Monatsthema: Leben ohne Kompromisse vor dem Herrn
Predigtthema: SOS – deshalb beständig bereit zum Zeugnis
Bibelstelle: 1.Petrus 3, 15b-19
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen
Erklärungen und Tipps:
V 15 Hoffnung ist Sehnsucht unserer vergehenden Welt: „Alles geht ja doch bergab“, Moral, Wirtschaft, Renten, usw. Die Parteien sind machtlos. (1) „Hoffnungslosigkeit ist die Hölle“ (Dostojewski), macht Angst und Angst lähmt. Hoffnung muss wahr sein. Nur die Wahrheit macht frei (Jo 8, 32) – Jesus (Jo 14, 6). Christen sind die Realisten. „Wer einen Pakt mit dem Leben schließt, hat den Tod nicht zu fürchten“ (P. Hahne). Christusträger sind die Hoffnungsträger. Sie kämpfen nicht um ihre Zukunft, weil die seit Golgatha geklärt ist. Und das muss umgesetzt werden (2). „Christen sind Bettler, die anderen Bettlern sagen können, wo Brot zu finden ist“ (P. Hahne).
Fragt man uns noch nach dem Grund unserer Hoffnung? – oder haben wir uns eingerichtet in der Welt, in einer Einrichtung, wie z.B. dem Brüderbund?
Wir brauchen Wegweisung und Wegzehrung aus dem Wort Gottes, Geschwister als Weggefährten zur ewigen Heimat. Bibelleser wissen mehr. Ihre Hoffnung steht gegen alle Resignation.
Deshalb dürfen die „Stillen im Lande“ nicht zu still werden im Schutz der Wände ihrer Versammlungssäle. Die Welt braucht Jesus, der Rest vergeht (1. Jo 2, 17).
Bis dahin sind „Mauerbrecher zu anderen hin“ nötig, damit diese mit Gott „wiedervereinigt“ werden können.
Seltsam, dass die Fragen von außen nicht zuerst am Glauben der Christen entstehen, sondern an ihrer HOFFNUNG.
V 16f Fanatische Fromme zerstören, machen kaputt, reizen zur Gegnerschaft, kommen in blinden Eifer, -Streitsucht und Überlegenheitsgefühle mischen sich ein. Sanftmut gewinnt dagegen durchs weite Herz (3).
Menschen dieser Welt greifen nicht nur an, sie haben auch Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Sinn ihres Lebens. Suchende sehnen sich nach verbindlichen Antworten.
Das ist die günstigste Situation, wenn ein Zeugnis erbeten und nicht aufgedrängt wird.
Zeugnis geben lernt man nicht zuerst durch Schulung. Learning by doing! (4) Jesus lässt nie einen seiner Zeugen allein (Mt 10, 19.27; Mk 13, 11; Lk 12, 11.22: 21, 14).
Die liebende Zuwendung zum Nächsten ist Vorbedingung. Christlich-kluge Antworten erreichen oft nur den VERSTAND, aber die Freundlichkeit Jesu will das HERZ mit SANFTMUT verändern (Mt 11, 28-30).
Die Gottesfurcht meint das ehrliche Ernstnehmen der heiligen Gegenwart Gottes. Gott ist kein Kumpel.
Und seine Nähe bewahrt davor, die Wahrheit des Evangeliums der Welt aus Angst vorzuenthalten. Die Gottesfurcht bewahrt vor Eigenruhm, Selbstsucht und –sicherheit.
Das GEWISSEN (lateinisch conscientia, wörtlich „Mit-Wissen“) begleitet den Menschen. Es meldet sich auch, ohne erwünscht zu sein. (5)
Gott-lose beantworten die Überzeugungskraft der Jesusleute gern damit, nun auch bei den Christen deren Sünden aufzuspüren. Dagegen hilft der Vorschlag des möglichst „guten Wandels in Christus“ (16b).
Die Beschämung der Angreifer ist nicht Ziel der Christen. (6)
V 18f „EIN für alle Mal“, ein Kernvers der Christenheit. Jesus stirbt nicht für jede Sünde extra. Gott überlegt nicht, ob er Wiederholungstäter besonders bestrafen soll. Die komplette „Strafe liegt auf ihm“ (Jes 53, 5), die Anklageschrift ist ein für alle Mal vernichtet, Kol 2, 14: „Er hat den Schuldschein gegen uns gelöscht, in Satzungen , der gegen uns war, und ihn auch aus Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz nagelte“ (Elberf.) ( siehe auch Hebr 9, 12.29!).
Gerade auch im Leiden sollen Jesu Jünger nicht ihr „Gutes tun“ unterlassen. Besonders im Druck wirkt das Zeugnis von der Gottesnähe, der Vergebung und der Herrlichkeit überzeugender. (7)
Christus war selbst Vorbild: Zeugnis durch Leiden.
„Im Fleisch“ (als normal Lebender) konnte Jesus die Toten nicht erreichen. Nach dem Kreuz besuchte er aber die bis damals Verstorbenen. Offensichtlich verliert der Mensch mit dem Tod seinen sterblichen Leib, bleibt aber als Person erhalten (Mt 10, 28; Lk 16, 22ff; 23, 43; Apg 7, 59).
