Monatsthema: Gottes Vergebung erbitten
Predigtthema: Getroffen, ein König bekennt
Bibelstelle: 2. Samuel 12,1-15a
Verfasser: Thomas Richter
Eine Predigthilfe enthält nur Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Studieren von Bibelkommentaren.
1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
In diesem Monat gilt es eine andere Seite im Leben Davids zu entdecken. Ein Mensch nach dem Herzen Gottes ist nicht automatisch ein sündloser Mensch, sondern einer, der weiß, wer allein mit der Sünde fertig wird und die Bereitschaft und Einsicht zur Buße aufbringt. So ergibt sich als Monatsthema: „Gottes Vergebung erbitten“!
Im Zentrum des Predigttextes (2Sam 12,1-15a) steht die Hinführung und der Vollzug der Beichte bzw. Buße Davids (notwendiger Mahner – bekennender Sünder – sterbender Sohn), womit sich als Predigtthema ergibt: „Getroffen – ein König bekennt“. Hilfreich ist es, wenn die Predigt in den Gesamtzusammenhang der Monatsthemen eingebettet wird:
* Gestürzt – ein König geht fremd (2Sam 11,1-27)
* Getroffen – ein König bekennt (2Sam 12,1-15a)
* Gerichtet – ein König hält stand (2Sam 12,15b-25)
* Gerettet – ein König kehrt um (Ps 51,1-21)
Im Rahmen der Predigt gilt es die Notwendigkeit der Buße aufzuzeigen und zu erläutern, wie es dazu kommen kann, das vom Herrn her Gnade und Gericht zusammenkommen (vgl. hierzu 1Joh 1,5-2,1).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Klaus vom Orde. Das zweite Buch Samuel. Wuppertaler Studienbibel AT. R.Brockhaus Verlag (S. 153-158).
* Warren W. Wiersbe. Sei bereit neu anzufangen: Gott vertrauen und den Durchbruch erleben. Studien des AT: 2. Samuel 1-24, 1.Chronik. Christliche Verlagsanstalt (S. 77-81).
* Charles R. Swindoll. David: Ein Mensch nach dem Herzen Gottes – mit David geistlich wachsen. Hänssler (S. 272-291).
* Alan Redpath. Leben nach dem Herzen Gottes: Seelsorgliche Studien über David. Francke Verlag (S. 181-189).
Weitere erläuternde Textanmerkungen und Parallelstellen zum Predigttext bieten z.B. die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/10-Das_Zweite_Buch_Samuels.pdf; S. 459-460) und die Predigthilfe von Mirko Lau vom 09.02.2003 zu 2Sam 12,1-25 (www.studienbibel.de).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigten von Heiko Krimmer vom 04.03.2003 mit dem Titel „Gnade trotz Versagen“ (2Sam 12,1-15) und von Siegfried Kettling von 1997 mit dem Titel „Gott vergibt“ (2Sam 12,1-15). Diese Botschaften findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. 2. Samuel 12] und „Autor“ [z.B. Krimmer bzw. Kettling] ausfüllt.
3. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN
Alfred Christlieb zeigt die Grundlagen (12,7-12) auf denen Nathan David zur Buße führt:
„Wie kann man Menschen zur Buße führen? Diese Frage bewegt manche Eltern, Prediger und Freunde von verirrten, nicht erretteten Menschen. Nathans Worte, die David zur Buße bringen, geben uns hilfreiche Hinweise. Sie stammen aus Gottes Mund. Nathan kann sagen: ‚So spricht der Herr‘ (V. 7). Drei Gedanken beherrschen diese Rede:
1. Die Güte Gottes: Zuerst wird David alle Liebe Gottes in seinem bisherigen Leben aufgezählt: ‚So spricht der Herr: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls … und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun‘ (V. 7f). Der Herr hat David wunderbar geführt und ist bereit, weitere Gnade hinzuzufügen. Der Blick auf Gottes Güte soll den Sünder zur Buße leiten. So sagt es auch Paulus: ‚Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet‘? (Röm. 2, 4). Was hat doch Gott alles an denen getan, die bis heute dem Ruf seiner Gnade widerstehen! In der Taufe hat er das erste Zeichen seiner Güte gegeben, das erste Angebot des Heils gemacht. Er hat manche Begegnung und Berührung mit seinem Wort geschenkt. Er hat viele Wohltaten innerer und äußerer Art erwiesen. Darauf die Widerstrebenden hinzuweisen – kann das nicht eine starke Anklage an das Gewissen sein? Liegt darin nicht Kraft, Herzen zu schmelzen?
