Monatsthema: Christus – der Hirte
Predigtthema: Christus – der Segnende
Bibelstelle: Hesekiel 34, 25-31
Verfasser: Mirko Lau
0. Der Text (unrevidierte Elberfelder Übersetzung)
25 Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen machen, und werde die bösen Tiere aus dem Lande vertilgen; und sie werden in der Wüste sicher wohnen und in den Wäldern schlafen.
26 Und ich werde sie und die Umgebungen meines Hügels zum Segen machen; und ich werde den Regen fallen lassen zu seiner Zeit, Regen des Segens werden es sein.
27 Und der Baum des Feldes wird seine Frucht geben, und das Land wird seinen Ertrag geben; und sie werden in ihrem Lande sicher sein. Und sie werden wissen, daß ich Jehova bin, wenn ich die Stäbe ihres Joches zerbreche und sie aus der Hand derer errette, welche sie knechteten.
28 Und sie werden nicht mehr den Nationen zur Beute sein, und die wilden Tiere der Erde werden sie nicht mehr fressen; sondern sie werden in Sicherheit wohnen, und niemand wird sie aufschrecken.
29 Und ich werde ihnen eine Pflanzung erwecken zum Ruhme {Eig. zum Namen}, und sie werden nicht mehr durch Hunger weggerafft werden im Lande und nicht mehr die Schmach der Nationen tragen.
30 Und sie werden wissen, daß ich, Jehova, ihr Gott, mit ihnen bin, und daß sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht der Herr, Jehova.
31 Und ihr, meine Herde, Herde meiner Weide, ihr seid Menschen; ich bin euer Gott, spricht der Herr, Jehova.
1. Der Zusammenhang
Zeitlich ist dieser Abschnitt durch Hes. 33,21 bestimmt: Das 12. Jahr der Wegführung Hesekiels, das ist das 2. Jahr nach der endgültigen Zerstörung Jerusalems, also ca. das Jahr 585 v. Chr.
Es ist der Abend, bevor ein Augenzeuge es Hesekiel endgültig bestätigt, dass die Stadt geschlagen ist.
Und Gott macht es klar: Wenn das Volk Israels nicht gehorsam ist, sondern anderen Göttern nachläuft, dann hat es keinen Anspruch mehr auf das Land (Hes. 33,25+26).
Israel hört sich zwar die frommen Worte an, aber es lässt keine frommen Taten folgen! Damit stellt Gott noch einmal eindeutig die Schuld des einzelnen fest.
Dann nimmt er in besonderer Weise die Hirten in den Blick: Die Hirten haben versagt, sie haben die Herde ausgenutzt, aber ihnen keinerlei Schutz und Orientierung geboten. Deshalb wird Gott ihnen die Herde entziehen, sich selber um die Herde kümmern und dann jeden, sowohl Hirten als auch Schafe nach seinen Taten richten! Anschliessend wird Gott selber wieder Gott seines Volkes sein und die Zeit des Segens wird anbrechen…
Und das beschreibt unser Abschnitt: Nach der Distanz und dem Gericht Gottes, wird er wieder der bekannte und segnende Gott sein.
2. Biblische Parallelen
* Der zukünftige Bund (des Friedens) (Vers 25): Jes. 55,3; Jer. 31,31f; Hes. 16,60ff ; Hes. 37,26; Hos 2, 16ff; Lk. 22,20; Römer 11, 25-27; Hebr. 8, 6ff; 10, 12-25
* Das gesegnete Leben: Joel 2, 19ff; 3. Mose 25, 18f; 3. Mose 26!; Offb. 21,1ff
* Jahwe wird Gott seines Volkes sein (Vers 30): 2. Mose 29, 45; Jer. 11,4; 24,7; 31,33; Sach. 8,8; Offb. 21,7
3. Der Aufbau
Vers 25a: Gottes Willenserklärung: Der zukünftige Bund des Friedens
Verse 25b-31: Die Ausprägungen des Bundes:
Verse 25b-29: Leben in Ruhe und im materiellen Segen und ohne negative menschliche und
materielle Einflüsse von innen und außen
Vers 30+31: Endgültige Zugehörigkeit der Menschen zu Gott
4. Einzelerklärungen
Vers 25:
* „Bund des Friedens“ ist eine seltene Formulierung, die in besonderer Weise die erneuerte und vom Frieden Gottes geprägte Beziehung nach dem starken Gericht betont.
