Monatsthema: Jesus, der Herr.
Predigttext: Markus 8, 10 – 21
Predigtthema: Jesus, der Herr, durchschaut alle Motive
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in „Das Neue Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
Und natürlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel
* Edition C
* Hilfreiche Querverweise in die ganze Bibel bietet die Thompson Studienbibel.
* Hilfreiche Infos zum Text liefert hier die MacArthur Studienbibel (gibt es als pdf zum Downloaden auch auf www.sermon-online.de ).
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
In diesem Abschnitt möchte uns Jesus davor warnen, was unserem Glauben Schaden zufügen und ihn kaputt, „sauer“ und „locker“ machen möchte. Dazu nimmt er einen damals ganz alltäglichen Vergleich hinzu, den Sauerteig. Nachdem die Jünger mit viel Unverständnis reagieren, stellt Jesus ihnen eine ganze Palette von Fragen, die die Jünger, und auch uns wieder auf die richtige Spur bringen sollen.
2.2 Hinweise zu den einzelnen Versen
V.11 Die Pharisäer forderten ein Zeichen vom Himmel. Dass was Jesus so oft vor ihren Augen getan hat, war ihnen nicht genug. Sie wollten mehr. Dabei ist doch Jesus das größte Zeichen vom Himmel. Gerade die Pharisäer hätten es erkennen müssen, da sie doch ihr Leben lang die Heiligen Schriften studierten und kannten.
V.12 Jesus seufzte darüber. Gerade sie, gerade die Menschen die doch alles bekommen haben was nötig war um zu glauben, diejenigen die den Zugang zu Gott hatten, die so viele Vorbilder im Glauben hatten, gerade sie verwerfen Jesus.
V.13 Jesus lässt sie stehen. Er weiß wohin eine Diskussion mit ihnen geführt hätte. Sie wollten nicht glauben, sie wollten Jesus nur in Versuchung führen, sie wollten mit ihm streiten, aber sie wollten nicht an ihn glauben, egal welche Zeichen sie gesehen hätten.
V.14 Die Jünger hatten vergessen Brot mitzunehmen. Jesus aber war gedanklich noch wo ganz anders. Um die irdische Versorgung seiner Jünger machte er sich keine Sorgen. Aber ihr geistlicher Zustand war ihm immer sehr wichtig!
V.15 Jesus warnt hier sehr deutlich. „seht euch vor, hütet euch…“ Hier ist eine große Gefahr in Verzug. Die führenden Theologen des Landes verwerfen Jesus. Sie kennen sich aus, vielleicht haben sie ja Recht, vielleicht ist Jesus doch nicht der Messias. Hütet euch vor dem Sauerteig, dem Teig der, auch wenn nur ganz wenig davon vorhanden ist, den ganzen Laib durchsäuert. Der Glaube, das Denken und Handeln der Pharisäer war wie Sauerteig für alle Menschen in Israel und eine große Gefahr.
V.16 Die Jünger verstanden nicht was Jesus ihnen sagen wollte. Sie dachten erstmal nur ans Essen. Ihre Sorgen um das Irdische war immer noch sehr groß. Ihr Glaube, ihr Vertrauen in Jesus noch sehr klein.
V.17 Jesus reagiert auf diesen Unglauben der Jünger mit einer ganzen Reihe von Fragen. Er zeigt den Jüngern das sie doch eigentlich schon längst wissen sollten worum es Jesus geht.
Im Gegensatz du den Pharisäern hat Jesus bei seinen Jüngern allerdings viel Geduld, weil er weiß das sie sich auf dem richtigen Weg befinden. „versteht ihr noch nicht…“ das Wort „noch“ zeigt uns, dass Jesus mit seinen Jüngern einen Prozess durchläuft. „Noch“ verstehen sie es nicht, aber das kann und wird sich ändern. „Noch“ ist ihr Herz verhärtet, aber das sie in einer engen Verbindung mit Jesus stehen, wird das nicht so bleiben. Jesus lässt die Jünger nicht zurück wie die Pharisäer, sondern er geht auf sie ein.
V.18-20 Jesus erinnert die Jünger mit den nächsten Fragen an das, was sie doch schon selbst gesehen und gehört haben. Sie waren selbst dabei als Jesus die 5000 und die 4000 mit wenig satt gemacht hat, sodass sogar noch viel übriggeblieben war. Sich zu erinnern an das was Gott getan hat, dazu fordert Jesus uns und auch die Jünger damals heraus. Wenn er damals so viele Menschen mit so wenig versorgte, warum sollten sie sich dann jetzt darum sorgen machen?
V.21 Zum Schluss fragt Jesus nach dem Unverständnis der Jünger. Jesus zu verstehen, ihn zu begreifen, zu erkennen wie er ist, das ist unser großes Ziel. Wenn wir ihn immer mehr erkennen, wächst unser Glaub und unser Vertrauen im selben Maß.
2.3 homiletische Überlegungen
Das Hauptaugenmerk in dieser Predigt sollte sicher auf den Versen 14-21 liegen. Die Verse 10-13 helfen uns aber um zu verstehen was Jesus meint, wenn er vom „Sauerteig der Pharisäer“ spricht.
