Monatsthema: Daniel: Treu im Feindesland
Predigtthema: Mut zum Glaubenszeugnis – Soli deo gloria
Predigttext: Dan 3,1-30 (Vorschlag zur Textlesung: Dan 3,1-2,6-8, 14-19; 24-27)
Zur Gottesdiensteinleitung: Mt 10,28-32 oder 1Pet 4,12-16
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Es ist zu empfehlen, dass der Verkündiger im voraus überlegt, welche Verse er vorlesen und welche er überspringen bzw. zusammenfassen möchte.
Zwischen Daniel 2 und 3 liegen einige Jahre (ca. 15 Jahre). In der Septuaginta ist bei Dan 3,1 eine Zeitangabe hinzugefügt, so dass dieses Ereignis auf das 18. Regierungsjahr Nebukadnezars (587 V.Chr.) datiert wird. Daher wäre es evtl. verständlich, dass Nebukadnezar, der nach der Traumdeutung Daniels den Gott Israels als einen wahrhaftigen Gott, der Götter erkannt hatte (Dan 2,47), die Verweigerung der drei Freunde Daniels nicht damit in Zusammenhang brachte. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Nebukadnezar durch den Ungehorsam in seinem Stolz so getroffen wurde, dass er aus ungezügeltem Jähzorn handelte. Dafür sprechen auch seine Gefühlsschwankungen, die wir immer wieder beobachten können (Dan 3,13.19.24).
Überraschenderweise spielt Daniel selbst in Kapitel 3 keine Rolle und wird nicht einmal erwähnt. Stattdessen treten seine drei Freunde in den Mittelpunkt, die aber nur mit ihrem babylonischen Namen genannt werden. Sie hatten wie Daniel dieselbe Ausbildung und Sonderregelung des Speiseplans wegen ihres Glaubens. Durch Daniel wurden sie in eine besondere Amtsstellung befördert (Dan 2,49).
Nun sollte auch ihr Glaube im Feindesland auf die Feuerprobe gestellt werden. Durch einen unglaublichen Mut zum Bekenntnis erlebten sie ein unglaubliches Wunder, indem sie durch den Feuerofen hindurch völlig unversehrt befreit wurden. Mitten im Feuer waren die drei Freunde nicht allein, sondern Gott selbst war bei ihnen und ging mit ihnen durch die Bewährungsprobe.
Die zentrale Botschaft ist: Jesus ist mittendrin dabei! In den schlimmsten Prüfungen des Lebens, die Kinder Gottes erleben können, lässt Jesus uns nie allein.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Mehr zur Einführung in das Buch Daniel unter:
John MacArthur, „Basisinformation zur Bibel“, CLV, 2001 Bielefeld – ab Seite 154
Kostenlos zum Download: https://clv.de/clv-server.de/wwwroot/pdf/255644.pdf
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
Walvoord, John und Zuck, Roy „Das Alte Testament“ erklärt und ausgelegt“, Hänssler
Wiersbe, Warren.W, „Sei standhaft“ Studien des Alten Testamentes Daniel 1-12, CLV
Maier, Gerhard, Wuppertaler Studienbibel, „Das Prophet Daniel“, Brockhaus Verlag
Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel
Hilfreiche Infos zum Text liefert auch die MacArthur Studienbibel (Als pdf zum Downloaden auf www.sermon-online.de)
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Dan 3,1-3 Der Alleinanspruch auf Macht – die Vergottung des Menschen
Das Herz Nebukadnezar erhob sich zum Stolz. Der Nachbau der Statue, wie er sie im Traum gesehen hatte, war ca. 30m hoch, vergleichbar mit einem durchschnittlichen Dorf-kirchturm und stand konkurrenzlos auf einer weiten Ebene. Das Standbild war nicht aus den verschiedensten Metallen gebaut wie im Traum (Gold, Silber, Erz, Eisen Vgl. Dan 2,38f), sondern ganz aus Gold. Nebukadnezar verdeutlichte damit seinen konkurrenzlosen Machtanspruch über alle bestehenden und kommenden Weltreiche. Zur Einweihung berief er alle obersten Amts- und Regierungsleute, um ihre Unterwerfung und Treue einzufordern. Der Massenaufmarsch mit lauten Propagandasprüchen und lauter Musik diente als Machtdemonstration. Ähnlich können wir es auch heute in totalitären Regimen (Nordkorea, China und mittlerweile auch in der Türkei usw.) beobachten. Auch in Ländern, die vom Islam beherrscht werden, erleben die Menschen einen totalen Machtanspruch der Mächtigen.
