Jahresthema: Geistlich leben in verschiedenen Lebensphasen.
Predigtthema: Mit Jesus als Kind aufwachsen: Geprägt im Elternhaus
Predigttext: 1.Sam 1,20-28; 2,13-17.21-26
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Die Begebenheiten rund um die Geburt Samuels sind sehr bekannt. Samuels Mutter Hanna bat Gott in Silo um einen Sohn. Sie versprach Gott, ihm dieses Kind zu weihen. Kurze Zeit später wird Hanna schwanger und bekommt einen Sohn, den sie Samuel nennt. Als Samuel alt genug ist bringt sie ihren Sohn zum Priester Eli. In dessen Obhut soll Samuel vor Gott aufwachsen.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Martin Holland: Das erste Buch Samuel (Wuppertaler Studienbibel)
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
V.20-28
Hanna vergisst ihr Versprechen nicht. Sie nimmt ihren Samuel als Geschenk Gottes an, das sie Gott wiedergibt. Auch Elkana steht zu diesem Gelübde. Samuels Eltern waren fromme Menschen, und das kommt auch in ihrem Umgang mit Samuel zum Ausdruck
V.12-17
In Elis Familie ging es nicht so gottesfürchtig zu. Elis Söhne, die Priester waren, hielten sich nicht an Gottes Ordnungen, sondern sahen zuerst auf ihr eigenes Wohl. Für Samuel waren sie denkbar schlechte Vorbilder. Es war offensichtlich, dass die Opfergaben nicht achteten.
V.21-26
Während von Samuel berichtete wird, dass er „beim HERRN“ aufwächst, hat Eli den Zugang zu seinen Söhnen verloren. Seine Söhne ignorierten seine Warnungen. Es war bei ihnen keine Gottesfurcht mehr vorhanden. Gottes Gebote waren ihnen offensichtlich egal und sie kümmerten sich auch nicht mehr um ihren Ruf vor den anderen Israeliten. Sie taten einfach, was sie wollten (passend zur Richterzeit, in der das Volk Israel auch immer wieder das tat, was es wollte). Und Gott stellt sich ihnen entgegen.
Was für ein wunderbarer Gegensatz bildet hier Samuel. Er wird vom gottlosen Verhalten der Söhne Elis nicht auf falsche Wege gebracht. Vielmehr sehen wir bei ihm eine gute Entwicklung, die Gott gefiel und Samuel auch zu immer mehr Ansehen im Volk verhalf.
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Wir wollen anhand dieses Bibeltextes weiter über unser Jahresthema: „Geistlich leben in verschiedenen Lebensphasen“ nachdenken. Unsere Verse aus dem Buch Samuel nehmen uns mit in seine Kindheit hinein. Wir sehen, wie bei Samuel schon in frühen Jahren im Elternhaus die Weichen gestellt wurden. Dabei bilden Samuels Eltern einen deutlichen Kontrast zu den Söhnen Elis. Während die Söhne Elis Gottes Ordnungen mit Füßen traten, achteten Elkana und Hanna darauf in Gottes Geboten zu leben. Sie hielten ihr Gelübde im Blick auf Samuel. Sie betonten, dass Samuel ein Geschenk Gottes war und geben Samuel an Gott zurück. Sie wollen, dass ihr Sohn Gott dient und am Heiligtum aufwächst.
Aber diese vermeintlich heilige Umgebung stellt sich eben ganz anders dar. Samuel sieht viele Dinge, die Gott nicht gefallen. Er hat in den Söhnen Elis sehr schlechte Vorbilder und auch Eli hat seine Rolle als Vater nicht gut wahrgenommen. Erst viel zu spät stellt er seine Söhne wegen des Unrechts, das sie tun zur Rede, ohne dass sich noch etwas verändert hätte.
