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Jahresthema: In Gottes Nähe leben
Predigtthema: Ein Blick hinter den Vorhang
Predigttext: Offenbarung 1,1-8
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (Offb 1,1-8) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung / Neue Genfer Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Umgangssprachlich ist das Buch Offenbarung unter dem Titel „Offenbarung des Johannes“ bekannt. Unser Predigttext beginnt aber mit den Worten: „Dies ist die Offenbarung Jesu Christi“. Die eine Bezeichnung benennt den Übermittler (so die Überschrift), die andere Bezeichnung benennt den Inhalt (so der Wortlaut von Offb 1,1a). Im Zentrum unserer Verkündigung stehen zwei Aspekte:
* Adressat: Die Offenbarung ist ein Brief an die Gemeinde Jesu (1,1.4.11; 22,6.16)
* Inhalt: Die Offenbarung hat Jesus als zentralen Inhalt (1,1f.7.17f; 22,16.20)
Aus diesem Grund sind die Predigttexte im Februar und März gemeindebezogen und christologisch auszulegen und anzuwenden: „Glücklich, wer aus diesem Buch vorliest, und glücklich, wer diese prophetische Botschaft hört und sich danach richtet! Denn was hier angekündigt ist, wird sich bald erfüllen“ (Offb 1,3).
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung von Offb 1,1-8 bieten z.B.
* Fritz Grünzweig: Johannesoffenbarung 1. Teil. Edition C Bibelkommentar NT Bd. 24. Hänssler (S. 9-46).
* Gerhard Maier: Die Offenbarung des Johannes. Kap 1-11. Historisch Theologische Auslegung. SCM R. Brockhaus (S. 77-104).
* Adolf Pohl: Die Offenbarung des Johannes. 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 55-83).
* John MacArthur. Kommentare zur Offenbarung: Denn die Zeit ist nahe. Mitternachtsruf (S. 7-34).
* Hellmuth Frey: Das Ziel aller Dinge: Das letzte Wort des Erhöhten an seine angefochtene Gemeinde – seelsorgerliche Auslegung der Offenbarung. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 43-48).
* Walvoord / Zuck (Hg.): Das Neue Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 5: 1Kor – Offb. Hänssler (S. 559-565).
* Theodor Zahn: Die Offenbarung des Johannes (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_18_Buecher_66_1924.pdf; S. 131-179).
Hilfreiche Anmerkungen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/66-Die_Offenbarung_Christi_Durch_Johannes.pdf; S. 1916-1919) und der Predigttipp von Eckhard Löffler vom 03.09.2006 unter dem Thema „Gott bleibt treu – dem, er sich nach Vollendung sehnt: Die Verheißung hören“ zu Offb 1,1-8 unter www.studienbibel.de.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Unsere Predigtreihe über die Entstehung und Bestimmung der Menschheit haben wir nun abgeschlossen. Gott hat den Menschen nach seinem Bilde geschaffen und nur in Jesus Christus wird deutlich, was die Bestimmung des Menschen ist (z.B. 2Kor 4,4; Kol 1,15; 30,10). Im Februar und März richtet sich nun aus diesem Grund der Fokus auf die „Enthüllung“ (= Offenbarung) Jesu Christi (Offb 1,1a). Ohne Jesus kann kein Mensch seiner Berufung und Bestimmung entsprechend leben und aus diesem Grund wird auch niemand ohne Jesus seine Vollendung entdecken und erfahren (z.B. Gal 4,19; Phil 2,5-11; 1Joh 2,6), denn „Jesus Christus ist ›der Stein, den ihr, die Bauleute, voller Verachtung beiseite geschoben habt und der zum Eckstein geworden ist‹. Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können“ (Apg 4,11f).
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Die Offenbarung ist ein Trostbuch für die Gemeinde, denn ihr zentraler Inhalt ist Jesus! Aus diesem Grund ist die Offenbarung das Lieblingsbuch für die „verfolgte“ Gemeinde und wir haben „seelsorglich“ zu predigen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Jesus umfasst unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Für alle diese Lebensbereiche entfalten wir, wie sich hier die Herrschaft Jesu auswirkt.
Hinweise auf die persönliche Situation von Johannes geben wir im Rahmen dieser Predigt nur spärlich, da dies im Rahmen der nächsten Predigt (Offb 1,9-20) einen breiten Raum einnehmen wird.
