Maleachi

Predigthilfe vom 12. Mai 2024 – Maleachi 3,13-24

Predigtthema:         Gott gehören – für immer

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Maleachi ist das letzte Buch des AT. Nach seiner Botschaft brachen 400 Jahre ohne gottgewirkte Prophetie an. Maleachi war ein Prophet, der unter den jerusalemer Rückkehrern aus dem babylonischen Exil wirkte, die genau Datierung seines Wirkens ist nicht einfach, bewegt sich aber irgendwann zwischen 500 und 400 v.Chr – zeitnah oder parallel zum Wirken von Esra und Nehemia. Das Volk Israel zur Zeit Maleachis war in einer religiösen Routine versunken. Sie hatten die Liebe zu Gott verloren und sich von seinem Gesetz abgekehrt, richteten ihr Leben nicht mehr danach aus. Dies galt nicht nur für das einfache Volk, sondern auch für die Priester, die das Volk eigentlich zu Gott führen sollten. Das führte zu einem unmoralischen Lebenswandel fern von Gott. Diesen prangert Maleachi an. Seine Botschaft ist einerseits Gericht über mangelhaften Gottesdienst und Lebensstil der jüdischen Exilrückkehrer, andererseits Ruf zur Umkehr und ein Aufzeigen, wie Israel leben und Gott anbeten soll, während sie auf den „Tag des Herrn“ und die Ankunft des Messias warten. Das Buch ist dabei in sechs Dialoge zwischen Gott und den Israeliten aufgeteilt. Unser Predigttext befasst sich mit dem letzten dieser Dialoge – der sich mit dem Tag des Herrn befasst, der Erlösung für die Gerechten und Gericht für die Bösen bedeuten wird.

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

  • Edition C Bibelkommentar: „Das Buch Haggai und Das Buch Maleachi“ von Thomas Ehlert und Raymond R. Hausoul
  • „Kommentar zum Alten Testament“ von William MacDonald
  • Der Neue Matthew Henry Kommentar: „Jesaja-Maleachi“ von Matthew Henry

Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Eckhard Löffler vom 12.10.2008 zu Mal 3,13-18 unter https://www.christusbund.de/predigthilfen/predigthilfe-vom-12-10-2008-maleachi-313-21/ Beachtenswerte Anmerkungen zum Predigttext bietet z.B. die MacArthur Studienbibel (S.1277ff).

1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

V. 13: Auch dieser Dialog wird eingeleitet durch die Aussagen des Volkes Israel, gegen die Gott sich in diesem Abschnitt wendet. Diese Aussagen sind in diesem Fall eine Beleidigung von Gott selbst. 

V. 14: Das Problem der redenden Gottlosen ist eigentlich ganz einfach: Aus ihrer Sicht lohnt es sich nicht, Gott zu gehorchen und seinen Geboten zu folgen. Wieso sollten sie Gott dienen, wenn dabei nichts für sie herausspringt? Das zeigt direkt, wie verkehrt ihre Prioritäten sind – und wie weit sie von einer echten Beziehung zu Gott wirklich entfernt sind. Ihnen ist die Gabe wichtiger als der Geber – Gott nur aus Liebe zu ihm heraus zu dienen, kommt ihnen gar nicht in den Sinn. Allerdings haben sie in einem Punkt auch recht: Es ist für sie wirklich „nutzlos“ Gott zu dienen – denn Gott kennt ihre Herzenshaltung. Allein mit geheucheltem äußerem Glauben werden sie ihn nie überzeugen können – und somit nie die Chance auf irgendeine Form von Segen durch ihn haben.

V.15: Die Gottlosen machen eine ähnliche Beobachtung wie der Psalmist in Ps. 73. Menschen, die ohne Gott leben, können auch ein äußerlich glückliches und scheinbar gesegnetes Leben führen. Ihnen passieren nicht mehr schlimme Dinge als den Gläubigen. Als der Psalmist sich aber wirklich die Frage stellt, warum das der Fall ist, nutzen die Israeliten diese Beobachtung eher als Ausrede – um nämlich ihren eigenen gottlosen Lebensstil zu rechtfertigen.

