Monatsthema: Christus – der Verheißene
Predigtthema: Christus – der Heilige
Bibelstelle: Hesekiel 28,25-26
Verfasser: Dr. Heiko Krimmer
Bei diesem Text folgen wir nicht dem sonstigen Schema der Predigttipps, sondern machen eine ausführliche Predigtskizze:
Einleitung: Unendlich viele Erklärungen von Politikern, Experten und Verantwortlichen über das „Problem“ Naher Osten/Israel. Meist sind es nur Worthülsen, welche die ganze Hilflosigkeit derer, die sich mit diesem „Pulverfass“ befassen, nur um so deutlicher werden lassen.
Hier ist eine „Erklärung“: der ewige, allmächtige Gott selbst spricht über den Nahen Osten. Er ruft seinen Willen aus. Sein Wort steht unter der Überschrift: „So er spricht, so geschieht´s“!
1. Der heilige Gott
a) Bei der Frage nach der Existenz und der Zukunft Israel steht die Frage nach dem Sein und Wesen Gottes auf dem Spiel. Er hat Israel seit Abraham erwählt und zu seinem Volk , dem geliebten ersterwählten Sohn, erklärt. Die Glaubwürdigkeit seines Wortes, seiner Treue, seiner Verheißung steht also in Frage. Die Israelfrage ist deshalb die Gottesfrage.
b) Der Satan kämpft seit dem Paradies gegen Gott. Ihn selbst kann er nicht angreifen. Deshalb greift er sein „Liebstes“, sein Volk Israel an, durch die Zeiten, bis heute. Die tiefste Wurzel des Antisemitismus ist der Gotteshass. Nur so ist zu verstehen, was Israel, den Juden, bis hin zum Holocaust widerfahren ist. Wer Israel antastet, „tastet Gottes Augapfel an“ (vgl. Sach. 20,12).
c) „Ich werde mich als heilig erweisen“, das ist die Überschrift, um die Geschichte Israels – gerade auch heute zu verstehen. „Heilig“ im Wurzelreim des Wortes verstanden: „Haupt sein“: Die Allmacht Gottes, seine Einzigkeit und sein schöpferisches Handeln sind hier benannt. Keine Macht der Erde, keine Macht der Hölle kann Gottes Plan mit Israel, die Heilsgeschichte, hindern. Auch die geballte Erd- und Satansmacht mit ihrem Angriff auf Israel wird kläglich scheitern (vgl. Offb. 19, 17ff; 20, 7 ff).
d) Gott hat sein Volk Israel durch die Zeiten gegen alle Vernichtungsangriffe erhalten (vgl. etwa 2. Mose 14, besonders V. 14). Daran wird seine Allmacht und seine Treue sichtbar. Israel – eben gerade auch heute – steht für Gottes alles überlegene Macht. An Israels Geschichte, seiner Existenz durch die Jahrtausende, wird Gottes Existenz, sein Sein erkannt.
e) Freiheit ist Gottes Liebe zu Israel – keine „Streichel-Liebe“. Er führt das „halsstarrige“, ungehorsame Volk durch viele Gerichte. Eben auch die Zerstreuung unter die Völker, endgültig seit 135 n. Chr., ist Gericht Gottes über sein Volk. Aber es gilt ein Doppeltes: „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt er“; es sind im Tiefsten Erziehungsgerichte. Und: Gott lässt sein Volk nicht untergehen. Er gibt ihm eine durchgehende Verheißung (vgl. Hesekiel 33-48).
f) „Ich will mich heilig erweisen… vor den Augen der Heiden“, das ist Gottes Zusage. „Heilig“ im Sinne von „glänzend, strahlend“. Seine Herrlichkeit, sein Siegesglanz zeigt sich an dem, wie er Israel wiederherstellt und umschützt. Wir sind heute Augenzeugen. Seit der Staatsgründung 1948 vollzieht sich Hesekiel 28, 25 f wortwörtlich. wer die biblischen Verheißungen nicht ernst nimmt, kann die heutige Nahostgeschichte nicht verstehen.
g) Freilich: Noch ist es das „blinde“ Israel, mit der „Decke“ vor den Augen (vgl. Römer 10, 10 und 2. Kor. 3, 14 ff). Wir Christen huldigen keiner falschen Israelverehrung; unsere Liebe zu Israel kommt aus der Liebe zu Gott, ist Gottesanbetung, Lob seiner Treue. Gottes Heilshandeln geschieht nicht wegen Israels Qualität, sondern trotz der Blindheit und Verstockung des Volkes. Auch für Gottes Heil an Israel gilt: „Allein aus Gnade!“
2. Der handelnde Gott
a) Gott wird am Ende der Zeit Israel wieder sammeln. Das sagt er hier ganz klar und eindeutig. Er ist der Handelnde. Dass Israel heute wieder als Volk und Staat im Land Israel ist, das ist ganz allein Gottes Tun.