* „Bund“ ist ein Vertrag, den Gott mit seinem Volk schliesst. Bei einer entsprechenden Gegenleistung bietet Gott eine Leistung an: Israel akzeptiert ihn als den treuen Gott und Herren und dafür wird sich Gott als der Treue und Allmächtige zu seinem Volk stellen. Im Alten Testament kann man dann sehen, wie oft Gott bereit war, zu seiner Leistung zu stehen, obwohl Israel immer wieder Vertragsbrüchig geworden ist. Am Ende wird dieser Bund dann aber endgültig und für immer stehen.
* die „bösen Tiere“ waren in Hes. 14,21 als Gottes Gericht angekündigt worden. Schon in 3. Mose 26 hat Gott angekündigt, bei Gehorsam die bösen Tiere zu vernichten!
* das hebräische Wort für „vertilgen“ (der bösen Tiere) hat die gleiche Wurzel wie das Wort für den jüdischen Sabbat: Durch das Vertilgen der bösen Tiere wird gleichzeitig eine Ruhe einkehren, wie sie für die Beziehung zu Gott so wichtig ist. Vgl. 2. Mose 20, 8-12 und Hebr. 4
* „Land“ meint hier wirklich den Teil, den Gott seinem Volk zugedacht hat, auch hier klingt seine Treue an.
* „Wüste“ ist nicht unbedingt im Sinne einer immer unwirtlichen Wüste in der Art der Sahara zu verstehen, dennoch ist es ein Ort, an dem der Aufenthalt nicht immer gut war. Aber wenn Gott den Bund errichtet, dann wird selbst da ein sicheres wohnen möglich sein. Vgl. Hes.14,15: Gott macht die Folgen des Gerichtes wieder rückgängig
* Im Wald waren wilde Tiere (s. z. B. 2. Kön 2,24). Wenn man nun im Wald schlafen kann, dann ist auch das ein Bild für den umfassenden Frieden, wie wir ihn bis dahin eigentlich nur aus dem Paradies kennen.
* Gott beschreibt hier die Zeit des neuen Bundes mit den Verheissungen, die sich für Israel erfüllen, wenn sie gehorsam leben. Ein Indiz dafür, dass diese zukünftige innige Gemeinschaft von Israel und Gott auch von Gehorsam geprägt sein wird (vgl. Jer. 31,31ff)
* Für uns Christen ist diese Zeit nur vergleichbar mit dem neuen Jerusalem in Ofb. 21,1ff, hier in der Welt haben wir noch Bedrängnis und warten auf die Erfüllung der Verheissung
Vers 26
* „Hügel“ wurden von den Juden leider oft verwendet, um mit anderen Göttern bzw. Götzen zu huren (s. z. B. Hes. 6,13). Wenn Gott hier von „Seinem Hügel“ spricht, dann zeigt er damit, dass er Gott sein wird. Und die, die sich um ihn lagern („die Umgebung seines Hügels“), werden seinen Segen empfangen und werden für andere zum Segen werden.
* „Regen“ ist eigentlich oft Zeichen des Gerichtes (s. Hes. 13, 11+13), aber hier betont Gott, dass es ein Regen des Segens sein wird!
Vers 27
* Die Feinde Israels essen Israels Früchte, nachdem sie das Land erobert haben (Hes. 25,4), aber nun wird Gott wieder Früchte für sein Volk wachsen lassen, wenn auch nicht wortwörtlich, klingt hier doch auch Gottes Schöpfungshandeln aus 1. Mose 1, 11+12 durch. Gott macht eine neue Schöpfung für sein Volk.
