Römer

Predigthilfe vom 15. Mai 2016 – Römer 8,1-17

Monatsthema: Der Christ und die Gemeinde

Predigtthema: Die verändernde Macht des Geistes Gottes

Predigttext: Römer 8,1-17

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer

Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise zur Verkündigung, ersetzt aber nicht ein eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen,  nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung / Neue Genfer Übersetzung)

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext

Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Heiko Krimmer (Edition C Bibelkommentar NT Bd.10) und von Adolf Pohl (Wuppertaler Studienbibel NT Bd.6).

1.2 Hinweise zum Verständnis des Predigttextes

Pfingsten ist die Geburtsstunde der Gemeinde Jesu.

Die Apostelgeschichte berichtet uns ausführlich davon (2,1-41).

Ca. 3000 Menschen kamen am Pfingsttag zum lebendigen Glauben an Jesus Christus.

Dieses Wunder ist zurückzuführen auf das Wirken des Heiligen Geistes, der an Pfingsten ausgegossen wurde (Apg 2,4.41).

Auch heute ist ein gesegneter Gemeindebau und ein gesundes Gemeindewachstum ohne sein Wirken nicht denkbar.

Das zeigt uns auch unser Text aus Römer 8,1-17 deutlich auf.

Eine gesunde Gemeinde beginnt bei den einzelnen Gemeindegliedern.

Wer im Glauben wachsen und Jesus ähnlicher werden möchte, der ist auf die Leitung vom Heiligen Geist angewiesen.

Der Geist Gottes wohnt in jedem, der Jesus Christus als Herrn und Retter seines Lebens angenommen hat (Römer 8,9.10; 1Kor 12,13).

Paulus hat im vorherigen 7. Kapitel verdeutlicht, dass ein Leben aus eigener Kraft und Anstrengung zum scheitern verurteilt ist.

Er schildert ein „gesetzliches“ Christsein, das ganz nach dem Leistungsprinzip ausgerichtet ist.

So können wir Gott niemals gefallen.

Nur aus der Kraft des Heiligen Geistes, ist ein lebendiges Glaubensleben möglich.

 

Unser Predigttext lässt sich in drei Abschnitte unterteilen.

  1. Freigesprochen – wie der Heilige Geist bei mir einzieht (V.1-4)

Entscheidend ist die Verbindung zu Jesus Christus.

Befreiung kam nicht durch das Gesetz, sondern Gott selber hat eingegriffen (V.3; Joh 3,16).

Ich habe also neues Leben, weil Jesus für meine Schuld gestorben ist.

Allein aus diesem Grund kann ich vor Gott bestehen.

Niemand kann mich mehr verurteilen (Hebräer 9,24-26; 1Joh 2,1.2).

Der Glaube an Jesus Christus ist also die Grundlage für ein Leben, das Gott gefällt.

Durch den Glauben, bekomme ich den Heiligen Geist geschenkt (Römer 8,9.10; 1Kor 12,13), der mich auf Gottes guten Wegen führen will.

  1. Umkämpft – wie der Heilige Geist meine menschliche Natur besiegt (V.5-13)

Paulus zeigt zwei Wege auf, die wir als Christen gehen können.

Entweder lassen wir uns von unseren selbstsüchtigen Motiven leiten, oder vom Geist Gottes.

Wir alle wissen wie schwer das im Alltag ist.

In so vielen Situationen klopft das alte Leben (die alten Verhaltensmuster), ohne Jesus, bei uns an.

Ängste, Sorgen und so manche „Charaktersünden,“ ziehen uns immer wieder weg von der Nähe unseres Herrn.

Wenn wir uns stattdessen immer mehr vom Heiligen Geist prägen und bestimmen lassen, dann werden wir nicht mehr so schnell den gewohnten Begierden nachgehen (Galater 5,16ff).

Das führt zu einer Verhaltensänderung und nur so sind die Früchte des Heiligen Geistes

erfahrbar (Galater 5,22: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit…).

Die Früchte entstehen allerdings nicht über Nacht. Veränderung geschieht in einem Prozess, in dem Jesus mehr und mehr Gestalt in uns gewinnt.

  1. Adoptiert – wie der Heilige Geist mir versichert Kind Gottes zu sein (V.14-17)

Der Heilige Geist macht uns zu Kindern Gottes. Durch ihn dürfen wir den allmächtigen Gott Vater nennen (V.15).

