Markus

Predigthilfe vom 11. September 2016 – Markus 9, 2-13

Monatsthema: Jesus, der Herr.
Predigtthema: Jesus, der Herr, wird von Gott bestätigt

Bibelstelle: Markus 9,2-13

Verfasser: Dr. Heiko Krimmer

1. Zusammenhang
Nach der deutlichen Ankündigung Jesu über seinen Leidensweg und das Leiden der Jünger (8, 31ff), bestätigt der Vater den Sohn bei der Verklärung.

2. Biblische Parallelen
Matthäus berichtet fast wortgleich; Lukas hat noch einige Einzelheiten. Petrus berichtet in seinem Brief dieses Geschehen (vgl. 2. Petr. 1, 16-18).

3. Gliederung des Textes
V. 2-4: Die Verklärung Jesu
V. 5-6: Die Reaktion des Petrus
V. 7: Die Gottesstimme
V. 8-10:Nach der Verklärung; das Schweigegebot
V. 11-13: Jesu Gespräch mit den Jüngern über Elia.

4. Einzelerklärungen
V. 2: Nach den Leidensweissagungen waren die Jünger wohl tief erschüttert. Deshalb hat sich ihnen das Datum der Verklärung so eingeprägt (nach sechs Tagen). Petrus, Johannes und Jakobus bildeten den engsten Jüngerkreis (vgl. Mt. 17,1 und Mk 14, 33). Der Berg ist schwerlich der Tabor, sondern wohl ein Berg im Gebiet des Hermon. Die Parallele zu 2. Mose 24, 13ff ist unübersehbar. Verklärt, wörtl.: er wurde verwandelt. Unser Fremdwort: Metamorphose. Kein geistiger Vorgang, sondern sie konnten es sehen. Jesus in der Herrlichkeitsgestalt!

V.3: Bis hin zu den Kleidern war diese „Verwandlung“. Glänzend und weiß stehen biblisch für Reinheit und himmlische Herrlichkeit. Der „Bleicher“ war ein Handwerker, der die Stoffe reinigte und bleichte.

V. 4: Erschienen bezeichnet ein leibliches Sehen wirklicher Personen. Mose steht für das Gesetz, Elia ist der Prophet. Sie führten ein Gespräch mit Jesus. Lukas berichtet, dass es dabei um das ging, was Jesus dann in Jerusalem durchleiden würde.

V. 5: Petrus ist wieder der Wortführer. Jetzt schon in himmlischer Herrlichkeit bleiben, das ist sein Wunsch. Dann hätte aber Jesus sein Erlösungswerk nicht vollbracht. „Hütten“, das spielt wohl auf das Laubhüttenfest, das große Heilsfest der Erlösung aus Ägypten an (vgl. 3. Mose 23, 34ff).

V. 6: Petrus verstand im tiefsten nicht, was hier geschah, das deutet das „er wußte nicht, was er redete“ an. „Verstört“, wörtl.: „ganz von Furcht benommen“. Der Schreck, wenn Gottes Wirklichkeit so herein bricht.

V. 7: Die Wolke steht für die Gegenwart Gottes. Es ist Gottes Stimme, die wörtlich wiederholt, was der Vater schon bei der Taufe Jesu ausgerufen hatte. Vgl. Mk. 41,11. „Den sollt ihr hören“, ist die Aufforderung an die Jünger, Jesus zu gehorchen, seinen Weg mitzugehen.

V. 8: Ein plötzliches Ende der Verklärung. Mose und Elia waren weg, aber Jesus bleibt da!

V. 9: Jesus geht wieder mit hinunter und gebot – gab Weisung, zu schweigen vom Geschehenen. Erst nachdem er sein Heilswerk vollendet hatte, sollten sie berichten. Jesus will keine Propaganda vorher. Das „es ist vollbracht“ am Kreuz bestätigt der Vater bei der Auferstehung.

V. 10: Sie behielten das Wort, das heißt: sie gehorchten. Aber die Frage nach der Auferstehung treibt sie um.

V. 11: Sie fragen Jesus! Sie kennen Maleachi 3, 23, wo angekündigt ist, dass vor dem Tag des Herrn (da geschieht die Totenauferstehung) Elia kommen muss.

V. 12: Jesus bestätigt Mal. 3, 23 f. „Alles wieder zurecht bringen“, das meint, die Menschen zur Buße und Umkehr leiten (siehe V. 13 – Johannes der Täufer). Doch Jesus weist auf Jes. 53, 3-5 hin, auf das Leiden des Messias. Das gehört zu Gottes Heilsplan als Zentrum. Das sollen die Jünger verstehen.

V. 13: Jesus weist damit auf den Täufer hin. Wie Elia wurde er bedroht und verfolgt, ja sogar getötet. Das Erscheinen Elias bedeutet also nicht automatisch Heil. Israel mußte sich entscheiden. Und sie haben sich gegen ihn entschieden, sogar dann gegen ihren Messias.

