Matthäus

Predigthilfe vom 20. Februar 2022 – Matthäus 21, 28-46

Matthäus-Evangelium: Auf Jesus reagieren

Predigtthema: Recht gehorchen macht recht

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk. 10,16a)!

1      Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue evangelistische Übersetzung).

1.1     Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Wir befinden uns im Matthäus-Evangelium in den Berichten aus der Passionswoche.

Jesus wirkt und lehrt in Jerusalem und ist nachts in Bethanien (Mt. 21,17).

Das Gleichnis von den beiden Söhnen ist so nur in Matthäus überliefert.

Das Gleichnis vom Weinberg und seinen Pächtern finden wir auch in Mk. 12,1-12 und Lk. 20,9-19.

Zusätzlich ist es wertvoll die Schriften aus dem Alten Testament zu beachten.

In Jesaja 5 finden wir das Lied vom Weinberg und die Wehrufe über das Volk Gottes. In den folgenden Kapiteln von Jesaja wird dann die Geschichte Israels und des Gerichts beschrieben.

Diese Bilder in Ergänzung mit dem Weinberg, der durch Salomo angepflanzt wurde (Hohelied 8,12-14) sind ein Beispiel für Israel, den Weingarten Gottes.

Als weiterer Vergleich kann auch Johannes 15 und das Bild vom Weinstock und Weingärtner dienen.

1.2     Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung bieten z.B.

Edition C, Matthäus Evangelium teil 2; G. Maier

Der neue Mathew Henry Kommentar Band 1: Matthäus – Johannes

Das Matthäus Evangelium, Hauskreiswelt BLB; Ralf Mühe (vor allem für Hauskreise)

Hilfreich ist auch eine „Interlinear Bibel“ mit Sprachschlüssel für Griechisch

Und natürlich auch diverse Studienbibeln und eine Konkordanz, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte bzw. sicherlich auch ausleihen kann.

1.3      Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes

Der Predigttext für diesen Sonntag findet sich in den Versen 29-34.

Es geht um wahres Sehen und Erkennen was Jesus gemacht hat. Im Gegensatz zu denen, die sehen können und doch nicht erkennen wer Jesus ist.

„…mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet nicht erkennen…“ (Mt. 13,13/Jesaja 6,9ff).

2      Hilfen zum Textverständnis

2.1     Hinweise für hermeneutische Überlegungen

In Mt. 21 sind wir von Anfang an in Jerusalem. Nach dem Einzug in Jerusalem und den ersten Handlungen im Tempel sucht Jesus täglich den Tempel auf, um zu lehren und sich zu zeigen.

In der Passionswoche, in der Jesus auf die Kreuzigung zugeht, tut er im Grunde das, was man mit dem Lamm vor dem Passah tun soll. Man nimmt ein Lamm und prüft es wie in 2. Mose 12, in dem das Passah Lamm erklärt wird. Nun soll es getestet werden und wenn es ohne Fehler befunden wird, wird es geschlachtet. So macht es Jesus also in Jerusalem. Er selber zeigt sich und wird geprüft und obwohl kein Fehler gefunden wird, wird er geopfert.

Die Gleichnisse, die sich in den Versen des Predigttextes finden, lassen sich gut in drei Abschnitte einteilen:

Mt. 21,28-32: Von den ungleichen Söhnen

In den Versen 28-32 nimmt Jesus in einer Geschichte ein pädagogisches Beispiel.

Ein Mann mit zwei Söhnen, die eine Aufgabe haben. In ihrer Art und Weise handeln sie beide gegensätzlich zueinander. Der erste will nicht helfen und sagt es auch so. Der zweite will helfen und verspricht zu arbeiten!

Beide Söhne handeln aber auch entgegen der Aussage, die sie gemacht haben. Der erste sagt nein, schafft dann aber doch im Weinberg und der zweite verspricht zu helfen, ohne das dann zu tun.

Im Grunde ist klar, wer dem Vater gehorcht hat, denn die Arbeit soll getan werden und der erste Sohn ist der Rechtschaffene. Das Gleichnis wird selbst von den Pharisäern so ausgelegt, dass der erste der Gute ist. Wenn die Aufgabe gestellt ist und dann erfüllt wird, dann ist der Vater zufrieden.

