Offenbarung

Predigthilfe vom 16. Februar 2014 – Offenbarung 2, 1-7

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Jahresthema:         In Gottes Nähe leben

Predigtthema:         Wenn bei uns Routine überhandnimmt

Predigttext:             Offenbarung 2,1-7

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext (Offb 2,1-7) vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung / Neue Genfer Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Glücklich, wer aus diesem Buch vorliest, und glücklich, wer diese prophetische Botschaft hört und sich danach richtet! Denn was hier angekündigt ist, wird sich bald erfüllen“ (Offb 1,3). Hilfreiche einführende Anmerkungen zum Predigttext bietet die MacArthur Studienbibel (unter http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/66-Die_Offenbarung_Christi_Durch_Johannes.pdf; S. 1921).

1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes

Hilfen zur Auslegung von Offb 2,1-7 bieten z.B.

* Fritz Grünzweig: Johannesoffenbarung 1. Teil. Edition C Bibelkommentar NT Bd. 24. Hänssler (S. 64-78).

* Gerhard Maier: Die Offenbarung des Johannes. Kap 1-11. Historisch Theologische Auslegung. SCM R. Brockhaus (S. 133-150).

* Adolf Pohl: Die Offenbarung des Johannes. 1. Teil. Wuppertaler Studienbibel NT. R. Brockhaus (S. 100-116).

* John MacArthur. Kommentare zur Offenbarung: Denn die Zeit ist nahe. Mitternachtsruf (S. 50-60).

* Hellmuth Frey: Das Ziel aller Dinge: Das letzte Wort des Erhöhten an seine angefochtene Gemeinde – seelsorgerliche Auslegung der Offenbarung. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 55-63).

* Walvoord / Zuck (Hg.): Das Neue Testament erklärt und ausgelegt. Bd. 5: 1Kor – Offb. Hänssler (S. 568-571).

* Theodor Zahn: Die Offenbarung des Johannes (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_18_Buecher_66_1924.pdf; S. 219-228).

* Kurt Heimbucher: Die sieben Sendschreiben. Verlag der Liebenzeller Mission (S. 9-20).

* Frank Hinkelmann: Die sieben Sendschreiben der Offenbarung – Eine praktisch-fundierte Auslegung. VTR (S. 15-29).

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Durch die Sendschreiben erhalten wir Einblicke in das Urteil und die Seelsorge Jesu zu seiner Gemeinde. Hier erfahren wir, wie Jesus uns sieht und was er uns sagt: Vorstellung – Diagnose – Therapie – Verheißung!

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen

In inhaltlicher Hinsicht ist das Reden des Geistes und das Reden Jesu gleichzusetzen (vgl. Offb 2,1b mit 2,7 unter Bezug auf Offb 1,12-20). Da die Offenbarungsvermittlung als universal gültiges Wort Gottes ein für allemal in Christus ihren Abschluss gefunden hat (Hebr 1,1f; 2,2-4; vgl. Joh 14,26; 15,26f; 16,12-15), ist ein heutiges Reden des Geistes immer an das Wort Jesu gebunden, das uns durch den Geist über die Propheten und Apostel übermittelt und erschlossen ist. Die gegenwärtige Verkündigung ist von daher kein unmittelbares Offenbarungsgeschehen mehr, das zum universalen Wort Gottes wird, sondern basiert auf dem bereits geschehenen Offenbarungswort Gottes, das es für unsere Zeit auszulegen und anzuwenden gilt (vgl. 2Tim 3,14-4,5).

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen

Mt 24,12: Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nehmen wird, wird bei den meisten die Liebe erkalten.

Lk 24,32: »War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen, während er unterwegs mit uns sprach und uns das Verständnis für die Schrift öffnete?«, sagten sie zueinander.

Lk 12,49: Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer anzuzünden; ich wünschte, es würde schon brennen!

3. Sagen, wo es hingeht

Zur Predigtvorbereitung hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Winrich Scheffbuch vom 03.12.1995 mit dem Titel „Lass das Licht leuchten“ (Offb 2,1-7), vom 30.01.1983 mit dem Titel „Im christlichen Trott“ (Offb 2,1-7), von Konrad Eißler vom 24.10.1989 mit dem Titel „Der Mahnbrief für Ephesus“ (Offb 2,1-7) und von Wolfgang Nestvogel vom 04./18.06.2006 mit dem Titel „Das Sendschreiben an Ephesus – Teil 1+2“ (Offb 2,1-7). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Offenbarung 2] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Winrich bzw. Eißler, Konrad bzw. Nestvogel, Wolfgang] ausfüllt.