Dies wird unterstrichen durch das hebräische Wort adamah für „Land“. Dieses Wort wird auch benützt für den „Erdboden“ in 1. Mose 1+2 aus dem Gott den Menschen bildet.
* „sicher“ ist das gleiche Wort wie in Vers 25. Diese Wiederholung betont das sichere Wohnen.
* „wissen“ oder „erkennen“ bezeichnet im Hebräischen nicht nur ein blosses Wissen im Sinne einer gespeicherten Information, sondern ist ein tieferer Begriff. „Erfahren“ bedeutet hier, dass man wirklich existenziell Gott begegnet ist und ganz real erlebt hat, dass er der Jahwe ist.
* In den meisten Bibelübersetzungen steht hier „HERR“. Wenn diese vier großen Buchstaben in der Bibel stehen (über 5200 mal im Alten Testament), dann ist das ein Zeichen, dass sich Gott hier mit seinem Vornamen AJahwe“ zeigt und vorstellt. Die Juden haben aus Erfurcht nicht diesen Namen ausgesprochen und statt dessen immer AHerr“ gesagt, deshalb steht auch in unseren Übersetzungen immer AHERR“, wo eigentlich AJahwe“ stehen sollte. Gott benutzt diesen Vornamen immer dann, wenn er seine Treue und seine Beständigkeit unterstreichen will (vgl. 2. Mose 3, 13-15) Er sagt hier also: „Sie sollen erfahren, dass ich DER TREUE bin“ „Ich habe versprochen, dass ihr mein Volk seid, also seid ihr auch mein Volk.“
Gott ist der Persönliche und der Treue. Er hat sich mit seinem Namen persönlich vorgestellt und der Name steht besonders im Alten Testament für die Persönlichkeit und zu dieser Persönlichkeit steht er jetzt!
* Das „Joch“ ist Teil des Gerichtes (siehe 5. Mose 28,48 oder Jer. 27,11+12, wo sich Israel unter dieses Joch sogar fügen soll, um zu überleben), nun macht Gott dieses Joch rückgängig.
* Auch „die Hand derer, die sie knechteten“ war natürlich von Gott benutzt. Aber er ist eben der Treue, der zu seinem Volk steht.
Vers 28
* „Beute der Nationen sein“ ist wieder wörtlicher Fluch von Gott z. B. aus Hes. 25,7
* „Tiere“ vgl. wieder Hes. 5,17; 14,15.21; 32,4
* „Sicherheit“ ist wieder die gleiche Wurzel wie in Vers 25 und Vers 27
Vers 29
* Das Gepflanzte war oft von Feinden verzehrt worden: 5. Mose 28,30; Amos 5,11 Das war die Folge des Gerichtes. Nun würde Gott persönlich etwas pflanzen! Und zwar so viel und so gut, dass es gerühmt wird. Wörtlich „eine Pflanzung zum Namen!, also: Eine Pflanzung, die so bekannt ist, dass man ihr einen Namen geben könnte.
* Auch Hunger ist ein Gerichtshandeln Gottes (Hes. 6,11), dass er hier rückgängig macht.
* Schmach der Nationen sind der Hohn und Spott, den Israel erntete für seine große Niederlage, umgedreht könnte man daraus schließen, dass Israel wieder seine alte Stärke zurückbekommt
Vers 30
* „Wissen“ ist das gleiche Wort wie in Vers 27.
* Hier verdichtet sich die neue Beziehung. Auf der einen Seite Gott, der sich hier als Gott vorstellt, das bedeutet, dass er der Allmächtige ist. Dann stellt er sich als Jahwe, als der Treue, vor und schließlich redet er von sich als Herr, als der er Gehorsam erwartet. Es wird also ein umfassendes Wissen über Gott geben!