2. Undank und Sünde des Menschen: Nachdem er Gottes Güte im Leben Davids aufgezählt hat, fährt Nathan fort: ‚Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, dass du solches Übel vor seinen Augen tatest? Uria, den Hethiter, hast du erschlagen mit dem Schwert; sein Weib hast du dir zum Weib genommen‘ (V. 9). Er zählt nun Davids Sünden auf: Verachtung von Gottes Wort, Mord, Ehebruch. Auf weißem Hintergrund hebt sich ein dunkles Bild deutlicher ab. So tritt Davids Sünde auf dem Hintergrund der bisherigen Gnade Gottes umso schärfer und hässlicher hervor. Und unser Sündenregister? Ist es kleiner? Wir wissen aus der Bergpredigt, wie genau es Gott mit dem Tun seines Willens nimmt. Haben wir nie mit begehrlichem Blick ein Weib angeschaut und die Ehe mit ihr gebrochen im Herzen (Mt 5,27f)? Haben wir nie mit einem andern gezürnt und sind dadurch zum Mörder geworden (Mt 5,21f)? Ach, unser Undank und unsere Schuld sind auch groß dem Gott der Güte gegenüber!
3. Der Zorn Gottes über die Sünde: Nathan hat Gottes Huld und Davids Schuld aufgezeigt. Nun weist er auf Gottes Zorn und Gericht hin. Er nennt klar die bei Gott schon festgesetzte Strafe: ‚Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich … So spricht der Herr: Ich will Unglück über dich erwecken aus deinem eigenen Hause‘ (V. 10f). Unablässiger Krieg, Unglück und Schande im eigenen Familienleben – wie schrecklich! Unser Gott ist ein heiliger Gott, ein verzehrendes Feuer. Lasst es uns dem Sünder sagen, lasst es uns selber nie vergessen: Gott nimmt es genau! Sein Zorn ergeht über alles widergöttliche Wesen, über alles Verachten seiner Gebote. Wir dürfen solche Schriftworte nicht übersehen und verschweigen, wie: ‚Haue den Feigenbaum ab! Was hindert er das Land‘ (Lk 13,7); oder: ‚Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde‘ (Offb 3,16).
Der dreifache Hinweis auf Gottes Güte und auf Gottes Zorn und auf des Menschen Undank und Sünde brachte David zum inneren Zusammenbruch: ‚Ich habe gesündigt wider den Herrn‘ (2Sam 12,13). Nun konnte die Gnade Gottes einen neuen Anfang in Davids Leben wirken. Möchten Nathans drei Hinweise viele zur rechten Beugung und Buße des Herzens bringen” (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!
Alfred Christlieb zeigt folgende Grundlinien von Nathan als einem weisen Seelsorger auf: „Wie wichtig ist die heilige Kunst, Menschen innerlich recht anzufassen! Wieviel wird verdorben im Reich Gottes durch unrichtiges Behandeln der Menschen! Wieviel kann gewonnen werden durch Seelsorge in den göttlichen Linien! Nathan war ein weiser Seelsorger in der Art, wie er David anzufassen verstand.
1. Er wartet auf Gottes Stunde: Als Davids Sünde bekannt wurde, eilte Nathan nicht sofort zu ihm, um zu strafen. Er wartete vielmehr, bis Gott ihm den rechten Zeitpunkt zeigte. Wir können uns die Aufregung vorstellen, die allenthalben bei Frommen und Gottlosen entstand, als Davids Fall bekannt wurde. Die Bibel sagt uns, dass diese Geschichte ‚die Feinde des Herrn lästern machte‘ (V. 14). Den Ungläubigen kam dieser Fall wie gerufen, um ihren Lästerreden freien Lauf zu lassen: So sind sie, die Frommen! Als nun Nathan davon hörte, lag die Gefahr nahe, dass er sich sofort im ersten eigenen. Eifer und stürmischen Zorn aufmachte, um dem König heftige Vorhaltungen zu machen. Das hätte gewiss nicht viel geholfen, vielleicht sogar geschadet. In der ersten Zeit nach seinem Fall stand nämlich David innerlich nicht so, dass er für Nathans Worte ein geöffnetes Ohr gehabt hätte. Er wollte anfangs am liebsten alles verschweigen und darüber vor Gott und Menschen hinwegsehen (Ps 32,3). Aber dann ging er durch wahre Höllennächte innerer Qual (Ps 32,3f), die ihn für Nathans Bußpredigt zugänglich machten. Es war keine Feigheit, die Nathan Monate hindurch warten und schweigen ließ. Unter göttlicher Leitung eilte er nicht. Erst als er volle innere Klarheit bekam, dass ‚der Herr ihn sandte‘ (V. 1) und nicht sein eigener stürmischer Eifer, hatte er Vollmacht zur Seelsorge und brachte David in einer einzigen Unterredung zum Bekenntnis seiner Schuld. Da durfte er ihm auch glaubwürdig die Vergebung zusichern. Das ist ein entscheidend wichtiges Stück der rechten Seelsorgeweisheit: Warten können in Geduld.
