Matthäus

Predigthilfe vom 11. Januar 2014 – Matthäus 11, 25-30

Monatsthema: Annehmen, wie Christus uns angenommen hat

Predigtthema: Jesus nimmt mich an
Predigttext: Mt 11, 25-30

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Finden wir z.B. in „Das Neue Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
Und natürlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel
*Edition C

Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Eckhard Löffler zum 10.02.2008 zu diesem Text unter www.studienbibel.de.

Anmerkungen:
Der Zusammenhang ist eigentlich ein Gerichtswort über die unbußfertigen jüdäischen Städte! (Vers 20-24) Jesus war von ihnen verworfen worden, ebenso wie Johannes der Täufer (Vers 18-19). Damit schwingt also die Fragestellung mit: Wer ist Jesus eigentlich? Für wen ist Jesus gekommen? Wer kann von Jesus profitieren? Wer kann Jesus erkennen und wie?

V 25: „zu jenem Zeitpunkt“ – zeigt die Wichtigkeit des Zusammenhangs, auf dem dieser Abschnitt aufbaut.

Wichtige Stellen zum Thema „Weisheit“: In Jes 29,13ff wird deutlich von der fehlenden Weisheit geredet. Darauf wiederum bezieht sich Paulus in 1. Kor 1,19ff. : Die „weisen Theologen“ der damaligen Zeit verstehen Jesus bzw. später dann das Kreuz nicht wirklich! Sie scheitern an falschen Vorstellungen vom Messias, von dem sie vor allem irdische Verbesserungen erhoffen.

V 26: Jesus betet eine echte „Zumutung“ für die damalige theologische Elite: Er bezeichnet Gott als seinen „Vater“ und darüber hinaus nimmt er in dem Gebet für sich in Anspruch, zu wissen, dass es Gott gefällt, dass die führenden Theologen nun offensichtlich alle „auf dem Holzweg sind“! Jesus beansprucht die Gottessohnschaft und Deutungshoheit im Blick auf den Willen Gottes!

V 27: Jesus bestärkt seinen Anspruch aus V 26 und ergänzt, dass er selber nun die entscheidenden Vollmachten hat und dass es von seiner Hilfe abhängt, dass ein Mensch die Wahrheit erkennt. Den Theologen, aber letztlich allen Menschen, werden die geistlichen Möglichkeiten genommen: Wir können nichts tun, sondern sind darauf angewiesen, dass Jesus unser Herr öffnet (Apg 16, 14)

V 28: „Her zu mir alle …“ ist der Aufruf des Heilandes, sich auf den Weg zu machen. Dabei ruft er nicht die Starken und Hochbegabten oder irgendeine Elite, sondern er ruft die „Mühseligen und Beladenen“.
Zum Verständnis von „mühselig“ und „beladen“ ist gerade bei Matthäus das Alte Testament heranzuziehen: Jes 16,12, Jes 40,28f, (Lukas 11,46), Psalm 38,5 – es geht um geistliche Lasten bzw. die Sünde, die Menschen mit sich rumtragen.
Und auch die „Ruhe“ bekommt im Neuen Testament eine geistliche Bedeutung, vgl z. B. Hebr 4, 1-11
Es geht hier also nicht in erster Linie um „Alltagssorgen“, sondern es geht um die geistliche Last, die der Herr Jesus uns abnimmt! Dies ist ja auch das große geistliche Missverständnis der Juden im Blick auf den Messias: Sie erwarten einen, der Israel groß und stark in der Welt macht. Aber Jesus stirbt am Kreuz, um uns eine geistliche Tür in den Himmel zu öffnen!

V 29: „das Joch“ – ein häufiges Missverständnis ist, dass man erst ein Joch bekommt, wenn man zu Jesus gehört, aber wenn man genau schaut, dann sagt Jesus das gar nicht! Jeder Mensch ist unter einem Joch und muss es alleine tragen. Aber wer das Joch wechselt und unter Jesu Joch kommt, der hat jemanden, der mit ihm gemeinsam trägt!
Jesus musste das Kreuz tragen, wie man eben normalerweise ein Joch trägt, wer unter dieses Joch/Kreuz kommt, der bekommt seine Last der Sünde abgenommen.
„sanftmütig“ – vgl. 4. Mose 12,3 und Sach. 9,9

