Monatsthema: Wege zum Kreuz Jesu
Predigtthema: Glaube konkret – für Petrus
Bibelstelle: Johannes 18, 12-27
Verfasser: Thomas Richter
Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.
1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT
Im April bereiten wir uns auf die Passionszeit vor, indem wir die Wege Jesu zum Kreuz (= Monatsthema) betrachten und dabei entdecken, welche Bedeutung für unseren Glauben darin liegt. Dabei setzen wir den Schwerpunkt auf eine biographische Betrachtungsweise und fragen, was z.B. Petrus über sich selbst erfährt (= Predigtthema) und was wir aus Joh 18,12-27 (= Predigttext) für uns und über uns lernen können.
Während Jesus in (Joh 18,1-11) eindeutig bekennt: „Ich bin’s“, verleugnet Petrus mit gleicher Klarheit, indem er sagt: „Ich bin’s nicht“ (Joh 18,12-27). Damit ergibt sich ein auffälliger Kontrast zwischen dem Verleugner und dem Bekenner, dem Übermütigen und dem Sanftmütigen, dem Sünder und dem Gerechten, den wir im Rahmen der Predigt herausstellen wollen.
Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).
2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil – Edition C Bibelkommentar 7 (S. 245-262).
* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil – Wuppertaler Studienbibel (S. 182-188).
* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt Bd. 4. (S. 370-377).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 12.03.1978 mit dem Titel „Die Verleugnung des Petrus!“ (Joh 18,15-27). Diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Johannes 18] und „Autor“ [z.B. Winrich Scheffbuch] ausfüllt.
V. 18: „Petrus fror noch vom Ölberg her“ (Johann Albrecht Bengel).
3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN
„Wohl war er nie auf den Mund gefallen. Sein Meister litt immer wieder an seinem fixen Mundwerk. In Gethsemane bekam er sogar eins auf seine große Klappe, als er mit dem Säbel wild durch die Gegend fuchtelte. Aber im Hof des hohepriesterlichen Palastes wurde er ganz klein und mickrig. Nicht einmal vor der Magd mit dem Putzeimer wagte er ein wahres Wort. »Ich kenne diesen Typ nicht«, so hat er gesagt. Genau dieser feige, verängstigte Petrus aber steht am Pfingstmorgen vor der Menge und sagt den Leuten ins Gesicht: »Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, hat Gott zum Herrn und Christus gemacht«. Welchen Mut hat sich dieser Mann angetrunken, solche Wahrheit vor der ganzen Menge vom Stapel zu lassen? Welche Ego-Behandlung hat er durchgemacht, solche Wahrheit unverblümt erbosten Menschen entgegenzuhalten? Welche seelischen Klimmzüge hat er fertiggebracht, solche Wahrheit ohne Rücksicht auf Verlust an die Öffentlichkeit zu bringen? Nichts von alledem. Das war kein Mannesmut und keine Therapie und kein Klimmzug, sondern das Wunder des Heiligen Geistes, der einen schwachen Menschen zum Zeugen seiner Sache bestellt. Immer ist das so, dass dieser Geist Leute befähigt, in aller Schlichtheit und Direktheit weiterzusagen: Jesus ist Christus!
Es lebt keiner, dem der Heilige Geist nicht die Zunge lupfen will: dem Jugendleiter, der die Andacht bei der Gruppenstunde gestrichen hat, dem Schüler, der in der Klasse zu allem ja und amen sagt, dem Azubi, der an der Werkbank mit den Wölfen heult, dem Zeitgenossen, der sich lieber die Zunge abbeißt. Aus stummen Leuten sollen fröhliche Zeugen werden, die den Mund nicht mehr halten können über diese Botschaft: Jesus ist Christus“ (Konrad Eißler).
Hilfreiche Veranschaulichungen für die Predigt bietet Wilhelm Busch. Gegenstände der Passion: Anschauungsunterricht über das Leiden Christi. Wilhelm Busch Bibliothek 2. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2006. S. 88-94 + 103-109 (Kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255681-02.pdf).
Johannes Kuhn bietet einen interessanten Vergleich und Verknüpfung des Predigttextes mit den „Ich bin – Worten“ Jesu (S. 6f; kostenloser download unter http://www.die-apis.de/uploads/media/Gemeinschaft_2008-03.pdf).
4. PREDIGTGLIEDERUNG
Glaube konkret – für Petrus?
a) Wo ist Jesus und wo ist Petrus?
b) Was sagt Jesus und was sagt Petrus?
c) Wie geht’s Jesus und wie geht’s Petrus?
oder nach Ulrich Parzany:
a) Die merkwürdige Bekanntschaft
b) Das unsinnige Abstreiten
c) Die Verschiebung des Vertrauens
bzw.
a) Die Frage weist in die richtige Richtung
b) Die Antwort kann jeder wissen
c) Warum es für eine Diskussion zu spät ist