Thema: Leben im Advent
Predigtthema: BEGEISTERT – weil Jesus für mich kommt
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1 Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Im Predigt Text für dem 25. Dezember geht es um die Berichte rund um die Geburt unseres Herrn. Es ist der 1. Weihnachtstag und die Verkündigung der Geburt des Retters steht im Mittelpunkt.
Es ist auch wertvoll die Schriften aus dem Alten Testament zu beachten, um zu sehen, was die Hirten erwartet haben und worauf sie sich eingestellt haben.
In Jesaja 9,1-7 finden wir die Ankündigung des Messias und in Micha 5,1-7 die Ankündigung auf den Heiland, der aus Bethlehem kommen soll (Vers 2).
Aus dieser Erwartung heraus wird den Hirten im Text deutlich, was hier geschieht und was wir an Weihnachten bedenken.
Der Bericht zu den Hirten und Engeln ist nur in Lukas berichtet und dennoch ein sehr Bekannter Text, der in vielen Krippenspielen aufgegriffen wird.
Die Begeisterung der Hirten steht hier im Vordergrund. Sie gehen zum Messias, der in der Krippe liegt und von dort gehen sie BEGEISTERT in den Alltag zurück.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
Edition C, Lukas Evangelium von Dr. Gerhard Maier
Der neue Mathew Henry Kommentar Band 1 (Matthäus – Johannes)
Und natürlich auch diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte bzw. sicherlich auch ausleihen kann.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Der Predigttext für diesen MONTAG den Christtag oder 1. Weihnachtsfeiertag findet sich in Lukas 2,8-20.
Es geht um die Begegnung der Hirten mit dem Messias. Wie verändert es ihre Wahrnehmung und was macht es mit ihrem Alltag.
Verse 18 & 20 beinhalten eine schöne Zusammenfassung:
- Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde.
- Und die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war.
2 Hilfen zum Textverständnis
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Im Lukasevangelium finden wir das wohl bekannteste Textstück, welches mit Weihnachten verbunden wird. Nicht nur die Ankündigung aus Kapitel 1 und die Aufforderung des Kaisers zum Anfang von Kap. 2 sind in vielen Weihnachtsgeschichten und Predigten als Text vorhanden. In der Betrachtung am 1. Weihnachtstag geht es daher darum, dass der Bericht nicht als bekannt und selbstverständlich nur abgehandelt wird.
In der Betrachtung des Textes kann man in den Versen verschiedene Dinge beobachten. In Vers 8 sehen wir, dass erfahrene Hirten in der Nacht an der Arbeit waren, „Hirten, die des Nachts Wache hielten über ihre Herde“ wahrscheinlich in der Nähe von Bethlehem, eventuell auf dem Weg nach Jerusalem. Da sie aber noch in der Nacht nach Bethlehem gehen können muss es in der Nähe gewesen sein. Diese Hirten sind die Wächter, die nicht geschlafen haben, sondern aufgepasst haben. Ihr Beruf war es die Herde vor Räubern und wilden Tieren zu schützen. Sie sind es gewohnt nachts draußen zu schlafen und für die Herde da zu sein. Zudem sind sie im Vergleich zu sehen mit den Hirten, die Gott schon früher bevorzugt hat. In David oder Mose sehen wir zwei Hirten, die auch von der Herde weggerufen werden, um Gott zu dienen.
Um so erstaunlicher ist es, dass auf einmal ein Engel in Vers 9 vor ihnen bzw. mitten unter ihnen steht. Obwohl eine Wache da ist, kommt der Engel plötzlich dazu. Eine Lichtgestalt, die von der Herrlichkeit Gottes leitet. So imposant, dass die Hirten sich fürchten und sehr erschraken. Wahrscheinlich waren sie zudem geblendet und unsicher darüber, was jetzt geschehen wird. Daher kommt die Ansage des Engels, dass die Hirten sich nicht fürchten sollen. Dies erinnert auch an Kap. 1 und das Erscheinen des Engels vor Maria. Auch hier sagt er (Lk. 1,30) das kein Grund zur Angst besteht. So wird in den Versen 10-12 begründet, warum die Hirten keine Angst zu haben brauchen. Der Grund des Besuches ist keine Strafe oder ein Überfall, sondern eine gute Botschaft! Hier haben wir die Botschaft aus Jesaja 9,6 das ein Kind geboren wird als Retter. Dieser Messias ist es, der erwartet wird und der Engel ist nun der Erste, der das Evangelium verbreitet. Dazu sagt der Engel, dass der Retter für die Menschen geboren ist. Was den Engeln klar ist, wird hier den Hirten gesagt.
