Predigtthema: Sündhaft teuer (Nur Gott gehorchen wir)
Predigttext: Josua 7,1-26
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Bei dem vorliegenden Geschichtstext handelt es sich um eine Besonderheit.
Der Text beschreibt die einzige Niederlage Israels bei der Landeinnahme unter Josua.
Die Israeliten hatten schon auf wunderbare Weise den Jordan durchzogen und dabei Gottes Handeln erlebt. Die nächste Herausforderung war dann die Einnahme der Stadt Jericho – eine militärische Hochburg zur damaligen Zeit. Gott hatte die Stadt in ihre Hände gegeben und dafür gesorgt, dass deren Mauern einstürzten. Auf die Kriegsbeute hatte Gott sein alleiniges Anspruchsrecht erhoben.
Und genau hier greift das Kapitel 7 die Geschichte auf.
Der Autor zeigt auf, wie Sünde eines Einzelnen ein ganzes Volk betreffen kann, dass Sünde nicht „unter den Teppich gekehrt“ werden kann und Gott genau um unser Versagen weiß.
Am Beispiel von Achan, der vom Verbotenen nahm, wird sehr deutlich, dass Sünde, eben Ungehorsam gegenüber Gott, keine Kleinigkeit ist, sondern tödliche Konsequenzen hat.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Warren W. Wiersbe Englisch (Commentary OT; Seite 401-Seite 404)
* Konrad Eißler >Herzgeschichten< https://www.sermon-online.com/de/contents/7228
* Roger Liebi https://www.sermon-online.com/de/contents/19558
* MacArthur Studienbibel (Seite 336 – Seite 337)
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
V.1 Das Gebannte waren die Wertgegenstände, wie Silber und Gold, der Menschen in Jericho. Es war eindeutig formuliert, dass ALLES zum Schatz des HERRN gebracht werden sollte. Ein Verstoß gegen diesen göttlichen Erlass würde „Bann (wörtlich: völlig zerstört werden) & Unheil über das ganze Lager Israels bringen.“ Josua 6,18-19
Hier steht nicht, dass eine Person, sondern (ganz) Israel sich an dem Gebannten vergriff.
Und auch die Konsequenzen sind nicht auf eine Person beschränkt, sondern betreffen das ganze Volk, denn Gottes Zorn entbrannte nicht nur gegenüber Achan, sondern gegenüber (dem ganzen Volk) Israel.
Sünde ist keine Privatangelegenheit! Das ist nicht „unfair“ oder hart, sondern eine ganz natürliche Sache. Wenn sich unser Körper eine Verletzung zugezogen hat, dann leidet auch nicht nur dieses Körperteil, sondern darunter leidet der ganze Körper. So ist das auch im „Leib Christi“, der Gemeinde:1.Korinther 12,26-27.
V.2 Ai lag im zentralen Bergland, östlich von Bethel und ungefähr 24 km von Jericho entfernt.
V.3 Die Kundschafter berichten, dass die Stadt Ai mit 2000 bis 3000 Soldaten einzunehmen wäre. Der Grund: … ihrer sind wenige. Wenige = tatsächlich 120000 Mann (Josua 8,25).
V.4 Das Kriegsvolk (3000 Mann) zieht hinauf.
Jericho liegt auf -258m, Ai dagegen auf 850m ü.N.N. => über 1100 Höhenmeter!
V.5 Mit „Brüchen“ und „Abhang“ dürften in Jos 7,5 der von Ai aus sichtbare Felssturz Qurnet Šaḥtūra gemeint sein, der gut 1km östlich beginnt, sich über 1km in West-Ost-Richtung erstreckt und den Abstieg zum Jordangraben markiert (Rösel, 1975, 159-171).
V.6 Kleider zerreißen und Staub auf das Haupt werfen waren Zeichen von großer Not, wie einer militärischen Niederlage (1.Sam.4,12), persönlicher Schande (2.Sam.13,19). Es war die Art der Juden, sich damals an Gott zu wenden in Zeiten von großer Gefahr oder nationaler Sünde (Neh.9,1; Est.4,1).
