Thema: Gott treu sein – aber ganz
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk.10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen, um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Zu Maleachi: Er war Gottes letzter Bote an das alttestamentliche Bundesvolk nach über 1000 Jahren, nachdem Mose als erste Prophet und Bibelautor auftrat (um 430 v.Chr.). Obwohl der Tempel seit 516 v.Chr. fertig war, Esra 457 die Gottesdienste eingesetzt hatte und 444 sogar die Stadtmauer vollendet wurde, hatte der geistliche Zustand des jüdischen Überrests einen Tiefstand erreicht (Priester und Volk). Der Geist der religiösen Gleichgültigkeit machte sich breit. Maleachi wollte den Überrest Israels aus diesem geistlichen Schlaf wachrütteln, damit Gott wieder segnen konnte. Er betont die Größe Gottes, der Gehorsam mit Gnade belohnt.
Kapitel 2 spiegelt die Undankbarkeit über Gottes Gesetz wider. V.1-9 beschreibt, wie die Priester das Tempelrecht verletzten, und V.10-16 wie das Volk das Familienrecht verletzte.
Zum Kontext, den Versen vorher in Kap. 2: Die Priester waren nicht authentisch in ihrer Beziehung zu Gott, so wie Levi authentisch war. V.9 ist hier der negative Gipfel: der Vorwurf, bei der „Anwendung des Gesetzes die Person ansehen“, also im Glaubensleben den Menschen im Fokus (mich selbst oder den Nächsten), auch andere zu bevorzugen (hier sind vor allem die Priester gemeint), aber wer wird dabei nicht in den Fokus genommen? -> Gott!
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
- Wiersby Kommentar
- MacArthur Studienbibel
- Wuppertaler Studienbibel
- Der Matthew Henry Kommentar
1.3 Anmerkungen zum Verständnis des Predigttextes
V.10-12
Es geht um das Problem der Mischehen mit heidnischen Frauen.
V.10: Gott stellt durch Maleachi seinem Volk 3 Fragen:
1. „Haben wir nicht alle einen Vater?“
2. „Hat uns nicht ein Gott erschaffen?“
3. „Warum sind wir denn so treulos, einer gegen den anderen, und entweihen den Bund unserer Väter?“
Zuerst wird die Einheit des Volkes deutlich gemacht: Jede Gemeinschaft von Kindern Gottes findet seine Übereinstimmung in dem, dass wir einen Vater haben, und von diesem geschaffen wurden. Gott ist Vater als Schöpfer Israels, aber nicht in der allgemeinen Beziehung als Schöpfer aller Menschen, sondern in dem heilsgeschichtlichen Sinne: Er hat Israel zu seinem Eigentumsvolk gemacht. Aus dem NT wissen wir: Jeder, der seinen Namen aufnahm, gab er das Recht, Kind Gottes zu sein (Joh.1,12).
Spannend ist, dass mit dem „Vater“ aber genauso auch Abraham oder Jakob gemeint sein könnte (Mal 1,2-5; 2,12; Mt 3,9; Joh 4,12). Damit hätten wir die Deutung, dass Israel sowohl vom menschlichen Stamm „Vater“ her als auch vom Schöpfer-Gott her zusammengehört.
In der zweiten Frage ist klar, dass es um Gott geht. Israel, so wie die ganze Welt, hat einen Schöpfer, jeder verdankt sein Leben diesem einen Gott. Für „Gott“ wird hier der Name „El“ gebraucht, was in Maleachi nur noch in 1,9 vorkommt. „El“ (den „Starken“, „Gewaltigen“) gehört zu „Elohim“ und erinnert uns an den Schöpfungsbericht (1.Mo 1).
