Predigtthema: Heilig sein, denn Gott ist heilig
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com.
1.1 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
- Krimmer, Heiko.1.Petrusbrief (Edition C)
- Holmer, Uwe. Der erste Brief des Petrus (Wuppertaler Studienbibel)
- Jobes, Karen. 1.Peter (Baker Exegetical Commentary)
1.2 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Vers 13:
- „Umgürtet die Lenden“ ist eine Ausdrucksweise, die wir heute nicht mehr verwenden, weil wir andere Kleidung haben. Zur Zeit von Petrus waren lange Gewänder die übliche Bekleidung. Beim Arbeiten, Rennen oder Kämpfen waren solche langen Gewänder eher hinderlich und deshalb war es hilfreich, dass man das Gewand raffte und in den Gürtel steckte. So war man dann bereit zur Arbeit oder zum Kämpfen. Wahrscheinlich würde Petrus heute sage: Krempelt die Ärmel hoch.
- Mit Gesinnung meint Petrus die gesamte Gedanken- und Gefühlswelt.
- Petrus fordert hier eine geistliche Nüchternheit, die zutiefst von Gottes Realität und von seinem Gnadenhandeln in Jesus Christus geprägt ist.
- Er fordert seine Leser zu einer ganz klar ausgerichteten Hoffnung auf und schafft so eine Brücke zu Vers 3, wo er von einer lebendigen Hoffnung spricht, die in der Auferstehung Jesu begründet ist.
Vers 14-17:
- Ein solches, durch die Hoffnung auf Jesus Christus geprägtes Leben, äußert sich im Gehorsam gegenüber Gottes Gebot und einer klaren Abwendung von einem gottlosen Lebensstil.
- Indem Petrus die Christen, an die er schreibt, als Kinder des Gehorsams bezeichnet, greift er das Thema Wiedergeburt und den Blick auf das himmlische Erbteil auf, von dem er zu Beginn seines Briefes schon gesprochen hat.
- Dieses Thema vertieft er nun, indem er unterstreicht, dass Christen durch einen heiligen Lebenswandel ihren Vater im Himmel widerspiegeln sollen. Für die Nachfolger Jesu gilt derselbe Anspruch, den Gott auch schon gegenüber dem Volk Israel als seinem Bundesvolk erhoben hat (vgl. 3Mose 19,2).
- In Vers 17 betont Petrus noch einmal die Wichtigkeit eines solchen gehorsamen Lebens im Blick auf Gottes Gericht. Es scheint, dass Petrus hier vor einer falschen, ungeistlichen Sicherheit warnen möchte, die den Kampf gegen die Sünde vernachlässigt.
- Der Ausdruck „Zeit der Fremdlingschaft“ weist darauf hin, dass diese Zeit begrenzt ist. Schon in Vers 6 hat Paulus im Blick auf das Leiden von einer begrenzten Zeit gesprochen und dann den Blick auf die ewige Rettung in Jesus Christus gelenkt.
- Heiko Krimmer erklärt die Furcht, von der Petrus hier schreibt, sehr treffend: „Diese Furcht ist also die kindliche Bangigkeit, die den Vater nicht betrüben will, die in allem bestrebt ist, dem Vater Freude zu machen. Es ist eine Furcht, die vor der Sünde flieht, den eigenen Antrieben absagt und auf gar keinen Fall den Geliebten betrüben will.“ (S.51)
Vers 18-21:
- Von der Aufforderung zu einem Leben in der Heiligkeit, geht Petrus wieder zurück zu den Heilstatsachen und erinnert seine Leser an das, was sie in Jesus Christus haben.
- In Gottes Anordnungen zum Opferdienst, die er dem Volk Israel im Alten Testament gegeben hat, war es ganz entscheidend, dass Opfertiere keine äußerlichen Makel hatten.
- Indem Petrus hier von Jesus Christus als dem Opferlamm spricht, durch das wir erlöst sind, erinnert er an die Passah-Nacht in Ägypten (2Mose 12), in der die Israeliten durch das Blut des Passahlammes vor Gericht Gottes gegen Ägypten bewahrt wurden.
- Im NT finden wir das Bild von Jesus als dem Passah-Lamm an verschiedenen Stellen (z.B. 1Kor 5,7; Joh 1,29.36; Apg 8,32ff; Offb 5,6).
- Immer wieder wird im NT zudem betont, dass Jesus im Gegensatz zu uns Menschen ohne Sünde geblieben ist. Nur so konnte er sein Werk als vollkommenes Opferlamm vollbringen (vgl. Hebr 4,15; 1Joh 3,5; 1Petr 2,22).
- Neben der Vollkommenheit Jesu ist es Petrus auch wichtig deutlich zu machen, dass Gottes Rettungsplan schon vor der Schöpfung gefasst wurde. Jesus ist der vollkommene und der ewige Sohn Gottes, der dann schließlich offenbart wurde, als die Zeit erfüllt war (vgl. Gal 4,4), um Gottes Heilsplan in die Tat umzusetzen.
