Josua

Predigthilfe vom 1. Januar 2015 (Neujahr) – Josua 1, 1-9

Predigtthema: Mit Gottes Zusagen mutig ins neue Jahr
Predigttext: Josua 1, 1-9

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in „Das Alte Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
Und natürlich in diversen Studienbibeln, von denen man als Verkündiger verschiedene haben sollte.
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung bieten z.B.
* Wuppertaler Studienbibel

Bitte studiert auch den hilfreichen Predigttipp von Eckhard Löffler vom 08.01.2006 zu Josua 1, 1-18 unter www.studienbibel.de.

Anmerkungen:
Der eine oder andere hat evtl. aus (Kinder)Bibeln Bilder von einem Josua vor Augen, auf denen er eher so um die 40 Jahre alt zu sein scheint. Dies scheint reichlich unrealistisch, wenn er in 2. Mose 17,9 schon heerführende Funktion übernimmt, also eher 40 als 30 Jahre alt ist, dann ist er 40 Jahre später nach der Wüstenwanderung an der Schwelle zum gelobten Land eher 80 als 70. Sein Todesalter wird in Ri 2,8 mit 110 Jahren angegeben, auch das spricht dafür, dass Josua hier in Kapitel 1 eher schon 80 Jahre alt ist. Für die Textauslegung spielt das aber nur bedingt eine Rolle …

Heilsgeschichtlich und Situativer Zusammenhang:
Josua hat hier eine ganz klare irdische Verheißung im Bezug auf die Landnahme. Ein Übertrag auf „Erfolg“ (Vers 8) in unserem „Alltagsgeschäft“ ist so nicht eins zu eins möglich, da wir im Neuen Testament in diesem Sinne nicht diese ganz konkreten Verheißungen für unser „Alltagsgeschäft“ haben. Unsere Grundlage ist nicht das „Buch des Gesetzes“ (Vers 8; es steht für den alten Bund), sondern der „neue (Gnaden)Bund“ Wesentliche Frage für Vorbereitung und Verkündigung wäre also: Was ist unser „Erbe“, was ist unsere „Verheißung“?

V 01. Es spricht der „HERR“ (=Jahwe), also der „Ich bin der ich bin“, der Unveränderliche: Auch wenn Mose tot ist, wird sich an IHM und dem, was ER gesagt hat, kein bisschen ändern!

V. 02: Mose „musste“ vor dem Übergang über den Jordan sterben. (4. Mose 20,12) Das klingt hier sprachlich auch noch einmal an und wird damit zu einer zusätzlichen Mahnung an Josua, das Wort Gottes wirklich ernst zu nehmen. Insgesamt sind aber natürlich die Fußstapfen von Mose „groß“, Josua übernimmt ein „schweres Erbe“. Aber entscheidend ist eben letztlich nicht, wer mein Vorgänger war, sondern wer mein Begleiter ist: Vers 5b („wie ich mit Mose gewesen bin, werde ich mit dir sein“) Predigtentfaltung Punkt a)

V 03b: „Euch habe ich ihn gegeben“ – wenn etwas in der Zukunft ganz sicher ist, dann kann im Alten Testament darüber geredet werden, als wäre es Vergangenheit.

V. 04: Die genauen Grenzen des „gelobten Landes“ sind ein Kapitel für sich und werden in der Theologie diskutiert. In der gottesdienstlichen Verkündigung geht es nicht darum, diese genauen Grenzen nachzuzeichnen, sondern es geht um den Zuspruch von Vers 3+5, der den Vers mit den Grenzen „umschließt“ und damit sprachlich darstellt, wie das Land wirklich von der Verheißung Gottes „umschlossen ist“.

V. 08: Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass „Erfolg“, „Erbe“ (Vers 6) vom neuen Bund her erklärt werden müssen.
Das „nicht weichen“ Josuas findet eine ganz tolle Entsprechung in 2. Mose 33,11!

V. 09: Dies ist nicht nur ein netter Zuspruch, um Josuas „Laune zu heben“, sondern es ist der Aufruf, praktisch zu werden: Auf jetzt! Verlass dich ganz praktisch drauf, auch wenn es im Bauch etwas kitzelt (wie z. B. bei der späteren wiederholten Umrundung von Jericho)

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Wir stehen am Übergang von einem Jahr zum Anderen in einer eher „besinnlichen“ (=sich auf das Wesentliche „besinnen“) Zeit, die es dem Einzelnen grundsätzlich leichter ermöglichen kann, sich ein paar grundsätzliche Gedanken zu sich selber und seinem Glauben zu machen und daraus erwachsend für das eine oder andere doch einen neuen Anlauf zu nehmen.
Vielleicht ist für den einen oder anderen tatsächlich sogar an der einen oder anderen Stelle „Neuland“ (z. B. durch einen Berufswechsel), das es zu betreten gilt.
Aber grundsätzlich ist natürlich jeder Moment dafür geeignet, sich (wieder neu) zu entscheiden, ganz auf Gottes Verheißungen bzw. sein Wort zu setzen.