„Haben wir nicht einen Vater, einen Schöpfer?“ Als Glieder der Gottesfamilie haben alle Glieder Israels eine besondere Würde, aber auch eine große Verpflichtung. Sie haben als Glieder ihres Volkes Gott die zu Treue zu halten. Wer sich an der Treue Gottes schuldig macht, handelt auch treulos gegen den Bruder und gegen das ganze Volk. Israel lernte gründlich, dass keine Sünde „Privatsache“ ist, die niemand anders etwas angeht.
Maleachi stellt in der dritten Frage klar, welches Problem vorherrscht: Treulosigkeit! (Übergang zu V.11) Hier wird das Thema „Heirat mit götzendienerischen Heidenfrauen“ behandelt. Die Menschen von Juda hatten treulos gehandelt, indem sie Fremde heirateten und dadurch ihren nationalen Zusammenhalt zerstörten, und weitaus mehr als das (auf geistlicher Ebene).
V. 11: heidnische Mädchen brachten ausländische Götter in jüdische Häuser und sagten faktisch: „Wenn du mich heiratest, heiratest du meine Religion.“ (Salomo) Mischehen stellten eine Gefahr für die Beziehung zu Gott dar (Josua 23,12-13). Letztendlich geht es darum, eine Entscheidung zu treffen (Josua 24,15). Ehen mit Heiden waren in 2.Mo.34,14-16; 5.Mo.7,3-4 verboten worden.
Die Ehe ist durch göttliches Gesetz geordnet. Gott selbst hat sein Verhältnis zum Volk Israel wiederholt mit einer Ehe verglichen, vor allem durch Hoseas Dienst. Jede Ehe mit Fremdländern war eine Sünde. Dass Gott in seiner Souveränität Ausnahmen zuließ, zeigt das Buch Ruth, der Moabiterin (die diesem Gott aber auch vertraute). Dagegen brachten die fremdländischen Frauen im Harem Salomos Unsegen und Fluch. (1.Kön.11,1-13) „…da wendeten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, sodass sein Herz nicht mehr ungeteilt mit dem Herrn, seinem Gott war.“
V.12: Dieselben Männer, die diese Sünden begangen haben, brachten Gott jetzt Opfer dar. Wenn sie wirklich vor Gott bereut hätten, hätten sie die heidnischen, fremden Frauen verlassen und wären zu ihren eigentlichen Ehefrauen zurückgekehrt (vgl. Esra 9-10). Diese Männer vollzogen heuchlerische Anbetung, ihr Herz war nicht bei Gott. Statt ihnen zu vergeben, war Gott nahe daran, sie „auszurotten“ (heißt eigentlich „abschneiden“, ein häufiger Begriff für die dem Gericht verfallenen Völker). Die „Zelte Jakobs“ meint die Volksgemeinschaft. Das Gericht für Juden, die andersgläubige Frauen geheiratet haben, besteht darin, dass ihnen das damals wichtigste Ziel der Ehe, nämlich Nachkommen auf die Welt zu bringen, versagt bleibt.
V.13-14
V.13: Gott geht es nicht um die falschen Tränen am Altar (dem Gottesdienst). Um die Rituale die nach außen hin gut erscheinen. Beispiel: Pharisäer und der Zöllner aus Lukas 18 (Gott möchte innere Erneuerung, die authentische, echte). Zwischen Gott und seinem Volk stand eine Wand der Untreue und der Ehescheidung, die auch mit noch so tränenreichen Gottesdiensten nicht gestürzt werden konnte. Es wird deutlich: es geht um das Herz des Einzelnen und auf die Tat des Gehorsams … wir werden hier auf die Botschaft von Jesus vorbereitet.
Menschen weinten am Altar, weil der Herr ihre Opfer nicht mehr mit Wohlgefallen annehmen wollte. Warum nicht? Weil der Herr ein Zeuge ihres Eintritts in die Ehe gewesen ist, die sie nun so leichtfertig brachen.
