Offenbarung

Predigthilfe vom 23. März 2014 – Offenbarung 3, 7-13

 

Jahresthema:         In Gottes Nähe leben

Predigtthema:        Wenn bei uns sich Türen öffnen

Predigttext:             Offenbarung 3,7-13

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (Offb 3,7-13) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung / Neue Genfer Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Glücklich, wer aus diesem Buch vorliest, und glücklich, wer diese prophetische Botschaft hört und sich danach richtet! Denn was hier angekündigt ist, wird sich bald erfüllen“ (Offb 1,3). Hilfreiche einführende Anmerkungen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/66-Die_Offenbarung_Christi_Durch_Johannes.pdf; S. 1924) und der Predigttipp von Eckhard Löffler vom 10.09.2006 zum Thema „In Schwachheit geduldig“ (Offb 3,7-13) unter www.studienbibel.de.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung von Offb 3,7-13 bieten z.B.

* Fritz Grünzweig: Johannesoffenbarung 1. Teil. Edition C Bibelkommentar NT Bd. 24. Hänssler (S. 110-120).

* Gerhard Maier: Die Offenbarung des Johannes. Kap 1-11. Historisch Theologische Auslegung. SCM R. Brockhaus (S. 216-233).

* Adolf Pohl: Die Offenbarung des Johannes. 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 143-150).

* John MacArthur. Kommentare zur Offenbarung: Denn die Zeit ist nahe. Mitternachtsruf (S. 103-115).

* Hellmuth Frey: Das Ziel aller Dinge: Das letzte Wort des Erhöhten an seine angefochtene Gemeinde – seelsorgerliche Auslegung der Offenbarung. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 85-91).

* Walvoord / Zuck (Hg.): Das Neue Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 5: 1Kor – Offb. Hänssler (S. 578-580).

* Theodor Zahn: Die Offenbarung des Johannes (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_18_Buecher_66_1924.pdf; S. 302-310).

* Kurt Heimbucher: Die sieben Sendschreiben. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 64-76).

* Frank Hinkelmann: Die sieben Sendschreiben der Offenbarung – Eine praktisch-fundierte Auslegung. VTR (S. 76-87).

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Durch die Sendschreiben erhalten wir Einblicke in das Urteil und die Seelsorge Jesu zu seiner Gemeinde. Hier erfahren wir, wie Jesus uns sieht und was er uns sagt: Vorstellung – Diagnose – Therapie – Verheißung!

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

In inhaltlicher Hinsicht ist das Reden des Geistes und das Reden Jesu gleichzusetzen (vgl. Offb 3,7b mit 3,13 unter Bezug auf Offb 1,12-20). Da die Offenbarungsvermittlung als universal gültiges Wort Gottes ein für allemal in Christus ihren Abschluss gefunden hat (Hebr 1,1f; 2,2-4; vgl. Joh 14,26; 15,26f; 16,12-15), ist ein heutiges Reden des Geistes immer an das Wort Jesu gebunden, das uns durch den Geist über die Propheten und Apostel übermittelt und erschlossen ist. Die gegenwärtige Verkündigung ist von daher kein unmittelbares Offenbarungsgeschehen mehr, das zum universalen Wort Gottes wird, sondern basiert auf dem bereits geschehenen Offenbarungswort Gottes, das es für unsere Zeit auszulegen und anzuwenden gilt (vgl. 2Tim 3,14-4,5).

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Predigtvorschläge zu Offb 3,7-13 bieten Pfr. Hermann Traub (09.12.2007) unter

http://www.bibubek-baden.de/pdf/Traub. Offb.3,7-13 Fragen 2-Adv-2007.pdf und Prof. Michael Herbst (09.12.2007) unter http://www.greifbar.net/GreifBarPlus-94.103.0.html und Dr. Wolfgang Nestvogel (Dez 2000 bzw. März 2001) unter http://www.bekennende-kirche.de/hefte/Bekennende_Kirche_5.pdf (S. 4-9) bzw. http://www.bekennende-kirche.de/hefte/Bekennende_Kirche_6.pdf (S. 4-7) und Hanspeter Wolfsberger (Christustag 2004) unter http://www.lebendige-gemeinde.de/fileadmin/lg-online/data/zeitschrift/2004/juli2004.pdf (S. 16-19).

