Matthäus

Predigthilfe vom 27.4.2008 – Matthäus 24, 3-14

Monatsthema: Leben aus der Beziehung zum Herrn
Predigtthema: SOS – deshalb konsequent für die Wiederkunft leben

Bibelstelle: Matthäus 24, 3-14

Verfasser: Eckhard Löffler

Vorbemerkungen
Die Endzeitrede auf dem Ölberg.
Jesus beschreibt Vorzeichen und Ablauf der Ereignisse vor seinem zweiten Kommen in Herrlichkeit.
(Der Paralleltext Mk 13 ist etwas ausführlicher.)
Die Jünger brachten die angekündigte Tempelzerstörung (V 1) mit dem Ende des gegenwärtigen Zeitalters in Verbindung (= Naherwartung). Jesus verband beides geschickt zu EINER einheitlichen Lehre. Der Untergang Jerusalems durch den römischen Kaiser Titus (70 nChr) war der „Vorgeschmack“ auf das, was später noch kommen sollte.
Jesus verknüpfte seine Prophezeiung a) mit der Warnung vor Irreführungen und b) mit der Ermahnung zu wachsamem Gehorsam in der Zwischenzeit, der Zeit der Mission, der Verfolgung und der sozialen und politischen Unruhen.
Diese Rede auf dem Ölberg verbindet Jesu Auseinandersetzungen mit dem „religiösen Establishment“, das gegen ihn wirkte und selbst dem Gericht Gottes verfallen war, mit der eigentlichen Leidensgeschichte, die ihren Höhepunkt am Kreuz findet.
Paralleltexte in Mk 13, Lk 21, 5-19 und außerbiblisch in „Jüdische Altertümer“ von Josephus Flavius.

Erklärungen und Tipps:
V 3 Diese beiden Fragen haben Jesusnachfolger immer brennend interessiert: WANN und WIE? Die Jünger rechnen mit einer zeitnahen Wiederkunft (Naherwartung) und verbinden diesen Termin schon mit dem Weltende.

V 4 „Seht zu“ oder „Seht euch vor“, Ermutigungen, in der Jetztzeit den Glauben standhaft und gehorsam zu bewahren. Der Anfang der Jesus-Antwort war eine Warnung (Jer 29, 8; Eph 5, 6). Auch die blieb seitdem aktuell, weil beide Fragen zu eigenmächtiger Suche nach Antworten verleiten. (1) Der Feind hat größtes Interesse daran, durch Verführung zu falschen (meistens gut gemeinten) Berechnungen vom Eigentlichen abzulenken. (2)
„Verführung ist für die Gemeinde schlimmer als Verfolgung!“ (Gerhard Maier).
Auch in den Paralleltexten (s. o.) steht die Warnung im Vordergrund. Vorzeichen kündigen das Ende an.

V 5 „Falsche Christusse“ gab es immer (V22). (3) Sie hinterließen eher kurzfristige Eindrücke. Von Wichtigtuerei bis zur tatsächlichen Sektengründung war alles schon da. Die Wirkung der „Pseudo-Ich bin’s-Christusse“ war immens (Mt 24, 5). Lösungen für die Probleme der Welt boten die meisten führenden Politiker aller Zeiten an und viele glaubten sogar an ihre persönliche „göttliche Beauftragung“. Ihr Erfolg war u. a. deshalb groß, weil die Menschheit ihren „Rettern“, „Führern“ und „Heilanden“ immer gern die Lösung ihrer schwierigsten Probleme zutraute, (4) – aber die echten Weltkatastrophen konnte niemand abwenden.

V 6-8 ANGST ist zunehmend „in“. (5)
Kriege nehmen zu. (6) Die Menschheit KENNT den Weg zum Frieden seit dem Sündenfall nicht mehr, so lange sie Christus übersieht. (7) Nur wer eine Perspektive über diese Weltzeit hinaus hat, hat Hoffnung.
Die Zunahme von Erdbeben und Hungersnöten sind nicht nur der Eindruck, weil Radio und Fernsehen umfassender berichten. Die „Klimakatastrophe“ ist dabei nur ein Zeichen für die Unmöglichkeit, diese Welt aus eigener Kraft heil zu machen. Die Menschen auf der von Gott erschaffenen Welt KÖNNTEN die Hungersnöte der Welt (Offb 6, 6; Mt 10, 17-22) beenden, aber auch im Überfluss bleibt fast jeder Nichtchrist sich selbst der Nächste. (8)
Hungersnöte und Erdbeben sind Zeichen auf dem Weg zum Endgericht (Jes 8, 21; 13, 13; 19, 2; Hes 38, 19; Hag 2, 22; Offb 6, 4ff; 18, 8) und zum Ziel. Königreich gegen Königreich (2. Chr 15, 6; Jes 19, 2; Hag 2, 22; Offb 6, 4).