„Gefängnis“ wird der Aufbewahrungsort genannt, d. h. der Mensch lebt weiter, ob er will oder nicht.
Die Gläubigen sind allerdings beim Herrn (Lk 16, 28), mit ihrem Erlöser vereint (Lk 23, 43; Phil 1, 23; 2. Ko 5, 1.8).
„Der Vers meint nicht, dass Menschen, die Christus im Leben abgelehnt haben, sich im Totenreich noch für ihn entscheiden könnten. Betont doch Jesus in Jo 3, 36: ‚… wer aber dem Sohn Gottes nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.’ “ (Uwe Holmer)
Im Text geht es um die, die das Wort Gottes zu Lebzeiten gehört und angenommen haben. (8)
Dass alle Toten irgendwann einmal gerettet werden, entspringt menschlichen Wunschträumen.
Gliederungsvorschlag
1. Selig beim Zeugnis und im Leiden
2. Sanftmütig gegenüber Allen
3. Ein für alle mal gerettet
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Fußnoten
(1) Sog. „Internationale“, Bekenntnislied der politischen Linken, Vers 2: „Es kann uns kein Erlöser retten, nicht Gott noch Cäsar, kein Idol. Erlöst Euch selbst aus Euren Ketten!“
(2) Paul Humburg, Präses der rheinischen Bekenntnissynode: „Herr, bring mein Leben auf das Niveau meiner Worte.“
(3) Rektor Dietrich, Gründer der Apis: „Herr, schenk mir ein Herz wie ein Scheunentor. Ich würde am liebsten alle mit in den Himmel nehmen.“
(4) Learning by doing = Lernen indem man es TUT.
(5) Luthers Gewissensnot, die durch kein Sakrament, keine Kirche, keine menschliche Einrichtung gestillt werden konnte, entsteht überall, wo das Gewissen eines Menschen erwacht.
„DAS GEWISSEN“ ist allerdings nicht automatisch die „Stimme Gottes“. Der Begriff wird im Deutschen so vielseitig verwendet, dass sogar die Duden-Kommission vorschlug, dieses Wort zu streichen. Gewissens-ERFAHRUNGEN macht allerdings jeder. Folgendes aus Siegfried Kettling, Das Gewissen, 1985:
1. Da ruft mich jemand
2. Da überfällt mich jemand überraschend
3. Da redet jemand sehr vertraulich mit mir
4. Da nennt jemand Ross und Reiter konkret beim Namen
5. Da erhebt jemand einen absoluten Anspruch
6. Da trifft mich jemand sehr persönlich
7. Das Gewissen quält, verurteilt, straft, schlägt, beisst einen Menschen
Die bis heute gültigen Antworten der Welt sind hanebüchen:
1. Die Griechen: Das Gewissen ist eine reißende Bestie (siehe Furien, Erynnen, Rachegöttinnen, usw.)
2. Friedrich Nietzsche: Das G. ist die gefährlichste Erkrankung des Menschen.
3. Siegmund Freud: Das G. ist das Sammelbecken der Maßstäbe meiner Umwelt.
4. Seneca, griech. Philosoph: Das Gewissen = GOTTES Stimme.
Dieser Aspekt lebt u. a. im New Age wieder auf: „Wir brauchen keinen Gott über uns, er ist schon ewig in uns. WIR sind der Ast, auf dem wir sitzen!“ (Humberto Maturana, New Age-Vordenker).
Das Gewissen wurde mit in den Sündenfall gerissen und wird seitdem auch vom Satan beansprucht.
Menschen ahnen und wissen wohl, dass ein Gott ist (Rö 1, 21), wissen aber nicht, WER Gott ist.
Und so entwickeln sich in Völkern und Religionen extrem unterschiedliche Ansichten über gute und schlechte Gewissen.
Erst der geistliche Zusammenbruch des gefallenen Menschen und die konsequente Hinwendung zu Gott und seinem Wort erneuert das Gewissen. Und weil der Feind um diese Bastion kämpft, ist auch das „GUTE Gewissen“ gefährdet. Sogar der erfahrene Paulus „ÜBT sich, zu haben ein gutes G….“ (Apg 24, 16).
(6) Trotzdem schämen sich gerade Wiedergeborene, wenn sie sich an ihre Angriffstechniken erinnern.
(7) (Nethanja Post, Herbst 2008), Seite 1: „Jesus hat den Seinen nie zugesagt, dass sie in Frieden und Sicherheit leben würden… Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche… Die Gemeinde in der Endzeit wird eine missionierende Gemeinde sein… Mission durch das Zeugnis des Leidens“ „
(8) Konsequenz: Für Menschen, die Gott zu Lebzeiten nicht akzeptiert hatten, muss man Gott nicht nachträglich um eine Rechtfertigung bitten, die die Verstorbenen nicht gewünscht haben.
Alles Reden von einem „reinigenden Fegefeuer“, von „stellvertretender Buße“ für Tote, von der Wirksamkeit gespendeter Kerzen, geschönten Nachrufen am Grab oder anderen Leistungen, wie „Messe lesen lassen“ für einen Verstorbenen, gehören in den Bereich Mummenschanz.