* In diesem Vers fällt die starke Klammerung auf: Ganz am Anfang „Sie werden wissen“ ganz am Ende „Ausspruch des Herrn Jahwe“. Auf der einen Seite die tiefe Gewissheit des Volkes und auf der anderen Seite die unverrückbare Aussage Gottes.
* Das „Haus Israel“ (von Rahel und Lea gegründet – s. Ruth 4,11) bezeichnet hier das ganze Volk also ehemaliges Nordreich und Südreich. Bisher war das „Haus Israel“ eher durch Ungehorsam aufgefallen (Hes. 3,7; 8,6; 12,9; 14,5 usw.) jetzt wird es seinen Gott wieder kennen und wissen, dass es zu ihm gehört!
Vers 31
* Auch dieser Vers hat noch einmal so eine Klammer: Auf der einen Seite stehen die Israeliten („Ihr“) auf der anderen Seite steht „Ausspruch des Herrn Jahwe“.
* „Weide“ bedeutet Versorgung, Nahrung
* Zunächst betont Gott, dass es seine Herde ist. Und dann ist diese (seine) Herde auf seiner Weide. Gott hat sich also seiner Herde ganz angenommen: Er hat sich selber zum Hirten gemacht und dann versorgt er sie mit seiner Nahrung. Damit wird auch deutlich, dass es nicht eine gleichrangige Freundschaft zwischen Gott und Volk ist, sondern da ist auf der einen Seite Gott, der alles lenkt, und auf der anderen Seite das Volk, das von Gott gelenkt wird.
* Menschen im Sinne der Israeliten wurden bisher bei Hesekiel nur ausgerottet (Hes. 14; Hes. 19; Hes 29), jetzt sind sie Gottes Schutzbefohlene. Auch hier verwendet Gott wieder das Wort adamah, also das Wort, das auf die Schöpfung weist.
* Gott setzt sich als Gott bewusst den Menschen vor: „Ich bin euer Gott“ Das ist Zuspruch, aber auch Anspruch
5. Die Spitze des Textes
Vers 30+31: Nachdem Gott die Folgen des Gerichtes korrigiert werden Gott und Mensch sich (wieder) richtig kennen und akzeptieren
6. Der Text heute
6.1 Unsere Beziehung zur Welt
Ist uns klar, was für einen guten Gott wir haben, wie sehr er uns segnet? Letztlich verweist uns Christen dieser Text auf die Ewigkeit und es gibt noch mancherlei negatives, mit dem wir bis dahin rechnen und leben müssen.
Aber wenn wir uns mit der restlichen Welt vergleichen, wieviel Segen empfangen wir dann jetzt schon: Wir leben an einem Ort und in einem Sozialsystem an dem es reichlich Nahrung gibt, und in dem niemand verhungert. Wir leben an einem Ort, wo wir eigentlich kaum Angst vor gefährlichen Tieren haben müssen. Und wir leben in einer Region, in der Sonne und Regen sich in guter Weise abwechseln. Und wir leben in einem System, in dem wir nicht so sehr Unterdrückung aber viele Freiheiten geniessen.
Wie gesagt: Es steht natürlich noch einiges aus und es kann sich in dieser Welt alles sehr schnell ändern und manch Gutes hat seine Schattenseiten.
Aber seit langer Zeit schon geht es uns in Deutschland irdisch gemessen sehr gut! Wir wollen nicht klagen über das was fehlt, sondern danken für das was da ist.
6.1 Unsere Beziehung zum Himmel
Dieser Text insgesamt verweist uns auf eine Zeit, in der es kein Leid mehr gibt. Aus unserer Sicht die Ewigkeit in der ewiger Frieden herrscht!
Dies ist die Ausrichtung des Gläubigen in allen Schwierigkeiten.
Man wirbt heute mit vielen „Vorteilen des Glaubens“: Sinn im Leben, tolle Gaben von Gott, Gesundheitsfördernde Wirkung des Glaubens.