Das Urteil was dann in Vers 32 gesprochen wird trifft jetzt auf die Gelehrten. Wenn man weiß, was zu tun ist, warum tut man es dann nicht. Noch schlimmer, wenn man weiß was zu tun ist und sagt man wird es tun, tut es aber doch nicht, ist Ignoranz und Betrug. Genau das bezieht Jesus auf die jüngste Geschichte in Israel. Johannes der Täufer hat klar gesagt, worum es geht und für Jesus den Weg bereitet (Mt. 3,1ff) und die Menschen haben sich umkehren lassen. Sie haben ihre Haltung geändert, so wie der erste Sohn. Die anderen haben gesagt, dass sie auf den Christus warten und ihn herbeisehnen, aber als Jesus da war haben sie ihn ignoriert und am Ende sogar verurteilt. Man sieht zwar was geschieht aber eine Veränderung ist nicht da! Jesus bezieht dieses Gleichnis ganz direkt auf die Gelehrten die ihn fragten (Vers 23): mit welcher Vollmacht lehrst du?

Mt. 21,33-41: Vom Weinberg und seinen Pächtern

Gleich danach schreibt Matthäus das Gleichnis vom Weinberg auf. Die Handlung, die hier beschrieben wird, ist ein Abriss der Geschehnisse aus dem Alten Testament. Gott pflanzt in seinem Volk den Weinberg und hat Israel als seinen Garten! In Jesaja 5 wird genau das beschrieben. Israel ist der Weinberg des Herrn und soll ihm Frucht bringen.

Doch die Propheten und die Boten des Herrn werden ignoriert, verhöhnt, geschlagen und sogar gesteinigt und getötet! Bis am Ende der Sohn selber kommt und für Gerechtigkeit sorgen wird. Dieser wird dann auch getötet, damit die Pächter den Berg für sich haben.

Diese Geschichte wird selbst von den Gelehrten (V. 42) so gedeutet, dass es ein Gericht geben wird und der Herr des Weinberges sein Eigentum fordert.

Genau das geschah zur Zeit Jesu, indem die Nationen zum Herrn kommen konnten und die Kirche anstatt Israel in die Wurzel eingesetzt wurde (Röm. 11,17). Israel ist das Bild für den Weinberg, deren Pächter, also die Elite und Führung des Landes, die Schriftgelehrten und Pharisäer, die die Ernte nicht teilen wollen, sondern für sich allein beanspruchen. Dabei ist jedem klar, dass der Herr des Weinberges mit einem Anteil rechnen darf (1.Kor. 9,10).

Das ist aber nicht akzeptabel für den Herrn des Weinberges (Gott selber) der nun das Gericht spricht.

Dieses Gericht ist aber auch für uns heute eine Erinnerung. Wir sind auch nur eingesetzt und um wieviel mehr ist der eigentliche Ast (Israel) wert, dass er wieder hineinkommt (Römer 11).

Mit diesem Bild beschreibt Jesus also das Rufen des Herrn durch die Boten und durch den Sohn, um zu IHM umzukehren. Das soll bis heute geschehen. Wir wollen gerade durch den Text darauf hinweisen, dass der Herr des Weinberges, Gott, der Herr der Welt, die Früchte ernten will. Diese sind Menschen, die zu ihm umkehren und bei ihm Heimat und Ruhe finden. Das können auch ehemalige Zöllner und Huren sein (Verse 31-32). Sie sind umgekehrt und sind jetzt diejenigen, die treu im Weinberg schaffen.

Bis heute ist es unsere Aufgabe, die Menschen zum Weinberg des Herrn einzuladen und dort in Sicherheit und Frieden zu wirken. Dieser Weinberg ist das Reich Gottes und das Ziel ist, dass wir am Ende gemeinsam im Glauben und Vertrauen auf Christus an Gottes Reich bauen.

Mt. 21,42-46: Vom Eckstein (Gerichtsankündigung)

Was jedoch geschieht ist damals wie heute gleich. Es kommt zur Ablehnung des Wortes Gottes und von Jesus selber. Jesus wird zwar geprüft und wird auch geopfert, aber im Grunde haben die Gelehrten Jesus verworfen und so das Gleichnis erfüllt.