Die Zahlenangabe der Statue (6 Ellen breit und 66 Ellen hoch) sind kein Zufall, sondern deuten auf die Zahl 666 hin. Die Zahl des Menschen, die nach Off. 13,18 das Prinzip des Antichristen symbolisiert, der durch Gewaltherrschaft alle Macht für sich beansprucht und sich selbst sogar als Gott ausgibt (vgl. 2Thes 2,4).
- Ein Kennzeichen einer antigöttlichen Herrschaft ist der totale Machtanspruch, in dem keine höhere Autorität über sich selbst geduldet wird.
Dan 3,4-12 Der Alleinanspruch auf Ehre – die Verherrlichung des Menschen
Neben der wiederholten Zahl 6 (es waren sechs Instrumente die das Signal zur Anbetung gaben) finden wir wieder eine Parallele zu Off 13,15. Wie der König von Babel, so wird auch der zukünftige Antichrist jeden Menschen zur Anbetung des Bildes zwingen. Es wurde Musik als Machtinstrument gebraucht um das Denken und die Gefühle des Menschen so zu ergreifen, dass diese gehörig und willenlos werden. Der engl. Dichter Congreave schrieb: „Die Musik hat die Zauberkraft, einen Wilden zu zähmen…hat aber auch die Macht, die Wildheit in einem Menschen zu entfesseln“. Wer sich der Niederwerfung des Standbildes verweigerte wurde mit dem Tod bestraft. Nebukadnezar schuf eine Angst- und Zwangsreligion in der es keinen Platz für den jüdischen Glauben gab. Viele Menschen konnten nicht anders als der Masse blindlings zu folgen. Die Verbrennung von Menschen am lebendigen Leib war stets ein Akt böser und teuflischer Machthaber.
Von Einheimischen wurden die drei jüdischen Männer angeklagt. Zu beachten ist der vorwurfsvolle Ton der Einheimischen gegenüber dem König um seine Ehre zu verletzen und den Zorn gegen die Juden anzustacheln. (Dan 3,12): „Die jüdischen Männer…die du bestellt hast, die nicht auf Dich hören, deinen Göttern nicht dienen, das Bild nicht anbeten, das du aufrichten hast lassen“.
- Ein weiteres Kennzeichen einer antigöttlichen Herrschaft ist die totale Selbstverherrlichung der Machthaber. Sie beanspruchen allein die Ehre.
Dan 3,13-18 Der Alleinanspruch auf Rettung – der Irrglaube des Menschen
Die drei Freunde konnten da nicht mit, weil sie Gottes Ehre (1Chr 29,11) mehr achteten als die Ehre des Königs. Für sie war klar: Soli deo Gloria – Gott allein die Ehre.
- Sie waren entschieden ihren Glauben in der Treue zu ihrem Gott zu leben V.16
- Sie waren bereit sich wegen ihres Glaubens gegen die weltliche Obrigkeit zu stellen
- Sie waren hingegeben mit dem Tod ihrem Gott zu dienen
Wie schon Pilatus (Joh 19,10), so glaubte Nebukadnezar auch Herr über Leben und Tod zu sein. Doch das Leben der jüdischen Männer war nicht in Menschenhand, sondern in Gottes Hand. Wenn gleich sich auch Nebukadnezar als Retter und Heilgeber anbot, die drei Männer waren bereit ihr Leben für Gott zu geben.
Dan 3,19-23 Ein Glaube der das Leben kosten kann
Der wahre Glaube lässt sich nicht durch die Drohung einschüchtern. Für die drei Freunde war Gottes Wort klar verständlich (2Mo 20,3.5) und sie wollten keine anderen Götter anbeten. Selbst der Wutausbruch, der überhitzte Feuerofen und das Wissen um den sicheren Tod, hinderte sie nicht daran am Glaubensbekenntnis festzuhalten. Vielmehr wussten sie ihr Leben in Gottes Hand und wenn Gott ihren Tod durch Hinrichtung möchte, so waren sie gewillt dazu V. 16-18.