b) Es ist sein Treue-Tun. Er hält seine Zusage felsenfest, die er „Jakob“ gegeben hat (vgl. 1. Mose 28, 13ff). Ausdrücklich steht „Jakob“ = der Betrüger, der alte Name. Damit wird unterstrichen: Jakob/Israel hat keine besondere Qualität, sonder es ist und bleibt Gottes freie Gnade und Treue. Er „sammelt“ sein Volk, wörtlich: „zu Garben binden“, ein Bild für die Ernte. Er schafft sich Frucht, die bleibt.
c) Israel wird „wohnen“ im „Lande“, wörtlich: auf seinem Erdboden, das ist also ganz dinglich gemeint. Den Erdboden des Landes Israel in seiner Realität, das ist der Lebensraum für das Volk. Da sollen sie „wohnen“, also dauerhaft zu Hause sein, sich endgültig niederlassen. Alle noch so beschworenen Ansprüche anderer auf das Land, den Boden Isarels ändern daran nichts. Es ist Israels Land, von Gott ihm ein für allemal zugesprochen. Selbst wo Israel heute „Land für Frieden“ eintauscht hebt das Gottes Zusage nicht auf.
d) Sie sollen in „Sicherheit“ wohnen. Zweimal betont das Gott. Hebräisch heißt der Wortsinn „als Vertrauende“, also wo und weil sie ihrem Gott vertrauen. Israel muss die schwerste Lektion auch für seine „Sicherheit“ noch lernen: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen“ (Sach. 4, 6). Der heilige Gott selbst, er allein ist Israels Schutz.
e) Das „wohnen“ wird dreimal betont und dadurch als gewisseste Zusage der Dauer festgeschrieben. Ein Wohnen, das sich entfalten kann: Häuser werden gebaut und Weinberge gepflanzt. Beides Ausdruck eines lebendigen, tätigen, sich entwickelnden und dauerhaften Gemeinwesens. Wieder: Das vollzieht sich wortwörtlich vor unseren Augen.
f) Israel ist der aufgerichtete Wegzeiger in der Völkerwelt zu Gott. Keiner kann das Geschehen um Volk und Land Israel wirklich verstehen, der nicht an den lebendigen, heiligen Gott glaubt.
g) Das steht noch aus: „sie sollen erfahren, dass ich, Jahwe, ihr Gott bin.“Erst bei der Wiederkunft Jesu Christi wird die Gotteserkenntnis Israels, sein Heil erfüllt sein (vgl. Sach. 9, 9ff und 12, 9ff).
3. Der richtende Gott
a) „Ich werde mich heilig erweisen“, heilig im Sinn von unantastbar, der ganz Andere. So wird er den Völkern als der gerechte Richter entgegentreten. „Das Gericht“ über die Feinde Israels. „Gericht“ hat zwei Grundbedeutungen. Einmal: „Zerreiben“, so wie bester Stein zermalmt und zu Staub zerrieben wird. Der militärische Begriff „aufreiben“ kommt von daher. So wird Gott mit den Gegnern Israels tun.
b) Und: „Gericht“ = auf ein Feuer stellen, erhitzen. Die Völker werden in ihrem Fanatismus gegen Israel sich selbst zugrunde richten. Gott kündigt das ausdrücklich an und wir beobachten heute schon dieses „Zerreiben“: Die weit überlegenen arabischen Völker zerreiben sich aneinander, finden zu keiner Einheit; ihr kochender Hass treibt diese Völker in den eigenen Ruin.
c) Das „Wohl“ der Völker hängt von ihrer Haltung zu Israel ab. So heißt es in Psalm 122,6: „Wünschet Jerusalem Glück! Es möge wohlgehen, denen, die dich lieben“.
d) Es wird wieder auch für den Einzelnen zur Entscheidungsfrage (auf Leben und Tod) werden: Wie hältst du es mit Israel? Wir Christen stehen zu Israel, in Solidarität, helfendem Tun und ausdauernder Fürbitte.
e) Die „Feinde rings um sie her“ sind heute schon Wirklichkeit. Die antichristliche Weltallianz gegen Israel aber wird das lückenlos darstellen. Da wird der wiederkommende Herr Sieg – Gericht halten (vgl. Sach. 14, 2ff).
f) Israels Heilszukunft liegt in der Christuserkenntnis. Wir haben den unaufgebbaren Auftrag eben auch Israel seinen Messias Jesus vorzuleben und zu verkündigen. Die Christusgläubigen messianischen Juden brauchen unsere besondere Begleitung.
Schluss: Gott redet hier: So wird es geschehen, so geschieht es jetzt!