Jesus wird nun zum Eckstein, den die Bauleute verworfen haben.

Das Zitat aus Psalm 118,22-23 geht direkt an die Pharisäer und es ist deutlich, dass Jesus sie anspricht mit den Gleichnissen.

Jesus bezieht dieses Wort aus den Psalmen auf sich und beschriebt damit, dass er zum Grundstein für das Reich Gottes wird. In der Apostelgeschichte sehen wir dann, dass auf dieser Basis die Kirche gebaut wird und das Reich Gottes wächst. Und wer sich gegen den Herrn stellt wird im Grunde zerschmettert, denn alles was die Elite des Volkes tut, um Jesu Tod zu beweisen und die ersten Gemeinden zu zerstören bleibt fruchtlos. Die Kirche wächst und gedeiht im Segen des Herrn und der Eckstein bleibt Jesus Christus.

Dieses Bild ist eindeutig. Die Gelehrten wissen um ihre Geschichte und Jesaja und die Ankündigungen der Propheten sind so deutlich, dass sie sehen und wissen, was Jesus meint.

Zudem ist das Bild vom Weinberg so deutlich, dass alle die, die zuhören es deuten können.

Die Reaktion der Pharisäer und Schriftgelehrten ist dann, dass sie Jesus töten wollen, aber nicht können, denn das Volk nimmt den Herrn als Propheten, der von Gott dem Herrn gesandt war!

2.2     Hinweise für situative Überlegungen

An diesem Sonntag sind wir unter der Überschrift „Recht gehorchen macht recht!“ unterwegs. Das sollte auch unsere Auslegung und Predigt bestimmen.

Wir haben in Jesus und in den Gleichnissen schon genügend, um zu glauben und dann dem Vater sowie dem Herrn des Weinberges richtig zu entsprechen. Das bedeutet, dass wir ins Zentrum stellen sollten, dass wir auf die Worte Gottes und die Anweisung des Herrn hören und danach handeln sollen.

Grad im Gegensatz zu den Priestern und Gelehrten können wir recht tun, indem wir recht hören!

Wenn wir auf Jesus hören und dem Vater gehorchen, dann wird alles recht werden!

Dieser Hinweis auf das Recht-machen ist dann eine Einladung. Wir dürfen in der Predigt einladen zum Herrn, der als Eckstein und als unser Fundament mit und durch uns sein Reich bauen will.

2.3      Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)

Die beiden Gleichnisse und die Auslegung

Trotzdem ist in den Gleichnissen die Hoffnung und die Lehre, dass Jesus der Baustein ist. Der Herr wird Rettung bringen und ist für die Sünder die Hoffnung und das Ziel!

3      Sagen, wo es hingeht

3.1      Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Mit diesem Text dürfen wir darauf hinweisen, dass wir als Arbeiter im Weinberg/Kinder, die helfen und berufene Pächter für den Herrn der Welt, da sind. Das Resultat ist dann, dass dieser Herr Anteil hat an der Ernte (naja die Ernte ihm gehört!). Paulus legt es so aus in 1.Kor. 9,10. Für uns heute ist wichtig, dass wir deutlich machen, wie wir jetzt im Reich/Weinberg Gottes wirken und wer im Grunde unser Auftraggeber ist. Die unbequeme Wahrheit ist bis heute, dass es so manche Sünder gibt, die es besser verstehen als die Gelehrten.

Im Grunde braucht es die Umkehr bzw. das Ändern der Haltung, welche in Vers 31-32 beschrieben wird. Dann kann man als Mensch zu Zeiten gesagt haben „das mach ich nicht/ Will ich nicht“, wie der erste Sohn, aber im Grunde kommt man dahin, dass man sich für den Vater einsetzt und die Haltung zum Vater gewandt ist durch Jesus unseren Herrn!

3.2     Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

In der Predigt geht es um Umkehr! Zu erkennen, dass der Herr seinen Anteil fordert und dass wir alles wissen, um zu erkennen, dass Gott der Herr durch seinen Sohn Jesus die Menschen ruft.

Damit kann die Predigt ein Ruf zur Umkehr werden für die, die sich auskennen genauso wie für die, die weit weg sind.

Wenn ein Anpassen der Haltung geschieht, dann verändert sich ALLES und dann bekennen wir den Herrn der Welt und unseren Retter Jesus Christus.