V.7 „Wenn wir nur …. geblieben wären, dann …“ Das waren schon die Gedanken vor über 40 Jahren in der Wüster mit der anscheinenden Sehnsucht zurück nach Ägypten zu gehen.
V.8-9 Klingt eher wie ein Vorwurf an Gott und was ER zu tun gedenkt, wenn tatsächlich Sein Volk einmal ausgerottet werden würde.
V.11 Gott macht deutlich, dass Sünde, selbst wenn sie verheimlicht wird, niemals vor Gott versteckt bleibt (Hebräer 4,13).
V.12 Sünde kann nicht parallel mit der Gegenwart Gottes existieren (Joh.3,19-21; 1.Joh.1,5).
V.14-18 Gott ist verantwortlich für die Investigation des Straftäters und die Höhe des Strafmaßes:
Prediger 12,14 „Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.“
V.19 Überführt ist der Täter schon durch göttliche Unterstützung. Jetzt geht es noch darum vom Täter ein persönliches Geständnis zu hören.
V.20-23 Eingestehen der Tat, aber keine Reue erkennbar. Es werden vom Täter nur die Abläufe der Tat bis zum Verstecken des Diebesguts berichtet.
Babyl. Mantel: wohl gewebt aus Gold und Seidenfäden. 200 Lot entsprechen ca. 2,3 kg.
Eine Stange Gold: man fand bei Ausgrabungen Goldbarren mit den Maßen 25 x 2,5 x 1,2, die wogen ca. 600g. Das könnte durchaus ein Königsmantel gewesen sein.
V.24 Tal Achor ( עָכַר akar ) wörtlich: durcheinander bringen, stören, in Schwierigkeiten bzw. Unglück bringen. Das gleichnamige Tal liegt ca. 1,6 km südlich von Jericho.
V.25 Dieses Hebräische Wort (akar) wird hier noch zweimal verwendet (Luther übersetzt: betrüben).
Die ganze Familie wird gerichtet. Laut 5.Mo.24,16 wäre das nicht geschehen, wenn der Rest der Familie unschuldig/unwissend gewesen wäre. Sie steckten wohl alle miteinander unter einer Decke.
Die Übeltäter wurden nicht nur gesteinigt, sie wurden auch verbrannt, was immer ein Zeichen von Gottes Gericht ist.
V.26 Steinhaufen – das erinnert an die zwölf Steine, die Josua in Gilgal zur Erinnerung an den Durchzug durch den Jordan aufstellen ließ. Allerdings ist dieser Steinhaufen eher ein Mahnmal nicht gegen Gottes Gebote zu handeln.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Diese Geschichte von Achan macht sehr, sehr deutlich, dass Sünde eine todernste Sache ist – ebenso, wie es in Römer 6,23 heißt: „Der Lohn der Sünde ist der Tod, …“
Des weiteren wird deutlich, dass Sünde nicht nur den Sünder betrifft, sondern eben auch andere mit sich reißt.
Es scheint fast so zu sein, wie die Ansteckungsgefahr bei einer Pandemie, die wir gerade durchleben.
Sünde kann generell als Ungehorsam gegenüber Gott definiert werden – und da wird man beim Blick in Gottes Wort schnell feststellen, dass Römer 3,23a recht hat: „Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.“
Allerdings ist im Gegensatz zu der Geschichte von Achan für uns heute eine göttliche „Lösung“ dieses tödlichen Problems möglich.
Die wird uns sowohl in Römer 3,24 „Und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ als auch in Römer 6,23b deutlich gemacht: „… die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“
Das ist die wunderbare Botschaft, eben das Evangelium, das uns durch Jesus geschehen ist: ER bezahlt an unserer Stelle für unsere Schuld der Sünde, damit wir im Gegenzug gerecht und ohne Sünde vor Gott stehen können und damit ewiges Leben, ewige Gemeinschaft in Gottes unmittelbarer Nähe verbringen dürfen.
