Monatsthema: Das Lebensprogramm Jesu
Predigtthema: Worauf kann ich bauen?
Bibelstelle: Matthäus 7, 24-29
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.
1. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
Der Predigtanlass ist das Pfingstfest. Warum es wichtig ist, gerade an Pfingsten die zentrale Frage zu stellen, wann und wie wir das Wort Jesu hören, ist bereits im WBB-Info-Mail Mai 2010 dargelegt worden. Bitte lest die einführenden Gedanken hierzu im Info-Mail noch einmal nach, damit der „inhaltliche“ Zusammenhang zwischen dem Predigttext und dem Predigtanlass deutlich wird (vgl. Mt 7,24-29 z.B. mit Joh 6,63f; Apg 2,1ff; Eph 1,13f).
Am Ende der Bergpredigt geht es nun um eine eindeutige Reaktion. Die Notwendigkeit einer Entscheidung wurde uns schon letzten Sonntag (Mt 7,13-23) vor Augen geführt und ans Herz gelegt. Durch welches Tor werden wir gehen, dass weite oder das enge? Wem werden wir folgen, dem wahren Propheten oder den falschen Propheten? Ist das, was wir zu Jesus sagen ein Lippenbekenntnis oder ein Lebenszeugnis? Wie wird Jesus so unser Herr, dass er nicht zu uns sagt: „Weicht von mir, ihr Übeltäter“ (vgl. z.B. 1Kor 12,3 mit Gal 5,16; Eph 4,30; Eph 5,18)?
Um hier zu einer eindeutigen Antwort zu kommen, muss unser Verhältnis zum Herrn auf einem soliden Fundament stehen und deshalb brauchen wir Klarheit, worauf unser Leben ruht. Zwischen dem Hören auf das Wort Jesu und dem Handeln nach dem Wort Jesu darf kein Gegensatz bestehen. Aus diesem Grund berichtet Jesus nun zum Abschluss der Bergpredigt (Mt 7,24-29) von einer allgegenwärtigen und unumgänglichen Gefahr. Allerdings gibt es zwei Arten von Menschen, zwei Häuser, zwei Fundamente, zwei daraus resultierende Folgen und zwei Möglichkeiten auf Jesus zu reagieren (= Predigtthema: Worauf kann ich bauen?).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Fritz Grünzweig. Die Bergpredigt: Antworten auf Fragen von heute. Hänssler, 1985 (S. 223-229).
* Gerhard Maier. Matthäus-Evangelium 1.Teil. Edition C-Bibelkommentar 1 (S. 249-252).
* D. Martyn Lloyd-Jones. Bergpredigt Bd. 2: Predigten über Matthäus 6 und 7. Friedberg: 3L-Verlag, 2004 (S. 323-370).
Zur Vorbereitung der Predigt empfehlen wir das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der textbezogenen Predigten mit praktischen Anwendungen von Wolfgang Nestvogel mit dem Titel „Zum Verwechseln ähnlich“ (http://www.bibeltage.de/Bergpredigt.html – Nr. 25 zu Mt 7,24-27) und „Entsetzen über den Bergprediger“ (http://www.bibeltage.de/Bergpredigt.html – Nr. 26 zu Mt 7,28f).
Wertvolle Anmerkungen und Anregungen zum Predigttext enthält auch die Predigt „Die beiden Baumeister und ihr Bau“ (Mt 7,24-27) von C.H. Spurgeon. Gehe in den Weinberg: Erweckungspredigten über Gleichnisse Jesu. 4. Aufl. Bielefeld: CLV, 1997. S. 27-46 (kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255306.pdf).
Vgl. Mt 7,24-29 auch mit 1Kor 3,11-17; Jak 1,21-26.
3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN
Zum Predigteinstieg (aus Gumbel, Herausfordernder Lebensstil): „Zwischen Hören und Tun besteht ein großer Unterschied. Vor einigen Jahren nahm ich mir vor, mit dem Windsurfen zu beginnen. Es sah aus, als ob es Spaß machte und relativ leicht zu erlernen sei. Ich kaufte mir ein Buch, in dem alles Wissenswerte übers Windsurfen stand, und befasste mich mit der Theorie. Wir buchten einen Urlaub am Meer, und ich lieh mir für eine Stunde ein Brett aus. Es war ein heißer Tag, also bedeckte ich mich von oben bis unten mit Sonnenöl. Als ich das erste Mal ins Wasser fiel, wurde das Sonnenöl abgewaschen und blieb am Brett hängen. Von da an fiel ich pausenlos, erst vorwärts, dann rückwärts und dann wieder vorwärts, vom Brett. Am Strand sprach sich schnell herum, dass etwas Lustiges vor sich ging, und so sammelte sich eine Menschenmenge an, die es an Zurufen und Beifall nicht fehlen ließ. Ich lernte, dass es ein großer Unterschied ist, ob man vom Windsurfen gehört hat, oder ob man weiß, wie es geht und tatsächlich windsurfen kann“.
4. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Unsere Predigtübersicht 2010 (beim Gemeinschaftsleiter erhältlich) benennt als möglichen Schwerpunkt für die Predigt das Thema „Glaubensgrundlage“. In der Predigt geht es zentral darum, dass auf das Hören des Wortes Jesus, dass Handeln nach dem Wort Jesu die einzige angemessene Reaktion ist. Damit jeder Hörer seinen eigenen momentanen Standpunkt und die Relevanz und Brisanz des Predigttextes für sein Leben entdecken kann, könnte es hilfreich sein verschiedene Lebensbereiche aus der Bergpredigt noch einmal in Frageform anzusprechen. Hierzu könnten z.B. noch einmal die einzelnen Themen der Predigen (z.B. aus dem WBB-Textplan) von Mt 5,21 bis Mt 7,23 erwähnt werden, mit der Frage, was seit dem Hören dieser „Worte des Herrn“ in unserem Leben geschehen ist. Bitte betont, dass wir nicht im Gottesdienst sind, um uns einen Vortrag anzuhören, sondern damit wir das Wort Gottes hören. Überall wo wir keinen Grund zum Zweifel an der biblischen Wahrheit der Predigt haben, da haben wir das Wort Gottes gehört und können deshalb nicht so tun, wie wenn wir nichts gehört hätten. Über einen Vortrag kann ich selbst befinden, aber die Predigt des Wortes Gottes befindet über mich. Die Konsequenzen unserer Reaktion auf die Predigt, wird uns in Mt 7,24-29 deutlich und einschneidend vor Augen geführt:
* Nicht nur hören, sondern auch danach handeln!
* Nicht nur bauen, sondern auch sicher gründen!
* Nicht nur vollmundig reden, sondern auch vollmächtig predigen!
Aus diesem Grund folgt unsere Predigt folgenden biblischen Grundlinien: „Wer auf euch hört, hört auf mich; und wer euch ablehnt, lehnt mich ab“ (Lk 10,16a) – „Bei unserer Verkündigung geht es schließlich nicht um uns, sondern um Jesus Christus, den Herrn; wir sind nur Diener – eure Diener, weil Jesus uns damit beauftragt hat (2Kor 4,5) – „An diesen Grundsatz habe auch ich mich gehalten. Als ich zu euch kam, Geschwister, um euch das Geheimnis zu verkünden, das Gott uns enthüllt hat, versuchte ich nicht, euch mit geschliffener Rhetorik und scharfsinnigen Argumenten zu beeindrucken. Nein, ich hatte mir vorgenommen, eure Aufmerksamkeit einzig und allein auf Jesus Christus zu lenken – auf Jesus Christus, den Gekreuzigten. Außerdem fühlte ich mich schwach; ich war ängstlich und sehr unsicher, als ich zu euch sprach. Was meine Verkündigung kennzeichnete, waren nicht Überredungskunst und kluge Worte; es war das machtvolle Wirken von Gottes Geist. Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes Kraft“ (1Kor 2,1-5).
Mit dieser Predigt beschließen wir unsere Predigtreihe aus der Bergpredigt und deshalb sollten wir im Rahmen unserer Verkündigung am 23.05.2010 das Fazit der Bergpredigt ziehen und den Sack zubinden, damit wir den Lebensstil Jesu (Januar + März) nun verinnerlichen und dem Lebensprogramm Jesu (März-Mai) konsequent folgen.
Für die Textlesung kann die „Neue Genfer Übersetzung“ auf Grund ihrer Genauigkeit und Verständlichkeit hilfreich sein (z.B. http://www.ngue.info/online/lesen).
5. PREDIGTGLIEDERUNG
Worauf kann ich bauen?
a) Mit starkem Unwetter rechnen!
b) Auf festen Untergrund bauen!
c) Durch klare Unterscheidung reagieren!
oder
a) Vordergründige Ähnlichkeiten?
b) Tiefgründige Unterschiede!
c) Eindeutige Festlegungen?!
oder nach Theo Sorg:
a) Nicht auf Flugsand bauen!
b) Auf den Felsen vertrauen!