Im Rahmen unserer Verkündigung zu Offb 1-3 weisen wir auf die Verheißung in Offb 1,3 hin und ermutigen deshalb zum eigenständigen Studium der Offenbarung. Die Kapitel 4-7 und 19-22 wurden in der nahen Vergangenheit bereits im Christusbund gepredigt.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 24.03.1987 mit dem Titel „Bibelarbeit“ (Offb 1,1-8), vom 06.06.1982 mit dem Titel „Im Licht Gottes“ (Offb 1,4-8), von Heiko Krimmer vom 12.09.1989 mit dem Titel „Charismatiker oder Apokalyptiker? Johannes – seine Person“ (Offb 1,1-11), von Konrad Eißler vom 26.09.1989 (Offb 1,1-8) und von Hans Peter Royer mit dem Titel „Offenbarung des Johannes – Teil 2/18“ (Offb 1,1-8). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Offenbarung 1] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich bzw. Krimmer, Heiko bzw. Eißler, Konrad bzw. Royer, Hans Peter] ausfüllt.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ein Blick hinter den Vorhang: Jesus herrscht als König!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Damit wir beständig „in Gottes Nähe leben“ können (= Jahresthema), stellen wir im Rahmen der Verkündigung die Bedeutung des Gehorsams gegenüber Jesus, die Ehrfurcht vor Jesus und das Vertrauen in Jesus allein heraus.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Ein Blick hinter den Vorhang!
a) Einblick in die Vergangenheit: Jesus war (V. 1-3)
b) Durchblick für die Gegenwart: Jesus ist (V. 4-6)
c) Ausblick in die Zukunft: Jesus kommt (V. 7f)
oder nach Wilhelm Wagner
a) Ursprung der Enthüllung
b) Empfänger der Enthüllung
c) Inhalt der Enthüllung
bzw.
a) Hier wird Jesus vorgestellt
b) Hier wird Gemeinde dargestellt
c) Hier wird Zukunft klargestellt
oder nach Heiko Krimmer
a) Das tröstende Wort (= Trostbuch)
b) Das gnädige Wort (= Gnadenbuch)
c) Das verheißene Wort (= Christusbuch)
bzw.
a) Die erlöste Gemeinde
b) Der erlösende Gott
c) Die vollendete Erlösung
oder nach Gottfried Voigt:
Alles ist in den Händen Jesu,
a) der als König und Priester beim Vater ist
b) der uns zu seinem Reich und zu Priestern macht
c) der sich für alle Welt als Anfang und Ende erweist
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Veranschaulichungen von Dr. Heiko Krimmer zu Offb 1,1-8:
„Die kommunistischen Terroristen hatten unseren Missionsleiter in einem Dorf im Dschungel Südindiens gefangengenommen. Doch sie ließen sich mit ihm in ein Gespräch ein. ‚Wo ist denn die Liebe deines Gottes Jesus‘? Das war die entscheidende Frage. Singh nahm zwei Stecken und hielt sie ihnen in Kreuzesform entgegen. ‚Da, am Kreuz ist die Liebe Gottes‘. Er konnte so in schlichten Worten das Evangelium bezeugen. Sehr nachdenklich geworden, ließen sie ihn gehen“.
„[Auszug aus dem vorgenannten Gespräch] ‚Hör auf, von diesem Gott Jesus zu reden. Ich bringe dich sonst um!‘ drohte der Anführer. ‚Du kannst mich umbringen‘, entgegnete Singh geistesgegenwärtig, ‚aber ich habe eine Waffe, die stärker ist als deine Maschinenpistole‘. ‚Was soll das sein?‘ fragte der Terrorist verblüfft. ‚Wenn die Menschen hören, Singh hat sich für seinen Gott Jesus erschießen lassen, dann werden noch viel mehr als jetzt schon zum Glauben kommen‘, war die einfache Antwort“.
„Die orthodoxe Kirche stellt in ihren Gottesdiensten und in Bilddarstellungen Christus als den Pantokrator, den Allherrscher, in den Mittelpunkt. Sie ist damit wesenhaft anbetende, lobende Kirche. Das ist in unseren Kirchen oft aus dem Blickfeld geraten. Darum sind wir oft so jammernde Christen und dringen nicht durch zum Gotteslob“.
„Mit einem indischen Pfarrer war ich in der Millionenstadt Kalkutta unterwegs. Er begann im Auto zu weinen, als er das geballte Elend sah. ‚Es gibt keine Hoffnung für diese Stadt‘, sagte er unter Schluchzen. Doch nach einiger Zeit: ‚Doch eine Hoffnung gibt es für Kalkutta, wenn Jesus wiederkommt. Er wird alles Elend abschaffen‘.“
„Wir sind nachts im Dschungel Indiens unterwegs. Es ist eine gefährliche Situation: Die Terroristen suchen uns. Sie wollen uns wohl als Geiseln nehmen, um gefangene Kameraden freizupressen. In mit steigt Angst auf, legt sich wie ein Ring um meine Brust. Da geht mir ein Gedanke durch den Sinn: ‚Und wenn sie mich fangen, was könnten sie mir tun? Selbst wenn ich sterben würde, dann wäre ich noch heute Nacht bei Jesus‘. Das war die Hilfe – das hat die Angst gelöst“.
Ulrich Parzany: „‘Ich musste zweimal hinsehen, um ihn zu erkennen‘, sagt jemand. So geht es einem, wenn man ganz plötzlich und überraschend einen Bekannten trifft, den man nicht erwartet hat. Bei dem zweiten Blick stellt man fest: Wirklich, er ist es. Bei Gott muss man sogar dreimal hinsehen, um ihn richtig zu erkennen: Er ist, er war, er kommt“.
(Thomas Richter)