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Leitfrage ist: Wo ist bei uns die Routine eingekehrt?

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Frank Hinkelmann gibt folgende Hinweise zur Verkündigung von Offb 2,1-7: „Dem Hörer soll am Beispiel des Sendbriefes an die Gemeinde in Ephesus folgendes vor Augen gestellt werden:

* Eine Gemeinde, die Gott wohlgefällig leben und wirken will, muss an der Wahrheit des Wortes Gottes festhalten. Entschieden muss allen Irrlehren und aller Anpassung an den Zeitgeist widerstanden werden. Hier kann uns die Gemeinde in Ephesus Vorbild sein. Die Bibelarbeit kann aufzeigen, wie ähnlich die synkretistische Herausforderung der damaligen Zeit mit der unseren ist. Eintreten für die Wahrheit hat sowohl einen aktiven als auch einen passiven Aspekt. Der aktive Aspekt zeigt sich im Eintreten für die Wahrheit, der passive im Leiden für die Wahrheit. Beides sollte weiter ausgeführt werden.

* Aber eine Gemeinde darf nicht allein im Kampf für die Wahrheit beharren und so in toter Orthodoxie enden. Lebendiges, „wahres“ Christsein zeigt sich nicht nur in der orthodoxen Lehre, sondern in einem ganzheitlichen Lebensstil, dessen Markenzeichen die Liebe ist. An dieser Stelle sollte weiter ausgeführt werden, was der Begriff Liebe hier bzw. im ganzen NT eigentlich meint. Das negative Beispiel der Gemeinde in Ephesus sollte uns Warnung sein.

* Im letzten Abschnitt sollten wir unsere Hörer herausfordern, mit einem ganzheitlichen Christsein, charakterisiert von Wahrheit und Liebe, ernst zu machen. Bewusst haben wir diesen Unterpunkt nicht mit ‚Ihr braucht Wahrheit in Liebe‘ überschrieben, denn es geht hier nicht primär um die Übermittlung der Wahrheit, sondern eher um das Ausleben der Liebe allgemein. Und Liebe schließt sowohl die Liebe zu Gott als auch die Liebe zum Nächsten ein, die auch in einem missionarischen Lebensstil ihren Niederschlag finden muss. Die Gemeinde in Ephesus scheint sich so sehr dem Kampf für die Wahrheit verschrieben zu haben, dass sie dabei gar keine Zeit mehr für ihre ursprünglichen Werke der Liebe fand. Den Ernst des Aufrufes zu einem ganzheitlichen Leben unterstreicht die Gerichtsandrohung der Perikope. Doch gleichzeitig verheißt Gott bei Gehorsam seinen Segen in Form der ewigen Gemeinschaft in seinem Reich“ (entnommen aus Frank Hinkelmann. Die sieben Sendschreiben der Offenbarung: Eine praktisch-fundierte Auslegung. Nürnberg: VTR, 2004. S. 28f).

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

Nach Wilfried Reuter

a) Ich weiß Bescheid um dich

b) Ich mache mir Sorgen um dich

c) Ich habe eine Einladung für dich

 

oder nach Konrad Eißler

a) Das ist zu loben

b) Das ist zu tadeln

c) Das ist zu tun

 

oder nach Frank Hinkelmann:

Zurück zur ersten Liebe

a) Ihr habt die Wahrheit (1-3)

b) Euch fehlt die Liebe (4)

c) Ihr braucht Wahrheit und Liebe (5-7)

3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Wertvolle Hinweise für die Predigtvorbereitung und -veranschaulichung enthalten die Predigten von Dr. Philipp Bartholomä vom 17.10.2010 mit dem Titel „Erste Liebe – Der Brief an die Gemeinde in Ephesus“ (Offb 2,1-7 – unter http://www.er-lebt.de/predigtmitschnitte/erste-liebe-der-brief-an-die-gemeinde-in-ephesus-offb-21-7/) und von Dr. Wolfgang Nestvogel mit dem Titel „Gemeinde am Abgrund – Ephesus“ (Offb 2,1-7 – unter http://www.beg-hannover.de/pages/Predigten/PredigtreiheSendschreiben.htm).

(Thomas Richter)