- In Vers 21 schließt Petrus den Gedankengang ab, indem er noch einmal unterstreicht, wie der Glaube mit Jesus Christus verbunden ist. Jesus ist Ursprung und Ziel des Glaubens.
- Nur wer an den auferstandenen und verherrlichten Jesus Christus glaubt, glaubt wirklich an Gott. Nur in Jesus Christus gibt es echte Hoffnung und echten Glauben.
- Die Auferstehung Jesu ist der Beginn der neuen Schöpfung. Alle, die an Jesus Christus glauben, dürfen durch ihn in der lebendigen Hoffnung leben, dass sie selbst Anteil an der neuen Schöpfung Gottes haben (vgl. 2.Kor 5,17; Joh 3,36; Joh 5,24; Röm 5,17; Röm 8,17, …).
Vers 22-25:
- Auch in diesen Versen beschreibt Petrus, wie das neue Leben in Christus ganz praktische Auswirkungen auf den irdischen Alltag hat. Christen, die die Wahrheit in Jesus Christus angenommen und so die Reinigung von ihrer Schuld erlebt haben, sind in die Gemeinschaft mit anderen Christen hineingestellt. Sie werden von Gott zu echter Liebe untereinander befähigt.
- Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Glaubensgeschwistern lässt sich nicht voneinander trennen. Besonders im ersten Johannesbrief wird dies mehrfach betont (vgl. 1Joh 3,16f; 1Joh 4,7ff; 1Joh 5,1ff)
- Gott muss die echte Bruderliebe in uns wirken und gleichzeitig ist es unsere Aufgabe nach dieser Liebe zu streben. Auch diese beiden Richtungen gehören untrennbar zusammen.
- Petrus schließt den Abschnitt, indem er noch einmal daran erinnert, wie Gott im Leben eines Christen gewirkt hat. Wieder zeigt Petrus, dass es sich bei dem neuen Leben aus Gott um eine wirkliche Neuschöpfung handelt, die Gott durch sein lebendiges Wort bewirkt hat.
- Diese neue Schöpfung zeichnet sich dadurch aus, dass sie eben nicht vergeht, weil sie durch das Wort Gottes entstanden ist, das niemals vergeht.
- Mit dieser Betonung des unvergänglichen Lebens in Gott, schließt Petrus den Kreis zum Anfang des Kapitels, wo er von einem unvergänglichen, unbefleckten und unverwelklichen Erbteil geschrieben hat, das für die Jesusnachfolger in der Herrlichkeit bereitsteht.
- Die Christen, an die Petrus schreibt, die als Fremdlinge in der Zerstreuung leben, dürfen wissen, dass in Jesus eine echte bleibende Hoffnung haben. Sie haben in Jesus Christus, durch das Wort Gottes, ein Leben, das niemals vergeht.
- Diese gute Hoffnungsbotschaft haben sie durch treue Verkündigung gehört und sie haben erlebt, wie das Evangelium ihr Leben verändert hat.
2. Verstehen, worum es geht
Hinweise für hermeneutische und homiletische Überlegungen
Wie immer, wenn es um geistliche Aufforderungen zur Lebensgestaltung geht, ist es wichtig, dass wir diese in der Rettungsbotschaft verankern. Nur weil wir in Jesus Christus ein neues Leben haben, können wir in seiner Kraft auch ein Leben führen, das mehr und mehr von Gottes Heiligkeit geprägt ist. Auf der anderen Seite ist es wichtig zu verstehen, dass ein Leben in der Heiligung nicht bloß eine Option ist. Das neue Leben in Jesus Christus, das von der lebendigen Hoffnung geprägt ist, zeichnet sich dadurch aus, dass es leidenschaftlich danach strebt, den Willen Gottes zu erkennen und zu tun (vgl. Röm 12,1f).
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Predigt soll auf der einen Seite die Heilswahrheiten, die uns in Jesus Christus gelten, klar hervorheben. Er ist das vollkommene Opferlamm, durch dessen kostbares Blut wir erlöst sind. Gleichzeitig wollen wir deutlich machen, dass ein Leben in der Nachfolge Jesu ein geheiligtes Leben sein muss, das vom Gehorsam gegenüber Gottes Wort geprägt ist und sich auch in der Liebe zu den Glaubensgeschwistern zeigt. Die Hörer sollen motiviert werden, leidenschaftlich danach zu streben, dass Gott und sein Wirken in ihrem Leben sichtbar wird.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Heilig leben, denn Gott ist heilig
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
1. Heilig leben in Gottes Familie: Gottes Kinder sollen seine Heiligkeit widerspiegeln (V.13-17)
2. Heilig durch Gottes Gnade: Nur durch Jesus, das vollkommene Opferlamm können wir heilig sein (V.18-21)
3. Heilig leben in echter Liebe: Gottes Wort wirkt echte und bleibende Liebe in uns (V.22-25)
(Tobias Schurr)