Predigtthema: „Im Sinne Jesu Ehe leben“
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden, findet man z.B. unter www.bibleserver.com
1.1 Allgemeine Hinweise zur Predigt und Predigttext
In den Monaten April, Mai, September und Oktober 2026, wollen wir uns unter dem Titel „Glaube, der trägt“ mit Abschnitten aus dem ersten Petrusbrief beschäftigen.
Der Verfasser des ersten Petrusbriefes ist Jünger und einer der engsten Freunde von Jesus selbst gewesen (1.Petr 1,1), der den Brief an Christen „in der Zerstreuung“ schrieb (an Gemeinden mehrerer zusammenhängender Provinzen in Kleinasien), um ihnen in ihrem Leid Ermutigung zu sein. Ihr Leid hing damit zusammen, dass sie wegen ihrem Glauben an Jesus verfolgt wurden. Petrus wollte ihnen Hoffnung machen, indem er sie an ihr zukünftiges Erbe erinnerte (1,4-5), und sie darauf hinwies, dass kein Leid sinnlos ist (1,6-7) und auch Jesus leiden musste (2,21). Petrus spricht in seinem Brief die richtige Einstellung und das Verhalten von Christen an, die unter Verfolgung leiden. Die richtige Haltung wächst aus dem Verständnis über das Leiden von Jesus und aus einer zunehmenden Wertschätzung gegenüber der Größe der von Jesus erwirkten Rettung, ein zunehmendes Staunen über das Evangelium. „Bleibt Jesus treu“, war seine Botschaft an die Geschwister.
Vermutlich schrieb Petrus den Brief von Rom aus, wofür er den symbolischen Namen „Babylon“ gebrauchte (5,13). Zeitlich ordnen wir den Brief um das Jahr 65 n.Chr. zu. Wenn Petrus von einer Verfolgung spricht, könnte damit die Christenverfolgung unter Nero gemeint sein, die im Jahr 64 n.Chr. begann. Petrus selbst starb vermutlich um das Jahr 67 n.Chr. unter Kaiser Nero den Märtyrertod.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
• YouTube: BibelProjekt – Buchvideo: 1.Petrus.
• Henry, Matthew. Kommentar Apostelgeschichte – Offenbarung. 3L Verlag
• Holmer, Uwe. Wuppertaler Studienbibel: Die Briefe des Petrus. R.Brockhaus
• Krimmer, Heiko. Edition C: Erster Petrusbrief. Hänssler
• Schlatter, Adolf. Die Briefe des Petrus, Judas, Jakobus + Der Brief an die Hebräer. Calwer Verlag
• MacDonald, William. Kommentar zum Neuen Testament. CLV (kostenlos Online PDF)
• Peters, Benedikt. Kommentar zu 1.Petrus. CLV (kostenlos Online PDF)
• Walvoord, John F. & Zuck, Roy B (Hg.). Das Neue Testament erklärt und ausgelegt – Band 5: 1.Korinther – Offenbarung. Hänssler
Der erste Schritt sollte immer das Selbststudium sein, sich anhand von verschiedenen Bibelübersetzungen und Studienbibeln eine eigene Vorstellung davon erarbeiten, welche geistlichen Wahrheiten der Abschnitt enthält und was Gott im Sinne von 2.Tim 3,16 dem Leser bzw. Predigthörer zeigen möchte.
Erst in einer zweiten Phase liest und hört man dann andere Auslegungen.
Im Sinne von Apg 17,11 sollte man dabei durchaus prüfend lesen, ob die Argumente und Schlussfolgerungen der Autoren wirklich schlüssig und überzeugend sind.
Als Hilfen zur Auslegung empfehle ich jedem Verkündiger, sich folgende Studienbibeln zuzulegen:
Elberfelder erklärt, MacArthur (gibt es auch als PDF zum kostenlosen Download), Ryrie, Genfer Studienbibel (gute theologische Ergänzung zu den Vorherigen).
