Monatsthema: Leben im Geist des Herrn
Predigtthema: Geisterfüllt leben
Bibelstelle: Römer 8, 1-11
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen (bitte mit Bibelkommentaren vergleichen).
„Rö 6-8 stellen die großen Freiheiten vor. Kap 6: Frei von der Sünde; Kap 7: Frei vom Gesetz; Kap 8: Frei vom Tod.“ (Klaus Vollmer)
Kapitel 8 wurde die „Königin unter allen Kapiteln der heiligen Schrift“ genannt. Auswendiglernen wäre angezeigt. V 1-11: Wir sind „in Christus“ im Heiligen Geist und sind frei.
In Kapitel 7 wurde deutlich, warum der Christ vom Anspruch des Gesetzes befreit worden ist.
Erklärungen und Tipps:
V 1-3 Nun bezieht sich der Glaubende nicht mehr auf sich selbst, sondern auf die Versöhnungstat Jesu am Kreuz, das Zentrum seines künftigen Lebens. Das kann sich nun entfalten.
Befreit wurde er noch nicht von der Sünde, aber von ihrer MACHT. Ein Christ KANN sündigen, MUSS aber nicht mehr. Er muss sich nicht mehr ins günstige Licht stellen, groß sein und rechtfertigen vor Menschen und Gott.
Der Ostermorgen zeigt, dass Sünde, Tod und Teufel ausgespielt haben und der Mensch sein komplettes Sündigen und Versagen Jesus übergeben darf ( 2. Ko 5, 21).
Nichts mehr wird verdammt an dem, der „in Christus Jesus“ ist. (V33f).
Der unrevidierte Luthertext „…nichts Verdammliches mehr…“ kann perfektionistische Missverständnisse erzeugen.
Für den Christen gilt nicht nur die negative Beschreibung „keine Verdammnis mehr“. Entscheidend Neues ist geworden. Nach Rö 7, 23 standen alle unter dem Gesetz der Sünde. Wo wir Gutes wollten, „mussten“ wir sündigen, weil „das Gesetz der Sünde in unseren Gliedern“ regierte. Folge der Sünde ist der Tod (Rö 6, 16.21.23; 7, 5.11.13). Wer sein Leben und Verhalten realistisch einschätzt, sieht ein, den Tod „verdient“ zu haben. Und diese Einsicht weckt erst Verständnis für die stellvertretende Begleichung der Schuld durch Jesus am Kreuz (2. Ko 5, 21; Phil 2, 6-11).
Dem „Gesetz der Sünde“ kann nur auf gleicher Ebene durch ein überlegenes Gesetz begegnet werden.
Keine Illusion: „HAT dich freigemacht“.
Was dem Gesetz unmöglich war, DAS TAT GOTT. Gott allein schafft das Neue.
Wo und wie zeigt sich die neue Kraft? IN Christus. (1)
V 4-9 Das Gesetz konnte/kann die Sünde nicht ausrotten, das „Fleisch“ (2) regierte (Gal 2, 20!).
Und Jesus nimmt die Gestalt der Schwachen, die dem Fleisch unterlegen sind, an um Sünde, Tod und Teufel in ihrem ureigenen Bereich zu besiegen. Selbst ohne Sünde bezwingt er den Initiator der Sünde.
Fleischlich oder geistlich GESINNT sein teilt nicht die Menschheit in Unmenschen und Menschen, sondern beschreibt die Motive und Antriebskräfte für alles alte und neue Denken und Tun (2. Ko 5, 17; Gal 6, 15). Die Folgen der Sünde (Tod und Verdammnis) konnten aber Jesus nicht treffen, weil er sündlos war (Hebr 4, 15).
Der fleischliche Mensch lebt in Feindschaft gegen Gott. Seine Forderung nach allgemeiner TOLERANZ bricht hier ein und verkehrt sich: Er MUSS gegen Gott rebellieren (Jer 8, 7; Rö 1, 21.32; auch Lk 23, 34). (3)
„…wenn anders…“ bedeutet „…wenn wirklich…“ (rev. Elberfelder) oder „…da ja…“ (H. Krimmer).
„Gott GEFALLEN“ will fast jeder Animist, Islamist, Buddhist, Lamaist – und insgeheim jeder Mensch. Aber es geht nicht. Eigene Anstrengung reicht niemals hin, um Gottes Gefallen zu wecken.
Wer durch Christus vom alten Wesen befreit wurde, HAT den Geist Gottes.
