Apostelgeschichte

Predigthilfe vom 26. Juli 2020 – Apostelgeschichte 18, 1-3.18.26

Jahresthema: Jeder Christ ein Mitarbeiter  

Predigtthema: Aquila und Priscilla – Als Ehepaar in der Gemeinde dienen.

Weitere Stellen: Röm 16, 3-5; 2. Tim 4,19; 1. Kor 16,19

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zu Predigt und Predigttext

Der Text ist Teil der Jahres-Predigtreihe am Monatsende zur Jahreslosung. Es geht rund um das Mitarbeitersein zu dem Oberthema „Jeder Christ ein Mitarbeiter“. Die Predigt steht also etwas für sich im Monatsverlauf.

Gleichzeitig ist sie zu Ferienbeginn, so dass viele Mitarbeiter gar nicht da sind, was aber gut ist, dann kann man sich auf die konzentrieren, die noch Mitarbeiter werden können J … (falls die nicht im Urlaub sind…)

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Als Hilfen zur Auslegung wird jedem Verkündiger empfohlen, sich folgende Studienbibeln zuzulegen: Elberfelder erklärt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum Download), Ryrie, Genfer Studienbibel (gute theol. Ergänzung zu den vorherigen!), Die Bibel mit Erklärungen von Hans Bruns.

Weitere gut verständliche Hilfen:

# Die entsprechenden Bände der Edition C und der Wuppertaler Studienbibel.

# „Das NEUE/ALTE Testament“ ausgelegt von Walvoord und Zuck (Hänssler-Verlag) ist eine weitere sehr gute Ergänzung im Sinne einer Studienbibel-Kommentierung.

Die zeitlichen Abläufe und der Lebensweg von Aquila und Priscilla:

Apg 18 gehört zur 2. Missionsreise von Paulus (ab Apg 15,40), auf der Paulus zunächst die Gemeinden in Kleinasien besucht, die bei seiner ersten Reise entstanden waren, und dann von Gott auf den europäischen Kontinent nach Griechenland gerufen wird bis schließlich nach Korinth.

Apg 18,1 berichtet von Paulus´ Ankunft eben in Korinth. Dort lernt er Aquila und Priscilla kennen, Juden, die eigentlich aus Pontus (nord-östliches Kleinasien) stammten, die aktuell aber aus Rom/Italien angekommen waren, weil Kaiser Klaudius alle Juden aus Rom ausgewiesen hatte. (49. N. Chr.) Grund für die Ausweisung war wahrscheinlich die Unruhe in Rom, die innerhalb der Juden durch die Christianisierung stattfand und die ganze Stadt beschäftigte.

Die beiden sind wie Paulus von Beruf „Zeltmacher“: Zelte/Zeltstoffe  wurden damals nicht nur von Nomaden bzw. für Wohnzelte gebraucht, sondern auch z. B. für Marktstände. Da Zelte aus Häuten, Ziegenhaaren etc., kleinere Zelte aber auch aus Leinen gefertigt wurden, umfasste ihre Herstellung eine Vielzahl von verschiedenen Arbeiten. Es ist nicht sicher, dass jeder „Zeltmacher“ auch mit jedem dieser ganz unterschiedlichen Arbeitsgänge vertraut war.  Tarsus, die Geburtsstadt des Paulus, war bekannt für die Herstellung von Zelten. Sie wurden gewöhnlich aus Cilicium hergestellt, dessen Name von der Herkunftsregion Kilikien in Anatolien abgeleitet ist. Hierbei handelte es sich um eine widerstandsfähige Stoffart, die aus dem langen Haar der Ziegen dieser Provinz gewebt wurde. Alle Juden erlernten ein Handwerk, dem sie sich zuwenden konnten, wenn es nötig war. Handwerk war auch eine Tätigkeit, die im Altertum viel Raum für flexible Arbeitszeiten bot, was den am Lernen der Thora engagierten „Perushim“ (= Pharisäer) entgegenkam. Der Beruf legte es also nahe, dass man immer wieder in unterschiedlichen Metropolen arbeiten konnte, wo es große Märkte gab, um dort Marktstände oder eben auch Zelte herzustellen und zum Verkauf anzubieten.

Aquila und Priscilla ziehen dann mit Paulus weiter nach Ephesus (Apg 18,18-19). Von dort reist Paulus alleine weiter, Priscilla und Aquila bleiben aber in Ephesus und nehmen dort Apollos unter ihre Fittiche (Apg 18, 24-26).