Weitere gute Hilfen:
– Die Thompson-Studienbibel bietet mit ihren Kettenbegriffen direkt neben jedem Vers gute Anregungen, welche Themen in einem Abschnitt enthalten sind, die man dann in der Predigt aufgreifen kann.
– Die Kompaktkommentare von W. Wiersbe (gibt es z.T als engl. PDF frei im Internet)
– Es kann sich auch lohnen, nach dem Selbststudium dann auf sermon-online oder auch YouTube Predigten anderer Verkündiger zum Predigttext zu hören.
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
Die Anmerkungen beziehen sich auf die Formulierungen der Neuen Genfer Übersetzung
(NGÜ)
Eine christologische Auslegung oder Anwendung des Predigttextes, und eine christuszentrierte und damit evangeliumszentrierte Verkündigung, sind unumgänglich. Christus sollte im Allgemeinen immer das Zentrum unserer Verkündigung bilden, egal ob in einer Predigt über einen alttestamentlichen Text, oder über einen neutestamentlichen.
-> Denn wir „predigen den gekreuzigten Christus … als Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1.Kor 1,23f), ja „wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, wir aber eure Knechte um Jesu willen“ (2.Kor 4,5)
Grundstruktur:
(Noch nicht die Predigtgliederung; siehe dazu 3.2)
– V.1-6: Mahnung zum christlichen Lebenswandel als Ehefrau
– V.7a: Mahnung zum christlichen Lebenswandel als Ehemann
– V.7b: Ehefrauen & Ehemänner sind „durch Gottes Gnade Erben des ewigen Lebens“ + Mahnung zum gemeinsamen Gebet
Petrus fordert seine Leser zu einem neuen Verhalten der ehelichen Rücksichtnahme und Besonnenheit auf.
V.1+2
– „Ebenso/Entsprechend ihr Frauen“ = Bezug zu 2,13+18:
Was Petrus über die Achtung und Unterordnung gegenüber der Obrigkeit und den weltlichen Institutionen gesagt hat, dehnt er hier auf den privaten Bereich aus.
– „Unterordnen“ = sich dienen & führen lassen, sich lieben lassen; So wie wir uns Jesus unterordnen, also uns retten, führen, lieben, helfen lassen, so sollen die Ehefrauen sich ihren Männern unterordnen – vgl. dazu Eph 5,21-33!
– Es ist ein Gebot an die Ehefrauen ihren Ehemännern gehorsam zu sein (vgl. Eph 5,22; Kol 3,18) – jedoch beschränkt auf den Bereich des Hauses: Es gilt nur den eigenen Ehemännern gegenüber.
– Gott hat die Ehemänner als „Häupter“ der Familie eingesetzt, deren Autorität die Frauen akzeptieren sollen.
– Das gilt auch, wenn der Ehemann ungläubig ist, damit sie durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte für den Glauben gewonnen werden.
– Die überzeugende Reinheit einer gottesfürchtigen Frau wird selbst einen völlig uneinsichtigen Mann mit der Zeit beeindrucken (vgl. Tit 2,5)
Mögliche Veranschaulichung: Film „War Room – Prayer is a powerful weapon“ (von Alex Kendrick, 2015)
V.3+4
– Eine Frau, die einen solchen Sieg erringt, hat eine herzbezwingende Liebenswürdigkeit, die nicht von äußerem Schmuck, sondern aus dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes (vgl. 1.Tim 2,9-11) kommt.
– Dieser Schmuck des Geistes ist köstlich vor Gott!
– Petrus wollte damit nicht sagen, dass Frauen keinen Schmuck oder schöne Kleider tragen sollen (Achtung: keine Gesetzlichkeit!), sondern dass eine Christin (gilt für alle Frauen Gottes) nicht in äußeren Dingen die Quelle wahrer Schönheit suchen soll
– Spr 31,30 „Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den HERRN fürchtet, soll man loben“ – Gottesfurcht ist wahre Schönheit!