V 10f „Wo Christi Geist ist, da ist Christus.“ (J.A.Bengel, Gnomon). Christus und der Geist sind identisch.
Wohnen bedeutet (bes. im Orient) innige Gemeinschaft. Deshalb geht es direkt um ein Verwurzeltsein in Christus (s. a. 1. Ko 3, 16; Kol 3, 16; 2. Tim 1, 14; Offb 7, 15).
Unser „Todesleib“ kann das neue Leben fast bis zur Unkenntlichkeit verdecken (1. Ko 6, 12). Mit Jesu Auferstehung erhielt er den „Herrlichkeitsleib“, der das neue Leben ohne jede Einschränkung umsetzt. Der Geist Jesu macht „sterbliche Leiber lebendig“ (1. Ko 15, 44). Paulus verwendet dieses „Lebendig machen“ auch m Auferstehungskapitel 1. Ko 15.
Das Lebendigmachen unserer sterblichen Leiber geschieht schon jetzt durch die Wirkung des Heiligen Geistes. Lic. Hans Brandenburg: „Der Gott, der die Kraft hat, Jesus aus dem Tod zu erwecken, wird auch den sterblichen Leibern seiner Glaubenden so viel Lebenskraft geben, dass dieser Leib dem innewohnenden Geiste nicht als absolutes Hindernis im Wege stehen kann. Praktisch: Niemand darf sich durch seine Veranlagung, Erbgut, leiblichen Zustand usw. entschuldigen und daraus das Recht ableiten, Gottes Gebote zu übertreten und doch in Auflehnung gegen ihn zu stehen.“
Die kommende Auferstehung ist hier allerdings nicht gemeint, denn die sterblichen Leiber haben nicht daran teil (1. Petr 3, 18; 1. Ko 6, 14; 1. Thess 4, 14). Der Leben schaffende Geist, der das Innere der gläubigen Menschen erneuert, wird und muss sein Werk tun und kann auch unseren Körper zu einem geistgemäßen Leib machen. Dazu gehört das „Hoffen“, – nicht auf ichhafte Himmelsvorstellungen, sondern es ist das gewisse Verlangen nach einem Leben, das unbehindert, frei und ganz für den Dienst Gottes da ist.
Gliederungsvorschlag 1 (Günter Wachler in „Gnade und Wahrheit“)
1. Keine Verdammnis für den, der in Christus ist
2. Leben nach dem Willen des Christus
3. Hoffen auf Christi Herrlichkeit
Gliederungsvorschlag 2 (Pfr. Ralf Krust, Hardheim)
1. Gottes Willen, wie es das Gesetz verlangt
2. Gesetz der Sünde und des Todes
3. Gesetz des Geistes Gottes
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Fußnoten
(1) Auszug aus http://www.sippe-w.de/html/body_c_i_d__i.htm: Gedanken von Major W. Ian Thomas, Gründer der Fackelträger:
C.I.D. = CHRISTUS IN DIR
Wenn Jesus nicht durch uns wirken kann, dann machen wir alles aus eigener Kraft, zwar mit besten Vorsätzen, aber es endet dann, wenn uns die Puste ausgeht oder wenn wir auf dem Zahnfleisch daherkommen. Ist es nicht genau das, was uns fehlt? Jesus, der uns Antrieb gibt, der durch uns wirkt, der uns Kraft gibt, der uns Frucht bringen lässt? Wenn Christus etwas für Menschen tun will, dann will er es durch uns tun! Kann man sich das denn vorstellen:
– Jesus will, dass wir ein Leben in Gerechtigkeit leben und er lebt es, wenn Du willst, durch Dich!
– Jesus dient der Menschheit, wenn Du es willst, durch Dich!
– Jesus will, dass alle Welt das Evangelium hört, wenn Du es willst, durch Dich!
Jesus will in uns leben und durch uns wirken. Wenn wir versuchen aus eigener Kraft zu wirken erwartet uns Verzweiflung. Jesus muss es durch uns tun! Wenn Jesus in uns lebt dann werden wir wieder Menschen nach Gottes Bild, wir werden eine neue Kreatur (2. Ko 5, 17).
Aber wie kommen wir denn weiter: Jesus, der für uns starb haben wir angenommen, er hat uns mit Gott versöhnt. Wie können wir den zweiten Schritt tun, damit Jesus uns durch sein Leben dient, ein Leben lang?
Wie damals, so auch heute: Wenn wir verstehen, wie Jesus vor 2000 Jahren in seinem Leib gelebt hat, dann können wir auch verstehen, wie er heute durch uns (seinen Leib) leben will! Interessant ist, dass Jesus davon spricht, dass wir ihn essen und trinken müssen.