Zeitlich das Nächste sind dann ihre Grüße, die Paulus den Korinthern in 1. Kor. 16,19 übermittelt. Paulus schreibt diesen Brief von Ephesus aus, offenkundig mit dem klaren Ziel, danach zügig nach Korinth zu kommen (1. Kor 16, 5-8). Dies ist dann ca. 55 n.Chr.

Etwas später (ca. 57 n.Chr.) schreibt Paulus den Römerbrief, er scheint von Korinth aus geschrieben (Röm 16,1) als er sich nach Jerusalem auf den Weg machen wollte (Röm 15,25). Aquila und Priscilla scheinen da schon in Rom bzw. dort in der Nähe zu sein (Röm 16,3-5), denn Paulus lässt sie grüßen. Sie scheinen Paulus sehr in Korinth/Ephesus unterstützt zu haben, dies könnte sich irgendwo in den Ereignissen von Apg 19,23 bis  20,3 ereignet haben.

Schließlich werden sie im 2. Timotheusbrief erwähnt (4,19), Timotheus soll sie grüßen, entweder, wenn er sie auf der Reise trifft, oder weil sie im gleichen Ort sind. Viele gehen davon aus, dass sie in Ephesus sind, aber ganz sicher lässt sich das letztlich nicht rekonstruieren

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes Apg 18, 1-3.18.26

Vers 1-3

Durch die „Gallio-Inschrift“, die Gallio für das Jahr 51/52 archäologisch bestätigt, können wir mit Sicherheit sagen, dass Paulus 51/52 in Korinth war, wo er in Apg 18,1 angekommen war.

Die Reihenfolge in Apg 18,2-4 legt nahe, dass Paulus wirklich zuerst Aquila und Priscilla trifft. Es kann gut sein, dass er plant, länger in Korinth zu bleiben und deshalb jemanden sucht, für den er arbeiten kann. Es ergibt Sinn, dass er nach anderen jüdischen Zeltmachern sucht, da man als Zeltmacher auch mit Tierfellen/Leder in Berührung kommen konnte, was nicht unerheblich im Blick auf Reinheitsvorschriften war. Und da sie gerade auch wieder in einer beruflichen Gründungssituation waren, hatten alle Beteiligten das Interesse, Aufträge schnell zu bekommen und auch fertig stellen zu können. Der weitere Verlauf legt nahe, dass sie nicht nur Juden waren, sondern tatsächlich Juden-Christen.

Zum Begriff „Zeltmacher“, der manchmal heute noch für bestimmte Missionare verwendet wird: In den letzten Jahrzehnten wurde dieser Begriff manchmal für Missionare benutzt, die mit ihrem „normalen“ Beruf in ein Land gegangen sind, für das sie sonst keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen hätten. Das war bei Paulus so nicht nötig! Paulus hat als Zeltmacher gearbeitet, weil er von den Gemeinden – und letztlich auch von seiner Heimatgemeinde – finanziell unabhängig sein wollte und weil er sich als Schuldner Christi unter einem Zwang der Verkündigung sieht und nicht als „Freier für Lohn arbeiten möchte“ (1. Kor 9, 17-18).

Vers 18-19

Nach den Unruhen in Korinth und der Anklage vor Gallio reisen die beiden mit Paulus weiter nach Ephesus. Während Paulus schnell weiter reisen will, bleiben die beiden dort.

Vers 26

Die beiden sind dann in Ephesus in der Lage, Apollos, der eigentlich schon wirklich viel aus den Schriften weiß und auch im Weg Jesu unterwiesen ist, noch genauer in die Schriften zu führen.

Röm 16,3-5

Auch diese Verse geben noch ein starkes Zeugnis für die beiden:

a) Sie sind „Paulus Mitarbeiter“ = „Mitwirker“ – Gott spannt Menschen in sein Werk mit ein (Joh 9,4). Gott macht es nicht ohne uns, sondern er benutzt unsere Beiträge.

b) Sie öffnen ihr Haus für die Gemeinde, wir bauen heute Extra-Häuser für die Gemeinde und halten sie in Schuss …

c) Sie haben für Paulus ihren eigenen „Hals preisgegeben“ und damit letztlich allen Gemeinden einen unschätzbaren Dienst erwiesen. In Sirach 51,26 wird eine ähnliche Wortwahl benutzt und steht dafür, dass man seinen „Hals unter ein Joch gibt“, um sich z. B. erziehen zu lassen. Das würde etwas offen lassen, ob die Beiden im existenziellen Sinne ihr Leben bereit waren zu opfern, oder ob sie sich z. B. in finanzielle Verpflichtungen begeben haben, um den Dienst von Paulus zu ermöglichen. (Das Reisen war damals nicht billig, weil man Schutz und oder Herberge und Essen brauchte. Vor allem in der Gründungsphase konnte Paulus nicht an jedem Übernachtungsort davon ausgehen, freie Kost und Logis zu bekommen.) Evtl. haben sich die beiden z. B. verschuldet, um Paulus den Reisedienst zu ermöglichen.

