Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der ihn bezeugt
Predigtthema: Das Zeugnis vom Heil
Bibelstelle: Apostelgeschichte 10, 34-48
Verfasser: Eckhard Löffler
Vorbemerkungen
Zum Verständnis des Textes gehört der ganze Bericht ab V 1. Gott sind auch die Heiden wichtig. Aber auch wichtigste, gestandene Gemeindeglieder brauchen hin und wieder Nachhilfeunterricht vom Herrn …
Petrus wurde von Kornelius aufgefordert allen Anwesenden über Gott (Kornelius wusste noch nichts von Jesus) zu berichten. Eine heidnische Versammlung will über den lebendigen Gott der Bibel mehr wissen.
Predigttipps
V 34f Für Gott sind weltliche Grenzen Nebensachen – in unserem Fall vielleicht auch einige Abgrenzungen zu anderen Gruppen, Kirchen, falls die nicht wirklich auf Vorgaben aus dem Wort Gottes gründen?
Gott schaut nicht auf Ansehen, Würde, Macht und Einfluss (1).
„Angenehm“ kann auch „annehmbar“ bedeuten (2).
V 35 Ein neuer Maßstab: „Wer Ihn/Gott fürchtet und recht tut“. Glaubens- und Lebensführung gehören zu-sammen. Jakobus nimmt das Thema auf (Jak 1, 19ff; 2, 14ff) Paulus z.B. in Röm 3, 21ff.
V 36ff Erster Adressat ist das erwählte Volk Israel. Nach seiner mehrheitlichen Ablehnung kommt sie zeit-versetzt zu den Heiden.
Für den Frieden gibt die Welt mehr aus, als Bundesbürger pro Jahr gesamt verdienen.
Das „Gleichgewicht“ der Machtbereiche hat sich als Trugbild erwiesen. Friede schafft nur Gott (s. Predigttipp zu Off 6, 1-11 v. 17.09.2006) (3).
Christus ist der Name für den Gesalbten, von Gott geschickten Messias. Er wird nun als Herr über ALLE, auch über die Heiden, vorgestellt. Petrus ist „über seinen Schatten“ gesprungen und hat den Mut, alte An-sichten und Beurteilungen zu streichen und Mission weltweit zu verkünden. Christus ist „Herr über ALLE“. Sie wissen nur noch nicht alle davon.
Dr. H.-W. Neudorfer im Bibelkommentar/Edition C : „Es folgt ein knapper Abriss der Geschichte Jesu von der Taufe durch Johannes bis zur Sendung der Jünger nach der Auferstehung (V 37-42). Dabei wird der Taufe als einem Einsetzungsakt große Bedeutung beigemessen. In ihr erhielt Jesus die Macht und den Geist, Gu-tes zu tun und Heilung vorzunehmen (V 38).
V 39 Petrus spricht schon hier von der Zeugenrolle der Jünger. Sie haben eine besondere Bedeutung, sollen weitersagen, was sie erlebt haben (4).
V 40 Gottes Rolle bei der Kreuzigung und Auferstehung.
V 41f Thomas und den Emmaus-Jüngern wurden z. B. die Augen geöffnet.
Das war für sie wie der Bundesschluss am Sinai und sie wurden wichtigste Zeugen.
V 43 (zur Sündenvergebung vgl. Jes 33, 24)
Ergriffensein durch Gott fällt auf. Sie machen Gott groß.
V 44 Wie stark beeinflussen uns unsere subjektiven „Erfahrungen und Erlebnisse“ und lassen Gottes längst geschehenes Handeln für uns verblassen?
V 45f Entsetzen darüber, dass Gott weitere Grenzen zieht als wir?
V 47 Gläubigwerden bedeutet Geistesempfang, für Juden wie für Heiden. Jesus hat den „Zaun“ abgebro-chen (Eph 2, 14) (5).
Petrus war kein allgemeiner Verantwortlicher im Reich Gottes. Er wurde zu DEM Leiter der Urgemeinde (Mt 16, 18).
V 48 Verständlich, dass Petrus noch einige Tage die Neubekehrten nach Lk 1, 1 betreute.
Zu den wesentlichen Aufgaben der Gemeindebetreuer (Prediger, Pfarrer, Älteste, usw.) gehört neben klarer, bibeltreuer Verkündigung die ausreichende (Lebens-)Begleitung ihrer Anvertrauten. Hirten tragen Verantwor-tung für jedes einzelne ihrer Schafe. Wer das begriffen hat, darf die erkannten Schwächen und „Lücken“ seiner Hirten auch selbst ausfüllen.
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Fußnoten
(1) Die röm. Göttin Justitia wird immer mit verbundenen Augen dargestellt, um ihre Unparteilichkeit, ihre Distanz und Abgeklärtheit zu demonstrieren. Gott braucht keine Distanz, um gerecht zu urteilen. Gerecht ist, wer mit ihm in Verbindung lebt.
(2) Gott selbst bestimmte schon im AT bei Opfern, welche „annehmbar“ waren und welche nicht.
(3) Gottes Friede ist weder ein Diktatfriede noch ein Verhandlungsergebnis. Versöhnungsfriede.
(4) Im Altertum waren Apostel Augenzeugen. Sie waren Gesandte. Und ein Grundsatz galt auch im weltli-chen Bereich: „Der Gesandte ist gleich dem Sendenden“, also gleichwertig. Deutliches Beispiel in 2. Sam 10, 1-7.18. Neutestamentlich 2. Kor 5, 20.
Nicht alle Gesandten bringen alle Gaben mit und setzen sie geschickt ein. Bismarck sagte einer eingebilde-ten Frau eines Gesandten: „Ihr Mann ist zwar Gesandter, aber kein Geschickter“.
(5) Pharisäer richteten um die eigentlichen Gebote noch einen „Zaun“ (erweiterte Gesetze) auf, damit nie-mand Gottes Gebote verletzte.