V.14: Das Volk gefährdet seinen Zugang zu Gott durch Mischehe und leichtfertiger Scheidung der Ehen. Wir haben einen Trauzeugen! Gott selbst! Er ist unsichtbarer Trauzeuge jeder Ehe, aber auch der Paare, die unverheiratet zusammenleben, so als wären sie verheiratet.
Jeremia 29,23: „Denn sie haben eine Schandtat begangen in Israel: Sie haben mit den Frauen ihrer Nächsten Ehebruch getrieben und in meinem Namen erlogene Worte geredet, die ich ihnen nicht befohlen habe. Ich weiß es genau, denn ich bin Zeuge, spricht der Herr.“
Es geht hier um diese erste, richtige Liebe der Jugend. Diese Liebe wurde vom Menschen, vom Kind Gottes verlassen. Zwischenmenschliche Ehe: bruch der Ehe (auch schon in Gedanken). Beziehung zwischen Gott und Mensch – Offb 2,4-5: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke, wovon du abgefallen bist, und tue Buße (kehre um)!“ Wie fühlt sich Jesus, wenn wir, die wir ihn als unsere erste Liebe bezeichnen, ihm den Rücken kehren? Die erste Liebe verlassen?
V.15-16
V.15: Gott macht hier deutlich: In der Ehe werden Mann und Frau zu einem Fleisch, und Gott ist der Partner dieser Einheit. Dieser Vers gilt als der am schwersten auszulegende Vers im Buch Maleachi. Dr. G. Archer versucht es: „Und nicht einer hat es getan, in dem noch ein Rest von Geist war. Und was erstrebt derjenige? Eine fromme Nachkommenschaft. Gib deshalb acht auf deinen Geist [als Christ unter dem neuen Bund] und lass niemanden unter euch treulos an der Frau seiner Jugend handeln.“
„Und was erstrebt das Eine?“ Maleachi beschreibt hier die Minderheit, die sich nicht in die Sünden hineinziehen ließ. Er lobt hier die treuen Ehemänner, die dem Geist und dem Wort Gottes gehorsam waren, und nicht wie die ehebrecherischen Männer gehandelt haben, die nichtjüdische Frauen nahmen, um u.a. ihren sexuellen Begierden nachzugehen. Es geht hier die ganze Zeit nicht um den ethnischen Hintergrund, denn vor Gott sind alle Menschen gleich. Es geht im Kern um die Treue zum lebendigen Gott, um Gottesfurcht und um eine Familie, die Gott und sein Wort im Zentrum hat.
V.16: Eine klare Aussage über Gottes Haltung zur Ehescheidung (5.Mo-24,1-4; Mt.19,5-9; 1.Kor. 7,11), wir wissen: bei Jesus beginnt die Ehescheidung bereits im Kopf. Scheidung reißt auseinander, was Gott zusammengefügt hat. Es ist wie eine Gewalttat in einem Bereich, für den Gott Zärtlichkeit bestimmt hat.
Jesus zu der im Gesetz vorgeschriebenen Form der Lösung einer israelitischen Ehe: 5.Mo.24,1; Mk.10,2-9. Obwohl diese Möglichkeit auch im Gesetz nicht der Laune des Mannes überlassen war, so urteilt Jesus doch: „Um eures Herzenshärtigkeit willen hat Mose es erlaubt.“ Es war eine Herablassung Gottes, um noch größere Schäden zu vermeiden, hier aber steht das starke Wort: „Ich hasse die Scheidung.“ Gott stellt sich schützend vor der „Frau deiner Jugend“. Wir kennen diesen lieblichen Ausdruck aus den Sprüchen Salomos: „Freue dich der Frau deiner Jugend.“ (Spr 5,18). Was den Mann in seiner jungen Ehezeit beglückte, soll auch bis ins Alter geschützt sein.
„Wie wenn man sein Gewand mit Unrecht bedeckt.“ Gewalt ersetzt sein Gewand!