Johannes 6, 56-57
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so auch, wer mich isst, der wird auch leben um meinetwillen.
Natürlich fordert uns Jesus nicht zum Kannibalismus auf, was heißt also Essen und Trinken hier.
In Jo 6, 35 vergleicht er Essen + Trinken mit Kommen + Glauben.
Johannes 6, 35
Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens: Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nimmermehr dürsten.
Das wir ihn essen und trinken müssen, deutet darauf hin, dass Jesus dann in uns ist. Jesus stellt seine Beziehung zum Vater (wie ich lebe um des Vaters Willen, so auch…) als Antwort hin, was es heißt, dass er in uns ist. Wenn wir also herauskriegen, wie die Beziehung Jesu zu seinem Vater ausgesehen hat, dann haben wir die Lösung für den zweiten Schritt.
WIE LEBT JESUS DURCH UNS?
Für uns heißt es genauso zu leben: In der Gewissheit, dass wir ohne Christus, Gott, nichts tun können. Ohne Jesus geht nichts, wir brauchen nicht einmal anzufangen, es bringt auf jeden Fall keine Frucht. Aber das ist nichts, was sich Major Thomas ausgedacht hat, Jesus sagt es selbst: Johannes 15, 5.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Was konnte Jesus ohne Gott tun? NIX
Was konnte Gott durch Jesus tun? ALLES
Was kann ich ohne Jesus tun? NIX
Was kann Jesus durch mich tun? ALLES
Die einzige Einschränkung, die es gibt, ist meine Verfügbarkeit. Soviel wie ich Christus durch mich tun lasse, soviel wird er auch tun. Ich stecke die Grenzen ab! Gott kann durch jeden Menschen alles tun, wenn sich dieser Mensch 100% zur Verfügung stellt.
Kolosser 2, 9f In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid vollkommen in ihm.
(2) Rienecker, Lexikon zur Bibel: „Das griechische Wort, das Luther wörtlich mit »Fleisch« übersetzte, hat eine wesentlich größere Bedeutungsbreite als seine deutsche Entsprechung. Zunächst bezeichnet »Fleisch« den ganzen Menschen als leiblich-seelische Einheit. So sind Mann und Frau in ihrer Verbindung »ein Fleisch« (und nicht nur ein Leib; 1. Mo 2 ,24); »alles Fleisch« bedeutet: alle Menschen (Joel 3, 1). Im übertragenen Sinn bezeichnet es: 1. den Bereich des Irdischen, Menschlichen und Leiblichen, der der Vergänglichkeit unterworfen ist (z.B. Jes 40, 5-6). In diesen Bereich trat der Gottessohn ein, als er Mensch wurde (Jo 1, 14; Rö 8, 3). Das Gegenüber zum irdischen Bereich bildet die Sphäre Gottes, die durch den Begriff »Geist« gekennzeichnet wird (Rö 1, 3-4; 1. Tim 3, 16; 1. Petr 3, 18). Das Gegenüber von Fleisch und Geist kennzeichnet hier die beiden Bereiche, in denen sich das Christusgeschehen vollzogen hat. 2. Negativ qualifiziert ist dagegen der Begriff »Fleisch«, wenn Paulus mit ihm beschreibt, wie das Denken, Wollen und Handeln des Menschen nicht von Gott und seinem Willen bestimmt wird, sondern nur vom Irdischen, vom Menschlich-Allzumenschlichen, ja von der Sünde (Rö 8, 1-17; Gal 5, 13-6, 12; Eph 2, 3; Phil 3, 3-4). Fleisch beschreibt hier im Gegensatz zu Geist den Tatbestand, dass die Sünde sich des Menschen und seiner Glieder so bemächtigt, dass sein »Fleisch« wie eine fremde Macht sein ganzes Wesen bestimmt und ihn in den Tod führt (Rö 7, 5-25). Im Gegensatz dazu steht der Geist, durch den Gott in Christus rettend den Menschen ergreift, ihn zu Handeln in Liebe und Selbstzucht bewegt und zum ewigen Leben führt.“
(3) Heinrich Böll, Literaturnobelpreisträger: „Das Langweiligste an den Atheisten ist, dass sie ständig von Gott reden müssen“. DER SPIEGEL, ein eher christenfeindliches Blatt, bringt regelmäßig populistisch-kritische Titelthemen über Gott und Jesus, – ganz sicher zu Weihnachten, Ostern, oft auch Pfingsten.