V. 16: Es gibt aber nicht nur Gottlose im Volk Israel – sondern auch einen Rest an Gottesfürchtigen. Menschen, die bewusst nach Gottes Geboten leben und ihm treu dienen wollen. Diese Gruppe wird von Gott nicht übersehen. Er hört, was sie reden (was genau, das lesen wir nicht im Text) – und wie sich dadurch ihre Gottesfurcht ausdrückt. Wer Gott fürchtet, dessen erinnert er sich – und vermerkt dessen Namen in seinem Buch. Das Buch, das sicherstellt, dass die Gottesfurcht eines jeden am Tag des Herrn beachtet werden wird. Gott vergisst nicht – er wird sich erinnern, dafür steht auch dieses Buch. Von so einem Buch lesen wir auch in Offb 20,12 und Dan 12,1-2.  

V. 17: Das Gott sich an die Gottesfürchtigen erinnern wird, führt direkt zu der Zeit, an dem er das tun wird, zum Tag des Herrn. Das ist ein Zeitabschnitt (der nicht direkt einem 24-Stunden-Tag entspricht, sondern einfach für eine Zeitspanne unbestimmter Länge steht) an dem Gott die Gottesfürchtigen belohnen wird – und die Gottlosen bestrafen wird. Wer Gott fürchtet, den wird er zu seinem Eigentum machen – so wie er sich damals das Volk Israel aus allen Völkern der Erde zum Eigentum erwählt hat (Ps 135,4). An diesem Tag wird Gott das „wahre Israel“ sammeln – bestehend aus den gottesfürchtigen Israeliten und den gottesfürchtigen Menschen aus allen Völkern. Gott wird richten – aber auch Erbarmen haben mit all jenen, die ihn fürchten (und all diese sind dann die „Söhne“ derer er sich erbarmt).

V. 18: „Dann sollt IHR wieder sehen…“ – Jetzt wendet sich Gott wieder direkt an die Gottlosen vom Textanfang. An diesem Tag wird der Unterschied zwischen Gottesfürchtigen und Gottlosen nicht mehr zu übersehen sein. Nach diesem Tag wird es die Situation, die gerade herrscht, einfach nicht mehr geben – kein Gottesfürchtiger wird leiden und niemand Gottloses wird glücklich sein.

V. 19: Der Tag des Herrn wird ein Tag des Gerichts über die Gottlosen sein. Was hier beschrieben wird, ist in bildlicher Sprache gehalten – die Gottlosen werden verdorren wie Stroh und vom Feuer verzehrt werden. Sie werden dem Gericht Gottes so wenig standhalten können wie Stroh Feuer.

V. 20-21: Der Tag des Herrn wird aber auch ein Tag der Freude für die Gottesfürchtigen sein. Sie dürfen Heilung und Belohnung erfahren. Ihnen wird aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit – die „unter ihren Flügeln“ Heil hat. Zur damaligen Zeit wurden Sonnenstrahlen häufig als Flügel dargestellt. Diese Sonne der Gerechtigkeit strahlt also nur so vor Heil und Heilung. Was oder wer ist damit gemeint? Nach Jer 23-56 ist der kommende Nachkomme Davids derjenige der Gerechtigkeit schaffen wird, also Jesus. Davon lesen wir auch in 1Kor 1,30. „[Jesus] ist die Sonne der Gerechtigkeit, weil er der Herr der Gerechtigkeit ist“ (Raymond Hausoul in Edition C). Am Tag des Herrn werden die Gottesfürchtigen errettet – und ihre Freude über diese Errettung wird so groß sein, wie die von Mastkälbern, die aus ihrem Stall gelassen werden – während die Gottlosen im Gericht nicht bestehen werden. 

V. 22: Der größte Teil des Volkes hat sich von Gott abgewandt. Aber es gibt immer noch die Möglichkeit zur Umkehr. Um das Gottgefällige zu tun, müssen sich die Israeliten einfach nur wieder Gott und seinem Gesetz zuwenden – der Torah. Eigentlich kennen sie deren Inhalt bereits – aber sie leben nicht danach. Israel wird dazu aufgefordert, in Einklang mit dem zu leben, was sie intellektuell bereit wissen. Sich das Wort Gottes wieder ins Gedächtnis zu rufen und erneut zu seinen Wegen umzukehren – das ist die einzige Möglichkeit, wie die Israeliten in diesem kommenden Gericht bestehen können. Der Berg Horeb der in diesem Vers erwähnt wird spielt sowohl bei Mose (2Mo 3,1) als auch bei Elia eine Rolle (1Kö 19,8).