V.5+6
– Petrus stützt seine Mahnung an die Ehefrauen mit Beispielen von „heiligen Frauen“ aus dem Alten Testament = „Frauen aus früherer Zeit, die ein geheiligtes Leben führten und ihre Hoffnung auf Gott setzten“ (NGÜ)
– Ein reines Leben (V.2) und ein „freundliches und ausgeglichenes Wesen“ (V.4) haben zu allen Zeiten die Liebenswürdigkeit & Schönheit gottesfürchtiger Frauen ausgemacht.
– So verkörpert „Sara“ für Petrus in besonderer Weise eine Frau, die ihrem Ehemann gehorsam war. Sie gehorchte Abraham und nannte ihn „Herr“, d.h. sie erkannte ihn als Leiter und Oberhaupt des Haushaltes an (vgl. 1.Mose 18,12).
– Wie andere heilige Frauen in der Vergangenheit setzte Sara „ihre Hoffnung auf Gott“. Eine Frau, die ihrem Beispiel nacheifert, tritt auch ihr geistliches Erbe an: „Ihr erweist euch als Saras Töchter, wenn ihr tut, was gut und richtig ist, und euch durch keinerlei Drohung Angst machen lasst“ (V.6).
– „Angst“ = gr. ‚ptoesin“: kommt nur an dieser einen Stelle im NT vor – Frauen, die sich fürchten (vielleicht, weil sie ihren Männern nicht gehorsam waren), setzen nicht ihr ganzes Vertrauen auf Gott.
V.7a
– Die christlichen Ehemänner schulden ihren Frauen zwei Liebesgaben:
Verständnis & Achtung („Rücksicht“).
– Die mit dem Wort „verständnisvoll“ (NGÜ) / „vernünftig“ (Luth 1984) übersetzte Wendung (gr. ‚kata gnosin‘ = wörtlich „nach bestem Wissen, mit Verstand“) macht deutlich, dass die Ehemänner die geistlichen, emotionalen und körperlichen Bedürfnisse ihrer Frauen verstehen und sich um sie kümmern sollen.
– Auch Paulus wies darauf hin, dass ein Mann seine Frau schützen und für sie sorgen muss, „wie auch Christus“ für „die Gemeinde“ sorgt (Eph 5,28-30).
– Daneben haben die Ehemänner „Rücksicht“ auf ihre Frauen und „ihre von Natur aus schwächere Konstitution“ zu geben – auf sie „als das schwächere Gefäß“.
– „Schwächer“ (gr. ‚asthenestero‘) bezieht sich auf körperliche oder gefühlsmäßige Schwäche, nicht auf geistige (oder geistliche) Unterlegenheit, denn die Frauen sind „durch Gottes Gnade Erben des ewigen Lebens genau wie ihr“ (V.7b).
– „Gnade … des ewigen Lebens“ = die Erlösung (vgl. Röm 8,17; Eph 3,6)
– Wenn sich die Ermahnung jedoch an christliche Ehemänner richtet, deren Frauen ungläubig sind (wie V.1+2 sich auch an Ehefrauen mit ungläubigen Männern richtet), dann ist damit wohl das Zusammenleben von Mann und Frau gemeint –
dann ist besser mit „Miterben der Gnade des Lebens“ (Luth 1984) zu übersetzen.
– Luth 1984: „gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre“ – „Ehre“ = gr. ‚timen‘ (vgl. 2,17)
– Männer sollen ihre Frauen also mit Verständnis & Ehrerbietung behandeln
Wenn du als Mann eine „Sprüche 31 – Frau“ haben möchtest,
dann sei erstmal ein „Sprüche 1-30 – Mann“!
V.7b
– „Sie sind ja durch Gottes Gnade Erben des ewigen Lebens genau wie ihr“ / „Miterben der Gnade des Lebens“: vgl. Röm 8,17!