Das Gewand war ein Symbol für Schutz und Liebe. Scheidung nahm der Ehefrau den Schutz und behandelte sie auf grausame Weise. Untreue ist meistens etwas, was sich in unserem Herzen abspielt, was in uns drinnen beginnt. Wer sind wir, wenn wir allein sind? Wen geben wir nach außen hin ab?
Die Ehe wird mit Treue charakterisiert. Die Ehe wird in der Verantwortung vor Gott geführt. Die von Gott gegebenen Säulen des Ehebundes sind Treue, Liebe und eine Gemeinschaft des Glaubens (damit erhält die Ehefrau eine größere Würde, als jede Gesellschaft ihr verleihen kann, die die Ehe als einen Vertrag ansieht, den man jederzeit auflösen kann). An sich können wir erkennen, dass Epheser 5,23-33 hier bei Maleachi gut vorbereitet wird.
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für hermeneutische Überlegungen (Auslegung)
Das hebräische Leitwort in unserem Abschnitt, ist das Wort „Treulosigkeit“. Dieses Wort kommt 43x im Alten Testament vor, davon fünfmal in Mal 2,10–16 (V. 10.11.14.15.16). Gott liebt die Treue und verabscheut die Untreue. Ein Bund ist zum Halten da, nicht zum Brechen. Diese Verse aus Maleachi spiegeln das Herz Gottes wider, und wie er über den Schatz der Ehe und der Treue denkt. Wir erkennen Gottes Heiligkeit in seinem Urteil und die Konsequenzen des Ungehorsams.
Es geht in unserem Abschnitt um die Treulosigkeit des Volkes Gottes, die sich in den gebrochenen Ehen und somit in einer gebrochenen Beziehung zu ihrem Gott zeigt. Wir sehen, dass es hier um eine tiefe, geistliche Glaubensebene geht, und das Problem schon darin beginnt, mit Menschen eine intime/tiefe/weiterführende Beziehung einzugehen, die weg von Gott führt (durch Partner, die andere Götter anbeten bzw. dem lebendigen Gott nicht dienen).
Auch behandeln unsere Verse das Problem eines geheuchelten Gottvertrauens. Es fällt Menschen bis heute leicht, religiöse Rituale einzuhalten, weil sie dabei mit dem Herzen nicht bei der Sache sein müssen. Gott verurteilt die Gottesdienste, wenn sie nicht mit einem aufrichtigen und bußfertigen Herzen gefeiert werden.
2.2 Hinweise für situative Überlegungen (Predigtanlass)
In den Monaten April und Mai beschäftigen wir in unseren Predigten mit dem „kleinen“ Propheten Maleachi. Diese Reihe steht unter dem Titel: „Maleachi: Mit Gott leben – von ganzem Herzen“. Diese Predigt ist Teil 2 in der Reihe von 5 Predigten.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen (Anwendung)
Unser Text zeigt auf, dass es Dinge gibt, die die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk behindern. Das Volk fragt: „Warum nimmst du unsere Opfer nicht an? Warum ist der Kontakt so schlecht zu dir? Warum kannst du nicht einfach über alles hinwegsehen?“ Gott sagt: „Weil ich mich daran erinnere, wie ein Bund eingegangen wurde. Diesen habt ihr gebrochen, und ihr seht es nicht. Ihr wollt es nicht einsehen. Ihr überspielt alles. So kann die Beziehung zu mir nicht funktionieren!“ (es lohnt sich dazu mal Sprüche 2 zu lesen).
Eine Ehe ist nicht nur eine leibliche Gemeinschaft, nicht nur ein Bund zweier Menschen, die sich lieben. Sie ist zutiefst auch eine Gemeinschaft des Glaubens. Wo das Übersehen wird, ist vieler Not die Tür geöffnet. Wer sich als Kind Gottes weiß, weil er Jesus im „Glauben aufnahm“ (Joh.1,12), der wird und muss in der Wahl des Ehegefährten darauf achten, dass seine Ehe nicht einen anderen Geist in sein Leben bringt als den Geist Jesu. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Botschaft v.a. für junge Leute in unseren Gemeinden eine ganz dringende ist.
