Monatsthema: Ganzes Christsein
Predigttext: 1.Johannes 2,12-17
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Heiko Krimmer (Edition C Bd. 21) und von Werner de Boor (Wuppertaler Studienbibel).
2. Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Wir werden unter unseren Hörern ganz unterschiedliche geistliche Reifestufen vorfinden. Damit geht es uns ganz ähnlich, wie Johannes in seinem Brief. Und in den ersten Versen unseres Abschnitts spricht er seine Leser in ihren verschiedenen geistlichen Reifestufen an. Manche Ausleger gehen hier von drei unterschiedlichen Teilgruppen aus (Kinder, junge Männer, Väter), andere halten es für naheliegender, dass Johannes mit den Kindern alle Christen anspricht und dann eben zwei Gruppen, die eher jungen Christen und die sehr reifen Christen besonders heraushebt. Für welche Auslegung wir uns auch entscheiden, es ist wichtig, die großen Zusagen, die Johannes hier ausspricht, der Gemeinde ermutigend zuzusprechen. In Christus gilt uns, dass wir Vergebung haben, es gilt uns, dass wir den Vater kennen, dass wir in seinem Wort bleiben, und dass wir den Bösen überwunden haben.
Johannes fordert diese Aspekte nicht ein, nein er sagt sie der Gemeinde zu, als etwas das für Nachfolger Jesu gilt.
Bei den unterschiedlichen Altersgruppen halte ich es für wichtig die Kontinuität zu zeigen. Was für die Jüngeren gilt, gilt auch für die Älteren Auf dem Weg der Nachfolge Jesu geht es eben nicht darum in irgendeinen speziell erleuchteten geistlichen Zirkel zu gelangen. Es geht vielmehr darum Gott immer besser kennen zu lernen und so in sein Bild verwandelt zu werden.
Wir dürfen alle unsere Hörer ermutigen Schritte in der Glaubensbeziehung zu Jesus Christus zu gehen und das, was in Christus für sie gilt, immer mehr in Anspruch nehmen. Den Gottesdienstbesuchern, die noch keine Beziehung zu Jesus Christus haben, dürfen wir die wunderbaren Verheißungen, die in Jesus Christus gelten, vorstellen und sie zum Glauben einladen.
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Unser Abschnitt ist deutlich in zwei Teile gegliedert, die unterschiedliche Ausrichtungen haben, aber doch im großen Gedankengang von Johannes zusammengehören. Johannes möchte die Gemeinde, an die er schreibt, ermutigen. Er möchte sie in der Gewissheit bestärken, dass sie das ewige Leben haben. Um diese Ermutigung geben zu können, gibt er der Gemeinde klare Hinweise, wie das Leben als Christ aussehen soll und wie es nicht aussehen darf.
In unserem heutigen Abschnitt sehen wir, wie Johannes die Ermutigung besonders in den Versen 12-14 ins Zentrum rückt. Er spricht seinen Lesern zu, dass er von ihrem Glauben überzeugt ist. Er will mit seinem Brief ihren Glauben nicht in Frage stellen, sondern sie in ihrem Glauben ermutigen. Und deshalb spricht er in diesen Versen noch einmal sehr deutlich aus, was für Jesusnachfolger gilt.
Ab Vers 15 springt Johannes dann wieder zu Ermahnung und zeigt wie Christsein im Blick auf den Umgang mit einer Welt, die Gott nicht kennt und seine Gebote nicht akzeptiert, aussehen soll. Johannes fordert hier eine sehr deutliche Trennung von den Begierden der Welt, die nichts mit Gott zu tun haben. Vielmehr sind die Begierden der Welt eine Folge der Trennung von Gott und zugleich eine Bestätigung der Trennung von ihm. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass Johannes hier eine Trennung von den Maßstäben dieser Welt fordert und nicht eine Trennung von den Menschen dieser Welt. Es geht auch hier ganz grundlegend darum, dass die Kinder Gottes in ihrem Umgang mit der Welt ihren himmlischen Vater widerspiegeln. Gott hasst die gottlosen Maßstäbe und das sündige Treiben dieser Welt, aber liebt jeden einzelnen Menschen so sehr, dass er bereit ist, seinen Sohn für ihn hinzugeben. So sollen auch wir die Menschen lieben, aber die gottlosen Begierden unserer Welt hassen.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Es ist wichtig, dass wir in unserer Predigt die unterschiedlichen Grundabsichten der beiden Teile des Textes herausarbeiten (Ermutigung und Ermahnung), aber dass wir auch deutlich zeigen, wie beides zusammengehört. Als Brücke könnte dienen, dass Johannes in Vers 13 und in Vers 14 davon redet, dass die jungen Männer den Bösen überwunden haben. Dieses Überwinden des Bösen muss in unserem Leben immer wieder sichtbar werden und das zeigt sich besonders im Umgang der Nachfolger Jesu mit den gottlosen Maßstäben unserer Welt. In der bewussten Abgrenzung von den falschen Begierden der Welt wird das Überwinden des Bösen, das bereits grundsätzlich geschehen ist, immer wieder auch konkret im Leben sichtbar.
