Monatsthema: Gottes Willen annehmen
Predigtthema: Ein guter Musiker, mit einem guten Geist
Bibelstelle: 1. Samuel 16,14-23
Verfasser: Thomas Richter
Eine Predigthilfe enthält nur Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.
1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
In diesem Monat eröffnen wir eine neue aufeinander aufbauende Reihe, in der wir an Hand von alttestamentlichen Predigttexten (1. + 2. Samuel) aufzeigen wollen, wie wir im Alltag „Gottes Willen annehmen“ (Juli), „Gottes Führung vertrauen“ (August) und „Gottes Vergebung erbitten“ (September) können.
Unser Predigttext (1Sam 16,14-23) wirft einen Blick auf die persönliche Situation von David. Er ist zwar „schon jetzt“ zum König berufen, aber er ist „noch nicht“ eingesetzt. In diesem Zwischenzustand gilt es „schon jetzt“ entsprechend dem zu leben, was man ist, auch wenn man „noch nicht“ umfassend ausüben kann, was man schon ist. Hier gibt es geistliche Parallelen zum Leben als Christ, die wir im Rahmen der Verkündigung aufzeigen wollen in Anlehnung an die Erkenntnis von Martin Luther:
„Das christliche Leben ist nicht Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht Gesundsein, sondern Gesundwerden, nicht Sein, sondern Werden, nicht Ruhe, sondern Übung. Wir sind‘s noch nicht, wir werden‘s aber. Es ist noch nicht getan und geschehen, es ist aber in Gang und Schwang. Es ist noch nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es bessert sich aber alles“.
David lernt so auf die Stunde Gottes zu warten und nicht an den Verheißungen Gottes zu zweifeln. Er tut einfach das, was er momentan tun kann (vgl. Kol 3,16f) und wartet, bis der Herr alles in rechter Weise und zu seiner Zeit zusammenfügt (vgl. 1Kor 4,1-5). Als Predigtthema ergibt sich auf Grund der Haltung des David: „Ein guter Musiker, mit einem guten Geist“ und somit ein Kontrast zu Saul. Das Vorbild Davids wollen wir auferbauend und erwecklich verkündigen, dabei aber nicht David in den Vordergrund stellen, sondern den Herrn, der im Hintergrund die Fäden zusammenführt.
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Martin Holland. Das erste Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 185-188).
* Warren W. Wiersbe. Sei erfolgreich: Reichtum gewinnen, den man nicht mit Geld kaufen kann. Studien zum AT: 1. Samuel 1-31. Christliche Verlagsanstalt (S. 102-104).
* Karl Gutbrod. Das Buch vom König: Das erste Buch Samuel. Die Botschaft des Alten Testaments 11,1. Calwer Verlag (S. 132-138).
* Charles R. Swindoll. David: Ein Mensch nach dem Herzen Gottes – mit David geistlich wachsen. Hänssler (S. 46-57).
* David Jaffin. Saul und David: Die große Verfolgung. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 8-11; http://bitflow.dyndns.org/german/DavidJaffin/Saul_Und_David_1999.pdf).
Weitere erläuternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/09-Das_Erste_Buch_Samuels.pdf; S. 421) und der Predigttipp für den 05.01.2003 von Jochen König zu 1Sam 16,14-23 (www.studienbibel.de).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 26.01.1986 mit dem Titel „Mit sich selbst im Streit“ (1Sam 16,14-23) und von Rolf Scheffbuch aus dem Jahr 1997 (Weissacher Tage) mit dem Titel „Gott bereitet vor“ (1Sam 16,14-23). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 1. Samuel 16] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch] ausfüllt.
