Jahresthema: Gebet – in allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott
Predigtthema: Wenn du Entscheidungen triffst – Beten um Klarheit
(Vorschlag zur Textlesung Jak 1,5-6)
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigtthema und -text
Im Rahmen des Jahresthemas „Gebet – in allen Lebenslagen im Gespräch mit Gott“ wenden wir uns der Frage zu, welche Bedeutung das Gebet für unsere persönlichen Entscheidungen hat. Jeder Mensch steht immer wieder vor kleinen und großen Weichenstellungen des Lebens – sei es in der Familie, im Beruf, in der Gemeinde oder im persönlichen Glaubensleben. Gerade in solchen Situationen suchen Christen Gottes Führung und fragen: Wie soll ich mich entscheiden und was soll ich tun? Was ist Gottes Wille und wie kann ich ihn erkennen?
Damit verbunden sind häufig auch bestimmte Erwartungen an das Gebet. Manche wünschen sich eine eindeutige Antwort, ein Zeichen oder eine unmittelbare Bestätigung des eigenen Weges. Doch was hilft das Gebet bei unseren Entscheidungen? Geht es darum, dass Gott unsere Pläne bestätigt, oder unsere Entscheidungen mittragen und segnen soll?
Der Predigttext aus Josua 5,13–15 ist kein klassischer Text über das Gebet – aber er führt uns genau an den Punkt, wenn es darum geht, wie man Klarheit über Entscheidungen bekommt und welche Rolle dabei Gott spielt.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
- Neudorfer, H.-W. (2007) Apostelgeschichte. Herausgegeben von G. Maier. Holzgerlingen: Hänssler (Edition C Bibelkommentar Neues Testament).
- Holland, Martin (1993). Das Buch Josua – Wuppertaler Studienbibel. AT 3; S.78
- Wiersbe, Warren W.; Sei stark – Studien des Alten Testamentes- Josua CLV. S.67ff.
- MacDonald, W. (2010) Kommentar zum Alten Testament. Bielefeld: CLV.
- Keil, C.F. (1874) Biblischer Commentar über die Prophetischen Geschichtsbücher des Alten Testaments: Josua, Richter und Ruth. Leipzig: Dörffling und Franke
- Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Es ist sinnvoll, den Textabschnitt aus Jos 5,10-15 als Predigttext zu lesen:
Israel hat den Jordan überschritten und lagert unmittelbar vor der gewaltigen Festungsstadt Jericho. Josua trägt die Verantwortung für das Volk und steht vor einer wichtigen und großen Entscheidung. In dieser entscheidenden Situation begegnet ihm der Fürst des Heeres des HERRN. Diese Begegnung bildet den Übergang zwischen der Vorbereitung Israels im Land (Jos 5) und der Einnahme Jerichos (Jos 6).
In Gilgal feierte das Volk erstmals wieder das Passahfest und ließ die in der Wüste geborene Generation beschneiden. Das zeigt, das Volk steht wieder ganz am Anfang.
Zwei wichtige Vorbemerkungen und Aspekte:
V. 10 Gilgal – Vergebung als Grundlage für klare Entscheidungen
Das Alte und Ungute aus der Wüstenzeit kam unter die Vergebung des Blutes (Passahlamm) und die Schande Ägyptens wurde in Gilgal „abgewälzt“ (Jos 5,9). Erst danach beginnt der eigentliche Eroberungszug.
- Vergebung ist eine wichtige Grundlage für geistliche Entscheidungen. Bevor Gott sein Volk in neue Aufgaben führt, beseitigt er zuerst das, was zwischen ihm und seinem Volk steht. Auch wir treffen die besten Entscheidungen nicht aus Schuld, Versagen oder Vergangenheit heraus, sondern aus der Gewissheit der Vergebung.
Vgl. Phil 3,13–14: „Ich vergesse, was dahinten ist,…“
Vgl. 2. Kor 5,17: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung;…“
Vgl. Heb 10,22: „Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen …“
Ein belastetes Gewissen macht Gottes Stimme undeutlich. Darum beginnt geistliche Orientierung immer am Kreuz. Wer seine Schuld Christus bringt, darf frei nach vorne schauen und seinen Weg unter Gottes Führung gehen.