Aber letztlich bleibt dem Gläubigen nur die Ausrichtung auf die Ewigkeit. Auch ein Paulus hat sich im Leben und in der Verkündigung auf diese Ewigkeit ausgerichtet, weil er im Leben viel zu sehr angefochten war.
Man spricht dann heute schnell von „Jenseitsvertröstung“, aber das war es für die Gläubigen der Bibel nie! Für sie war dieses ewige Friedensreich eine Hoffnung, auf die sie ihr Leben gebaut haben. Es war kein „vielleicht“, sondern ein „ich bin gewiss.“
Wir wollen uns freuen, wenn wir durch den Glauben im Leben jetzt Vorteile haben. Und wir wissen um die Vorläufigkeit dieser Dinge und wollen unseren letzten Halt deshalb im Endgültigen suchen und das ist dieses ewige Friedensreich bei Gott
6.2 Unsere Beziehung zu Gott
Wir brauchen eine Ausgewogenheit in der Beziehung zu Gott, so wie er sich in Vers 30+31 offenbart:
Gott – ist der Allmächtige: Wir wollen alles von ihm erwarten. Dort wo Wüste war, da kann er gutes Leben schenken!
Jahwe – ist der Treue: Er hat es versprochen und so bleibt er doch treu, auch wenn wir untreu sind.
Der Herr – ist der, der Gehorsam möchte: Wir sind die Schafe, die seiner Stimme folgen und wir wollen diese Stimme ernst nehmen und ihr nicht „die Spitze abbrechen“, wenn uns eine Forderung „unrealistisch“ erscheint
Wir brauchen in dieser Offenbarung Gottes eine Ausgewogenheit, damit wir nicht kleingläubig, ängstlich oder respektlos gegenüber Gott werden.
Lassen wir uns da hinterfragen.
7. Beispiele und Verdeutlichungen
7.1 ProChrist nennt 10 gute Gründe, warum man beim nächsten mal wieder mitmachen sollte, aber nicht einer ist ein wirklich ewigkeitsorientierter Grund. Was erwarten wir vom Glauben? Wissen wir noch worauf es ankommt? Wo wird es eventuell gefährlich, wenn wir das Wesentliche aus den Augen verlieren?
7.2 Lieder unserer Zeit haben Zeilen wie „I want it all and I want it know“ (Ich will alles und zwar jetzt!), „Leb dein Leben jetzt“ Wo haben wir uns als Christen da angepasst und erwarten alles jetzt und sofort und sind nicht mehr in der Lage auf die Ewigkeit zu hoffen? Wo haben wir dadurch leidensbereitschaft verloren?
7.3 „Ich bin Schokoknacker und Milchschaumschlürfer“ (Werbespruch für „Prof Rhino“ von Ferrero) Gott hat beide Facetten: Er ist der Harte, der Gehorsam fordert und der richtet, wo ungehorsam ist. Und er ist der Weiche, der treu ist und den Untreuen zurück auf die richtige Bahn holt.
7.4 Wir sind schnell darin, Leute zu richten, über Leute negativ zu reden, aber sind wir auch bereit, ihnen zu helfen und treu zur Seite zu stehen, so wie Gott, der sein untreues Volk wieder zurückholt?
7.5 Ist uns im Vergleich mit der restlichen Welt eigentlich klar, wie gut es uns geht? Liste4n wir unsere „Selbstverständlichkeiten“ doch einmal auf: Volle Regale, warmes Bett, fliessend Wasser, Dach über dem Kopf, soziale Absicherung, freiheitliche Grundordnung. Wieviel Prozent auf der Welt haben das noch? Machen wir es uns bewusst. Und ist uns dann klar, wie sehr Gott uns darüber hinaus eigentlich noch segnet, wenn wir an die himmlischen Segnungen (vgl. Eph 1) denken?