– „Respektiert und achtet sie also, damit der Erhörung eurer Gebete nichts im Weg steht“: Eine Treue & gottgefällige Ehe lebt von ehrlicher Reue (Buße) & der eigenen Bereitschaft zur Vergebung
Dazu müssen wir ans Kreuz schauen, an dem Gott seine Bereitschaft gezeigt hat, uns in Christus zu vergeben!
– Unversöhnlichkeiten müssen geklärt und vor Gott bekannt werden, damit das Gebet und dessen Erhörung nicht behindert werden
– Petrus sagt, dass Männer, die ihre Frauen nicht mit Verständnis und Ehrerbietung behandeln, nicht erwarten können, dass ihr Gebet erhört wird.
– oder: „damit euch nichts am gemeinsamen Gebet hindert“ – Wenn Männer ihre Frauen schlecht behandeln, kann wohl kaum ein gemeinsames Gebet möglich sein. Dadurch geht ein enorm wichtiger und zentraler Schatz der Ehe verloren!
Das gemeinsame Gebet muss geschützt, gefördert und priorisiert werden.
Der christliche Lebenswandel – das heißt: Die »Jesus-Art« – ist nicht einfach eine ethische Lebensweise, die wir irgendwie nachahmen. Sie ist die Frucht einer Beziehung.
Weil wir JESUS gehören und ihm folgen, können wir auch anfangen, so zu leben wie er.
Die Jesus-Art ist es, die Gott ehrt und verherrlicht, Menschen ein Zeugnis ist und der eigenen Seele gut tut.
1.4 Tipps zur Orientierung – das Evangelium für unsere Herzen
Wir wollen Predigten halten, die ins Herz gehen. Dabei können drei Fragen helfen:
a. Wie hilft der Text den Zuhörern, Jesus anzubeten?
Wo strahlt die Schönheit des Evangeliums aus dem Text hervor? Worüber können die Zuhörer vielleicht wieder oder ganz neu über Jesus staunen?
b. Wie hilft der Text denen, die leiden?
Wir leben in einer gefallenen Welt. Gehe immer davon aus, dass einige deiner Zuhörer im Moment mit Leid zu kämpfen haben. Wir wissen nicht, was die Menschen vor uns in den Tagen, Stunden, Minuten vor dem Gottesdienst durchgemacht haben. Auch die, die breit Lächeln, können mit Tränen zu kämpfen haben. Wie ermutigt sie dieser Text?
c. Wie hilft der Text denen, die mit Selbstgerechtigkeit und Schuld zu kämpfen haben?
In einer gefallenen Welt leiden Menschen nicht nur, sie haben auch gefallene Herzen. Wir tun vieles, um uns selbst gut dastehen zu lassen, haben mit Selbstgerechtigkeit und mit verborgener Schuld zu kämpfen. Wie hilft dieser Text unseren Zuhörern, mit ihrer Schuld zu Jesus zu kommen und den Gottesdienst wieder ermutigt zu verlassen? Sodass sie Jesus vertrauen und ihm mit Freude dienen.
Wir wollen Predigten halten, die das Evangelium von Jesus zum Strahlen bringen und in die Herzen der Zuhörenden fällt. Dazu David King: „In einer evangeliumszentrierten Predigt ist das Evangelium wie die Sonne, die jeden Aspekt der Predigt in seine Umlaufbahn zieht und ihn mit Licht und Wärme erstrahlen lässt.“
Der Theologe & Autor Dane Ortlund, hat 39 Predigtregeln veröffentlicht, nach denen er jede Predigt versucht zu gestalten.
(Die ganze Liste findest du hier: theoblog.de/dane-orlund-39-predigtregeln.)