V.11-12. Das Manna hört auf – Gott führt in eine neue Etappe
Vierzig Jahre lang hatte Gott Israel täglich mit Manna versorgt. Genau in dem Moment, als das Volk die Früchte des verheißenen Landes essen konnte, hörte das Manna auf (Jos 5,12; vgl. 2. Mose 16,35).
- Auch das ist sehr bedeutend. Gottes Versorgung endet nicht – sie verändert ihre Form. Derselbe Gott, der Israel in der Wüste durch Manna versorgte, erhält sein Volk nun durch den Ertrag des Landes. Gottes Fürsorge passt sich der neuen Lebenssituation an, doch seine Treue bleibt dieselbe und hört nicht auf.
Vgl. Heb13,8:„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“
Vgl. Phil 4,19: „Mein Gott aber wird allen euren Mangel ausfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
Das Wissen und die Erfahrung von Gottes Güte und Gnade, in Zeiten der geistlichen Wüste – darf auch für künftige Entscheidungen gewiss machen, dass Gottes Zusage und Treue bestehen bleibt – auch da, wo wir scheinbar falsch entschieden haben.
Doch was ist nun zu tun, wenn du Entscheidungen zu treffen hast?
Wenn Entscheidungen vor uns stehen,…
1. …suchen wir Orientierung. (V. 13)
„Als Josua bei Jericho war…“: Josua steht allein vor Jericho – und damit vor einer gewaltigen Aufgabe. Wie vor einem unbezwingbaren Berg oder eben einer uneinnehmbaren Stadt. Die Verantwortung für das ganze Volk lastet auf ihm – und er weiß nicht, wie es weitergehen soll. Welche Entscheidungen und Strategien es braucht, um dieses Bollwerk in Jericho zu überwinden.
Was auffällt:
- Josua läuft nicht weg – er stellt sich der Aufgabe (Jericho) und Entscheidung.
- Wenn auch sorgenvoll und nachdenklich – er geht allein ins Abseits.
- Josau begegnet einem starken Kriegsmann – uns sucht dessen Unterstützung.
Jeder kennt solche Momente: Entscheidungen, deren Folgen wir nicht immer überblicken und nicht wissen, was wirklich dran ist. Gerade dann suchen wir Orientierung – denken nach, gehen ins Gebet, bitten um Unterstützung. Suchen Antworten, gehen in Gespräche mit anderen und lesen in der Bibel. Aber die Antwort bleibt aus.
- Es ist bemerkenswert, dass Gott Josua zunächst keine militärischen Anweisungen oder Eroberungsstrategie gibt, sondern ihm als Fürst begegnet. Vor Entscheidungen brauchen wir zuerst Gottes Nähe, nicht sofort Gottes Lösung. Wir brauchen geklärte Verhältnisse, Vergebung und eine aufgeräumte Vergangenheit – und ein klares Gottesbild.
2. …verändert Gott zuerst unsere Perspektive. (V. 13–14)
„Bist du für uns oder für unsere Feinde?“ – „Nein.“: Josua betrachtet die Situation aus menschlicher Perspektive und stellt eine verständliche Frage. Doch Gott gibt keine Antwort – er stellt sich auf keiner der beiden Seiten.
Hier geschieht die eigentliche Wende.
Denn nicht Gott muss Partei für Josua ergreifen, sondern Josua muss sich fragen, ob er auf Gottes Seite steht. Gott lenkt den Blick auf das Wesentliche. Nicht, „Gott ist auf meiner Seite?“, sondern: „Bin ich bereit, auf Gottes Seite zu stehen?“.
- Gebet bedeutet nicht, Gott für unsere Ziele zu gewinnen. Nicht Gott soll sich unseren Plänen anpassen, sondern wir seinem Willen. Häufig drehen sich unsere Gebete darum, dass Gott unsere Wünsche und Wege segnen oder bestätigen soll. Wir kommen mit unseren Vorstellungen und Ideen und hoffen, dass Gott sie unterstützen wird. Gebet ist kein Mittel, Gott vor unseren Karren zu spannen. Es ist der Ort, an dem unser Herz verändert und auf Gottes Willen ausgerichtet wird.
