Galater

Predigthilfe vom 27.11.2005 – Galater 1, 11-24

Monatsthema: Vorbild des Glaubens (Paulus)
Predigtthema: Er predigt den Glauben

Bibelstelle: Galater 1, 11-24

Verfasser: Eckhard Löffler

Bausteine zu Galater 1, 11-24

1. Kinder Gottes müssen nicht um ihr „gutes“ Recht zittern.(1) Ob ihr „guter“ Name angegriffen, ob Haus, Hof und Erbe streitig gemacht werden, ob ihre Stellung zu Jesus angezweifelt wird. Ihr Beistand sind Gottes Zusagen. Paulus verteidigt nicht das Wort Gottes, beweist auch nicht, dass Gott recht hat. Er erinnert. Das Wort erweist sich selbst.
2. Durch Offenbarung Gottes berufen. Kein Mensch hat ihn „bevollmächtigt“. Sämtliche Religionen wurden von Menschen erfunden, die Wert auf menschliche Verdienste legten. Das Bild der Leitern, die alle zu kurz sind, um die Distanz Welt-Gott zu überbrücken.
3. Der frühere Eifer für das Judentum sollte Menschen übertreffen und Gott überzeugen.
Den missionarischen Eifer des Paulus polte Gott selbst um: Vom fanatischen Verfolger zum engagierten Verkündiger. Jede Gemeinde kennt Beispiele veränderter Menschen.
4. Drei Dinge hat Gott an Paulus getan:
– Gott bereitet ihn „von Mutterleib“ an vor und rüstet ihn zum richtigen Zeitpunkt und zielführend aus.
– Gnade allein ist der Grund jeder Berufung.
– Gott „gefiel“ es, ausgerechnet diesem Paulus durch Christus selbst zu begegnen und ihn zu beauftragen.
Viele Vorhaben sollten mit Geschwistern abgestimmt werden. Korrektur braucht jeder. Im „Sonderfall“ Paulus greift Gott aber selbst ein.(2) Bekehrung und Beauftragung waren allein Gottes Werk.
Drei Jahre in Arabien waren eher „stille Tage“(3). Keine Schnellkurse durch christliche Gemeindeleiter. Wir wissen wenig: Weitere Studien im AT und Meditation? Zusätzliche direkte Gespräche mit dem Herrn? Offenbarungen? Vorbereitung seiner Missionsreisen? Ergebnis war die paulinische Theologie, die bis heute wegweisend ist.
Erst nach drei Jahren ein Zwei-Wochen-Besuch bei Petrus. Für theologische Unterweisung und Vorbereitung auf das große Amt eine kurze Zeit.
5. Die christlichen Gemeinden in Judäa kannten Paulus nur vom Hörensagen. Gottes Eingreifen und die Folgen seiner Evangelisation lassen keinen Starpredigerkult entstehen: Über der guten Frucht wird Gott allein gelobt.(4) Alle menschlich verständlichen Antipathien enden, wenn Gott einen Menschen gebrauchen kann.

Gliederungsvorschlag (Dr. H. Krimmer):
1. Unabhängig – zum Bruder gewiesen
2. Unabhängig – so zum Segen gesetzt
3. Unabhängig – doch zur Ehre Gottes geworden
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Fußnoten:

(1) Die „Hackordnung“ der menschlichen Gesellschaft ist ein Fremdwort in der Gemeinde, oder?
(2) Fehlende Demut erzeugt Leitfiguren, die (insgeheim?) selbst Dank erwarten.
(3) Eine gute Tradition gesegneter Mitarbeiter. Manchem ist heute allerdings eine Stunde schon zu lang …
Viel Gutes im Reich Gottes entstand in Gebetskreisen und „Entdeckungen in der Einsamkeit“ (Peter Strauch).
(4)Sinn jeder christlichen Aktion heute und Ziel unserer Weltgeschichte. (Offb 19)