2. Er verurteilt David nicht selber: Ein weiteres Zeichen, dass Nathan ein weiser Seelsorger war: Er bringt David dahin, dass er über sich selbst das Urteil spricht. Wir Menschen nehmen nicht gern Urteil und Verurteilung von andern an, Aber wenn uns einer dahin bringt, dass wir uns selber verurteilen müssen, dann sind wir gefangen im göttlichen Netz. Nathan erzählt ein Gleichnis von einem Reichen, der einem armen Mann sein einziges geliebtes Schäflein wegnimmt (V. 1-4). Er erregt damit Davids Zorn über solch eine gemeine, sündliche Handlungsweise. David spricht das Todesurteil über den aus, der so schändlich gehandelt hat (V. 5). Nun zeigt ihm Nathan: Was du an andern verdammst, das hast du selber getan: ‚Du bist der Mann‘ (V. 7)! Hätte Nathan gleich von Anfang an gesagt, dass er von Davids Sünde reden wollte, so hätte sich dieser eher dagegen sperren und sträuben können, das Schreckliche seines Tuns unumwunden zuzugeben. Nun aber redet Nathan zuerst von der Sünde im allgemeinen und zieht dann erst Davids Person mit hinein. Er bringt zuerst nur vor, wozu David unbedenklich ja sagt, bis er ihn mit seinen eigenen Worten gefangen hat. Mit dem Urteil über fremde Sünde verdammt David die eigene. Nathan geht wahrlich nicht mit heimtückischer List hier um. Er hat die behutsame Weisheit von oben. Nur sie kann helfen, dass ein Mensch Schritt für Schritt dahin gebracht wird, sich ganz zu demütigen.
3. Er teilt das Wort von Gericht und Gnade recht: Zuletzt beweist Nathan darin seine Weisheit von oben in der Seelsorge, dass er zur rechten Zeit Gericht und zur rechten Zeit Gnade verkündigt. Zuerst musste das Gerichtswort seine göttliche niederschmetternde Wirkung ausüben. Zuerst musste David als ein elender, entlarvter Sünder dastehen, dem alle selbstgemachten Verhüllungen, Erklärungen und Entschuldigungen zerrissen waren und der sich vor dem heiligen Gott beugte: ‚Ich habe gesündigt wider den Herrn‘ (V. 13). Mit dem Wort von Gottes Zorn und Gericht führte Nathan den heiligen Keulen schlag auf Davids Herz aus. Dann erst, keinen Augenblick früher, aber Gott sei Dank auch keine Minute später, durfte Nathan das Wort von der Vergebung sagen: ‚So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen‘ (V. 13). Nun brachte er die Zusicherung göttlicher Gnade. Nun warf er das Kleid göttlichen Erbarmens um den zerbrochenen, bloß dastehenden Sünder. Nathans seelsorgerliche, von oben geschenkte Kunst hatte ein Meisterstück vollbracht. David beugte sich ganz! Welch ein Jubel im Himmel und auf Erden: ein Sünder kehrte wieder zum Herrn! Nicht nur dies: Nathan behielt auch das ganze Vertrauen Davids für die späteren Jahre. Das zeigt sich darin, dass David seinen liebsten Sohn Salomo der Fürsorge Nathans anvertraute (V. 25). Wer sich im stillen Kämmerlein durch den Geist Gottes mit der rechten Seelsorgeweisheit füllen lässt, der wird die Aufrichtigen gewinnen, sie werden ihm dankbar bleiben ihr Leben lang. Gott schenke uns Nathans Geduld, Behutsamkeit und Vollmacht im Dienst an den Menschen” (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!