Gott hatte Josua bereits zu Beginn seines Dienstes deutlich gemacht, dass gute Entscheidungen untrennbar mit dem Gehorsam gegenüber seinem Wort verbunden sind:
Jos 1,7–8 „Sei nur stark und sehr mutig, dass du darauf achtest, nach dem ganzen Gesetz zu handeln … Weiche nicht davon ab … Dann wird dir dein Weg gelingen, und dann wirst du weise handeln“.
Josuas Stärke lag also nicht in seiner militärischen Begabung oder in einer guten Strategie, sondern darin, dass er sich an Gottes Wort und Gottes Willen hielt.
Gottes Verheißungen sind kein Blankoscheck für unsere eigenen Pläne, sondern sie begleiten den Weg des Gehorsams.
- Das gilt auch für uns. Gottes Führung erfahren wir nicht dadurch, dass wir ihn von unseren Vorstellungen überzeugen, sondern indem wir bereit werden, uns von seinem Wort korrigieren und leiten zu lassen. Wer seine Entscheidungen unter Gottes Herrschaft stellt, darf sich auf seine Zusagen verlassen.
Deshalb geht es im Gebet zuerst nicht um die Frage: „Herr, auf welcher Seite bist du – segne meinen Weg.“ Sondern vielmehr um die Bitte: „Herr, zeige mir deinen Weg und schenke mir den Mut, ihn zu gehen.“ (vgl. Ps 25 und Lk 22,42).
3. …beginnt die Klarheit mit der Hingabe. (V. 14b–15)
„Josua fiel auf sein Angesicht…“: In diesem Augenblick erkennt Josua, wer vor ihm steht: der Fürst des Heeres des HERRN. Gott selbst! Viele Ausleger sehen darin eine Erscheinung des präexistenten Christus – der sagt: “jetzt bin ich gekommen“! Nicht Josua muss den Sieg erringen – Gott ist längst da und hat die Situation in seiner Hand.
Das verändert alles.
Die Mauern Jerichos stehen noch. Die Probleme sind nicht kleiner geworden. Aber Josua sieht sie jetzt mit anderen Augen. Er erkennt: Gott ist größer als jede Mauer. Er steht über jeder Schwierigkeit, jeder Sorge und jeder Entscheidung.
- So ist es auch bei uns. Im Gebet werden nicht immer sofort unsere Probleme gelöst. Aber wir begegnen dem lebendigen Gott. Wir erinnern uns: Er hat den Überblick. Er kennt den Weg. Ihm ist nichts unmöglich. Er ist gekommen, um zu handeln, einzugreifen, zu helfen und alles unter seine Herrschaft zu bringen.
Deshalb beginnt Klarheit nicht damit, dass Gott uns einen fertigen Plan oder Antwort gibt. Klarheit beginnt damit, dass wir uns Gott anvertrauen und uns unter seine Herrschaft stellen. Josua tut genau das. Er fällt vor Gott nieder. Aus dem Feldherrn wird ein Anbeter. Er fragt nicht länger: „Herr, bist du auf meiner Seite?“ Sondern: „Was möchte mein Herr seinem Knecht sagen?“
Josua lernt, was Mose zu Beginn seines Dienstes auch gelernt hatte (2. Mose 3) – die Heiligkeit und Vormachtstellung des Herrn, dem kein Ding unmöglich ist.
V. 15 „Ziehe deine Schuhe aus…“. Die Erscheinung erinnert bewusst an Mose am brennenden Dornbusch (2. Mose 3): Auch Josua soll die Schuhe ausziehen, weil der Boden heilig ist. Dadurch wird deutlich, dass Gott denselben Auftrag weiterführt, den er einst Mose gegeben hatte.
- Erst als Josua bereit ist zu hören, wird Gott ihm den nächsten Schritt zeigen. So wirkt Gebet auch in unserem Leben. Es bringt uns unter Gottes Herrschaft. Wir legen ihm unsere Pläne, unsere Ängste und unsere Fragen hin. Dabei wächst das Vertrauen: Gott sieht weiter als ich. Er weiß, was gut ist. Er wird mich führen.
Nicht jede Entscheidung wird dadurch einfach. Aber sie bekommt eine neue Grundlage: nicht meine Möglichkeiten entscheiden, sondern Gottes Gegenwart.
