Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er…
Predigtthema: … mit Dank erfüllt
Bibelstelle: Philipper 4, 10-20
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkung
Evtl. war das Danke in V 10 Anlass für den ganzen Philipperbrief.
Erklärungen und Tipps
V 10 Keine Klage. Die neu erweckte Opferbereitschaft vergleicht Paulus mit dem Aufblühen eines Gartengewächses. (1) Luthers „wieder eifrig geworden“ meint genauer „jetzt endlich“. Ein Vorwurf ist daraus aber nicht abzuleiten. Opferprojekte müssen in der Gemeinde verstanden und zur eigenen, dringenden Sache werden, bevor Portemonnaies sich deutlicher öffnen.
Paulus war darauf bedacht, UNEIGENNÜTZIG das Evangelium zu verkündigen. Allerdings kann die Opferbereitschaft für missionarische Projekte auch ein geistlicher „Gradmesser“ für das missionarische Engagement einer Gemeinde sein.
V 11 Paulus ist weder enttäuscht noch verbittert, weil er weiß: Der Herr der Gemeinde ist der gute Hirte und verliert kein Schaf aus den Augen.
Paulus entfaltet seine Auffassung von Lebensstil in Rö 14 und 1. Ko 9. Sein Lebensunterhalt war zweitrangig.
V 12 Jede Art von Not kann zur Anfechtung werden. Paulus meint: Der Wohlstand genauso.
Wenn Wohlstand und Sich-Leisten-können deutlich werden, schränken sich oft die missionarischen Kontakte auf eher „Ebenbürtige“ ein.
Der „reiche/arme Jüngling“ (Mk 10) HING an dem, was er hatte. Vielleicht hängen andere Jesusnachfolger weniger an geldwerten Vorteilen, dafür aber an ihren leiterischen Fähigkeiten oder geistlichen „Verdiensten“.
Sogar der Stolz auf Das-brauche-ich-nicht! kann Türen verschließen.
V 13 Ein Kernwort, das oft aus dem Zusammenhang gerissen wird: „ALLES“ meint nicht den autarken Menschen, der keine Hilfe mehr braucht. Wie in V 12 „alles und jedes“ geht es eigentlich um das Überwinden in der Gemeinde. „Alleskleber, Alleswisser, Allesglauber“ halten selten, was sie versprechen.
Das ALLES ist allein auf Gottes Beauftragung und sein Schenken ausgerichtet mit dem Ziel, Gemeinde zu bauen.
Dr. Paul Murdoch: „Wer vom Frieden Gottes bewacht wird (V 7), darf damit rechnen, dass die Kraft für jeden Tag geschenkt wird.“ (2)
V 14 Also kein Tadel! DANKE gehört aber auch in der Gemeinde gegenüber jedem Mitarbeiter dazu.
Nichts läuft automatisch. Einzelne rackern sich meistens ab. In Gabentests kreuzen nur ganz Wenige die Gabe des Aufräumens und Putzens an. Vieles bleibt an Wenigen hängen. Wenigstens DANKE sagen ist deshalb eine Äußerung von Geschwistern, die ihren Platz nicht nur in der jährlichen Mitgliederversammlung hat.
Zum Dank kommt das LOB „gut getan“. Wer aufrichtig dankt, kann begründen, weshalb. Geschwister, die „niedrige Dienste“ tun, weil sie sonst keiner macht und/oder deshalb (?) sogar ihre Gabe darin sehen, sollten die Wertschätzung ALLER Gemeindeglieder erfahren. (3)
V 15 Hat Paulus mehr Unterstützung erwartet? (4) Was zählt, ist FRUCHT für die Ewigkeit, nicht der Spendenfluss. Gott wartet nicht auf meine „Zuwendungsbescheinigung fürs Finanzamt“, sondern auf MICH, MICH selbst. Unsere Kontenstände, Versicherungs- und Rentenverträge, usw. sind nicht Hauptthema.