3. Sagen, wo es hingeht

Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 10.12.1995 mit dem Titel „Die offene Tür“ (Offb 3,7-12), vom 10.12.1989 mit dem Titel „Die geöffnete Tür“ (Offb 3,7-13), vom 13.03.1983 mit dem Titel „Nicht klein zu kriegen“ (Offb 3,7-13), vom 23.06.1992 mit dem Titel „Bibelarbeit“ (Offb 3,7-13), von Dr. Heiko Krimmer vom 21.02.2006 mit dem Titel „Leben wir aus dem Wort?“ (Offb 3,1-13) und von Dr. Wolfgang Nestvogel vom 27.05.2007 mit dem Titel „Das Sendschreiben an Philadelphia“ (Offb 3,7-13). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Offenbarung 3] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich bzw. Krimmer, Heiko bzw. Nestvogel, Wolfgang] ausfüllt.

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Leitfrage ist: Wo haben wir offene Türen?

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Frank Hinkelmann gibt folgenden Hinweis für die Verkündigung von Offb 3,7-13: „Eine Gemeinde die nahe bei Gott bleibt und sich an sein Wort hält, wird auch immer eine Gemeinde sein, die von Gott bewahrt wird, die er durchträgt – so lässt sich die Botschaft des Briefes an Philadelphia zusammenfassen. Ähnlich wie in Smyrna, findet Gott auch für die Gemeinde in Philadelphia kein Wort der Kritik. Stattdessen nennt uns Johannes die Stärken der Gemeinde. Obwohl es nur eine kleine, schwache Gemeinde ist, ist sie Gott treu geblieben, hat sein Wort gehalten und ausgelebt, hat seinen Namen bekannt und geduldig alle Anfeindungen erlitten.

Diese Stärken der Gemeinde gilt es im ersten Teil […] heraus zu arbeiten. Welche Konsequenzen ein solch lebendiges und treues Christsein hat, soll dann im zweiten Teil verdeutlicht werden. Gott belohnt Treue. Die Feinde von heute werden eines Tages selbst eingestehen müssen, dass sie sich getäuscht haben. Und auch wenn Gott uns nicht verheißt, dass wir schwierigen Situationen enthoben werden, so haben wir doch sein Versprechen, dass er selbst uns durchtragen wird und dann vor allem: Wir können mit Sicherheit in die Zukunft blicken, denn wir sind Gottes Kinder, wir haben schon das himmlische Bürgerrecht und werden einmal mit Jesus herrschen.

Den Zuhörern soll anhand des Vorbildes der Christen in Philadelphia schmackhaft gemacht werden, dass es sich lohnt, Gott allein nachzufolgen und sein Wort zu halten, denn Gott selbst wird uns belohnen. Es gilt den Hörern vor Augen zu malen, dass unser irdisches Leben nur einen winzigen Teil der ganzen Ewigkeit ausmacht, und wir modernen Menschen am beginnenden 21. Jahrhundert es wieder lernen müssen. unser Leben aus der Ewigkeitsperspektive zu betrachten. Das Sendschreiben an Philadelphia sollte aber auch dazu führen. uns zu hinterfragen, nach welchen Maßstäben wir Gemeindearbeit als erfolgreich beurteilen. Gerade in den vergangenen Jahrzehnten ist mit der Gemeindewachstumsbewegung ein Pragmatismus in unsere Gemeinden eingedrungen, der quantitatives Wachstum und „Erfolg“ nicht selten zum Maßstab einer angeblich von Gott gesegneten Gemeindearbeit macht. Missionarische Arbeiten, die keine zahlenmäßigen Erfolge aufweisen können, werden als unrentabel geschlossen und man wendet sich lieber verheißungsvolleren (oder ehrlicher: erfolgsversprechenderen) Arbeitsbereichen zu. Ist es da nicht erstaunlich, dass ausgerechnet die kleine, schwache und mit sich kämpfende Gemeinde wie Philadelphia von Gott wie keine der anderen Gemeinden herausgehoben und gelobt wird?“ (entnommen aus Frank Hinkelmann. Die sieben Sendschreiben der Offenbarung: Eine praktisch-fundierte Auslegung. Nürnberg: VTR, 2004. S. 86f).