Interessant ist, dass an den sechs Stellen, wo die beiden vorkommen, jeweils viermal Priscilla und zweimal Aquila erstgenannt ist. Die Schilderungen erwecken den Eindruck, dass hier ein Ehepaar gleichberechtigt und voll auf Augenhöhe agiert bis hin zu Apg 18,26, wo es um die Lehrvertiefung bei Apollos geht.

Mögliche Predigtpunkte:

# Die Mobilität (wobei sie sich gut mit ihrem Beruf in Einklang bringen lässt)

# Sie führen Apollos noch genauer in die Schrift (weil sie selber tief drin sind…)

# Sie stellen sich zur Verfügung als „Mitwirker“ im Reich Gottes

# Sie nehmen Anteil an der Heimat für die Gemeinde

# Sie nehmen für den Dienst starke persönliche Einschränkungen (finanziell oder auch im Sinne von Verfolgung) auf sich

# Sie bleiben bis zum Schluss bei der Lehre Jesu, wie Paulus sie vertritt

# Alles in allem entsteht der Eindruck, dass sie so mobil wie möglich sind und versuchen, wo möglich, Ressourcen für das Reich Gottes freizusetzen. Das Leben in dieser Welt hat keinen Selbstzweck, sondern ist Mittel für das Reich Gottes.

Dieser Predigttipp bleibt bei der Predigtentfaltung bei den Versen aus Apg 18 und entfaltet die Punkte Mobilität/Flexibilität, tiefes Bibelwissen und die Anleitung anderer.

Aber natürlich steht es dem Verkündiger frei auch Aspekte aus Röm 16, 3-5 mit aufzunehmen, wenn ihm z. B. der Stoff für die Predigt nicht ausreichend erscheint.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)

Grundsätzlich ist die Predigt von der Anlage her eine Mischung aus Themenpredigt und Lebensbild, der Text ist aber zum Thema „Mitarbeit“ passend rausgesucht, zumal sie ja als „Mitarbeiter“ bezeichnet werden in Apg 16,3.

Da wir es mit einem reinen Erzähltext aus unserer eigenen heilsgeschichtlichen Epoche zu tun haben, ist eine einfache direkte Übertragung möglich.

2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)

Es ist eine Predigt aus der Monatsreihe am Anfang der Sommerferien. Es geht um einen besonderen Fokus auf Mitarbeit, dies sollte auch eingehalten werden. Wir beklagen „an allen Ecken und Enden“ Mitarbeitermangel, deshalb sollten wir diese Chancen am Monatsende nutzen und über Aspekte des Mitarbeiterseins reden.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Predigtschwerpunkt ist es in guter Art und Weise dafür zu motivieren, an der eigenen Kompetenz zu arbeiten.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Das Ziel ist, dass die Hörer wieder neu ein Verständnis dafür entwickeln, dass Mitarbeit eine Investition ist, die uns JETZT etwas kostet, aber schließlich UNENDLICHE Frucht bringt …

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Mitarbeit ist eine Investition!

  1. Investiere Mobilität
  2. Investiere Zeit für die Bibel
  3. Investiere in jüngere Geschwister

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Einstieg: Ein Text über die Vorfreude (siehe unten)

– Wir leben in einer Zeit, in der man kaum noch auf etwas warten kann und will, alles muss schnell gehen – prime – alles muss jederzeit verfügbar sein… Ich brauche es jetzt, denn ich will jetzt etwas davon haben!

Glaube und vor allem Mitarbeit in der Gemeinde funktionieren anders:

Ich „muss“ jetzt etwas tun, aber was dabei rauskommt, das sehe ich vielleicht erst im Himmel…

Wenn es im Himmel noch Traurigkeit gäbe, dann würden wir im Himmel erst einmal ziemlich lange heulen, weil uns zunächst einmal bewusst wird, wie viel Zeit wir mit sinnfreien Dingen verplempert haben, bei denen aber auch wirklich gar nichts für die Ewigkeit rauskommt!