V 30: Jesus legt verschiedene Last auf, bzw. es kostet uns etwas, zu Jesus zu gehören: Spott bzw. Verfolgung durch die Welt, Konzentration auf die Nachfolge auf Kosten des persönlichen Komforts, Unterordnung des eigenen Stolzes unter die Macht Jesu.
Aber alles das wird aufgewogen durch die Ewigkeitsperspektive, die wir durch Jesus bekommen. (vgl. Röm 8,18)
2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Wir stehen immer noch am Jahresanfang und lassen uns in der Predigtreihe von der neuen Jahreslosung leiten.
Dieser Abschnitt liefert erneut das Evangelium, die Grundlage unseres Glaubens, mahnt uns in einem Nebenaspekt aber auch, unsere Erkenntnis nicht zu verabsolutieren, sondern uns wirklich unsere „Unmündigkeit“ vor Augen zu führen.
Liedvorschlag „Jesus nimmt die Sünder an“, „Nimmst du mich noch einmal an“, „du sagst ja“
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Wichtig ist, den Zusammenhang nicht zu vernachlässigen, also das Gericht gegen die, die meinen es verstanden zu haben und für die Jesus eigentlich zuerst gekommen war. Wir sind als bekehrte „Heiden“ Nutznießer dieses Missverständnisses.
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Der Text dürfte wieder bei den vielen Hörern sehr bekannt sein, von daher ist es eine gewisse Herausforderung, darüber zu predigen: Man wird nur schwer etwas wirklich neues dazu sagen können. Aber letztlich liegt es ja nicht in unserer Kraft, sondern Jesus muss das Wunder bewirken, etwas evtl. altbekanntes ganz neu zum Klingen zu bringen.

3. Sagen, wo es hingeht

Da es zum Zeitpunkt der Vorbereitung schon Anfang Dezember 2014 ist, habe ich nicht die Zeit, mir andere Predigten dazu anzuhören. Schaut also selber unter www.sermon-online.de, ob ihr etwas hilfreiches findet. Wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ und „Autor“ ausfüllt, findet ihr evtl. was zu diesem Text.

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte die Predigt, damit ein neues Bewusstsein dafür entsteht, dass ich mit meiner Sünde (immer wieder) zu Christus kommen darf!
Aber auch, um immer wieder selbstkritisch zu prüfen, ob ich noch „unmündig“ bin und allein aus der Weisheit Christi lebe
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Komm zu Jesus!

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
a) V 25-27 … zum Sohn Gottes
In der damaligen Zeit ein ungeheuerlicher Anspruch und in heutiger Zeit auch eine Überzeugung, die „unglaublich“ ist. Heute ist sie sogar auch bei der „theologischen Elite“ so nicht vorhanden.
Aber genau das ist Jesus: Der Sohn von Gott!
Dass die, die ihn eigentlich am meisten erwarteten, nicht angenommen haben, stellt ein ernstes Problem dar (Vers 20-24).

b) V 25-27 … zu dem, der weiß, was wirklich wahr ist!
Ebenfalls wird in diesen Versen deutlich, dass Jesus für sich beansprucht, tatsächlich sagen zu können, was richtig ist und was nicht. Es gibt keine richtige Erkenntnis ohne Jesus. Die Weisen im Sinne dieser Welt können es nicht verstehen!
Dieser Punkt sollte uns aber nicht dazu bringen, nun einfach nur schlecht über andere Theologen oder die Juden zu reden, die Jesus nicht erkennen oder erkannt haben, sondern sie sollte uns immer auch selbstkritisch sein:
Habe ich Jesus wirklich als den erkannt, der er ist?
Dass er der Sohn Gottes ist, ist das eine fromme Theorie, oder lasse ich ihn wirklich auch ganz praktisch in meinem Leben Sohn Gottes sein?
Was heißt für mich „unmündig sein“?
Vers 27: Ich bin darauf angewiesen, dass Jesus sich und den Vater mir offenbart. Wenn ich also wirklich Jesus erkannt habe, dann darf mich das in keiner Weise überheblich machen, sondern zutiefst dankbar!

c) V 28-30 … zu dem, der deine Last für dich trägt!
Der Kern des Evangeliums: Jesus trägt das Joch/Kreuz und er trägt dort meine Last!
Hier darf ruhig auch betont werden, dass es tatsächlich hier nicht in erster Linie um Alltagssorgen geht, sondern ganz konkret um Sünde. Das legt der Sprachgebrauch absolut nahe!
Jesus führt in die Ruhe! Das bezieht sich durchaus auch auf das Gericht: Wer an Jesus glaubt, der muss nicht ins Gericht (Joh 5,24), der „hat Ruhe“ nach seinem Tod!
Aber natürlich auch die Ruhe von den (selbstgerechten) Werken!
Vers 29: Viele Menschen merken nichts von dem Joch, unter dem sie sind. Hier gilt es aufzuzeigen, wie die Sünde uns knechtet, wie wir oft genug Menschen verletzen, weil wir nicht „Herr unserer selbst sind“. Das trägt Jesus für uns!
Vers 30: Das, was uns der Glaube kostet (Nachfolge, Gehorsam, Verzicht, Mission) wird durch die Ewigkeit aufgewogen, es ist das leichtere Los:
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Man könnte Bilder von einem klassischen Joch und einem Kreuz zeigen, evtl. findet sich ein Bild, wie Jesus das Kreuz auch durch die Straßen Jerusalems trägt.
(Mirko Lau – bei weiteren Fragen zu Text und Predigt stehe ich gerne zur Verfügung: )