V. 23-24: Vor dem Tag des Herrn soll noch ein weiteres Ereignis geschehen: die Sendung des „Propheten Elia“ – unter diesem wird Gott die Möglichkeit zu Umkehr und Buße schenken. Das ist das Einzige, was vor dem Vergehen im Gericht retten kann (vgl. dazu auch Joel 2,12-19). Der kommende Elia wird der Auslöser dafür sein, dass Israel umkehrt und sich wieder mit Gott – und untereinander versöhnt. Das ist die einzige Möglichkeit, dass Gott Israel nicht „mit einem Bann schlägt“. Dahinter steht die Aussage, dass es jedem, der nicht Buße tut und zu Gott umkehrt so ergehen wird, wie den Völkern bei der Landeinnahme des Gelobten Landes durch die Israeliten, die mit dem Bann belegt und ausgerottet wurden, so wird auch der Unbußfertige durch Gottes Gericht mit dem Tod bestraft werden. Aber wer ist der kommende Elia? Auf jeden Fall hat sich diese Aussage zumindest auch auf Johannes den Täufer bezogen (Mt 17,10-13) – gleichzeitig ist aber auch mit Jesus einer gekommen, der größer ist als alle Propheten des Alten Bundes und eine Möglichkeit zu Buße und Umkehr schenkt, wie sie vorher niemals möglich war.

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Wir haben im Vergleich zu den Israeliten damals zumindest eine Idee davon, wer der kommende Elia sein könnte (oder gewesen ist) nämlich Johannes der Täufer oder Jesus Christus. Auf den „Tag des Herrn“ warten wir aber nach wie vor. Auch aus unserer Sicht steht das endgültige Gericht und die vollständige Reinigung durch den Messias noch aus.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Kenne ich das Problem, das ich im Blick auf die Leben von Nichtchristen an der Sinnhaftigkeit meines Gehorsams an Gott zweifele? Hadere ich mit Gott, weil er mir nicht das gibt, was ich gerne hätte? Dann soll dieser Text für mich ein Aufruf zur Umkehr sein. Oder bin ich in der Gruppe, die Gott vertraut? Dann darf ich diesen Text als eine Ermutigung sehen, am Leben mit Gott dranzubleiben.

3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Jürgen Fischer vom 01.01.2012 mit dem Titel „Gottes Zorn gegen die Gottlosen“. Diese Botschaften findet ihr unter https://crossload.org/inhalte/qWftdE5YNQ/Maleachi-3-13-24-Zorn-Gottes-gegen-die-Gottlosen-J%C3%BCrgen-Fischer

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Durch die Predigt sollen die Zuhörer (neu) verstehen, dass die Beziehung zu Gott nicht deswegen geführt wird, um für sich selbst (auf dieser Welt) möglichst viel herauszuschlagen. Treue zu Gott ist schwer, sie kostet wahrscheinlich auch einiges – aber Gott vergisst diese Treue nicht und am Ende dürfen wir als Lohn dafür erleben, dass er noch viel treuer ist als wir es je sein könnten – und uns durch das Gericht hindurchrettet, in dem eigentlich nichts Menschliches bestehen kann.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Treue zu Gott ist immer angefochten und wird von vielen abgelehnt. Ihm zu folgen ist nicht der einfache Weg – aber der richtige. Am Ende wird sich die Welt in zwei Parteien teilen – die Untreuen und die Treuen. Die einen werden gerichtet – und die anderen belohnt. Auch wenn es für uns nicht immer so aussieht: Treue zu Gott lohnt sich. Die Umkehr zu ihm ist die beste Entscheidung, die wir treffen können. Ermöglicht wird diese Umkehr durch seinen Gesandten – Jesus Christus, durch den allein echte Buße und Umkehr möglich wird.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
nach Edition C:                            

a) Die Treue Jahwes wird herausgefordert (V.13-15)
b) Die Treue Jahwes wird verteidigt (V.16-18)
c) Die Treue Jahwe gegenüber wird belohnt (V.19-21)
d) Die Treue Jahwes schenkt die Möglichkeit zur Umkehr (V.22-24)

(Lukas Streeb)