Markus

Predigthilfe vom 18.11.2007 – Markus 13, 24-32

Monatsthema: Gott schafft Neues, indem er…
Predigtthema: … den Sohn wieder sendet

Bibelstelle: Markus 13, 24-32

Verfasser: Eckhard Löffler

Vorbemerkungen
Ein Text, der schon Anlass zu vielen Spekulationen gab. Die Gefahr des Abweichens vom Eigentlichen ist vorhanden.

Erklärungen und Tipps:
V 24 „ABER“ macht den schroffen Gegensatz zwischen den wundersamen Zeichen falscher Christusse und dem ernsthaften, dramatischen Kommen Jesu „in jenen Tagen“ deutlich. (vgl. V 19-20; Joel 3, 1-5). Die Aussage „NACH dieser Bedrängnis oder Trübsal“ weist auf das spätere Kommen hin, nicht auf die Zeit der Tempelzerstörung 70 nChr. Katastrophen hatten die großen Taten Gottes hin und wieder begleitet: 1. Mo 6; Jos 10, 12f; Mk 15, 38; Mt 27, 51ff). Jesus bezieht sich auch auf Jes 13, 10 und 34, 4.
Sonne und Mond haben bis heute verlässliche Kalender ermöglicht.
Einzelne Ausleger sehen hier auch Verbindungen zum „Gewicht“ einflussreicher, mächtiger Menschen, die wie „Sonnengötter“ angehimmelt wurden/werden. Erschütternd! (1)

V 25 Die (wörtl.) „Kräfte in den Himmeln“ werden wanken, d. h. Naturgesetze, wie z.B. Anziehungskräfte verlieren ihre grundsätzliche Geltung. Die Physik kommt durcheinander. (2)
Ob auch negative Geistermächte diese Unordnung hervorrufen, wenn z.B. der Satan und seine Horden schließlich in die Enge gedrängt werden und ihr Untergang in Sichtweite gerät (Offb 19, 17ff), kann nur vermutet werden.

V 26 “Und DANN“ (griech. „tote“, dieses Wort steht auch in V 21.27) wird die Himmelfahrt Jesu (Apg 1, 10) umgekehrt, aber nun sichtbar in Macht und Herrlichkeit.
Wolken des Himmels können schon im AT ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes sein (9, 7; 2. Mo 19, 9; Ps 97, 1f; Dan 7, 13; Mt 24, 30b). Jesus hält sich an Dan 7, 13f.
Die Verborgenheit des Gottesreiches wird beendet.
Mk 1, 15: „Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen“ meint einen dynamischen Begriff, der sich auf Gottes souveränes Handeln und Herrschen bezieht. Jesus musste also nicht erst Interesse an der Zukunft wecken, man wartete schon auf das Kommen des Messias. (2. Sam 7, 8-17; Jes 11, 1-10; 24, 23; Jer 23, 4-6; Mi 4, 6f; Sach 9, 9ff).

V 27 Engel werden gesandt (vgl. 8, 38; Mt 13, 41; 25, 31) und die Auserwählten ( Mk 13, 20.22) versammelt. „Aus den vier Winden“ beschreibt alle Himmelsrichtungen weltweit. Niemand wird vergessen werden.
Im AT besteht die Erwartung, dass Gott die Zerstreuten seines Volkes zusammenführen wird (5. Mo 30, 3ff; Jes 11, 12; Jer 31, 7ff; Hes 11, 16f; 20, 33ff).
Zur Zeit des zweiten Kommens Christi in Herrlichkeit wird auch das Volk Israel gesammelt und gerichtet; danach als Volk wiederhergestellt und erlöst (Jes 59, 20f; Hes 20, 33ff; Sach 13, 8f; Rö 11, 25ff).
Auch alle Heiden werden versammelt (Joel 4, 2). „Schafe“ und „Böcke“ werden getrennt (Mt 25, 31-46). Erlöste Juden und Heiden werden das 1000-jährige Friedensreich als sterbliche Menschen erleben (Jes 2, 2ff; Dan 7, 13f; Mi 3, 1-5; Sach 14, 8-11.16-21).
Dass Juden und Heiden, die in dieser Trübsalszeit zum Glauben gefunden haben, als Auserwählte bezeichnet werden (vgl. Offb 7, 3f; V9f) , KÖNNTE darauf hindeuten, dass die Gemeinde, der Leib Christi, schon vorher entrückt wird. Das unterstreicht die Mahnung: „Deshalb WACHT!“ (Mk 13, 35-37). Jesus beschreibt diese Ereignisse nicht so ausführlich, weil sich die Jünger damals noch gar keine Gemeinde Jesu vorstellen konnten (Mt 16, 18; Apg 1, 4ff).
Zahlreiche Ausleger erwarten die Wiederkunft Jesu allerdings erst NACH der großen Trübsal.
Die „Auserwählten“ wären dann die Erlösten aller Zeiten. In diesem Fall würde die Gemeinde Jesu auf Erden bleiben und durch die Kraft Gottes hindurchgerettet werden. Erst am Ende dieser Weltzeit würde sie entrückt um dann gleich wieder am Tausendjährigen Reich teilzuhaben. (3)
Diese Verschiedenheit in den Meinungen darf nicht von der Hauptfrage ablenken: Was können wir tun, um selig zu werden? Apg 16, 31: „Glaube an den Herrn Jesus – und gerettet werden wirst du und dein Haus!“.
Das ist die wichtigste Vorbereitung auf alles, was kommt.