So eng ist die Beziehung zu ihm, wenn wir an Jesus glauben.

Wir dürfen jederzeit zu ihm kommen, denn er wartet auf uns mit offenen Armen.

Nicht Angst soll also unsere Beziehung zu Gott bestimmen.

Denn wir haben in Jesus einen Fürsprecher im Himmel (1Joh 2,1), der vor dem Vater für uns eintritt.

Sind wir uns bewusst, welche unfassbare Zukunft wir als Kinder Gottes vor uns haben?

Wir sind adoptiert in die Familie Gottes und sind dadurch zu rechtmäßige Erben ernannt worden (V.17).

Eine herrliche Ewigkeit erwartet uns in der Gegenwart unseres Herrn!

Wir werden mitregieren und sogar die gefallenen Engel richten (1Kor 6,1-3).

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen

Für die meisten Menschen in unserem Land, hat Pfingsten leider keine Bedeutung mehr.

Sie wissen nicht ansatzweise, was sich hinter diesem Fest verbirgt.

Wer soll es ihnen nahe bringen, wenn nicht wir als Kinder Gottes?

Wo sollen sie die Botschaft hören, wenn nicht in unseren Gemeinden?

Wir wissen, wie der Heilige Geist am Pfingsttag gewirkt hat (Apg 2,1-41).

Beten wir, dass auch in unserer Zeit Menschen zu Jesus finden und Teil der Gemeinde werden.

2.2 Hinweise für homiletische Überlegungen

Wer Jesus annimmt, der bekommt eine neue Identität.

Wir sind Kinder Gottes geworden und müssen uns nicht mehr von der Sünde bestimmen lassen.

Durch den Glauben an Jesus bekomme ich auch einen neuen „Mitbewohner“.

Der Heilige Geist zieht bei mir ein.

Er bringt auch „Kartons“ mit (Leben, Frieden, Kraft, Freude, Sanftmut, Freiheit…).

Darf er sie auch „auspacken“ in meinem Lebenshaus, oder werden sie einfach in den Keller abgeschoben?

Der Heilige Geist braucht Platz und Raum in meinem Herzen, bin ich bereit ihm den zu geben?

Erlaube ich es ihm, mein Leben zu verändern?

Nur so wird unser Leben bleibende Spuren (Frucht) hinterlassen.

Wir haben als Kinder Gottes eine herrliche, unfassbare Zukunft vor uns (V.17).

Unsere eigentliche Heimat wartet erst auf uns (Hebräer 13,14).

Wir sitzen sozusagen auf gepackten Koffern, da wir hier auf Erden nur auf der

„Durchreise“ sind.

Diese Wahrheit geht in der Hektik und im Stress unserer Zeit schnell verloren.

Das ist auch ein Grund, warum wir so diesseits orientiert sind und uns von den Ängsten und Sorgen dieser Zeit treiben lassen.

Gott lädt uns neu ein vom Ziel her zu leben. Wir sind Erben Gottes.

Beeinflusst uns das, in dem wir unsere alten Verhaltensmuster immer mehr (aus der Kraft des Heiligen Geistes) hinter uns lassen.

3. Sagen, wo es hingeht

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?

Kind zu sein bedeutet zu wissen wo man daheim ist.

Unsere Heimat ist die Nähe Gottes.

Dort sind wir am besten aufgehoben.

Deshalb sollen wir auch unser Denken, Fühlen und Wollen von Gottes Geist bestimmen lassen (V.14).

Das möchte uns vor so manchen Fehltritten, Verletzungen und Enttäuschungen bewahren.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?

Die verändernde Macht des Geistes Gottes“

Das ist es was jeder von uns persönlich und auch unsere Gemeinde dringend braucht.

Veränderung beginnt, wie gesagt, bei jedem persönlich.

Es hat mit der täglichen Entscheidung zu tun, sich immer wieder neu von Gottes Geist leiten zu lassen (Epheser 5,18).

Nur so ist bleibende und verändernde Frucht in und durch unser Leben möglich.

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?

  1. Freigesprochen – wie der Heilige Geist bei mir einzieht (V.1-4)
  2. Umkämpft – wie der Heilige Geist meine menschliche Natur besiegt (V.5-13)
  3. Adoptiert – wie der Heilige Geist mir versichert Kind Gottes zu sein (V.14-17)

(Andreas Gerlach)