4. …folgt Gottes Führung auf ein gehorsames Herzen. (Übergang zu Josua 6)
Erst nach dieser Begegnung erhält Josua die ungewöhnliche Anweisung schweigend, mehrfach um die Stadtmauern von Jericho zu ziehen.
Hier wird deutlich: Nicht Strategie steht am Anfang, sondern Gemeinschaft mit Gott.
Wer Gottes Willen sucht, darf darauf vertrauen, dass Gott den nächsten Schritt zur rechten Zeit zeigt.
- Die Klarheit für Entscheidungen entsteht nicht durch eine schnelle Antwort, sondern durch bereitwilliges Hören auf Gottes Wort. Ein gehorsames Herz macht uns bereit für Gottes Führung und darf darauf vertrauen, dass Gott auch den nächsten Schritt zeigt – oft nicht den ganzen Weg, aber den nächsten Schritt.
Zusammenfassend:
- Josua stand vor der größten Entscheidung seines Lebens.
- Gott begegnet Josua und stellt seine Frage auf den Kopf.
- Josua stellt sich auf die Seite Gottes und ordnet sich Gott unter.
- Erst danach offenbart Gott den nächsten Schritt – den Josua bereitwillig ist, zu gehen.
Gebet verändert nicht zuerst unsere Umstände, sondern unsere Haltung. Und eine veränderte Haltung macht uns bereit, Gottes Weg zu erkennen und zu gehen.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Der Predigttext aus Josua 5 behandelt weniger das konkrete Gebet als vielmehr die innere Haltung des Entscheidungsträgers, der hier mit Gott wie in einem Gebet redet.
Vielleicht müssen wir hier auch umdenken – denn Gebet wird nicht als Mittel dargestellt, um Informationen oder konkrete Antworten von Gott zu erhalten. Vielmehr verändert Gebet zuerst die Sichtweise und innere Haltung des Beters.
Einige Verse aus dem Neuen Testament vertiefen das Thema und können als Parallelstellen hinzugezogen werden.
Jakobus 1,5–6 – Um Weisheit bitten:
Gott schenkt Weisheit denen, die ihn im Glauben darum bitten.
Römer 12,1–2 – Gottes Willen erkennen und prüfen:
Ein erneuertes (geistliches) Denken hilft, Gottes guten Willen zu erkennen.
Johannes 16,13 – Gottes Wort und Wahrheit:
Der Heilige Geist führt ins Wort der Wahrheit und schenkt Gläubigen Orientierung.
Kolosser 3,15; Philipper 4,6–7 – Im Gebet Frieden finden:
Gottes Friede kann ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen sein.
Lukas 6,12–13 – Jesus als Vorbild:
Auch JESUS betete intensiv vor wichtigen Entscheidungen.
Apostelgeschichte 13,2–3 – Gemeinsames Gebet:
Entscheidungen werden im gemeinsamen Gebet und unter der Leitung des Heiligen Geistes getroffen.
Apostelgeschichte 15,28 – Beten und Beraten:
Entscheidungen der Gemeinde entstehen im Zusammenspiel von Gebet, Beratung und dem Wirken des Heiligen Geistes.
Jakobus 3,17 – Wesen und Charakter der Entscheidung:
Gottes Weisheit zeigt sich nicht nur in der richtigen Entscheidung, sondern auch in ihrem Charakter und ihren Auswirkungen.
Das Ziel des Gebets besteht also zentral darin Gottes Perspektive einzunehmen. Dieses Verständnis bewahrt vor falschen und mystischen Gebetserwartungen.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Nahezu jeder Mensch steht regelmäßig vor Entscheidungen. Sei es im Beruf oder Ausbildung, in Ehe oder Partnerschaft, in Familienplanung oder Wohnortwechsel. Auch in der gemeindlichen Mitarbeit, bei finanziellen Fragen, in Konflikten und Streitigkeiten – oder ganz persönlich in Krankheitszeiten, in der Pflege von Angehörigen usw..
Oft wünschen sich Christen eine eindeutige Antwort Gottes. Nicht selten hoffen sie auf Zeichen oder außergewöhnliche Erfahrungen. Eine Stimme aus dem Himmel oder eine persönliche Offenbarung.