Der entscheidende Unterschied zwischen Samuel und den Söhnen Elis ist ihre Beziehung zu Jahwe. Es wird in unseren Versen mehrmals betont, wie eng Samuel bei Gott ist. Samuel dient dem Herrn, er wächst beim Herrn auf, er nimmt zu an Gunst vor dem Herrn. Von den Söhnen Elis heißt es dagegen, dass sie den Herrn nicht erkannt hatten. Diese Priester hatten keine Beziehung zu Gott, während wir merken, wie bei Samuel die Beziehung zu Gott auf eine wunderbare Weise wächst. In Kapitel 3 wird uns dann berichtet, wie Samuel lernt auf Gottes Stimme zu hören und von ihm berufen wird. Sein wichtiger Dienst als Richter & Prophet Gottes wird schlussendlich schon in den jungen Jahren bei Samuel vorbereitet.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Wenn wir über den jungen Samuel und seine Beziehung zu Gott nachdenken, dann sehen wir darin kleine Hinweise für unser Thema: „Mit Jesus als Kind aufwachsen“. Schon im Kindesalter werden bei Samuel wichtige Weichen gestellt. Seine Eltern leben als gottesfürchtige Menschen. Sie halten ihre Versprechen Gott gegenüber. In Kap 2,1-10 im Lobgesang von Samuels Mutter Hanna sehen wir etwas von ihrer Dankbarkeit Gott gegenüber. Natürlich ist ein geistliches Elternhaus keine Garantie für den späteren Glauben, doch eine gute geistliche Prägung ist ein Segen für Kinder. Als Eltern tragen wir hier eine große Verantwortung. Als Gegenstück sehen wir, die Familie von Eli. Natürlich sind seine Söhne in dem Zeitraum, den uns die ersten Kapitel des 1.Samuelbuches berichten, schon erwachsen. Doch wir sehen, wie bei ihnen keine Sensibilität für geistliche Dinge vorhanden sind. Wir wissen nicht, in welchem Alter sie sich zu dieser Art des Lebens entschieden haben, doch wir sehen, wie sie durch ihr Verhalten ihr Leben zugrunde richten. In Kapitel 3 lesen wir, dass Gott Eli in die Verantwortung nimmt. Er wirft ihm vor, seinen Söhnen in ihrem falschen Verhalten nicht Einhalt geboten zu haben (3,13). Gott nimmt Eltern in die Verantwortung falsches Verhalten der Kinder anzusprechen und auch zu korrigieren. Und diese Verantwortung endet nicht einfach, wenn die Kinder volljährig sind.
Gott gibt uns als Eltern, aber auch als Gemeinde eine wichtige Verantwortung im Blick auf die Kinder. Wir haben den Auftrag Kinder zu einer Beziehung mit Jesus einzuladen, sie hinzuführen. Bei Samuel erkennen wir, wie seine Beziehung zu Gott Schritt für Schritt gewachsen ist.
Wie gut ist es, wenn Kinder in unseren Familien, in unseren Gemeinden Schritt für Schritt zu einer persönlichen Beziehung mit Jesus hingeführt werden. Samuel wurde in seinem Leben keine Kopie von Eli. Er lebte seinen eigenen Glauben, sicherlich sehr zu Freude seiner Eltern und auch von Eli.
Die Predigt soll eine Ermutigung sein, dass wir unsere Verantwortung die wir als Christen für unsere eigenen Kinder und für die Kinder in unserer Gemeinde haben, erkennen. Sie soll motivieren Kindern ein geistliches Vorbild zu sein und sie zu einer persönlichen Glaubensbeziehung einzuladen. Je mehr geistliche Vorbilder unsere Kinder haben, desto besser.
Die Predigt soll auch eine Ermutigung sein in der Gemeinde gemeinsam die Herausforderungen zu tragen, die die geistliche Erziehung von Kindern mit sich bringt.
- Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigthörer sollen neu erkennen, wie wichtig es ist, dass Kinder schon in jungen Jahren Jesus kennenlernen. Sie sollen ermutigt werden, ihre Verantwortung in diesem Bereich wahrzunehmen.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Mit Jesus als Kind aufwachsen: Geprägt im Elternhaus
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
- Geistliche Vorbilder sind sehr wichtig
- Schlechte Vorbilder lauern überall
- Es geht um eine persönliche Beziehung zu Jesus
(Tobias Schurr)