„Nathan hatte David den ganzen Abgrund seiner Sünde aufgedeckt. David bekannte sich uneingeschränkt schuldig. Nun kam der göttliche Urteilsspruch. Und er hieß: David, du bist freigesprochen! Wir wollen ein Bild gebrauchen, um klar zu machen, was hier geschehen ist, welche Wende in Davids Leben hier stattgefunden hat. Es gibt Tunnels, die ganz verschiedene Gegenden miteinander verbinden. Auf der einen Seite des Tunnels kann es finster und trübe sein, auf der andern hell die Sonne scheinen. Das lösende Wort, das Nathan im Auftrag Gottes sprechen darf: ‚Der Herr hat deine Sünde weggenommen‘, ist wie ein Tunneldurchstich. Vor dem Tunnel liegt die trübe schwere Zeit unter dem Zorn Gottes, ohne inneren Frieden. Hinter dem Tunnel liegt das Land des Sonnenscheins der Gnade Gottes, in dem David nun wandeln darf. Welch eine Befreiung ist David widerfahren! Die Zentnerlast des unversöhnten Gewissens ist weg. Es war viel leichter für David, sich von seinem eigenen Sohn Absalom verfolgen zu lassen, als von den Qualen des Gewissens bedrängt zu werden. Dieser Gnadenspruch ist David bis zum Tod fest und gewiss geblieben. Eher hätte er auf Reichtum und Königskrone verzichtet, als auf diesen Trost der Vergebung, diesen Frieden seines Gottes. Wir wollen die Worte dieses seligen Spruches, der Herr hat deine Sünde weggenommen‘ nacheinander betrachten:
* Der Herr hat weggenommen. Vorher lag Davids Sünde immer da vor ihm. Wenn er des Abends zur Ruhe ging, konnte er keinen erquickenden Schlaf finden. Warum nicht? Psalm 51,5 verrät es: ‚Meine Sünde ist immer vor mir‘. Hier liegt der Grund, warum David Tag und Nacht keinen Frieden hatte und nicht glücklich war. Als König hatte er Reichtum, gute Speisen, Bequemlichkeit in Hülle und Fülle. Aber die herrlichste Tafel und die schönste Siegesnachricht konnte jenen mächtigen Fels der Unruhe nicht wegschaffen, der auf seinem Weg lag, konnte den dunklen Fleck nicht auslöschen, der ihn immer anstarrte: seine Schuld. So war er ein gequälter Mann, wo er ging und stand. Aber nun nach dem aufrichtigen Bekenntnis heißt es auf einmal: David, deine Sünde ist weggenommen. Wenn du morgens aufstehst und abends dein Lager aufsuchst, dann sind der Stein und der Fleck nicht mehr da.
* Der Herr hat die Sünde weggenommen. Nathan war ein von Gott begnadeter Prophet. Wie niemand anders war er der rechte Mann, um David die Botschaft Gottes in Gericht und Gnade zu bringen. Aber Nathan war nicht imstande, Sünden zu vergeben. Von sich aus kann kein Prophet und kein Prediger oder irgendein Jünger Jesu Sünden vergeben. Aber sie dürfen – vom Geist Gottes erleuchtet und bevollmächtigt – einem Sünder, dessen wahre Buße sie sehen, zusprechen: Der Herr hat deine Sünden hinweggetan.
* Nun wollen wir das selige Wörtlein ‚hat‘ beachten. Der Herr hat weggenommen. Nathan sagt David nicht: Nun da ich sehe, dass du dich aufrichtig demütigst, darf ich dir Hoffnung machen, dass Gott dir auch deine Sünde vergeben wird. Nein, Gott hat vergeben. Auf die Vergebung braucht der bußfertige Sünder nicht unsicher zu hoffen, sie ist ihm als göttlich geschehene Tatsache geschenkt. ‚Wer Jesus am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu derselbigen Stund‘! Wir wissen es vom Kreuz Jesu, der unsere Schuld trug und sühnte, noch mit einer ganz andern, viel tieferen Gewissheit als David: Gott hat vergeben. Welch ein Evangelium!
* Der Herr hat deine Sünde weggenommen. Nicht Sünde im allgemeinen, sondern diese eine schreckliche, gemeine Sünde, die David getan hat, ist getilgt! David wusste wohl, dass Gott langmütig ist und Sünden vergibt. Er kannte die Feier am großen Versöhnungstag mit ihrer Bedeutung genau: ‚An diesem Tag geschieht eure Versöhnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Herrn‘ (3Mose 16,30). Aber es wird ihm schwer gewesen sein zu glauben, dass seine schwere Sünde auch vergeben werden könnte. Er war ja vorher so besonders von Gott begnadigt, und dann hatte er so besonders schrecklich gesündigt. Wie lag da der Verzweiflungsgedanke nahe: Nachdem du früher so viel vom Herrn empfangen und trotzdem deinem Gott solche Schande gemacht hast, wirst du keine Gnade mehr finden können! Aber nun heißt es so klar und tröstlich: deine Sünde, dein schrecklicher Fall, dein Ehebruch, dein Mord, deine Unlauterkeit, dein Verschweigen, alle diese deine ganze Sünde und Schuld ist von Gott hinweggetan. Was hier David aus dem Mund Nathans zu seinem Trost erfuhr, das erfahren wir viel gewisser und seliger unter dem Kreuz auf Golgatha: Da hat der, der alle Welt liebte, auch mich geliebt und meine Sünden hinweggetan: O Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit” (Alfred Christlieb. Licht von Oben. Bd. 2: Bilder aus Davids Leben und Zeit)!
4. PREDIGTGLIEDERUNG
a) Der notwendige Mahner
b) Der bekennende Sünder
c) Der sterbende Sohn
oder:
a) Schuld aufzeigen
b) Schuld bekennen
c) Schuld vergeben