8. Material und Gliederung des Textes
Thema: Christus – der Segnende
Einleitung:
Worauf richten wir unser Leben eigentlich aus? Nächstes Kind, eigenes Haus, nächstes Auto, Karrieresprung? Was ist unser Ziel? Welche Rolle spielt dabei Gott ganz praktisch?
Nehmen wir Christus den Segnenden wieder bewusst in den Blick
1.
Christus der Segnende schliesst einen Bund
Von Anfang an wollte Gott den Menschen und die Gemeinschaft mit ihm, die Menschen wollten aber nicht. Aber über verschiedenen Stationen wird es am Ende den „Bund des Friedens“ geben!
Niemand konnte und niemand kann Gott mit seinem Vorhaben aufhalten. Gott und die Gläubigen werden einmal für immer im Frieden vereint sein, so wie Gott es wollte.
Der wunderbare Gott benutzt seine Allmacht, um uns damit die Treue zu erweisen! Er ist kein Gott, vor dem wir Angst haben müssten, sondern einer, der unser wahrer, liebevoll erziehender Vater sein möchte.
Segen heisst ja bei Gott, dass er das Leben mit seinen geistlichen und materiellen Gaben fördert.
Und schon jetzt erleben wir vielen materiellen und geistlichen Segen (siehe unter Punkt 7), und am Ende der Zeit wird dieser Segen in den Höhepunkt einmünden: Gott wird mit seinen geistlichen Gaben das ewige Leben bei seinen Kindern fördern und für immer einsetzen. Es wird zu einer innigen und vollkommenen Beziehung mit Gott kommen, die mit diesem neuen ewigen Bund des Friedens besiegelt wird. Gott beweist sich als der Treue, der nach dem Gericht sein Volk zu sich holt.
Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, unser gute Hirte, der sein Leben für seine Schafe, für uns, gegeben hat, hat diesen Bund mit seinem Tod und Blut besiegelt. Er hat unser Gericht auf sich genommen, und so kann sein Vater uns zu sich holen.
Das ist der beste Segen, den wir jemals bekommen können!
Lassen wir uns das von der Bibel ganz bewusst immer wieder sagen: Über das irdische Leben hinaus, hat Gott ein ewiges Ziel mit uns, an dem er persönlich arbeitet. Deshalb werden wir bei ihm ankommen!
Unser Problem: Es zählt das jetzt, es zählt der Lustgewinn, es zählt das Kurzfristige. Christsein muss Spaß und Freude machen. Für Gott zu leiden, ist unattraktiv. Und wenn ich dann ein so kuscheliges Christsein habe, dann rückt die Ewigkeit in weite Ferne und wird zur Jenseitsvertröstung.
Und wir lernen auch nie, im Leid auf die Ewigkeit zu schauen, weil wir das Leid ja aus unserem Glaubensleben verbannt haben.
Da gilt es vielleicht wieder neu, das Leid zu riskieren, „unattraktiv zu glauben“ und sich immer wieder vor Augen zu führen, dass viele Dinge zwar gut und schön sind, aber sehr zerbrechlich.
Was zählt, ist die Ewigkeit: Was ist besser: Ein „cooles Christsein“ ohne Ewigkeit, oder „coole Ewigkeit“ nach einem entbehrungsreichen irdischen Christsein?
Rein mathematisch liegt die Antwort auf der Hand.
Und wenn wir unsere Treue dann mit Gottes Treue vergleichen?
Wie oft sind wir untreu, sind nicht zuverlässig oder oberflächlich oder machen hintenrum andere Menschen schlecht, anstatt direkt negative Dinge zu klären. Hier sind wir herausgefordert, uns von Gottes Treue anstecken zu lassen.
Christus der Segnende schließt einen Bund der Friedens mit uns, wir empfangen jetzt und besonders in Ewigkeit geistlichen Segen die Fülle – nehmen wir uns das im Kleinen zum Vorbild
2.