Gemeinden stellten schon früh Diakone und Diakoninnen, Prediger, Pastoren, Bischöfe usw. an, aber für Gottes Werk vor Ort bleibt die ganze Gemeinde zuständig.
Der „Geruch“ des Opfers hat seine Wurzeln im Opferdienst der Priester ( s. Rienecker, o. a.)
V 16 Die Spenden der Mazedonier sollen nicht hervorgehoben werden. „NACH Mazedonien“ ist kalendarisch gemeint, aber der Herr schickt seine Hilfen (erinnert seine Gemeinden) jeweils zur rechten Zeit.
V 18 „Ich habe alles erhalten“ war eine verbindliche, buchhalterische Redewendung.
Das „Gott angenehme Opfer“ war Golgatha.
Paulus dankt, fordert und ordnet in einem Abschnitt. Gehört das zusammen?
Kann ich Gaben und Einsatz am besten einsetzen, wenn es mir gefällt?
V 19 Luthers „jegliches Bedürfnis“, ursprünglich „jeder Mangelbetrag“, wird ausgeglichen durch „Gottes Reichtum“.
Ausgleich „in der Herrlichkeit“ bedeutet nicht Vertröstung aufs Jenseits (ein heidnisch-philosophischer Begriff): Herrlichkeit ist da, wo Jesus ist.
V 20 Von der „VATER-Rolle“ spricht man, seitdem sie angegriffen wird. Väter haben vieles falsch gemacht (wie Mütter auch) und sind verantwortlich für Fehlentwicklungen ihrer Kinder. Der Vater hatte in der Antike ein erzieherisch hohes Gewicht, ist aber seinem Auftrag, Kinder im Blick auf Gott (Jesus) zu erziehen, nicht im großen Maß treu geblieben. (5)
EWIGKEIT (griech: aion) wird hier als kaum beschreibbar langer Zeitraum verstanden.
Gemeinsam ist allen „Zeitaltern“: Gott wird gelobt und geehrt. (6)
AMEN (aramäisch: wirklich, wahrhaftig, so ist es, so soll es sein) war damals die Bekräftigung nach Beschlüssen, die von der Gemeinde legitimiert wurden.
Jesus schließt aber auch das Vaterunser-Gebet mit Amen.
Als „vorgeschriebenes Predigt- oder Gebetsschlusswort“ ist das AMEN in aramäischer Sprache heute im Gemeindealltag kein unverzichtbarer Bestandteil. Luther hat eine Übersetzung angeboten. „Das ist gewisslich wahr“ – aber wohl auch nicht die Sprache von heute.
Wichtig ist die ZUSTIMMUNG der Gemeinde. Die Gemeindeleitung ist für ALLE Schafe zuständig.
Gliederungsvorschlag
1. Es geht um Gottes Anliegen
2. Mitarbeiter Gottes sind uneigennützig, aber auch auf den Herrn und die Geschwister angewiesen
3. Mitdenken und Danken, Loben und Geben sind Kennzeichen der Gemeinde
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Fußnoten
(1) aufblühen = griech. anedalete. Leider keine Verbindung mit der im Herbst aufblühenden Dahlie.
Sie wurde nach dem schwedischen Biologen Dahl benannt.
(2) Bibelkommentar Philipperbrief, Dr. P. Murdoch, Hänssler-Verlag.
(3) Die Bewertung der Dienste kann hier auf Abwege führen! Mancher Bruder sitzt aber lieber fünf Abendstunden in einem wichtigen Leitungskreis, als im eigenen Saal 30 Minuten beim Staubsaugen zu helfen.
(4) Missionare danken in ihrer Heimatgemeinde, tun sich aber schwer, ihre Mehr-Erwartungen auszudrücken, ohne die Gemeinde der Unterstützer zu irritieren.
(5) Vater sein. Viele Bücher und Beiträge im Buchhandel, Fernsehen, Internet.
(6) Vielleicht geriet das in den Jahren der „Heiligungsbewegung“ etwas aus dem Blickfeld, dafür eher der persönliche Beitrag des Jesusnachfolgers ins Visier.