– Mitarbeit ist eine Investition!

Jetzt „zahlen“ wir/geben wir/investieren wir, damit wir dann einmal im Himmel eine „fette Rendite“ bekommen – vor allem in Person von Menschen, denen wir geholfen haben zum Glauben zu kommen und am Glauben festzuhalten.

Und wir schauen uns heute – am Ende des Monats – wieder zwei Mitarbeiter im Reich Gottes an, von denen wir lernen können, was es ganz praktisch zu investieren gibt.

Textlesung – Apg 18,1-3.18.26

Mitarbeit ist eine Investition (in die Ewigkeit)

Und dabei sollen uns heute Aquila und Priscilla Vorbilder sein.

[An dieser Stelle kann man einige Fakten über Aquila und Priscilla weitergeben]

Wir beschränken uns heute auf diese wenigen Verse aus Apg 18 und können dabei drei Punkte von den beiden lernen, drei Punkte, wie wir ganz neu das Investieren lernen können:

  1. Investiere Mobilität
  2. Investiere Zeit für die Bibel
  3. Investiere in jüngere Geschwister

 

  1. Investiere Mobilität

Allein hier in Kap 18 finden wir vier Orte, an denen Aquila schon war, und die weit voneinander weg lagen: Pontus, Rom, Korinth, Ephesus.

Wir sind es heute gewohnt, in wenigen Stunden um die halbe Welt zu jetten. Im Urlaub besuchen wir unzählige Länder…

Aber sind wir auch bereit, im Glauben „Grenzen“ zu übersteigen, uns auf neues einzulassen, innerlich mobil zu bleiben, neue Menschen, neue Kulturen kennenzulernen?

Natürlich gibt es unterschiedliche Menschentypen und manche sind von Natur aus aufgeschlossener als andere.

Dennoch möchte Jesus JEDEM helfen, seine Grenzen zu erweitern.

Letztlich geht es um Vertrauen: Jesus sagt, dass er in jeder Situation dabei ist, dass er uns die richtigen Worte schenkt, dass ER sich in unserer Schwachheit verherrlicht!

D.h. mit Jesus kannst du mobil sein, flexibel sein, dich neuen Herausforderungen stellen – so wie Aquila und Priscilla immer wieder bereit waren, neue Menschen kennenzulernen, neue Orte zu besuchen!

– An dieser Stelle nenne drei Beispiele, wo wir uns als Christen/Mitarbeiter auf neue Situationen einstellen können sollten.

  1. Investiere Zeit für die Bibel

In Vers 26 wird deutlich, dass Aquila und Priscilla in der Lage waren, in diesem Fall Apollos wirklich tief in die Schrift einzuführen!

– Mitarbeiter sollen immer tiefer in die Schrift eintauchen!

  • bete für Leidenschaft für die Bibel!
  • nimm dir jeden Tag Zeit, ein Kapitel aus der Bibel zu lesen, z. B. aus einer Studienbibel und dann inklusive aller Erklärungen.
  • höre Predigten – statt Netflix zu gucken
  • besuche Freizeiten/Kurzbibelschulen
  • bereite Andachten/Hauskreise/Bibelarbeiten vor (kaum etwas treibt einen tiefer in die Schrift als das!)
  1. Investiere in jüngere Geschwister

Aquila und Priscilla nutzen ihr Bibelwissen, um es weiterzugeben.

„jünger“ bezieht sich dabei weniger auf das Lebens- als mehr auf das Glaubensalter.

Vgl. auch 2. Tim 2,2 oder auch den Befehl, dass wir „Jünger machen sollen“, indem wir „alles lehren zu halten, was Jesus befohlen hat“ (Mt 28,18-20)

Bist du eine geistliche „Sackgasse“ oder wirklich eine „Durchfahrtsstraße“? Gibst du weiter an andere? Bist du (schon) Lehrer? (Hebr 5,12)

Das fängt in der eigenen Familie, bei den eigenen Kindern an, aber gilt auch in der Gemeinde, aber letztlich auch gegenüber Nichtchristen…

Praktisch werden: Wo und wie kann man in der Gemeinde konkret in jüngere Christen investieren? Inwieweit ist das etwas für jeden?

Abschluss:

Es geht um eine „Investition“ – Was kommt dabei heraus?

