Jahresthema: Persönliche Reformation
Predigtthema: (Vorschlag Textplan) Entscheidend ist, was der Herr über mich denkt [Dieser Predigttip geht aber eher in Richtung „geistlich vorbildlich leben“]
Predigttext: 1. Korinther 4, 1-21
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
1. Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfreiches Basiswissen findet sich z. B. in „Das Neue Testament“ erklärt und ausgelegt von John Walvoord und Roy Zuck (Hänssler-Verlag)
MacArthur, John: Studienbibel: http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/46-Der_Erste_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Korinther.pdf
Carson, Donald A., Douglas J. Moo: Einleitung in das Neue Testament. Gießen: Brunnen Verlag
Aebi, Ernst: Kurze Einführung in die Bibel. Winterthur: Bibellesebund
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung von 1Kor 4,1-21 bieten z.B.
MacArthur, John: 1. Korinther. Bielefeld: CLV. Dieser Kommentar ist auch online verfügbar: http://clv-server.de/pdf/255680.pdf
Krimmer, Heiko: 1. Korintherbrief. Edition C. Holzgerlingen: Hänssler
Schnabel, Eckhard: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, HTA; Wuppertal: R. Brockhaus
De Boor, Werner: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Wuppertaler Studienbibel; Wuppertal: R. Brockhaus
2. Verstehen, worum es geht
Anknüpfungspunkt für dieses Kapitel ist die „Parteisucht“ der Korinther, dass sie praktisch Apollos und Paulus gegeneinander stellen und sich dem einen oder anderen zuordnen. Paulus zeigt in diesem Kapitel zum einen, dass er sich einem negativen Urteil von Menschen nicht stellen muss, er zeigt ausserdem, dass sich Apollos und er letztlich nicht auseinanderdividieren lassen und er zeigt, wie sein eigenes Leben, z. B. seine Leidensbereitschaft aber auch seine geistliche Vaterschaft letztlich für ihn als Apostel sprechen – ohne dabei Apollos herabzuwürdigen.
Aber wer zumindest Paulus negativ beurteilt, der muss zeigen, inwiefern er mit den eigenen geistlichen Früchten seines Lebens tatsächlich mit Paulus mithalten kann.
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Der Sonntag ist ein normaler „Kirchenjahrssonntag“ im Frühling. Insofern sind von außen keine besonderen Anknüpfungspunkte gegeben. Die geistlichen Anknüpfungspunkte sind eher die „normalen alltäglichen“:
Z.B.: Denken wir im geistlichen Leben zu hoch von uns? (Vers 1) Könnten wir für unser geistliches Leben auch so frei vor Gott auftreten wie Paulus? (Vers 3-4) Sind wir leidensbereit? (Vers 7-13) Sind wir geeignet, uns als Vorbilder hinzustellen? (Vers 16)
Wo neigen wir dazu, geistliche Personen – vielleicht unterschiedliche Prediger (Laien „contra“ VZM) – gegeneinander abzuwägen – und was ist dabei eigentlich unser Maß?
Der Hörer soll letztlich ermutigt werden, ein vorbildliches geistliches Leben zu leben. Der Text bietet Anhaltspunkte, wie so ein vorbildliches Leben aussieht.
Lieder:
Nichts habe ich, was nicht frei ich empfing
Allein deine Gnade genügt
Seid fröhlich in der Hoffnung
Bei dir dem Weinstock
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Der Abschnitt ist ein direkt lehrender Brieftext aus der Zeit des Neuen Testamentes also aus unserer jetzigen Heilszeit, in diesem Sinne lässt er sich grundsätzlich 1:1 ohne weitere Schwierigkeiten übertragen.
Zu berücksichtigen ist, dass Paulus sich hier für seinen eigenen Ruf einsetzen muss. Das hat nichts mit verletztem Stolz zu tun, sondern es geht darum, dass er einfach ein wichtiger Apostel ist. Wenn er verworfen wird, dann wird tatsächlich Irrlehren Tür und Tor geöffnet!
Hier kann der heutige Verkündiger Fehler machen: Er kann sich zb selber überhöhen, indem er sich in falscher Weise auf eine Stufe mit Paulus stellt. (Mit uns heute steht und fällt eben nicht die apostolische Lehre). Der Verkündiger steht letztlich auf beiden Seiten: er ist eben der Verkündiger, der den Hörer herausfordern muss, ein gutes geistliches Vorbild zu sein und Verkündiger nicht voreilig falsch zu beurteilen. Gleichzeitig ist der Verkündiger auch Gemeindeglied und predigt zu allererst sich selber!
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Der Text gehört wohl zu den weniger gängigen Texten, dürfte aber in Ausszügen trotzdem dem einen oder anderen bekannt sein.