V 9-12 Selbst Gemeinden werden Unfrieden erleben und spalten sich sogar. Auch Familienmitglieder ziehen ihre aktuellen Überzeugungen dem Familiendenken vor. (Mk 13, 12) Utopie? (9)

V 13 HASS ist das absolute Gegenteil von Liebe (Mk 13, 13). Nirgends sonst ist GEDULD so nötig.
Geduld = griech. drunter bleiben, aushalten.
Gott braucht tatsächlich KEINE HELDEN. Aber Leute, die auf ihn sehen und ihm vertrauen (Hebr 12, 1f). Und die im Glauben bleiben trotz allem (Jes 28, 16; 2. Tim 4, 7f; Hebr 10, 35ff; Offb 2, 10).
Ausharren: “Trotz widriger Umstände bis zum Ende abwarten, aushalten.” (Großer Duden). Nicht dickköpfiges „Nichts-dazu-lernen-wollen“, sondern die Geschichte auch von ihrem Ende her beobachten.

V 14 Dann (erst) wird das Ende kommen, wenn alles (s. o.) geschehen ist und das Evangelium allen Völkern zugänglich ist.
Politische und „wissenschaftliche“ Weltverbesserungsvorstellungen halten nicht, was sie versprechen. Allerdings wird der Abfall, die Zersetzung und Abschaffung biblischer Werte für die Gemeinde zum Zeitzeichen für das Ende dieser Welt. (10)
Aber der Zerbruch der alten Welt ist nicht alles: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21, 5).

Gliederungsvorschlag
1. Die Welt wird nicht immer schöner und bunter.
2. Die Gemeinde Jesu geht schwersten Zeiten entgegen.
3. Durchhalten wird belohnt, – deshalb ist Evangelisation dran.
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Fußnoten
(1) Die Liste der gut gemeinten, aber falschen Terminangaben für die Wiederkunft Jesu oder das Ende der Welt ist lang. Hier häufen sich die Irrlehren.
(2) Traurige Beispiele für verirrte Berechnungen gibt es mehr als genug. Eine Aufzählung in der Verkündigung kann interessant sein, weil die Fehler anderer immer Aufmerksamkeit erregen, wirkt aber wahrscheinlich nicht glaubensstärkend.
(3) In den vergangenen Jahrzehnten traten die meisten „Jesusse“ im amerikanischen Sprachraum auf, von der Mun-Sekte bis zum kollektiven Selbstmord der Jim Jones-Anhänger 1978.
Zahlreiche Beispiele in Gerhard Maier, Markus-Evangelium, Edition C, S. 545.
Rat: Nicht zu ausführlich darüber berichten.
(4) Typisch menschlich: Im Frühjahr 333 v. Chr. soll Alexander der Große den „gordischen Knoten“ einfach mit seinem Schwert durchschlagen und damit seinen darauf folgenden Siegeszug durch Asien eingeläutet haben. Achtung: Eine Traumvorstellung der „Allmacht“ großer Politiker!
(5) „Alle haben Angst…“ (Apothekerin über die starke Zunahme des Konsums von Beruhigungsmitteln und Drogen.)
(6) Der Friede in Deutschland seit 1945 ist Grund zum Danken, sollte aber den Blick für das weltweite Anwachsen von Gewalt bis zum Terrorismus nicht trüben.
(7) Jes 59, 8; Jer 6, 14.
„Die neuen serbischen Friedensgrenzen lassen sich nur mit dem Bajonett ziehen!“ (Slobodan Milosevic, ehem. Jugoslawischer Staatspräsident.)
„Streitigkeiten und Kriege werden ausgemerzt sein, – in nicht allzu ferner Zukunft. Doch der EINZIGE Weg, die Kriege aus der Welt zu schaffen, besteht darin, ihnen UNSEREN Krieg entgegen zu setzen. Wenn man will, dass es keine Gewehre mehr gibt, muss man das Gewehr in die Hand nehmen. Politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“ (Mao, 1893-1976, chines. Staatspräsident in seiner „Mao-Bibel“, 1967: Worte des Vorsitzenden Mao Tse-Tung).
(8) Schillers gute Meinung vom Menschen „Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt“ (Wilhelm Tell), wird ständig widerlegt. Der Volksmund hat die Betonung deshalb verändert: „Der brave Mann denkt an sich! Selbst zuletzt.“
(9) Nachfragen, was ältere Gemeindeglieder in den letzten Jahrzehnten geistlich am meisten „geschlaucht“ hat. Vor längerer Zeit litten die meisten Gemeinden unter dem unchristlichen Hitler-Regime. Familien zerbrachen, aber auch Gemeinden. „Väter und Mütter“ des Glaubens sind „Mangelware“ geworden. Heute mehren sich die Spaltungen, – oft leider eher aus persönlichen Gründen als durch Gehorsam gegenüber Gottes Wort.
(10) Unehrlichkeit, Steuerhinterziehung in höchsten Kreisen, Abtreibungen, die „Pille danach“, Stammzellengewinnung aus Embryonen (Menschen werden im frühesten Stadium getötet, usw.
Ein hessischer Oberkirchenrat kritisierte die Ehescheidung einer Landesbischöfin der hannoverschen Landeskirche. Folge: Beurlaubung von allen Aufgaben.
Die Ablehnung christlicher Werte funktioniert heute scheinbar synchron mit der Aufwertung heidnischer Religionen, z.B. Islam, tibetanischer Lamaismus, z. B. aber auch mit Astrologie (verschiedene spezialisierte TV-Sender).
Heinrich Böll, dt. Literaturnobelpreisträger: „Die Atheisten sind deshalb so arg langweilig, weil sie ständig über Gott reden müssen“.