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Nach Wilhelm Wagner

a) Jesus ist die Schlüsselperson

b) Jesus hat die Schlüsselgewalt

c) Jesus befindet sich in der Schlüsselposition

 

oder nach Wilfried Reuter

Siehe ich komme bald –

a) die Gleichgültigen werden gewarnt

b) die Bedrängten werden getröstet

c) die Verlorenen werden eingeladen

oder

a) Nach innen: Erneuerung

b) Nach außen: Erweckung

c) Nach oben: Erwartung

 

oder nach Frank Hinkelmann:

Eine bewahrende Gemeinde ist eine bewahrte Gemeinde

a) Die Kennzeichen der bewahrenden Gemeinde (V. 7f)

* Das Wort Gottes wird bewahrt (V. 7)

* Der Name Gottes wird bekannt (V. 7)

* Geduld trotz Schwierigkeiten (V. 10a)

b) Die Kennzeichen der bewahrten Gemeinde (V. 9-13)

* Rechtfertigung vor den Feinden (V. 9)

* Bewahrung in der letzten Schlacht (V. 10)

* Sicherheit in alle Ewigkeit (V. 11f)

 

oder nach Gottfried Voigt:

Was die Gemeinde in der großen Erprobung ermutigt:

a) die offene Tür

b) das bewahrende Wort

c) die künftige Aufgabe

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Wertvolle Hinweise für die Predigtvorbereitung und -veranschaulichung enthalten die Predigten von Dr. Philipp Bartholomä vom 28.11.2010 mit dem Titel „Standhaftigkeit – Der Brief an die Gemeinde in Philadelphia“ (Offb 3,7-13 – unter http://www.er-lebt.de/predigtmitschnitte/standhaftigkeit-der-brief-an-die-gemeinde-in-philadelphia-offb-37-13/) und von Dr. Wolfgang Nestvogel mit dem Titel „Das Geheimnis geöffneter Türen – Philadelphia“ (Offb 3,7-13 – unter http://www.beg-hannover.de/pages/Predigten/PredigtreiheSendschreiben.htm).

Zum Einstieg schlägt Frank Hinkelmann folgenden Impuls vor: „Philadelphia, eine kleine, unbedeutende Stadt 45 km flussaufwärts von Sardes gelegen. Eine Stadt die es nie zu großer Berühmtheit gebracht hat, es sei denn man sieht die Schutthaufen und Ruinen als Sehenswürdigkeiten an, die die Folgen der häufigen Erdbeben waren. Auch die Gemeinde in Philadelphia kann nicht mit großen Dingen aufwarten. Weder können sie ein phänomenales Gemeindewachstum nachweisen, noch haben sie einen berühmten Theologen in ihren Reihen. Schlechter Durchschnitt würden die Statistiker errechnen. Doch wie sieht Gott diese Gemeinde? Hören wir auf das, was Gott selbst dieser Gemeinde zu sagen hat und wie er sie bewertet“ (entnommen aus Frank Hinkelmann. Die sieben Sendschreiben der Offenbarung: Eine praktisch-fundierte Auslegung. Nürnberg: VTR, 2004. S. 87).

„Wenn ein Schmutzfink Reiner heißt oder ein Feigling Siegfried, dann ist das blanker Hohn. Wenn eine Stadt, in der Vorurteile, Hass und Feindschaft gegenüber Minderheiten herrschen, den Namen Philadelphia (das ist übersetzt Bruderliebe) trägt, dann ist das typisch für unsere Welt: Namen sind wie Lügen“ (Ulrich Parzany).

(Thomas Richter)