Eheschließungen mit Nicht-Israeliten (Nichtchristen), verletzten die besondere Beziehung, die Gott mit den Israeliten als Vater dieses Volk hatte. Gott ist heilig, seine Kinder sollen ein geheiligtes Leben leben (in der Vergebung Jesu), wie kann das mit jemanden geschehen, der das so nicht sieht, der keine Ehrfurcht hat vor Gott?
Es wird zudem deutlich, dass es Gott um die richtige Herzenshaltung geht. Er ruft zur Umkehr auf, nicht zu einem Verhalten, welches von religiöser Selbstgerechtigkeit geprägt ist. Er sieht ins Herz (1Sam 16,7) und erkennt auch die „falschen“ Tränen. Liebe zu ihm zeigt sich im Gehorsam ihm gegenüber (Joh 14,15).
Jesus ist der treue Bräutigam! Hochzeit in der Bibel: Wenn ein junger Mann heiraten wollte, dann musste er eine Art „Lösegeld“ bezahlen (um sie von zuhause „loszulösen“), einen Brautpreis. Der Preis spiegelte den Wert der Braut, aber auch den Wohlstand des Bräutigams wider. 1.Petrus 1,18-19: „Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“
„Denn ihr wisst ja, …“ wissen wir das? Denn das würde viel verändern! Hier wird der Wert der Braut (wir, die Gemeinde) und der Wohlstand des Bräutigams (teure Blut Jesu) deutlich! Jesus ist der bessere Ehemann! Er ist treu, auch dort wo wir es nicht sind (2Tim 2,13). Und er vergibt, wenn wir uns verlaufen und haben verführen lassen …
3. Sagen, wo es hingeht
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Wir wollen uns neu bewusst machen, dass unser Gott ein Gott der Treue ist. Auch in unserer Untreue bleibt er treu. Jesus ist der Bräutigam, der seine Gemeinde ohne Bruch liebt und den Bund hält. Er will Herzen, die ernst nach seinem Willen fragen, umkehrfähig sind, ihm gehorchen und in seinem Licht leben, Jesus Christus „anziehen“ (Röm 13,11-14).
Wir wollen lernen, was Gott zur Ehe zwischen Mann und Frau sagt, und Ehen bewusst unter seine Gnade und Treue stellen. Er ist der wichtigste und fürsorglichste Trauzeuge unserer Ehe.
Ein weiterer, grundsätzlicher Hinweis für die Vorbereitung:
Wir wollen Predigten halten, die ins Herz gehen.
Dabei können drei Fragen an den Text in der Vorbereitung helfen:
- Wie hilft der Text den Zuhörern, Jesus anzubeten?
- Wo strahlt die Schönheit des Evangeliums aus dem Text hervor? Worüber können die Zuhörer vielleicht wieder oder ganz neu über Jesus staunen?
- Wie hilft der Text denen, die leiden?
- Wir leben in einer gefallenen Welt. Gehe immer davon aus, dass einige deiner Zuhörer im Moment mit Leid zu kämpfen haben. Wir wissen nicht, was die Menschen vor uns in den Tagen, Stunden, Minuten vor dem Gottesdienst durchgemacht haben. Auch die, die breit Lächeln, können mit Tränen zu kämpfen haben. Wie ermutigt sie dieser Text?
- Wie hilft der Text denen, die mit Selbstgerechtigkeit und Schuld zu kämpfen haben?