Johannes schreibt auch in diesen Versen, vor allem von Vers 15-17 sehr kompromisslos. Und wir sollten uns hüten diese Kompromisslosigkeit aufzuweichen. Vielmehr ist es unsere Aufgabe zu zeigen, wie wenig Gottes Maßstäbe und die Begierden unserer Welt zusammenpassen. Wir wollen immer wieder zu einer konsequenten Nachfolge Jesu einladen und Johannes zeigt uns hier sehr deutlich, dass wirkliche Nachfolge Jesu nicht mit einer Liebe der Welt und ihrer Maßstäbe kompatibel ist.
Johannes will hier nicht behaupten, dass alles, was Nichtchristen tun, schlecht ist. Viele Nichtchristen leben sehr moralisch. Aber diese Moral fließt nicht aus der Beziehung zu Gott und stellt somit schlussendlich den Menschen in den Mittelpunkt und nicht den allmächtigen Gott, dem alle Ehre gehört.
Johannes zeigt uns hier, dass es zwei Herrschaftsbereiche gibt. Auf der einen Seite steht das Reich Gottes, in dem Gott regiert, in dem Gottes Maßstäbe gelten und in dem Gott geehrt wird. Auf der anderen Seite steht das Reich dieser Welt, in dem wir Menschen uns als Gott aufspielen und unsere menschlichen Maßstäbe zum Maß aller Dinge machen. Diese Maßstäbe sind abhängig von unseren Begierden und werden dementsprechend immer wieder angepasst. Sie sind also beliebig und werden, wie auch die Welt selbst, schlussendlich vergehen, weil sie gottlose und damit vergängliche Maßstäbe sind.
Johannes betont, dass die beiden Herrschaftsbereiche nicht zusammenpassen und es nicht möglich ein wenig in beiden zu leben. Wir müssen eine Liebesentscheidung treffen. Will ich Gott lieben, oder die Welt?
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung kann die Bibelarbeit von Winrich Scheffbuch (vom 20.09.1988) hilfreich sein, die sich bei Sermon Online findet (www.sermon-online.de).
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Hörer sollen ermutigt werden, durch die Verheißungen, die ihnen in Christus gelten. Sie sollen zugleich ermahnt werden in ihrem Leben eine konsequente Liebesentscheidung für Gott und seine Maßstäbe zu treffen.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Der Christ und die Welt
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
1. Ermutigung: Was uns als Nachfolgern Jesu gilt. (Vers 12-14)
2. Ermahnung: Treffe die richtige Liebesentscheidung! (Vers 15-17)
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
• Das Thema könnte am Beispiel eines Doppelagenten veranschaulicht werden. Ein Doppelagent, bei dem beide Seiten nicht wissen, dass er jeweils für die andere Seite arbeitet, wird normalerweise von beiden Seiten als Verräter angesehen, weil er jeweils mit dem Gegner Geschäfte gemacht hat.
• Als biblisches Beispiel könnten wir die Zöllner nennen. Für die frommen Israeliten war es damals undenkbar mit der feindlichen Besatzungsmacht zusammenzuarbeiten, auch wenn es finanzielle Vorteile mit sich brachte. Deshalb verachteten sie die Zöllner, die mit den Römern kooperierten.
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(Tobias Schurr)