In völligem Vertrauen in der Hand ihres Gottes und Retters zu sein, blieben sie treu bis in den Tod (Mt 10,22; 10,28ff; Off 2,10). Die Männer, welche die drei jüdischen Männer in den Ofen warfen, kamen selbst durch die Hitze des Ofens um.
- Wer sich an den Auserwählten Gottes vergreift, kommt selber dabei um.
Dan 3,24-28 Ein Glaube der im Feuer bestehen bleibt
Wie schon beim brennenden Dornbusch, der brannte und doch nicht verbrannte, so waren die Männer mitten im Feuer ohne verzehrt zu werden. Das Einzige was verbrannte waren ihre Fesseln, denn sie gingen frei umher und mit ihnen eine vierte Person. Nebukadnezar beschreibt ihn als einen Sohn der Götter. Es ist wohl anzunehmen, dass es kein Schutzengel war, sondern der Herr Jesus Christus selbst, der in seiner alttestamentlichen Präexistenz hier erscheint. Jesus selbst war mitten in der Glaubensprobe des Feuers dabei. Der König rief die drei Männer heraus und alle Amts- und Regierungsleute wurden Zeugen von vollkommener Gottes-Erlösung, so vollkommen, dass nicht einmal ein Brandgeruch zu bemerken war (Ps 34,8, Vgl. Dan 6,23).
- Mitten in den Glaubensprüfungen der Gläubigen verherrlicht sich Gott und demonstriert in der Rettung die Macht seiner Gnade
Dan 3,28-30 Ein Glaube der von Rettung und Erlösung zeugt
Der König staunte über das Wunder der Bewahrung und erkannte, dass der Gott Israels doch auch vertrauens- und anbetungswürdig ist. Daraufhin erlässt er einen Befehl, den Gott der Juden unter allen Völkern zu respektieren. Wenn auch der König erkannt hat, dass kein anderer Gott so retten kann, so war es nur ein Schritt zur Akzeptanz eines weiteren Gottes unter den Göttern Babels. Bei aller Achtung gegenüber dem Gott Israels, dem Wunder der Bewahrung und der Beförderung der drei Freunde, blieb das Herz Nebukadnezars unberührt. Der König von Babel hatte sich nicht unter den Allerhöchsten Gott gebeugt, sondern ihn nur auf dieselbe Stufe aller seiner Götter erhoben.
- Eine bloße Kenntnis und Akzeptanz der Erlösung Gottes rettet nicht und auch Wunder führen nicht automatisch zur Bekehrung.
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
- Zuerst müssen wir beachten, dass Daniel uns den heilsgeschichtlichen und prophetischen Konflikt zwischen dem Volk Gottes (Israel) und den Nationen (Babel) beschreibt. Babel bildet immer den Gegenpol zu Jerusalem und zu Gottes Volk. Vom ersten Weltreich unter Nimrod (1Mo 10), dessen Anfang Babel war, über Nebukadnezar zieht sich diese antigöttliche Macht durch die Heilsgeschichte und findet ihr Ende erst mit dem Kommen Jesu und dem Fall Babels in Off 18.
- Bezieht sich daher die Auslegung des Textes auf das jüdische Volk, das sich unter den Nationen befindet und dort wegen ihres monotheistischen Glaubens (5Mo 6,4) angeklagt wurde.
- Der Text gibt Hinweise auf die äußeren und inneren Gründe des Antisemitismus (des Judenhasses und der Judenvernichtung). Der äußere Grund ist der Absolutheitsanspruch Jahwes, der keine Vielgötterei erlaubte (2Mo 20,3). Der innere Grund ist der Angriff Satans auf das auserwählte Volk Gottes, dessen Existenz die Voraussetzung für das Wiederkommen Jesu Christi ist.
Wir sollten sorgfältig zwischen der Auslegung für das Volk Israel und der geistlichen Anwendung für die Gemeinde und uns heute unterscheiden.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Anknüpfungspunkte zum Einstieg könnten sein:
1.Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland und die Sorge über den Vorfall in Berlin, als ein Mann auf der Straße geschlagen wurde, weil er eine Kippa trug.
2.Nationaler Gedenktag des deutschen Volkes
Der 17. Juni ist seit 1963 ein „Nationaler Gedenktag des deutschen Volkes“. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland zum Gedenken an den Volksaufstand 1953 in der DDR gesetzlicher Feiertag.