Dann sind wir treue Pächter und dann sind wir wie der erste Sohn.

Der Ruf soll durch die Predigt geschehen, wobei es immer wieder dazu kommen wird, dass Menschen es ablehnen. Wir dürfen und sollen sagen, dass es diese Verurteilung gibt.

Dieses Urteil kommt erst nachdem oft und immer wieder gerufen wurde und nachdem der Sohn sein Leben gelassen hat. Die Rettung durch den Sohn darf im Zentrum stehen, denn er ist es, der die Gleichnisse erzählt und der damit (erneut) zum Vater ruft!

3.3      Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Der Text kann, trotz der Fülle, ganz gelesen und betrachtet werden. Er ist sehr eingängig und in seiner Gleichnis-Art an sich gut verständlich.

Bis heute braucht es nicht viel Erklärung denn die Texte sind in Gemeinden bekannt. Wobei Menschen, die es zum ersten Mal hören auch sehr gut etwas damit anfangen können. Durch die Erklärungen von Jesus wird auch die Deutung klar herausgestellt.

Eine Hürde liegt in der Bekanntheit des Textes. Man weiß ja schon was hier geschieht. Wer es kennt der sagt eventuell, das weiß ich schon. Hier liegt aber auch die Möglichkeit, dass man anders startet und die Gottesdienstteilnehmer einmal fragt, was denn ein Eckstein wirklich ist oder ausmacht.

So kann man gut auf zwei verschiedene Arten an den Text heran gehen.

Als erstes Paradox:

A.) Man geht den Text vom Eckstein aus an!

  1. Was ist ein Eckstein und was macht ihn aus? Man kann hier gerne ein Bild von einem Eckstein zeigen wie untern im Bild! Der hält den Bogen zusammen und wenn der weg ist, wird man zerschmettern, wenn man drunter steht.
  2. Warum sagt Jesus das in der Form? Hier kann man jetzt die beiden Gleichnisse lesen (ohne die Erklärung) und dann die Zuhörer selbst entscheiden lassen, was die Deutung oder Antwort ist.
  3. Die Erklärungen: Wie reagiert der Gelehrte auf diese Fragen und was sagt Jesus dazu!? Hier ist der Zeitpunkt, wo man darauf hinweist, dass es die Umkehr zum Herrn braucht!
  4. Die Folge ist: EINE VERÄNDERTE HALTUNG! Wer das hört und deutet, der kann seine Haltung ändern und zum Herrn umkehren!

B.) Man kann die Gleichnisse auch zunächst vorlesen und dann einfach nacheinander durchgehen. Auch hier steht am Ende die Frage nach der Umkehr zum Herrn.

  1. Verse 28-32:   Die ungleichen Söhne (recht gehorchen macht recht)
  2. Vers 32:           Die Aufforderung der Umkehr (Wiederholung von Vers 32)
  3. Verse 33-41:   Der Weinberg und Israel (im Zusammenhang mit Jesaja 6)
  4. Verse 42-46:   Die Auslegung Jesu und der Eckstein Christus
  5. Vers 32:           Die Aufforderung, die Haltung zu ändern und auf den Herrn zu hören
  6. Verse 45-46:   Die Reaktion der Gelehrten

3.4 Predigt Veranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Um zu zeigen, wie es mit dem Eckstein ausschaut, kann man ein Bild vom Eckstein zeigen. Dieser hält einen Torbogen, weil er einfach passt. Durch dieses Tor kann man dann durchgehen. Ein Bild ist unten zur Verfügung gestellt (man darf es aber auch selber suchen).

Als Lieder eignen sich:

Lied: Der Ort (Outbreak Band) Akustik Videos www.youtube.com/watch?v=609aF0BqiME

Lied: Jesus will uns baun zu einem Tempel (Ich will Dir danke- 413)

Bild als Beispiel:

Torbogen in Werdohl an der Ev. Kirche, mit Eckstein oben

https://christusbund-my.sharepoint.com/:w:/g/personal/rrieker_christusbund_de/ETV1uFaVyKNIhhl1B-hAeV4BWFTX46S5wlj1LqgUH119Ww?e=yddcSf

(Björn Husfeld)