Jesus gebraucht das Bild vom Sauerteig um zu zeigen, welchen Einfluss etwas Böses auf uns Christen, oder auch auf die ganze Gemeinde haben kann.
Was war das für ein Sauerteig vor dem Jesus hier warnte? Der Sauerteig der Pharisäer war zuallererst ihre Gesetzlichkeit und ihre Heuchelei, indem sie äußerlich die Gebote scheinbar hielten, aber innerlich keine Verbindung zu Gott hielten und so auch dem wichtigsten Gebot nicht gehorchten, Gott zu lieben. Sie lebten selbstgerecht und machten Menschen die es ernst mit Gott meinten das Leben schwer, indem sie sein Wort falsch auslegten und immer mehr Gebote und Gesetzt hinzufügten.
Gesetzlichkeit ist ein total falscher Umgang mit dem Wort Gottes. Es kommt nie darauf an einfach das Wort umzusetzen, weil es so geschrieben steht. Es geht darum, dass uns Gott im Wort begegnet und wir aus Liebe zu ihm das tun, was er uns aufträgt.
Später sollte der Apostel Paulus schreiben, dass der Buchstabe tötet, der Geist aber lebendig macht (2.Korinther 3,6). Das ist genau das Problem, einem Buchstaben zu folgen ohne dem Geist dahinter zu gehorchen kann alles zerstören.
Unser Glaube ist immer in der Gefahr „sauer“ zu werden. Sauerteig lockert den Teig auf, Sauerteig im Leben eines Christen lockert seinen Glauben im negativen Sinne auf. Sein Glaube ist dann nicht mehr fest, sondern schwammig und ohne festen Halt. Dasselbe gilt auch für die Gemeinde, wo wir Sauerteig in die Gemeinde lassen, ist der Zusammenhalt nicht mehr gegeben.
Was macht unseren Glauben heute „locker“ oder „sauer“?
Sicher kann es auch heute Gesetzlichkeit sein, wobei ich denke das wir heute eher von der anderen Seite vom Pferd fallen und eher die Gesetzlosigkeit, sprich leichtfertige Sünde unseren Glauben zerstören möchte. Beides ist eine falsche Lehre, und eine falsche Lehre zerstört den Glauben nach und nach.
Die Heuchelei der Pharisäer ist mit Sicherheit auch heute noch ein großes Problem und wirkt wie Sauerteig in unserem Leben. Da wo ich mich nur verstelle, keine Schwäche Zeige und meine Sünde nicht vor meinem Bruder bekenne, da wo ich nur nach außen ein scheinbar frommes Leben lebe, aber innerlich die Verbindung zu Jesus immer mehr verliere.
Unsere Sorgen für das irdische kann unseren Glauben ebenso „sauer / locker“ machen. So wie die Jünger die sich um ihre nächste Mahlzeit Sorgen machten, obwohl sie doch die Taten Jesu Tag für Tag erlebten, so sind auch wir in der Gefahr, dass unser Glaube „sauer“ wird, wenn wir uns in den Sorgen des Alltags verstricken. Er hat uns doch versprochen für uns zu sorgen. Sowohl im Kleinen als auch im Großen. Dazu macht Jesus uns Mut und ruft uns auf uns an vergangene Ereignisse zu erinnern, wo er uns durchgetragen hat.
Gesetzlichkeit, Gesetzlosigkeit/Sünde, Heuchelei, Sorgen um irdische Dinge, oft kommen diese Dinge langsam in unser Leben, wie der Sauerteig der langsam aber stetig den ganzen Teig durchsäuert.
Gott sagt uns in 1.Kor 5, 7-8 klar, wie wir mit dem Sauerteig umgehen sollen. Wir sollen ihn ausfegen, sprich ihn entfernen und wieder rein und brauchbar sein für Gott.
Wir sollen verständig sein, (V.21) sprich wir wollen Jesus verstehen, ihn erkennen, und das ewige Leben zu ergreifen (Joh 17,3). Das kann ich nur wenn ich eng verbunden mit ihm lebe. Wenn ich bei Jesus zur Schule gehe, von ihm lerne, ihm meine Sorgen Tag für Tag abgebe, ebenso wie meine Sünde.
- Warum halte ich diese Predigt?
In jeder Predigt möchten wir Jesus großmachen. Nur durch ihn sind wir frei vom Gesetz und haben das ewige Leben in Ihm.
Wir wollen Mut machen den Sauerteig in unserem Leben zu entfernen, das können wir nur in der Verbindung zu ihm.
3.1 mögliche Punkte für die Predigt
Jesus, der Herr, durchschaut alle Motive
- Vor Jesus kannst du nichts verstecken
- Vor Jesus brauchst du nichts verstecken
- Er will das du ihn verstehst
oder
Was macht deinen Glauben sauer?
- Was so alles sauer macht
- Was ist Sauerteig in deinem Leben?
- Durch Jesus befreit vom Sauerteig
(Basti Blank)