Bei dem Volksaufstand oder Arbeiteraufstand 1953 in der DDR kam es zu einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten die eine politische und wirtschaftliche Veränderung forderten. Der Aufstand wurde von der Sowjetarmee blutig niedergeschlagen; 34 Demonstranten und Zuschauer starben. Es war der erste anti-stalinistische Aufstand und beschleunigte am Ende den Aufbau des Sozialismus in der DDR. Eine Gedenktafel in Jena erinnert daran wie der 26 Jahre alte Alfred Diener, der als Anführer des Aufstands beschuldigt wurde, strafrechtlich erschossen wurde. Dieses Beispiel zeigt wie gewaltbereit und unterdrückend ein totalitärer Staat agieren kann.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Wie schon erwähnt, werden wir dem Text nicht gerecht, wenn wir die Auslegung auf die Gemeinde beziehen. Die Auslegung des Textes betrifft das auserwählte Volk Israel als irdisches Gottesvolk. Die geistlichen Prinzipien oder z.B. das Vorbild der Glaubenstreue von Daniels Freunden dagegen lassen sich gut auf die Gemeinde und uns anwenden.
Wichtig dabei ist aber, dass wir den Zuhörern nicht vermitteln, dass Gott den Gläubigen aus allen Gefahren des Todes oder vor allen Gewalttaten um des Glaubens willen rettet.
Nicht immer geht es so gut aus wie bei Joseph im Gefängnis in Ägypten, bei Esther und Mardochai in Persien, bei Daniel und seinen Freunden in Babel.
Gottes Plan kann auch ein anderes Lebensende beinhalten. So starben Stephanus, Johannes der Täufer und Jakobus als Märtyrer. Auch Petrus und Paulus wurden nach der Überlieferung um ihres Glaubens willen hingerichtet. Solche Tatsachen dürfen nicht ignoriert werden (Vgl. Heb 11,36-38). Man geht davon aus, dass im 20. Jahrhundert so viele Christen um ihres Glaubens willen verfolgt und getötet wurden wie es die letzten Jahrhunderte nie der Fall war.
Es muss menschlich gesehen nicht immer gut ausgehen. Aber was diese Glaubenshelden alle gemeinsam erfahren haben war: In ihrer Hingabe und Treue war der Herr immer bei ihnen. Gott lässt uns nie allein.
Auch der Weg Jesu ging durch Leiden. Gott hat seinen Sohn nicht vor Prüfungen und Leiden bewahrt. Aber Gott hat ihn durch die Prüfungen und Leiden hindurch errettet.
Solange Christen auf dieser Erde sind gehen sie durchs Feuer und durch Anfechtungen (Jak 1,2-4 u. 12; durch das Feuer des Gerichtes
- Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Zuhörer sollen ermutigt werden, dass der christliche Glaube, bei allen Herausforderungen in der Welt, standhält und überlegen ist. Vgl. 1Joh 5,4
Außerdem soll aber auch deutlich werden, dass
- der Christ immer wieder auf den Prüfstand kommt, um die Echtheit seines Glaubens ans Licht zu fördern (1Pet 1,6-7).
- wenn auch der Teufel das Ziel hat, uns in einem glühenden Feuer zu vernichten, so macht Gott daraus eine Feuerprobe, die unseren Glauben am Ende festigt, stärkt und reifer werden lässt (1Pet 5,10).
- Kinder Gottes werden in einer zunehmend antichristlichen Gesellschaft auf Grund der Glaubensinhalte und ihrer Glaubensüberzeugungen angeklagt und zum Anstoß der ungläubigen Menschen (Off 2,10; 3,21).
Wir sollten nicht zurückschrecken zu verkündigen, dass der Glaube an Jesus wieder etwas kostet. Ohne zu übertreiben oder Hysterie zu verbreiten müssen wir aufzeigen, dass die billigen und seichten Glaubenszeiten in unserer Gesellschaft zu Ende gehen. Dabei dürfen wir die Tatsache in vielen Ländern der Welt, in denen heute eine bittere Christenverfolgung herrscht, nicht von uns wegschieben.
Trotz allem oder gerade da gilt Gottes Sendungswort aus Mt 28,18-20.
„Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden…Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!“
Gott ist immer bei seinen Kindern! Dabei löst Gott nicht immer unsere Probleme, aber er löst uns von den Problemen. Er verhindert auch nicht die harten Prüfungen unseres Lebens, sondern vielmehr geht er mit uns durch die harten Zeiten und trägt uns durch.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Das Beispiel von Daniels Freunden und ihrer Glaubenstreue fordert unser eigenes Glaubenszeugnis heraus und hinterfragt uns.
Wo geht es in unserem Alltag darum standhaft zu bleiben anstatt aus Menschenfurcht unseren Glauben zu verschweigen? Wo lassen wir uns durch Drohungen in unserem Glauben einschüchtern? Schrecken wir aus Sorge um unsere Stellung oder Position in der Arbeitsstelle zurück, wenn wir wegen unserer Glaubensüberzeugungen angeklagt werden? Fürchten wir uns als Gemeinde evtl. die Gemeinnützigkeit aberkannt zu bekommen und bekennen uns daher lieber nicht zu ethischen und biblischen Aussagen? Scheuen wir uns Jesus als den einzigen und allein wahren Weg zum Heil zu verkündigen, weil wir dann als intolerant, ausgrenzend und evtl. als fundamentalistisch verschrien werden?
Wenn weltliche Herrscher etwas von Christen verlangen, was gegen Gottes ausdrücklichen Willen ist, so sollen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29).
Wenn der christliche Glaube und der wahre Gott Israels mit anderen Göttern und Religionen vermischt werden, können wir das weder gutheißen, noch anbeten, noch uns darunter beugen (Apg 4,12; Joh 14,6).
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Der Glaube der im Feuer der Welt geprüft wird
- Ein Jesusglaube der uns das Leben kosten kann
- Ein Jesusglaube der die Feuerprobe besteht
- Ein Jesusglaube der weltweit bekannt wird
Nach Warren W. Wiersbe
- Wahrer Glaube tritt der Anfechtung entgegen
- Wahrer Glaube bekennt den Herrn
- Wahrer Glaube beschämt den Feind
- Wahrer Glaube bestätigt die Verheißungen Gottes
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Das Geheimnis des Roten Meeres
In Holland wurde während des Zweiten Weltkrieges eine jüdische Frau mit vielen anderen Volksgenossen in einen Güterzug getrieben, der sie nach Auschwitz bringen sollte. Die Frau hatte eine solche Angst, dass sie davon fast irrsinnig wurde. Als sie sich in dem mit Menschen überfüllten Waggon umsah, entdeckte sie einen alten Rabbi, einen bekannten Religionslehrer. In ihrer Not stürzte sie zu ihm hin, umschlang mit ihren Armen seine Beine und schrie: „Helft mir doch, ich werde verrückt vor Angst!“
Der Rabbi legte der Frau seine Hand auf den Kopf und fragte sie: „Kind, kennst du das Geheimnis unseres Volkes nicht? Das Geheimnis Israels ist das Geheimnis des Roten Meeres. Es gibt keinen Weg um das Meer herum, keinen Weg, weder darüber noch darunter her zu kommen. Der Weg Gottes führt mitten durch das Rote Meer hindurch. Und nun leg deine Hand in Gottes Hand, meine Tochter, und dann geh in das Wasser hinein, du wirst es staunend erleben, dass es zurückweicht!“ – Und das Wunder geschah. Die Frau wurde still und die irre Angst fiel von ihr ab.
Auch wir werden durch das Rote Meer gehen müssen, aber Gott wird mitgehen und uns hindurchbringen. Vgl. Jesaja 43,2.5 „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir!“
(Aus Axel Kühner: Hoffen wir das Beste)
Wem gilt Ihre Treue?
Nach dem 20. Juli 1944, dem misslungenen Attentat auf A. Hitler in der Wolfschanze, musste sich Helmut James Graf von Moltke vor dem Volksgerichtshof verantworten. Roland Freisel, als Blutrichter bekannt, fuhr ihn an und sagte: „Herr Graf, eins haben das Christentum und wir Nationalsozialisten gemeinsam und nur dieses eine: Wir verlangen den ganzen Menschen…Woher nehmen Sie ihre Befehle? Vom Jenseits oder von Adolf Hitler? Wem gilt Ihre Treue und Ihr Glaube?
Klaus Eberwein