Ich habe von diesen Predigtregeln zwölf ausgewählt und hier aufgelistet, die ich dir ganz besonders ans Herz legen möchte:
1. Predige zuerst dir selbst.
2. Predige aus deinem Herzen, nicht nur zu ihren Herzen.
3. Ein durchgängiger Ton der Ermutigung.
4. Deine Zuhörer sind verzweifelter, als sie zeigen.
5. Denke dich satt, bete dich strahlend.
6. Sei konkret, nicht abstrakt.
7. Streiche alles überflüssige gnadenlos.
8. Zeige regelmäßig etwas von deiner eigenen Schwäche.
9. Mache das Evangelium an einer Stelle deutlich.
10. Es sind sowohl eifrige als auch stagnierende Christen anwesend.
11. Predige, als säße dein Sohn in der letzten Reihe + gäbe der Gemeinde noch eine Chance.
12. Gib ihnen einen Vorgeschmack darauf, wie Jesus selbst ist.
Joel Beeke: „Lies und studiere die Bibel, um weise zu werden; glaube ihr, um sicher zu werden; wende sie an, um heilig zu werden! Halte sie fest, bis sie dich festhält.“
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
„Der Leser muss das Buch unter Gebet sorgfältig studieren, um die unermesslichen Reichtümer geistlicher Schätze zu entdecken, die der Apostel unter der Führung des Heiligen Geistes […] in seinem [Brief] so liebevoll bereitgestellt hat.“
(John MacArtuhr, Studienbibel)
Immer zu beachten sind zum einen der eigene heilsgeschichtliche Standort (zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu; nach Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt und Pfingsten) und zum anderen der heilsgeschichtliche Standort der Texteinheit (in diesem Fall identisch).
Petrus schreibt hier an Geschwister (vgl. 1,2), und spricht in unserem Abschnitt besonders die Ehefrauen (3,1) und Ehemänner (3,2) an – sie glauben an Christus & haben den Heiligen Geist!
Petrus schreibt diesen Brief ca. 60 – 63 v.Chr. an Christen, die auf Grund ihres Glaubens ihre irdische Heimat verlassen mussten (1Pet 1,1). Ihre Bekehrung zu Jesus führte dazu, dass sie vielerorts unter Diskriminierung, Bedrängnis, Verfolgung und Vertreibung zu leiden hatten. Die erste Zerstreuung von Christen aus Jerusalem begann ca. 31 n.Chr. (Apg 8,1). Selbst Saulus, der zuvor noch Christen selbst verfolgte, wurde sofort nach seiner Bekehrung ein Fremdling und Feind seiner jüdischen Religionsgemeinschaft, die versucht hatten ihn zu töten (Apg 9,23f).
Hinweise deuten darauf hin, dass die Briefempfänger sowohl Judenchristen (1Pet 1,9-12, 2,9) als auch Heidenchristen (4,3) waren.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
Wir predigen diesen Abschnitt zwischen Christi Himmelfahrt (14.05.) und Pfingsten (24.05.) – An Christi Himmelfahrt feiern wir, dass Christus nach seiner Auferstehung siegreich über Sünde, Tod und Teufel zurückkehrt zum Vater und nun „zur Rechten Gottes ist und uns vertritt“ (Röm 8,34; vgl. auch Hebr 12,2). Dort gab ihm der Vater den Namen, der über allen Namen ist (vgl. Phil 2,9f) und „gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten“ (Dan 7,14) – also „alle Macht im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18).
An Pfingsten feiern wir, dass Gott seinen Heiligen Geist ausgegossen hat „über alles Fleisch“ (Joel 3,1) und dieser in jedem, der an Jesus Christus glaubt, Wohnung nimmt und denjenigen heiligt – also Jesus immer ähnlicher macht –, und ihn führt und leitet.
Wenn Petrus in unseren Versen die Ehefrauen auffordert, zu tun, „was gut und richtig ist“ (V.6) und die Ehemänner auffordert, sich im Zusammenleben mit ihren Frauen verständnisvoll zu zeigen und auf sie Rücksicht zu nehmen (nach Luther: ihnen ihre Ehre zu geben) (V.7a), dann können wir das nur in der Kraft des Heiligen Geistes tun, der in uns wohnt.