V 28f Am Feigenbaum (Mk 11, 12ff), Synonym für Israel (Hos 9, 10), konnte man die Nähe des Sommers erkennen.
Mit der Staatsgründung des zerstreuten und geschundenen Volkes 1948 wurden sofort Endzeitüberlegungen verbunden. (4)
Keine Zeitpunkt- und Tagesdeutung, eine Zeitdeutung. „Genauere Berechnungen“ gab es leider zahlreich, auch in frömmsten Kreisen.

V 30f Die drohende Krise kommt nicht ohne Vorwarnung.
Was genauer mit „nahe vor der Tür“ gemeint ist, der wiederkommende Herr oder das „Greuelbild der Verwüstung“, ist hier nicht klar.
„Geschlecht“ kann das damalige Judenvolk z. Zt. der Zerstörung Jerusalems meinen, Menschen, die zur gleichen Zeit leben (8, 12.38; 9, 19), aber auch die Juden, die die große Trübsal erleben.
Das gegenwärtige Universum wird ein schreckliches Ende nehmen (2. Petr 3, 7.10-13), aber Jesu Worte (wörtl.) keinesfalls. Ewig gültig. Nie unpassend oder in Teilen ungültig. Was für Gottes Wort gilt (Jes 40, 6ff; 55, 11), bezieht Jesu Worte mit ein. Denn er ist Gott.

V 32 Tag und Stunde waren immer höchst interessant. Die Rechenfehler sind zu zahlreich und lohnen nicht, als Wachmacher in der Verkündigung zu dienen. Dahinter standen oft Geschwister, die ihren Glauben und das Wort Gottes sehr ernst nahmen, bis hin zu daraus folgenden, erzwungenen Auslandsaufenthalten.

Gliederungsvorschlag
1. Der Herr kommt wieder.
2. Bis dahin: Wacht!
3. Sein Wort gilt ewig.
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Fußnoten
(1) Die Scheidungsquoten großer Politiker steigen, die „Vorbildfunktionen“ bekannter Schauspieler und Sportler schwinden und Politiker vor Gericht sind keine Überraschung mehr. Allerdings sollten die gegenwärtigen Beobachtungen nicht die Fehlschaltungen seit dem Altertum verdecken. Pfr. D. Siegfried Kettling: „Die alten Kulturen (auch Israel) kannten die Vielehe (ein Mann hatte gleichzeitig mehrere Frauen). In der ausgehenden römischen Antike macht sich (wie tendenziell auch heute!) die „sukzessive“ oder „progressive Polygamie“ breit: Man war jeweils nur mit einer Partnerin verheiratet, hatte aber im Nacheinander deren viele (Hieronymus, 347-420 nChr., berichtet von einer Frau, die ihre 23. Ehe mit einem Mann einging, für den es die 21. war.).
(2) F = m x g: (F = Erdanziehungskraft; m = Masse des Körpers; g = Fallbeschleunigung), ein Grundgesetz der Natur, wird nicht mehr akkurat funktionieren.
Das Lied „Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte … Blick‘ ich empor zu jenen lichten Welten und seh‘ der Sterne unzählbare Schar, wie Sonn‘ und Mond im lichten Äther zelten, gleich gold’nen Schiffen hehr und wunderbar…. (Iwwd 6) ist dann überholt.
(3) Ausleger Mag. Hellmuth Frey zieht z. B. den Schluss „Durch die Zusicherung der Entrückung müssen wir nicht durch die letzte Tiefe.“
(4) Friedrich der Große (1712-86) soll schon viel früher einen seiner Gäste, der Christ war, gefragt haben: „Können Sie mir einen einzigen unwiderlegbaren Gottesbeweis nennen?“ Die Antwort von Jean Baptiste du Boyer war knapp und geistreich: „Jawohl, Majestät, die Juden!“ (ca. 200 Jahre vor der Staatsgründung Israels).