Kein Verdienst unsererseits – nein, es ist Gottes Gnade, sein Geschenk an uns.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Sünde hat immer tragische Konsequenzen. Das wird in unserer Gesellschaft und mitunter auch in unseren Gemeinden nicht ganz so dramatisch gesehen. Sätze wie: „Das ist ja nicht so schlimm. Das ist ja vielen anderen auch schon geschehen.“ Oder: „Das kommt schon mal vor!“ nehmen die Tragweite der Sünde nicht richtig ernst. Des Weiteren ist es weitgehend so, dass viele Menschen (auch Christen) der Meinung sind, dass man Sünde auch selbst wieder „ausbügeln“ kann. Dazu muss man nur versuchen dementsprechend etwas Gutes zu tun. Diese Geschichte des Achan macht die Tragweite von Sünde auf dramatische Art und Weise deutlich, sollte uns aufschrecken und uns ganz neu dankbar machen, dass wir in Jesus den Erlöser haben dürfen, der für unsere Schuld und Sünde am Kreuz starb. Wir dürfen mit den Worten aus 1.Johannes 1,8-9 Menschen warnen und gleichzeitig ihnen zusprechen:
„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Bin ich mir der Tragweite von Sünde (meiner Sünde) bewusst?
Ist mir klar, dass ich durch meine Sünde auch das Leben anderer negativ beeinflusse?
Ist mir bewusst, dass ich eigentlich das gleiche Schicksal verdient hätte, wie Achan, denn wer hätte Gott nicht auch schon Dinge gestohlen, auf die ER Anspruch erhebt, wie Zeit, Geld, Talente, …?
Wir wollen wieder ganz neu vor Gott treten und IHM bekennen, dass IHM alle Ehre und damit auch unser ganzes Leben gehört. Wir wollen IHN um Vergebung bitten, wo wir in ähnlicher Gier wie Achan, Dinge an uns reißen, weil wir SEINER Liebe und Fürsorge misstrauen.
Wir wollen offen und ehrlich vor Gott sein und unser Leben unter das Motto aus Matthäus 6,33 stellen:
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen!“
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Konrad Eißler >Herzgeschichten< https://www.sermon-online.com/de/contents/7228
Roger Liebi https://www.sermon-online.com/de/contents/19558
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Zuhörerschaft soll auf die Tragweite von begangener Sünde eines Einzelnen aufmerksam gemacht werden. Sünde ist niemals Lappalie, keine Privatangelegenheit und hat Auswirkungen auf andere Menschen. Sünde trennt von Gott und damit vom Leben.
Die einzige Bewahrung vor dieser Auswirkung der Sünde liegt darin, dass ich mich im Glauben darauf berufe, dass Jesus für meine Sünde diese Strafe am Kreuz (den Tod) schon beglichen hat.
Was für eine Gnade. Halleluja!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Die Sünde des Einzelnen (Achan) betrifft eben auch andere (das Volk Israel und davon besonders die 36 getöteten Soldaten) in negativer Weise. Sie kann nicht (auf ewig) verborgen gehalten werden und es wird Konsequenzen für unseren Ungehorsam gegenüber Gott geben, wie sie dieser in seinem Wort klar angekündigt hat:
Römer 6,23a „Der Lohn (die Konsequenz) der Sünde ist der Tod.
Die frohe Botschaft ist, dass der Lohn der Sünde von Jesus für uns schon bezahlt wurde – nämlich durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz. Wenn wir an Jesus glauben und uns auf sein Opfer berufen, dann dürfen wir unsere Sünden bei Gott bekennen und sicher wissen:
1.Johannes1,9 „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“
Dann gilt für uns der zweite Teil von Römer 6,23:
„Der Lohn der Sünde ist der Tod aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
a) Sünde – die Güte Gottes in Frage gestellt
Gott hatte sein Volk bis hierher so gut versorgt. Warum glaubt Achan das nun nicht mehr?
b) Sünde – den Anspruch Gottes beiseitegestellt
Gott hatte Seinen Anspruch deutlich gemacht. Achan wagt es trotzdem dagegenzuhandeln!
c) Sünde – dem Gericht Gottes hat ER sich gestellt
Achan bezahlt für seine Sünde mit dem Tod. Unsere Sünde bezahlt Jesus mit Seinem Tod!
(Jochen König)