Wie schon zu der Zeit bekannt ist, wird dieser Retter aus der Stadt Bethlehem stammen, (Micha 5) einfach, weil es die Stadt Davids und seiner Familie ist. Daher ist es auch wichtig ein Erkennungszeichen zu haben. Die Stadt ist grad zu der Zeit voll mit Nachkommen Davids, weil zurzeit die Zählung stattfindet. Wie soll man da den richtigen Nachkommen finden? Einfach, indem man nach einem Kind in Windeln gewickelt sucht. Also ein Neugeborenes! Dazu in einer Futterkrippe liegend. Das war zu der Zeit nicht Standard, sondern eben ein Zeichen, um den Hirten zu zeigen, wo Jesus zu finden ist.
Um die Botschaft zu bestätigen, sehen wir als nächstes die göttliche Bestätigung der Ansage. Eine Heerschar an Engeln kommt, um Gott zu loben und zu preisen. Ab Vers 13 wird deutlich was hier geschieht. Gott selber ist in die Welt gekommen. Als Säugling und schutzbedürftig, als Mensch, der es auf sich genommen hat ganz Mensch zu sein anstatt Gott (Phi. 2,6)! Doch Gott selber sendet jetzt seine Diener um, bei aller Schwäche, zu zeigen wer Jesus ist! Einer, dem die himmlischen Heerscharen dienen! Dieser Chor lobt Gott und sagt (singt) „Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen ⟨des⟩ Wohlgefallens!“
Dieser Vers klingt später auch an, in der Offenbarung, Kap. 5 und 13, wo das Lob der Zeugen vor Gott berichtet wird. In Ehrfurcht hören die Hirten zu, wie ihnen verkündigt wird, was geschieht. An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass es den Hirten gesagt wird! Zwar von Gott schon vorher bevorzugt, wie seit Abraham klar ist, aber eben „nur“ die Diener und Hirten, die eine niedrige, unwürdige Arbeit tun. Das Evangelium wird zuerst diesen Männern gebracht und eben nicht den Gelehrten in Jerusalem! Dies ist auch zu erkennen in Matthäus, wo die Sterndeuter aus dem Morgenland auf Jesus aufmerksam werden. Gott wählt, sich zu erkennen zu geben, und zwar auf seine Weise. Ob im Ausland bei den Männern aus dem Morgenland oder wie hier, den Arbeitern auf der Weide. Gott zeigt sich so deutlich, dass man sich auf macht.
Genau so geschieht es dann auch. Ab Vers 15, grad dann, wenn die Engel weg sind, dass die Hirten sich aufmachen, um zu schauen was dran ist an der Botschaft. Ähnlich wie bei den Sterndeutern ist es entscheidend, dass sie hingehen zum Herrn. Im Grunde ist es ein Abkehren von den bisherigen Wegen und sich dem Herrn (schon als Kind) zuwenden! Eine Randnotiz ist, dass auch die Gelehrten aus Jerusalem die Infos hatten. Sie wussten, worauf sie schauen sollen und wo der Heiland geboren wird aber haben nichts getan. Nicht einmal als die Sterndeuter bei ihnen waren und von dem Zeichen berichtet haben. Auch sie hätten sich aufmachen können, haben es aber nicht getan. Im Gegensatz zu den Hirten die entscheiden:
Lasst uns doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat.
So kommen sie nach Bethlehem und finden alles so, wie angekündigt. Maria und Josef mit dem Kind, der der Messias ist. So wie angesagt in Windeln in der Krippe liegend! An dieser Stelle wird deutlich, wovon ihr Herz voll ist. Sie berichten vom erlebten Treffen mit dem Engel und zwar allen, die da waren. Auch wenn die Menschen sich wundern, so wird doch auch wieder deutlich, dass Gott wirkt und hier etwas Besonderes geschehen ist. Die Menschen staunen und hören sich alles an. Nur Maria und Josef sind still.