5. Die Spitze des Textes
Gott bestätigt ausdrücklich den Weg seines Sohnes durch´s Leiden.

6. Der Text heute
a) Gegen alle Einordnung Jesu wird hier ausdrücklich seine Gottessohnschaft festgehalten und vom Vater ausgesprochen. Wir sollten das deutlich und klar weitersagen. Jede Abmarktung hier (der gute Mensch, der Religionsstifter etc.) führt weit vom Evangelium weg.

b) Die falschen Erwartungen der Jünger: Sie wollen so gern auf diesem Berg der Herrlichkeit bleiben. Geht es uns nicht oft auch so? Nach einer gesegneten Freizeit wieder in den Alltag etc., doch das ist Gottes Weg: hinab vom Berg, hin in das Leiden der Welt. So aber wird Heil.

c) Das Heil kommt nicht automatisch, etwa durch Elia – heute z.B. „Ich bin getauft“. Es braucht die persönliche Entscheidung zum Heiland hin.

7. Beispiele und Verdeutlichungen

A. Jesus ganz anders
a) „Verklärung“, da steht Jesus in seiner himmlischen Herrlichkeit da, der Herrlichkeitsleib bis hin zu den Kleidern. Deutlich ist: Jesus ist nicht an den irdischen Leib gebunden, er kann jederzeit die Herrlichkeit annehmen. Welche Liebe zu uns: Er bleibt bis zum Tod im Erdenleib.

b) Jesus, der „zweite Mose“. Die Parallele zu 2. Mose 24, 13 ff ist deutlich. Er wiederholt aber Mose nicht, sondern bringt den neuen Bund. Vgl. Joh. 1,17 und Römer 5, 14 ff.

c) „Elia“ , der Prophet des alten Bundes. Elia darf hier in Jesus die Erfüllung seiner Prophetie sehen und erleben. Vgl. Römer 11, 2ff.

B. Jesus für andere
a) Der einzige Grund, warum Jesus wieder vom Berg hinabsteigt ist, dass er uns erlösen will.

b) Das plötzliche Ende der Verklärung: Mose und Elia weg. Aber Jesus bleibt da! Er bleibt bei uns. Vgl. Mt. 28, 20.

c) „Sie sehen niemand als Jesus allein“! Das genügt.

C. Jesus für die Jünger
a) Jesus gebietet ihnen, zu schweigen. Nicht mit außerordentlichen Erlebnissen Propaganda machen. Das gilt bis heute. Vgl. auch die „Keuschheit“ des Paulus bei seinem Bericht über außerordentliche Erlebnisse (2. Kor. 12, 2ff).

b) Jesus gebietet ihnen, zu schweigen: Er hat die Erlösung noch nicht vollbracht. Da bleibt er nüchtern. Schließlich kommt noch Gethsemane (Zittern und Zagen). Vgl. Mk. 14, 13; Hebr. 5,8.

c) Er korrigiert die Erwartungen der Jünger: „Elia“ bringt nicht automatisch das Heil. Es geht um die Entscheidung, eben für den Christus, der leidet, stirbt und auferweckt wird.

8. Gliederung und Material zur Predigt

Einleitung: Jesus steht hier im Mittelpunkt, aber nicht als Selbstzweck. Den verunsicherten Jüngern – nach der Leidensweissagung – soll Glaubensstärkung gegeben werden.

1. Auf Jesus sehen
Die Jünger dürfen einen Vorblick in die Herrlichkeit tun. Wie tief sie das geprägt hat zeigt 2. Petr. 1, 16-18. Wir dürfen je und dann Blicke, Erfahrungen in Gottes Herrlichkeit tun: doch keine Propaganda damit. Vgl. die Zurückhaltung des Paulus (2. Kor. 12, 2ff). Damit will Gott unseren Glauben stärken. Hier sehen die Jünger Jesus als Gottes Sohn, wie es Petrus zuvor bekannt hat.
Also: Glaube und dann Erfahrung, nicht umgekehrt.
Jesus ist Gottes Sohn. Das ist festestes Fundament unserer Verkündigung.
Wichtig auch: „Sie sahen niemand als Jesus allein“. Das genügt. So wichtig Mose und Elia sind, Jesus allein rettet. Mehr braucht´s nicht.

2. Auf Jesus hören
„Den sollt ihr hören“. Das ist die ausdrückliche Gottesstimme. Hören ist wichtiger als Sehen. Hören heißt, die Bibel ernst nehmen. da spricht er bis heute. Ohne Hören, ohne Verkündigung gibt es keinen Glauben. Vgl. Rö. 10, 17. Die Jünger konnten Jesus drei Jahre lang hören. (Einen besseren biblischen Unterricht hat noch nie jemand gehabt). Vgl. auch die Lehre Jesu für die zwei Jünger von Emmaus. Luk. 24, 25ff, besonders V. 27. Da hätte ich dabei sein wollen. Hören heißt, in direkter Verbindung sein. Für uns: die Bibel zuerst. Kommentare etc., auch diese Predigthilfe können mein Hören nicht ersetzen. Sonst lebe ich aus „zweiter Hand“. Gerade auch das Hören, was mir nicht passt (Leiden des Messias etwa; vgl. Mk. 8, 32f). Nicht über-hören, sondern mit dem Herzen hören.

3. Mit Jesus gehen
Er geht den Verklärungsberg wieder hinunter. Gott sei Dank, sonst gäbe es keine Erlösung. Der Wunsch des Petrus ist verständlich, aber nicht geistlich. Er geht in´s Leiden. Erst dann zur Herrlichkeit. Die Verklärung war Vor-blick, noch nicht Ziel. Das gilt für jeden von uns: Ja sagen zum Zeugnis des Leidens. Das Schweigegebot (vgl. 7.C. a). b)).

Schluss: Sie behielten das Wort. Vgl. Lk. 2, 19. Das Wort geht in´s Herz.