für uns: In dem Augenblick, in dem Jesus wirklich da ist, sind wir am Ziel, da lösen sich unsere Probleme und unsere Ängste verschwinden.

3. Wichtige Gedanken zu diesem Abschnitt
Da es um Seelsorge geht, wollen wir die Situation auf jeden sehr persönlich beziehen.
Auch in unserem Leben ist es oft dunkel. Wir sind haltlos den „Naturgewalten“ ausgeliefert wie die Jünger auf dem Boot. Wir wissen nicht wie lange diese Situation noch anhält. Die Angst, die Trauer, die Gefahr. Wir fürchten uns!
Da ruft Jesus uns zu. „Ich bin es“. Da kommt uns einer entgegen. Nicht irgendjemand, sondern der Gott, dem nichts unmöglich ist. Der schon alle Probleme, Sorgen und Ängste in deinem Leben kennt. Der alles dafür getan hat, damit du frei davon werden kannst. (Evangelium)
Und er hat eine gute Nachricht für dich. „Fürchte dich nicht“.
Vor diesem „Ich bin es“ brauchen wir uns nicht zu fürchten, im Gegenteil. In seiner Gegenwart kommen wir ans Ziel.

4. Die Spitze des Textes

Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht!

5. Predigtthema – Was sage ich in dieser Predigt
Jesus ist da für dich. Egal in welcher Situation du gerade steckst.

Sebastian Blank