Zu bemerken ist aber, dass die Worte nicht sinnlos sind. Gerade Maria bewahrt die Worte in ihrem Herzen. Vers 19 beschreibt das und gibt uns eine wertvolle Lektion:
Wir sollen die Taten und Wunder, Nachrichten und Menschen, die Gott sendet beachten und die Worte bewahren. Sicher hat Maria häufig an diese Nacht gedacht (wie jede Mutter) aber dazu kommt nun, dass sie die Worte nutzt, um sich zu erinnern! Genau das dürfen wir bis heute tun. Zu Weihnachten aber auch sonst in unserem Leben. Was Gott tut, soll von uns bewegt und erinnert werden, um daraus Kraft zu schöpfen für Zukünftiges.
Auch die Hirten gehören dabei erwähnt. In Vers 20 wird der Titel der Predigt deutlich: „Begeistert, weil Jesus für mich kommt“! Die Hirten preisen und loben den Herrn und sind gefüllt von der Begegnung mit dem Messias. Diese Begegnung ist es, die wir grad an Weihnachten in Erinnerung rufen sollen. Gott wurde Mensch und kam als Kind in diese Welt für die Hirten und die Sterndeuter; für mich und für jeden Menschen, der sich rufen lässt.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Dieser Montag ist ein Feiertag der in Kirchen immer gefeiert wird und der auch in einigen von unseren Gemeinden vom Christusbund Beachtung findet. Hier zu starten und zu zeigen wie Jesus von Anfang an Begeistert hat ist entscheidend!
Wie gehen wir durch die Feiertage und in die Zukunft?
Bewegen wir das WISSEN um die Menschwerdung Gottes oder ist es „nur“ ein Fest?
Grad hier ist es schön die Anwendung zu sehen. Wir sollten alles tun damit jeder der an diesem 1. Weihnachtstag im Gottesdienst ist und die Predigt hört die Herrlichkeit Gottes erkennt und Singend und Lobend weggeht in den Alltag. Das darf uns alle ermutigen und in der Predigt darf die Aufforderung enthalten sein das wir, wie die Hirten, Gott loben für das was geschehen ist. Das die Gute Botschaft des Engels und das Evangelium des Herrn wahr ist und wir Gott loben dürfen für diese Offenbarung!
3 Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Der erste Weihnachtstag ist ein „hoher Feiertag“ der Kirche. Neben Ostern und Pfingsten einer der drei „hohen Tage“. An dem Tag einzuladen und Gott zu ehren ist ein Vorrecht aber auch eine Aufgabe.
Es kann gelingen und sollte das Ziel sein, dass die Teilnehmer des Gottesdienstes und Zuhörer der Predigt begeistert werden von dieser Botschaft. Da der Text aber sehr bekannt ist, wird die Herausforderung das Feuer „neu“ zu entfachen.
Dazu ist es schön, sich an diesem Tag in Erinnerung zu rufen, wie Jesus von Anfang an begeistert hat!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Der Ruf zu Jesus zu kommen und den Herrn der Heerscharen zu loben, darf im Mittelpunkt stehen.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Eine gute Möglichkeit der Entfaltung ist, dass wir am Text entlang gehen und die Situation anhand der Personen beschreiben, die vorkommen.
- Die Hirten
- Der Engel (die himmlischen Heerscharen)
- Die Begegnung in Bethlehem
- Die Wahrnehmung von Maria
- Die Veränderung der Hirten
3.4 Predigt Veranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Als Veranschaulichung kann man zuerst mal nachfragen, was die Teilnehmer denn von der Begegnung des Engels und den Hirten wissen. Dieser Austausch kann helfen, den Text mal anders zu betrachten anstatt nur zu lesen.
- Was ist vielleicht falsch in meiner Erinnerung?
- Was fehlt?
- Was ist das Wichtigste?
Das Gespräch kann man dann als Brücke nehmen, um den Text zu lesen und nochmal gemeinsam zu bedenken.
Als Lied eignet sich:
- Wenn wir Gott in der Höhe Ehren (Es war Nacht) (Feiert Jesus 1; Nr. 178)
Hier wird auch schön umschreiben wie sich die Hirten durch die Begegnung mit Jesus verändern und die Beziehung heil wird!
Gesegnete Vorbereitung 😊
(Björn Husfeld)