Monatsthema: Unter Gottes Augen leben: David
Predigtthema: Mit Gottes Verheißung
Bibelstelle: 2.Samuel 7,1-13
Verfasser: Jochen König
1. Zusammenhang
Davids Königsamt wird Israelweit bestätigt. Auch die dauernde Auseinandersetzung mit den Philistern wird siegreich beendet. Friede
zieht ein im Land und David holt die Bundeslade wieder nach Jerusalem. David will Gott ein „würdiges Zuhause“ bauen.
2. Biblische Parallelen
Gott segnet Abraham: 1.Mose 12,1-3
Gottes Tempel: „… der Tempel Gottes ist heilig; der seid ihr…“(1.Kor. 3,17)
„… euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist.“ (1.Kor.6, 10)
3. Der Aufbau des Textes
V.1-3 David möchte nach allem, was Gott für ihn getan hat, ihm ein Haus bauen.
V.4-7 Gott macht seinem Propheten Nathan deutlich, dass ER David nicht diesen Gedanken ins Herz, noch den Auftrag zu einem solchen Projekt gegeben hat.
V.8-11 Gott will dem David Gutes tun und ihm ein Haus bauen.
V.12-13 Gott wird dem Sohn Davids, seinem Thronfolger, den Auftrag zum Bau eines Gotteshauses geben.
4. Einzelerklärungen
V.1 Dank der innen- und außenpolitischen Lage kommt König David zur Ruhe. Er kann sich tatsächlich wieder „niederlassen“, eine weitere Übersetzungsmöglichkeit von „nuwach“, so wie Ruhe oder Rast.
V.2 Der König lebt in einem Zedernholzhaus und Gottes Bundeslade (siehe 2.Mose 25,10-22) ist seit der Wüstenwanderung in einem Zelt (Stiftshütte: siehe 2.Mose 26) untergebracht.
V.3 Der Prophet ermutigt den König nach seinem „Herzen“ zu handeln: „lebab“/ Herz bezeichnet den inneren Menschen, den Verstand und den Willen des Menschen; das, was die Entscheidungsfindung eines Menschen maßgeblich beeinflusst.
V.4 Wie an sehr vielen Stellen im AT spricht Gott, der Herr, direkt mit seinem Propheten. Ob durch einen Traum, eine Vision, durch eine reale Stimme wird hier nicht genauer bezeichnet, sie ist jedoch eindeutig von Gott.
V.5 Gott bezeichnet David als seinen Knecht „ebed“, das auch mit Diener, Leibeigener oder Sklave übersetzt werden kann.
V.6 Gott hat sich selbst bis zu diesem Zeitpunkt als Haus ein Zelt „ohel“ (Stiftshütte) und als Wohnraum die Bundeslade „mishkan“ ausgesucht.
V.7 Gott bezeugt, dass er über die ganzen Jahre seit dem Auszug aus Ägypten mit seinem Volk „umherzog“. Das hebräische Wort „halak“ bzw. „yalak“ bedeutet gehen, laufen, kommen.
V.8 Hier spricht der Herr Zebaoth. Im Hebräischen steht hier der Begriff „Yehova“. Man könnte frei übersetzen der Existierende und „tsaba“ als derjenige, der vorangeht, der Befehlshaber.
In der hebräischen Schrift steht hier: „…habe dich genommen von den Schafhürden, vom Nachfolgen hinter Schafen, damit du Prinz (Regent oder Fürst) über mein Volk Israel sein sollst.“
V.9 Gott hat die Karriereleiter für David vorbereitet. Er gehört nun zu den „Großen“, den Bekannten, den Berühmten auf der Erde („erets“ heißt zunächst einmal Land), wobei der Ruhm und der Bekanntheitsgrad Davids zur damaligen Zeit sicherlich weit über die Grenzen des Israellandes hinausging.
V.10 Gott erinnert an seine Verheißung, die er dem Abraham gegeben hat, dass er seinem Volk ein Land geben werde, darin sie wohnen und sich sicher fühlen werden. Das ist jetzt Tatsache.
V.11 Gott unterstreicht, dass er dem David, der als König stellvertretend für das Volk Israel steht, schon seit der Zeit der Richter versprochen hat ein Zuhause zu geben.
V.12 Davids Zeit wird einmal „um sein“, andere Übersetzungsmöglichkeiten: erfüllt, überfließt, komplett.
„zu den Vätern schlafen legen“ = sterben
Ein Nachfolger „aus deinem Leib“ (Leib = Innereien): es ist ein von David gezeugter Nachfolger, sein Sohn.
Das Königtum „bestätigen“ bedeutet so viel wie vorbereiten, aufrichten und erhalten.
V.13 Der Name ist mehr als nur ein Unterscheidungskriterium. Er charakterisiert den Menschen, in diesem Falle Gott selbst, und dient dazu seinen Ruhm zu reflektieren.
5.Die Spitze des Textes
Gott der Herr beschenkt, segnet und sorgt für seinen Knecht David und dessen Königreich.