Liedvorschlag „Vertraut auf den Herrn für immer/Wer Gott folgt riskiert seine Träume“; „Lass mir das Ziel vor Augen bleiben“
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Wie schon angedeutet ist dieses Kapitel 1 ganz fest in den Alten Bund eingebunden, in dem Gott seinem Volk nun ein eigenes Land gibt.
In diesem Bund und im Blick auf dieses Land gilt dann auch 5. Mose 28. Dies ist die Grundlage für Josua 1,8b, auch wenn dort nur der „positive Fall“ formuliert wird.
Es gilt also in der Predigt auch herauszuarbeiten: Inwiefern gelten diese Zusagen an Josua grundsätzlich und was ist im Detail im neuen Bund anders.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Der Text dürfte grundsätzlich bekannt sein, aber die vielen konkreten Zusagen an Josua bieten trotzdem einen reichen Schatz an Zusagen, der nie langweilig wird!
Der große Tenor des Textes ist Mut zu machen, wirklich in den Spuren zu gehen, dieser Mut sollte wirklich konkret zugesprochen werden!
Da dieser Text ja nicht Bestandteil einer Predigtreihe über Josua ist, kann in der Verkündigung „aus dem Vollen des Josua-Buches geschöpft werden“, wie Josua das wirklich dann auch mutig umsetzt z. B. bei der Überquerung des Jordan.
Aber aufpassen: Es bleibt eine Predigt über Josua 1, nicht über Josua 3 oder 6.

3. Sagen, wo es hingeht

Da es zum Zeitpunkt der Vorbereitung schon Anfang Dezember 2014 ist, habe ich nicht die Zeit, mir andere Predigten dazu anzuhören. Schaut also selber unter www.sermon-online.de, ob ihr etwas Hilfreiches findet. Wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. ??] und „Autor“ [z.B. ??] ausfüllt, findet ihr evtl. was zu diesem Text.

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte diese Predigt zum einen, damit der Hörer ein Verständnis für die Übertragbarkeit von alttestamentlichen sehr persönlichen Zusagen auf das Leben eines Gläubigen im Neuen Bund bekommt.
Und noch viel mehr halte ich diese Predigt, damit der Hörer zu Beginn des neuen Jahres neuen Mut (Vers 6a+7a) bekommt, wirklich in Gottes Spur (Vers 8a) im neuen Jahr zu gehen mit dem Zuspruch der Treue Gottes besonders im neuen Bund.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Z. B. „Gott geht mit! (im neuen Jahr)

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Fünf kurze Punkte:
a) (V. 1-2) Gott geht mit – wenn du in große Fußstapfen trittst! (siehe oben)
b) (V. 3-4) Gott geht mit – ins neue Land (Was ist dein „Neuland“? Neue Aufgabe in Beruf oder Gemeinde oder etwas wieder neu machen oder z. B. im Bereich der Charakterbildung an einem Punkt neu arbeiten, an dem der Teufel zu viel Raum gewonnen hat und ihm „Feindesland“ wieder weggenommen werden soll)
c) (V. 5-6) Gott geht mit – er hat es versprochen! (Was hat ER im neuen Bund versprochen?)
d) (V. 7-8) Gott geht mit – Höre auf IHN! (Gehorsam bzw. das Wort Gottes – auch ein wichtiger Punkt im neuen Testament! Beachte das Wort „Knecht“, das immer wieder im Text vorkommt)
e) (V. 9) Gott geht mit! – Auf geht´s! (Vers 9 bietet spannende Parallelen zum „Missionsbefehl“ (Mt 28, 18-20))
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?

Wie oben erwähnt bietet das beste Anschauungsmaterial das Josuabuch selber: Wie das Volk z. B. den Jordan überschreitet und dann aber erst einmal gehorsam mit dem Jordan im Rücken und dem Feind vor Augen sich mit der Beschneidung im Grunde ein paar Tage „kampfunfähig“ macht. Hier ist das Volk und natürlich Josua allen voran wirklich einmal gehorsam und vertraut dabei voll auf Gott.

(Mirko Lau – bei weiteren Fragen zu Text und Predigt stehe ich gerne zur Verfügung: )