Auch im Blick auf das gemeinsame Erbe der Gnade des Lebens und das beständige, gemeinsame Gebet (V.7b), sind wir ganz auf das Wirken des Geistes Gottes in unserem Leben angewiesen.
Gerade im Blick darauf, dass wir immer wieder versagen werden, Ehe im Sinne Jesu zu leben, ist der Aufblick zu Jesus, dem erhöhten Christus, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt, ein sehr großer Trost & Ermutigung. Er richtet wieder auf und verändert uns.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
V.7a – „damit euch nichts am gemeinsamen Gebet hindert“
Als Ehepaar feste, gemeinsame Zeiten des Gebets planen & einüben
-> Jeden Abend vorm Schlafengehen zusammen Gott für den Tag danken und Sorgen, Anliegen, Bitten an ihn abgeben. Gemeinsam auf dem Schoß des Vaters sitzen und an der Brust Jesu liegen und ihm euer Herz ausschütten.
->Wenn nötig, gemeinsam Sünden bekennen & einander Vergebung zusprechen
= Reinigung (wieder in das Licht Jesu treten)
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3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
(Es hilft, sich selber noch einmal in 1-2 prägnanten Sätzen deutlich vor Augen zu führen, was der Predigthörer am Ende der Predigt verstanden haben soll)
Ich halte die Predigt, damit die Zuhörer erkennen, dass sie Jesus brauchen, um ein Leben & auch eine Ehe in seinem Sinne leben zu können. Sein Geist in uns („Christus in uns“) muss uns verändern, damit wir in der »Jesus-Art« leben und einander dienen können.
Das ZIEL ist, Jesus groß zu machen, indem wir durch das Evangelium den Blick auf ihn richten & wir Gott bitten, dass er uns Jesus ähnlicher macht!
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Thema: „Im Sinne Jesu Ehe leben“
Im Sinne Jesu (nach der Jesus-Art) zu leben bedeutet, im Alltag so zu handeln, wie Jesus gehandelt hat – in Liebe, in Hingabe und im standhaften Vertrauen auf Gott, auch wenn es etwas kostet.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Wir gehen in drei Schritten durch den Text:
Predigtgliederung:
Punkt 1: Die Jesus-ähnliche Ehefrau (V.1-6)
Punkt 2: Der Jesus-ähnliche Ehemann (V.7a)
Punkt 3: Gemeinsam Jesus-ähnlich beten (V.7b)
Oder:
Punkt 1: Die Jesus-ähnliche Ehefrau (V.1-6)
Punkt 2: Der Jesus-ähnliche Ehemann (V.7a)
Punkt 3: Gemeinsam „durch Gottes Gnade Erben des ewigen Lebens“ (V.7b)
Verfolge in der Predigt das EVA-Prinzip (Erklären – Veranschaulichen – Anwenden)
Predige klar das Evangelium von Christus als den Gekreuzigten!
4. Einige Tipps für die Verkündigung
– Arbeite und bete in der Vorbereitung so lange mit dem Abschnitt, bis er wirklich mit seinen Punkten dein eigenes Herzensanliegen ist!
– EVA – E = erkläre den Text gründlich / V = veranschauliche deine Predigtpunkte mit einem Bild / A = Anwendung: Zeige praktische Beispiele, wie dieser Punkt im Alltag (in deinem Alltag) Anwendung finden kann bzw. findet.
– Halte Blickkontakt! – vor allem am Anfang und am Ende der Predigt (Lerne Einleitung und Zusammenfassung möglichst auswendig!)
– Eine „Predigt“ ist mehr als ein Vortrag/Referat, sie ist ZUSPRUCH, der von Herzen kommt und zu Herzen gehen soll, sei es Ermutigung oder Ermahnung.
– Erzähle aus deinem Leben – ausgewogen – wo dir das eine oder andere vorbildlich gelingt, wo aber auch mal etwas nicht so gelungen ist, wie es sein sollte.
(Luca Haußer)