6.Der Text heute
a) Gott schenkt immer wieder Phasen der Ruhe. Zeitabschnitte, während denen uns innere und äußere Anfechtungen nicht so zusetzen, und wir auch geistlich mal richtig Durchatmen können. Freuen wir uns darüber und danken Gott, der uns dies ermöglicht.
b) Die Tatsache, dass jemand ein Christ ist, seinen Verstand gebraucht und danach handelt bedeutet noch nicht zwingend, dass er auch im Willen Gottes handelt. Das wird auch noch nicht dadurch gerechtfertigt, wenn ein weiterer Christ diese Gedanken für gut und richtig erachtet. In unserer oft rationalen Welt sollten wir Christen unser Handeln nicht allein von unserem Verstand abhängig machen, der sicherlich gut und von Gott geschenkt ist, sondern vor allem vom Willen Gottes, der zunächst in seinem Wort festgehalten ist.
c) Gott lässt seine Kinder, die versuchen nach seinem Wille zu entscheiden und zu leben, nicht einfach in die falsche Richtung laufen. Er spricht auch heute in unser Leben hinein, um gegebenenfalls Korrektur anzubringen, wo wir uns in die verkehrte Richtung bewegen.
d) Gott war und ist derjenige, der das Schicksal einer ganzen Welt, das Schicksal unserer Nation, aber auch unser persönliches Schicksal lenkt. Er ist derjenige, der für uns sorgt und der dafür verantwortlich ist, wenn Dinge in unserem Leben gelingen. Gottes Art ist es auch heute noch seine Kinder zu beschenken. Nehmen wir uns davor in Acht, dass wir nicht die Missstände Gott in die Schuhe schieben und das Gute auf unserem Konto verbuchen.
7.Beispiele und Verdeutlichungen
a) Gerade hat Gott den bibeltreuen Christen in der evangelischen Kirche eine solche Ruhepause dadurch beschert, dass Er einen Bischof an die Spitze gesetzt hat, dessen Ausrichtung sich am Wort Gottes orientiert. Dadurch tritt in einigen Gebieten keine solch starke Opposition auf, wie das bei anderer personeller Besetzung wohl der Fall wäre.
b) Es ist gefährlich, als Christ sein Handeln dadurch zu rechtfertigen, indem man sagt, dass „Gott einem etwas auf´s Herz gelegt hat“. Sowie bei David, selbst mit Bestätigung des Propheten Nathan, muss das noch lange nicht identisch sein mit dem, was Gott tatsächlich vorhat. Wir sind wieder ganz neu dazu aufgerufen unser Handeln am Willen Gottes auszurichten und dabei sein Wort, die Bibel, als Maßstab anzulegen.
c) In unserer Beziehung zu Gott ist ER von Anfang an derjenige, der gestaltet, beschenkt, lenkt, segnet und uns Gutes will. Es ist Gottes Art sich zu verschenken und den Menschen in seiner Liebe zu begegnen und ihnen ein erfülltes Leben zu geben. Wir wollen Gott unsere Dankbarkeit wieder ganz neu deutlich machen, ihn loben und ihm danken für die kleinen Dinge in unserem Alltag wie auch die ganz großen Wunder, die er immer wieder tut.
Römer 8,32: „… der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Schenken – das bedeutet, dass wir niemals auf die Idee kommen sollten, etwas bei Ihm abzuleisten oder zurückzubezahlen. Wir können uns nichts verdienen, aber wir dürfen dankbar entgegennehmen und unseren Vater im Himmel loben. Aus dieser Dankbarkeit wollen wir jeden Tag leben.
8.Material und Gliederung zur Predigt
Einleitung:
Sonntag, der siebte Tag der Schöpfungsgeschichte, den Gott selbst zum Ruhetag ernannt hat, und was haben die Menschen daraus gemacht?
Tatsache ist, dass die Menschen gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Sie erleben keinen inneren Frieden, sondern sind unruhig und getrieben.
Gott schenkt Ruhe
Gut zu wissen, dass Gott als der Schöpfer der Menschen genau weiß, dass wir immer wieder Ruhephasen brauchen. Nicht zuletzt darum hat er gleich zu Beginn der Weltgeschichte den siebten Tag zum Ruhetag gemacht. Wie wichtig es Ihm mit dieser Ruhe ist, wird dadurch unterstrichen, dass Gott selbst an diesem Tag von allen seinen Werken ruhte und damit der Menschheit ein Beispiel gab. Aber es geht Gott nicht nur um die Notwendigkeit der äußeren Ruhe, sondern vielmehr auch um die innere Ruhe. Dazu hat er selbst den Kampf mit der Sünde aufgenommen und sieghaft am Kreuz und in der Auferstehung besiegelt. Wer dieses Geschenk für sich persönlich annimmt, der darf wahren Frieden und Ruhe erfahren.
Gott schenkt Korrektur
Gott hat uns Menschen einen Verstand, Gefühle und ein Gewissen geschenkt, die uns auf unserem Lebensweg als Orientierungshilfen dienen sollen. Aber auch bei Christen bedeutet das nicht automatisch, dass wir uns nur auf diese Gaben Gottes verlassen sollen, da sie leicht beeinflussbar sind. Ein wichtiges Kriterium ist darum auf alle Fälle und für alle Fälle unseres Lebens das Wort Gottes selbst. Das hat auf ewig Bestand und Gültigkeit.
Gott schenkt Segen
Gott war und ist seit Beginn dieser Welt derjenige, der uns Menschen Gutes will. Er hat damals Adam und Eva mit allem beschenkt, was sie benötigten und ihnen im Überfluss gegeben. Gott tut das auch heute noch. Er ist an unserem Wohl interessiert. Gott hat uns Deutsche in besonderer Weise beschenkt. Wir leben trotz viel Gemurre in einem der reichsten Länder dieser Welt, es geht uns gut. Gott beschenkt aber nicht nur was das Äußere angeht, er möchte sogar sich selbst uns zur Verfügung stellen. In Jesus als unserem Herrn und durch das Geschenk des Heiligen Geistes haben wir Teil an Gottes Fülle, an seiner Kraft, an seiner Herrlichkeit, an seinem Leben.
Freuen wir uns ganz neu über die Tatsache, dass wir Beschenkte Gottes sind, und geben wir ihm dafür die Ehre.