Vers 27: Apollos wird den Glaubenden zu einer großen Hilfe! Im 1. Korintherbrief bekommt man den Eindruck, dass Apollos so gut war in seinem Dienst, dass ihn manche schon Paulus vorziehen. Das war natürlich von ihm nicht so gewollt, zeigt aber, wie weit Apollos durch Aquila und Priscilla im Glauben gekommen war.

Aquila und Priscilla sind eigentlich eher im Hintergrund, sie lehren den einen „zuhause am Küchentisch“, aber dieser eine wird dann zu einem großen Multiplikator…

Und so richtig wird man es dann im Himmel sehen!

– Investiere in ewige Frucht!

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Ein Text über die Vorfreude (nach Till Raether)

Können wir im Sinne der Vorfreude eigentlich noch das Warten aushalten? Wollen wir nicht immer alles gleich sofort und hier – jetzt geklickt und spätestens morgen geliefert? Früher waren zum Beispiel auch Schallplatten, Bücher oder Filme Quellen der Vorfreude. Wenn eine Musikgruppe eine neue Platte rausbrachte, musste man warten, bis es sie im Plattenladen gab. Der Plattenhändler sagte: „Vielleicht am Freitag, spätestens Montag.“ Wenn sie dann da war, musste man sie nach Hause tragen. Auf dem Weg konnte man sie nicht hören, man konnte sie sich höchstens vorstellen. Zu Hause musste man die Platte aus der Hülle holen, dann aus der Innenhülle, sie dann in einer Hand balancieren, ohne aufs Vinyl zu fassen, den Deckel des Plattenspielers hochklappen und so weiter – alles reine, unverfälschte Vorfreude. Wir freuen uns nicht mehr auf Fotos, denn wir haben sie ja schon gesehen, hinten auf der Kamera während sie gemacht wurden. Wir freuen uns nicht mehr auf interessante Neuigkeiten: Niemand muss mehr bis zu den nächsten Nachrichten warten, um die Bundesliga-Ergebnisse zu erfahren. Schleichend verschwindet die Vorfreude auch aus unseren Beziehungen und Freundschaften. Wenn einem früher was Lustiges oder Interessantes passierte, dachte man bei sich: „Hehe, wenn ich das meinen Freunden erzähle.“ Wenn man heute erzählt, dass einem das Auto abgeschleppt wurde mit der Geburtstagstorte auf dem Beifahrersitz, heißt es nur noch: „Ja stimmt, hast du ja letzte Woche schon auf Facebook gepostet.“ All das ist keine Nostalgie, sondern nüchterne Zwischenbilanz im Kulturkampf zwischen Vorfreude und dem, was Wirtschaftswissenschaftler „instant gratification“ nennen, sofortige Belohnung. Wir brauchen die Vorfreude. Unser Gehirn ernährt sich geradezu von ihr. Sie dient ihm dazu, allerhand positive Fähigkeiten auszubilden. Zum Beispiel Zuversicht. Oder: ein realistisches, aber positives Selbstbild. Lebenszufriedenheit. Wenn man abends im Bett liegt, an den nächsten Tag denkt und feststellt, dass es nichts gibt, worauf man sich freuen kann – dann ist es höchste Zeit, etwas zu verändern. Indem man wieder verbindliche Verabredungen trifft, auf die man sich freuen kann, statt sich bis zum letzten Moment alles offenzulassen. Indem man Dinge plant, die sich nicht runterladen lassen, analoge Vergnügungen wie Spaziergänge, Kochen, Sport oder einen Museumsbesuch. Indem man wieder lernt, die Termine, die einem bevorstehen, nicht als Stress zu empfinden, sondern als etwas, worauf zu warten sich lohnt, etwas worauf man sich freuen kann.

  1. Einige Tipps für die Verkündigung

# Arbeite (und bete) in der Vorbereitung so lange mit dem Abschnitt, bis er wirklich mit seinen Punkten dein Herzensanliegen ist!

# EVA – E=erkläre den Text gründlich / V=veranschauliche deine Predigtpunkte mit einem Bild / A – Anwendung: Zeige praktische Beispiele, wie dieser Punkt im Alltag (in deinem Alltag) Anwendung finden kann bzw. findet.

# Halte Blickkontakt – vor allem am Anfang und Ende der Predigt (Lerne Einleitung und Zusammenfassung auswendig!)

# Eine „Predigt“ ist mehr als ein Vortrag, sie ist Zuspruch, der von Herzen kommt und zu Herzen gehen soll, sei es Ermutigung oder Ermahnung.

(Mirko Lau)