- In einer gefallenen Welt leiden Menschen nicht nur, sie haben auch gefallene Herzen. Wir tun vieles, um uns selbst gut dastehen zu lassen, haben mit Selbstgerechtigkeit und mit verborgener Schuld zu kämpfen. Wie hilft dieser Text unseren Zuhörern, mit ihrer Schuld zu Jesus zu kommen und ermutigt den Gottesdienst wieder zu verlassen? Sodass sie Jesus vertrauen und ihm mit Freude dienen.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Gottes unveränderliche Treue zu uns, durch Jesus Christus, soll unsere Treue zu ihm prägen: in unserer Nachfolge, unserer Herzenshaltung und in unseren Ehen.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Vorschlag:
1. Die fremde Frau / V.10-12
2. Der wichtigste Trauzeuge / V.13-14
3. Der untreue Mann / V.15-16
-> mit Jesus-fokussierten Abschluss (Evangelium) als dem treuen Ehemann/Bräutigam
Illustration als Einstieg oder zum Schluss
- Zu unserem Herzen und den verborgenen Stellen (von William MacDonald):
William MacDonald – er war ein sehr bekannter Prediger und Autor (unter anderem vom bekannten Buch „Wahre Jüngerschaft“, in dem es um kompromisslose Nachfolge geht) – schreibt in einem seiner Bücher von einem jungen Mann, der aus vollem Herzen mit Jesus unterwegs war, und nun lud MacDonald diesen jungen Mann für ein paar Tage zu sich nach Hause ein.
Als sie auf dem Weg zur Haustür waren, sagte der Gast: „Das wird interessant, im Hause des Mannes zu wohnen, der „Wahre Jüngerschaft“ geschrieben hat.“ Ihr könnt euch denken, wie es William MacDonald zumute war! Er wurde ganz unruhig. Blitzartig ging er im Kopf JEDES Zimmer in seinem Haus durch, und fragte sich, was sein Besucher wohl sehen würde.
MacDonald hat dieser Gedanke nicht losgelassen, und er stellte sich die Frage:
„Was wäre, wenn JESUS an meine Tür klopfen würde, und ich ihm JEDES Zimmer meines Hauses zeigen würde? Was würde er sehen? Was würde er denken? Was würde er dazu sagen?“ Wenn Jesus auch in die Zimmer schaut, die wir unseren Gästen weniger zumuten würden. Jesus kann etwas, was niemand sonst kann. Er sieht Ecken in meinem Herzen, die ich gerne unbeleuchtet lasse. Was verbirgt sich hinter dieser Tür, hinter meiner Tür? Hier stellt sich die Frage: Wie authentisch ist mein Christsein? Was ist in mir, was kommt davon heraus? Was habe ich zu verbergen? Wie ist meine Beziehung zu Jesus? Welche Auswirkungen hat sie? Jesus den Hausmeister unseres Lebenshauses sein lassen, mit dem Zugang zu allen Räumen. Gerade zu den Räumen, die unsere Untreue verbergen sollen. Sein Licht schenkt Heilung und seine Treue hält uns.
2. Zur Ehe (von Charles Swindoll):
Die vierjährige Susie hatte gerade zum ersten Mal in ihrem Leben die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen gehört. Sie konnte kaum das Ende der Zeit im Kindergarten abwarten, um ihrer Mutter davon zu erzählen. Voller Aufregung berichtete sie der Mutter. Nachdem sie erzählt hatte, wie der Prinz auf seinem schönen weißen Pferd zurückgekehrt war und Schneewittchen durch einen Kuss wieder zum Leben erweckt hatte, fragte Susie laut: „Und weißt du, was dann geschah?“ – „Ja“, antwortete ihre Mutter. „Sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende.“ – „Nein“, antwortete Susie mit einem Stirnrunzeln, „…sie heirateten.“
Dieses kleine Mädchen hatte eine tiefe Wahrheit ausgesprochen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Heiraten und Glück sind nicht unbedingt dasselbe. Der Hauptfaktor hierfür ist der, dass Ehepaare von Gottes ursprünglichem Plan abgewichen sind. Sie haben ihn entweder geändert oder ganz vergessen. Das Fundament der Ehe ist nicht richtig gelegt worden.
(Simon Hamalega)