In jedem Fall ist er sehr lang und darf daher in Auszügen umpredigt werden.
Dafür sollte man zunächst alle Punkte sammeln, über die man predigen könnte und dann unter Gebet nachdenken, was tatsächlich in der Predigt dran ist!
Evtl. kann man manche Punkte einfach nur erklären, während man andere Punkte erklärt und dann aber auch mit praktischen Beispielen zur Anwendung bringt.
3. Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung kann das Anhören einer Predigt sehr hilfreich sein. Unter www.sermon-online.de finden sich Predigten zu den unterschiedlichsten Bibeltexten.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Ich halte diese Predigt, um den Hörer bewusst zu machen, was es bedeutet, ein geistliches Vorbild zu sein.
Auch wenn wir nicht in der apostolischen Position von Paulus sind, ist es doch wichtig, tatsächlich immer ein GUTES Vorbild zu sein, schon allein aus dem Grund, dass wir, wenn wir kein GUTES Vorbild sind, dann automatisch ein SCHLECHTES Vorbild sind …
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Ich zeige auf, welche Eigenschaften ein gutes geistliches Vorbild ausmachen.
- Sei ein gutes geistliches Vorbild!
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Einleitung:
Beispiel oder auch Zitat zum Thema Vorbild!
Das Problem: Wir sind immer Vorbild und wenn wir kein gutes Vorbild sind, dann sind wir ein schlechtes.
(Die folgenden Punkte müssen nicht alle gepredigt werden, es dürfen Schwerpunkte gesetzt werden!)
Ein gutes Vorbild …
1.a) (V.1-2) … ist ein guter Diener und treuer Verwalter
Was bedeutet es – ein „Diener des Messias“ zu sein?
Was sind die „Geheimnisse Gottes“ und wie „verwalten wir sie treu“?
(Schon dies allein wäre eine Predigt wert …)
1.b) (V. 3-5) … stellt sich dem Urteil seines HERRN!
Menschliche Urteile sind immer schwierig, auch das Urteil über sich selber, denn man „ist sich ja nichts bewusst“ (Vers 4), man denkt ja immer, dass man richtig liegt. Entscheidend wird das Urteil Gottes sein! à Wir müssen immer wieder darum ringen, wirklich ehrlich vor unserem Gott die verborgenen Absichten der eigenen Herzen offen zu legen und zu korrigieren!
Wie oft be- und verurteilen wir andere, unterstellen ihnen negative Absichten, ohne sie wirklich zu kennen? à Kümmer dich um „deinen Balken“ …
1.c) (V. 6-8) … weiß, von wem er empfangen hat / denkt von sich gering!
Oft gehen wir mit unseren Erkenntnissen um, als hätten wir sie uns verdient oder aus eigener Kraft erarbeitet. Wenn wir denn wirklich die richtige Erkenntnis haben, dann doch wohl nur durch den Heiligen Geist. Und dann gibt es keinerlei Raum für irgendeine Form von Stolz oder Rechthaberei oder auch Unterstellungen Andersdenken gegenüber, sondern es gilt demütig und selbstkritisch zu beten, dass der Geist Gottes wirklich ALLEN die richtige Erkenntnis schenkt!
1.d) (V. 9-13) … nimmt im Dienst Nachteile in Kauf!
Sind wir tatsächlich bereit, für unsere Überzeugungen auch leidvoll einzustehen? Ist es echter Glaube oder sind es nur „fromme Theorien“? Unsere Leidensbereitschaft zeigt, was (uns) unsere Erkenntnisse wirklich wert sind!
1.e) (V. 14-16) … weiß, wer seine Vorbilder waren / wo er herkommt!
Wenn Paulus sagt, dass er die Korinther „gezeugt“ hat, dann meint er das sicherlich nicht im letzten Sinne, aber er zeigt doch deutlich, dass es die Gemeinde in Korinth ohne ihn nie gäbe! à Wie gehen wir mit der geistlichen Generation um, die meinen Glauben heute erst ermöglicht hat?
1.f) (V. 17-21) … lässt sich vom Wort Gottes belehren!
Es ist das Wort Gottes, dass letztlich dann in einen kraftvollen Glauben führt. Haben wir wirklich ein gepflegte Verbindung zu diesem Wort Gottes?
3.4 Predigtveranschaulichungen – wie verdeutliche ich es in dieser Predigt?
Wichtig ist bei jedem Punkt, dass er neben guten Bildern und Vergleichen, die einem vielleicht einfallen, auch tatsächlich angewendet wird: Ein praktisches Beispiel aus dem geistlichen Alltag, wie die Erkenntnis eben in der Praxis angewendet wird oder angewendet werden kann.
Auch biblische Personen können zur Veranschaulichung herangezogen werden.
(Mirko Lau)