Kolosser

Predigthilfe vom 24. Dezember 2019 – Kolosser 2,3 (4-5) 6-10

Predigtthema: Die ganze Fülle der Gottheit – in der Krippe

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

  1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 2017 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

* Heiko Krimmer. Kolosser-Brief. Edition C Bibel-Kommentar 16. Hänssler. (S. 76-92).

* Werner de Boor. Die Briefe des Paulus an die Philipper und an die Kolosser. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 206-225).

Erläuternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/51-Der_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Kolosser.pdf; S. 1752f).

Bitte studiert ausführlich die hilfreichen Predigttipps von Matthias Köhler vom 18.02.2001 zu Kol 2,1-3, vom 25.02.2001 zu Kol 2,4-7 und von Albrecht Wandel vom 04.03.2001 zu Kol 2,8-15 unter www.studienbibel.de.

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 15.06.1993 mit dem Titel „Warnung vor den Irrlehrern“ (Kol 2,1-7), vom 17.10.1999 mit dem Titel „Mit Christus leben“ (Kol 2,1-15) und vom 07.06.2002 mit dem Titel „Kämpfend siegen in der Mission“ (Kol 2,1-15). Diese Predigten findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Kolosser 2] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich] ausfüllt.

1.2 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Vers 1-2: Paulus beginnt das 2.Kapitel des Kolosserbriefes mit einem Einblick in sein Gebetsleben, in das Ringen um die Gemeinden in Kolossä und Laodizea. Er kennt die Gemeinden nicht persönlich, und dennoch ringt er im Gebet um sie. Er bittet um Trost um Einheit in der Liebe. Zudem bittet Paulus für die Gemeinden um eine tiefe Erkenntnis. Eine tiefe Erkenntnis im Blick auf das Geheimnis Gottes, das in Jesus Christus offenbart wurde. Ausgehend von den Gebetsanliegen für die Kolosser wird der Blick von Paulus auf die Herrlichkeit von Jesus Christus gelenkt und diese Herrlichkeit wird er in den folgenden Versen weiter ausführen.

Vers 3: Paulus schließt seinen Gebetsbericht, indem er ganz kurz unterstreicht, wie gewaltig Jesus ist. Alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind in ihm verborgen. Alle wahre geistliche Weisheit, jede wahre geistliche Erkenntnis hat ihren Ursprung und ihr Zentrum in Christus. An Christus vorbei gibt es keine Weisheit und Erkenntnis, die einen Wert für die Ewigkeit haben. Gerade im Blick auf Weihnachten ist es wichtig, dass wir diesen Fokus bewahren und immer wieder sehr deutlich machen, wie leicht es geschieht, dass wir uns mehr mit den Äußerlichkeiten befassen als mit Jesus selbst.

Vers 6-7: Nachdem er in den Versen 4-5 die Standhaftigkeit des Glaubens der Kolosser gelobt hat, ermutigt er die Kolosser ab Vers 6 ihren Glauben an diesen wunderbaren Herrn, der als Kind in der Krippe geboren wurde, zu leben. Um dies zu unterstreichen macht Paulus deutlich, wen sie im Glauben empfangen haben. Das Wort empfangen verwendet Paulus hier auf besondere Weise, indem er nicht vom Empfangen einer Lehre oder eines Wortes Gottes spricht, sondern davon, dass die Kolosser Jesus Christus selbst empfangen haben. Paulus unterstreicht durch die Art, wie er Jesus hier benennt, dass der Messias Jesus gleichzeitig der Herr ist. Damit betont Paulus noch einmal das, was er bereits in Kol 1,15ff über Jesus gesagt hat. Jesus, der Messias ist niemand anderes als der lebendige Gott und den haben die Kolosser empfangen. Dieses „Empfangen“ muss Konsequenzen haben. Zu diesen Konsequenzen fordert Paulus die Kolosser auf und auch dieses Thema hat er im Kolosserbrief schon angesprochen (1,10). Gerade das Gebet von Paulus in Kol 1,10-12 sollten wir bei der Auslegung von Kol 2,6-7 im Blick haben, da wir auch in diesen Versen erkennen können, wie ein Lebenswandel, der „dem Herrn würdig ist“ aussieht.