Christus der Segnende beschreibt uns den Himmel
Gott belässt es nicht bei dieser Nachricht, sondern er schildert uns etwas genauer, wie es im Himmel sein wird: keine Feinde, egal ob Tiere, Spott von Menschen, Temperaturschwankungen bzw. Wetterfühligkeit, kein Nahrungs- oder Wassermangel mehr. Vergleiche Offb. 21,1ff
So ganz anders als hier, gerade wenn wir vielleicht unter solchen Dingen leiden!
Wenn wir leiden, dann lesen wir dies als Trost und Zuspruch Gottes. Es wird eine Zeit kommen, gegenüber der die Leiden der jetzigen Zeit nicht mehr ins Gewicht fallen: Röm. 8,18
Vielleicht können wir solchen Zuspruch auch auswendig lernen, damit wir in der Not Avon innen raus“ etwas gegen die Not setzen können!
Als Christen brauchen wir da nicht die Katze im Sack zu nehmen, sondern Gott zeigt uns genauer, wie der himmlische Segen aussieht!
ER ist gut!
3. Christus der Segnende offenbart uns Gott selber
Gott hat verschiedene Facetten: Er ist der Allmächtige, er ist der Treue, er ist der Herr!
Wir müssen bei Gott nicht rumraten oder uns mühsam selber einen Gott Azimmern“. Nein! Gott liebt uns, deshalb hat er uns gezeigt, wer und wie er ist.
Auch das ist Segen:
Es fördert unser Leben, wenn wir mit Gottes Allmacht rechnen, wenn wir im Gebet uns ganz an seine Möglichkeiten hängen.
Es fördert unser Leben, wenn wir um Gottes Liebe und Treue wissen, dass er uns vergibt, dass er uns als seine Schafe haben möchte, deren Namen er kennt und für die er sich einsetzt wie David für seine Herde als der Löwe kam.
Und es fördert unser Leben, wenn wir um Gottes Herrschaft und Heiligkeit wissen, die wir sie ernst nehmen müssen. Denn nur dann erkennen wir unsere Sünde, erkennen die Notwendigkeit, dass jemand sterben muss und können annehmen, was Jesus für uns getan hat! Und nur so können wir zu ihm kommen. Und nur wenn wir diese Herrschaft ernst nehmen, kann es auch zur Buße kommen, dass unser Leben sich wirklich ändert.
Luther schreibt in den Erklärungen zu den Geboten: Wir sollen Gott fürchten, lieben und vertrauen. Hier spiegeln sich auch die verschiedenen Facetten wieder: Den Herrn fürchten, den Treuen lieben und dem Allmächtigen vertrauen.
Alles dies sehen wir in besonderer Weise auch in dem, der sich selbst den guten Hirten nennt: Christus, der Allmächtige, erwartet, dass wir ihn als Gott erkennen und akzeptieren, und dann wird seine Treue für uns wirksam, mit der er unser Gericht auf sich genommen hat.
Deshalb sollen wir Gott mit diesen verschiedenen Facetten ernst nehmen, ohne sie wüssten wir nicht, wer Gott ist.
Ein Segen, dass Christus uns das jetzt schon zeigt. Wir können zu Gott Vater sagen, wir dürfen seine Kinder sein dank Christus.
Wieviel mehr wird es Freude und Segen sein, wenn wir dann für immer mit Gott zusammensein können und wirklich nichts mehr unsere Gemeinschaft mit IHM trübt.
Was wird das für ein Segen sein!
Schluss:
Wir wollen nicht auf das schauen, was uns von irgendwem angeboten wird, selbst wenn es vermeintlich fromme Leute sind. Und wir wollen auch nicht mit vergänglichem und vorläufigem für Gott „werben“.
Wir wollen auf das schauen, womit Christus uns segnet, dass wir schon jetzt wissen können wie Gott ist und dass wir durch unsere Beziehung zu Christus dem guten Hirten eine wunderbare Ewigkeit im Himmel verbringen werden, in der wir mit Gott persönlich zusammen sein werden!