3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN
Alfred Christlieb schildert 3 Lektionen über „zwei wichtige Gestalten an Davids Weg:
Davids Lebensweg ist nicht zu denken ohne Samuel und Saul. Sie haben entscheidend eingewirkt auf sein Geschick. Werfen wir an Hand unseres Kapitels [1Sam 16] einen kurzen Blick auf beide: An Saul erkennen wir den schrecklichen Weg eines Abtrünnigen und an Samuel den seligen Weg eines treuen Gottesmenschen. Saul hatte einst einen guten Anfang durch die Gnade Gottes gehabt. Man konnte Ort und Zeit angeben, wo Gottes Geist einen neuen Menschen aus ihm machte (1Sam 10,9f). Er schien sich gut zu bewähren. Aber nach einiger Zeit wich er von dem schmalen Weg Schritt für Schritt ab. Er nahm es nicht mehr ganz genau mit dem Willen Gottes (1Sam 13,14), er richtete ein Siegeszeichen zur eigenen Ehre auf (15,12). Gott nahm ihm die hohe Würde des Erwählten. Ein böser Geist kam über ihn, mit finsterer Miene und friedelosem Herzen ging er umher; ein Bild des Elends (16,14). Samuel dagegen zeigt uns den seligen Weg des treuen Jüngers. Gott hatte auch ihn besonderer Gnade gewürdigt. Er hatte sich ihm schon in seiner frühesten Jugend offenbart, und Samuel war sorgsam mit dem Kleinod empfangenen Segens umgegangen. Wir betrachten einen dreifachen Unterschied zwischen ihm und Saul:
* Kein Trost – reiche Tröstung: In unserem Kapitel sehen wir, wie beide Männer in schwere und dunkle Stunden hineinkommen. Samuel trägt lange tiefes Leid um Sauls Verwerfung, und Saul grämt sich über Gottes Urteil, das ihn beiseite gesetzt hat. Saul auf dem Abfallsweg findet keinen Trost in der Trübsalsstunde, während dem treuen Samuel reiche Tröstung geschenkt wird. Saul erlebt nur flüchtige Aufheiterung durch schöne Musik von Davids Hand (V. 23) aber dieser Menschentrost verfliegt schnell. Samuel dagegen wird vom Herrn selbst getröstet. Gott wischt ihm seine Tränen ab und schenkt ihm in dem kindlich frommen David, an dem er tiefe Freude hat, einen Ersatz für Saul.
* Keine Klarheit – göttliche Leitung: Saul geht die Klarheit über Gottes Willen verloren. Der unglückliche Mann kann nur mit Menschen Rat pflegen. Wir belauschen ihn in den Versen 15 bis 18 im Gespräch mit seinen Knechten. Sein Weg wird ein unsicheres Umhertappen. Samuel dagegen bekommt vom Herrn klare Wegleitung Schritt für Schritt. Auf dem Weg zu Isai und in dessen Haus macht Gott ihn seines Willens gewiss. Es ist zunächst kein leichter Weg. Samuel fürchtet Sauls Zorn (V. 2). Aber Gottes Licht und Rat ebnen die Bahn.
* Eigene Gedanken – Gottes Schule: Saul kann nur noch seine eigenen Menschengedanken denken. Diese beziehen sich nicht auf die Buße und die Umkehr zu Gott. Er sinnt auf Besserung seiner elenden Lage, seines äußeren Zustandes. Samuel aber erfährt den Unterricht Gottes und lässt sich vom Herrn tiefer befreien von allen eigenen Gedanken. Er kommt los von der Menschenart, die das Hohe und Große sucht (V. 7) und findet sich in Gottes Weisheit, die das Niedrige erwählt (V. 13)“ (aus Alfred Christlieb. Licht von Oben Bd. 2).
4. PREDIGTGLIEDERUNG
Ein guter Musiker, mit einem guten Geist:
a) Gott führt durch Situationen (V. 14-17)
b) Gott führt durch Menschen (V. 18-21a)
d) Gott führt durch Gehorsam (V. 21b-23)
oder nach Wilhelm Wagner:
a) Persönliche Lebensentfaltung
b) Göttliche Lebensgestaltung
c) Grundsätzliche Lebenshaltung
oder nach Ulrich Parzany
Halbe Hilfe mit ganzem Herzen:
a) Ein überraschender Einsatz
b) Kleine Wohltaten
c) Andeutungen auf Jesus
oder nach Charles R. Swindoll:
a) Sauls merkwürdige Krankheit
b) Davids einmalige Fähigkeit
c) Die Wirksamkeit der Musik