Vers 8: Dieser Lebenswandel in Christus ist, solange wir auf dieser Erde sind, immer gefährdet. Paulus unterstreicht in Vers 8, wie gerade verlockende, vielleicht auch klug klingende menschliche Gedanken und Gedankengebäude eine große Gefahr für die Nachfolger Jesu darstellen können. Deshalb legt uns Paulus hier den entscheidenden Maßstab vor. Ob etwas gut, hilfreich, angemessen oder würdig ist entscheidet sich daran, ob es Christus gemäß ist. Dieses radikale Kriterium macht nur dann Sinn, wenn Jesus Christus wirklich der wahre Gott ist. Einen Menschen zum entscheidenden Kriterium zu machen wäre höchst töricht. Ganz anders sieht es aus, wenn wirklich die „Fülle der Gottheit“ in Jesus Christus ist. Dann ist es ein Zeichen von tiefer, geistlicher Weisheit sich radikal an diesem vollkommenen Maßstab zu orientieren.

Vers 9-10: Und so ist es sehr passend, dass Paulus unseren Abschnitt damit abschließt, indem er noch einmal betont, wer Jesus Christus ist und was das für seine Nachfolger bedeutet. Paulus nutzt eine sehr starke Formulierung, um zu betonen, dass Jesus Christus der wahre, lebendige Gott ist. Es ist der Jesus, der als Baby in Bethlehem in der Krippe lag, der dann als erwachsener Mann viele Wunder tat, und schließlich für uns ans Kreuz ging und sein vollkommenes Leben als Opfer für unsere Schuld gab, der Jesus, der auferstanden ist, nun zur Rechten des Vaters sitzt, und der für alle sichtbar als Herr aller Herren und König aller Könige wiederkommen wird. Dass Jesus selbst diesen Anspruch hatte, können wir in vielen Stellen der Evangelien sehen (z.B. Joh 14,5ff oder Joh 20,27ff). Diese Größe und Herrlichkeit benutzt  Paulus schließlich als Argument, um den Kolossern deutlich zu machen, wie falsch die Lehren sind, die behaupten, dass zusätzlich zu Jesus andere Dinge nötig sind, um wirklich Erfüllung zu finden. Jede Lehre, die in diesem Sinne zu Jesus etwas hinzufügt, geht an der Wahrheit vorbei, weil sie eben nicht erkennt, dass Jesus der wahre, vollkommene Gott ist.

  1. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Die Gottesdienste an Heiligabend werden in unseren Gemeinden auch von vielen Menschen besucht, die sonst nicht regelmäßig einen Gottesdienst besuchen und auch keine lebendige Beziehung zu Jesus Christus haben. Gerade hier lädt uns unser Predigttext ein deutlich aufzuzeigen, wie viel größer Jesus Christus ist, als es das Kind in der Krippe vermuten lässt. Der lebendige, allmächtige Gott wird als Kind in diese Welt hineingeboren. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist der Retter der Welt.

2.2 Hinweise für homiletische Überlegungen

In der Predigt an Heiligabend wird es wichtig sein, die Linien zwischen Kolosser 2 und dem Weihnachtsereignis deutlich aufzuzeigen. Aber gerade dadurch, dass Kolosser 2 die Göttlichkeit Jesu so deutlich unterstreicht, lädt uns der Predigttext ein, Weihnachten in seiner gesamten heilsgeschichtlichen Dimension zu verkünden. Wir dürfen den Hörern vor Augen stellen, wie herrlich und einzigartig dieses Kind in der Krippe ist. Deshalb ist es so angemessen, dass die Engelschöre für dieses Kind singen und dass die Sterndeuter aus dem Morgenland zum Kind kommen und es anbeten. Gott wird Mensch, die ganze Fülle der Gottheit liegt in der Krippe.

  1. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Die Predigt soll die Hörer einladen, über das Wunder von Weihnachten zu staunen. Sie sollen erkennen, dass in der Krippe der lebendige Gott liegt, der in Jesus Mensch geworden ist. Zudem sollen sie erfassen, welche Konsequenzen die Menschwerdung Gottes für ihr persönliches Leben hat und zum Glauben an Jesus Christus ermutigt werden.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Die ganze Fülle der Gottheit – in der Krippe

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

  1. Das Kind in der Krippe – ist der wahre Gott (V.3+9-10)
  2. Das Kind in der Krippe – macht dein Leben reich (V. 6-7)
  3. Das Kind in der Krippe – gibt deinem Leben die richtige Richtung (V.8-9)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

  • In der Geschichte von den drei Bäumen wünscht sich der erste Baum, dass aus ihm eine Schatzkiste wird. Er ist enttäuscht, als er zu einer Futterkrippe verarbeitet wird. Doch als dann Maria ihr Kind in diese Krippe legte, erkennt der Baum, dass er wirklich zu einer Schatzkiste geworden ist (zu finden unter: http://www.lgvgh.de/wp/die-drei-baeume-eine-vorlesegeschichte-zu-weihnachten/6014).
  • Das Lied: „Herbei o ihr Gläubigen“ kann die Botschaft der Predigt auf gute Weise unterstreichen.

(Tobias Schurr)