Der Predigttext korrigiert diese Erwartung liebevoll. Gott schenkt nicht immer sofort einen detaillierten Fahrplan. Häufig verändert er zunächst unser Herz und unsere innere geistliche Haltung und unseren Blick auf Gott.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Einige praktische Reflexionsfragen:
- Welche wichtige Entscheidung beschäftigt mich gerade?
- Welche eigenen Wünsche bestimmen mein Gebet?
- Bitte ich Gott hauptsächlich um Zustimmung oder um Weisheit?
- Bin ich bereit, meine Vorstellungen loszulassen?
- Gibt es Bereiche, in denen ich Gottes Willen bereits kenne, aber noch nicht umsetze?
- Welche Rolle spielen Bibel, Gebet und geistlicher Rat in meinen Entscheidungen?
- Bin ich offen dafür, dass Gottes Antwort anders ausfällt als meine Erwartungen?
- Verbringe ich mehr Zeit damit, Gott meine Pläne zu erklären, oder darauf, auf Gottes Wort zu hören?
- Suche ich zuerst Gottes Willen oder zuerst den einfachsten und angenehmsten Weg?
- Worauf vertraue ich bei meinen Entscheidungen am meisten – auf meine Erfahrung, mein Gefühl oder auf Gottes Wort?
- Gibt es Ängste oder Sorgen, die meinen Blick auf Gottes Führung verstellen?
- Bin ich bereit, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn ich noch nicht den ganzen Weg sehe?
- Gibt es Menschen, die mir ehrlich und geistlich in meine Entscheidung hineinreden dürfen?
- Fördert meine Entscheidung Gottes Ehre oder vor allem meine eigenen Interessen?
- Wo habe ich Gottes Führung in der Vergangenheit bereits erlebt, und was kann ich daraus für meine heutige Situation lernen?
- Wenn Jesus diese Entscheidung an meiner Stelle treffen würde – wie würde er handeln?
- Kann ich ehrlich beten: „Herr, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“ (Lk 22,42)?
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Zuhörer sollen erkennen, dass christliches Gebet vor Entscheidungen nicht dazu dient, Gottes Zustimmung für die eigenen Pläne zu erhalten. Vielmehr führt Gebet dazu, sich selbst neu auf Gottes Willen auszurichten und ihm vertrauensvoll zu folgen.
Gebet verändert zuerst den Beter und eröffnet den Blick für Gottes Weg.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Die Predigt möchte deutlich machen, dass echtes Gebet dazu führt, dass wir unser eigenes Herz prüfen, unsere Vorstellungen Gott unterordnen und fragen: Stehe ich mit meiner Entscheidung im Willen Gottes? Gebet verändert deshalb oft nicht zuerst die Umstände, sondern den Menschen, der betet. Erst aus dieser Haltung heraus können Entscheidungen im Vertrauen auf Gottes Führung getroffen werden.
„Gebet bedeutet nicht, Gott für meinen Weg zu gewinnen.
Gebet bedeutet, dass Gott mein Herz für seinen Weg gewinnt.“
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Wenn Entscheidungen vor uns stehen,
1. suchen wir Orientierung. (V. 13)
2. verändert Gott zuerst unsere Perspektive. (V. 13–14)
3. beginnt die Klarheit mit der Hingabe. (V. 14b–15)
Große Entscheidungen im Leben
- brauchen Gottes Gegenwart
- verlangen Demut
- suchen Bereitschaft zu einem gehorsamen Handeln
Beten um Klarheit – Wie Gott unsere Entscheidungen prägt
1. Unsere Entscheidungen beginnen mit unseren Fragen. (V. 13)
2. Gottes Antwort verändert unsere Einstellung. (V. 14)
3. Klarheit wächst aus Gottes Wort und der Beziehung zu ihm (V. 14–15)
Gebet vor Entscheidungen ist in erster Linie eine Schule des Hörens auf Gottes Wort und der bereitwilligen Hingabe in seinen Willen.
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Kompass statt Landkarte
Viele wünschen sich von Gott eine detaillierte Landkarte ihres Lebens. Doch Gott gibt oft keinen vollständigen Plan, sondern einen Kompass: seine Gegenwart und seinen Willen.
(Klaus Eberwein)