Predigtthema: Jesus ist auferstanden. Wir werden auch auferstehen.
Predigttext: 1. Korinther 15,35-58
Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!
Die vorgeschlagenen Bücher und Vorträge sollen eine Hilfe bieten. Allerdings sollten sie immer im Sinne von Apg 17,11b an Hand der Bibel geprüft werden.
- Sehen, was dasteht
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Allgemeine Hinweise zum Buch und einführende Anmerkungen bieten:
MacArthur, John: Studienbibel: http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/46-Der_Erste_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Korinther.pdf
Carson, Donald A., Douglas J. Moo: Einleitung in das Neue Testament. Gießen: Brunnen Verlag
Aebi, Ernst: Kurze Einführung in die Bibel. Winterthur: Bibellesebund
1.2 Hilfen zum Verständnis des Predigttextes
Hilfen zur Auslegung von 1Kor 15,35-58 bieten z.B.
MacArthur, John: 1. Korinther. Bielefeld: CLV. Dieser Kommentar ist auch online verfügbar: http://clv-server.de/pdf/255680.pdf
Krimmer, Heiko: 1. Korintherbrief. Edition C. Holzgerlingen: Hänssler
Schnabel, Eckhard: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, HTA; Wuppertal: R. Brockhaus
De Boor, Werner: Der erste Brief des Paulus an die Korinther, Wuppertaler Studienbibel; Wuppertal: R. Brockhaus
- Verstehen, worum es geht
2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Es ist Ostersonntag! Dementsprechend erwarten die Zuhörer eine ermutigende Predigt und diese Erwartung sollte die Predigt auch erfüllen. Denn wenn es einen Tag der Hoffnung für das ewige Leben der Christen gibt, dann ist das der Tag der Auferstehung Jesu Christi, wie es auch der Textzusammenhang des Predigttextes deutlich macht.
Der Predigttext greift mehrere Themen auf, die quer durch die Geschichte hindurch nicht an Aktualität verlieren:
- Welche Hoffnung kann ein Mensch für ein Leben nach dem Tod haben?
- Was konkret passiert mit uns nach dem Tod? Und wie werden wir aussehen, wenn wir an der Auferstehung teilhaben dürfen?
- Wie kann es sein, dass ich Christ bin und dennoch der Vergänglichkeit, wie z.B. Krankheit, Trauer und Tod unterworfen bin?
2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
Grundlegendes zu den Korintherbriefen:
Die beiden Korintherbriefe machen deutlich, dass das Verhältnis zwischen Paulus und den Korinthern an vielen Stellen doch sehr angespannt war. Ganz anders als z.B. sein Verhältnis zu den Philippern oder Thessalonichern. Vor allem seine Autorität als Apostel wurde in Frage gestellt (1Kor 1,10ff und v.a. 2Kor 11). In den Korintherbriefen rechtfertigt Paulus also zum einen seine Position als Apostel, zum anderen macht er deutlich, worauf es wirklich ankommt. Im ersten Korintherbrief zeigt Paulus die zwei wesentlichen Säulen des christlichen Glaubens auf: Das Kreuz (1Kor 1) und die Auferstehung (1Kor 15). Ohne diese Säulen ist der christliche Glaube sinnlos (1Kor 1,18; 15,14). Diese beiden Kapitel umrahmen somit die Kapitel 2-14, welche aufzeigen, wie das Leben als Christ eingebettet in das Kreuz und die Auferstehung Jesu aussehen soll und aussehen kann. Neben klaren Anweisungen über Unzucht (1Kor 5), Rechtsstreitigkeiten (1Kor 6) oder über das richtige Verhalten bei der Feier des Abendmahls (1Kor 11), zeigt Paulus auch an einigen Stellen die Freiheit des christlichen Glaubens auf, wenn es z.B. um Ehe und Ehelosigkeit (1Kor 7) oder auch um den Verzehr von Götzenopferfleisch geht (1Kor 8). Der Maßstab für die christliche Freiheit wird dabei in 1Kor 10,23+24.31 gelegt: Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient. Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
Der Textzusammenhang (1Kor 15,1-34): Wahrheit und Notwendigkeit der Auferstehung
Im ersten Abschnitt von 1Kor 15 zeigt Paulus auf, dass die Auferstehung Jesu für die Hoffnung auf das ewige Leben und somit für unseren ganzen Glauben absolut notwendig ist. „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich.“ (1Kor 15,14). Des Weiteren legt er dar, dass die Tatsache der Auferstehung Jesu nicht nur von wenigen Menschen, sondern von mindestens fünfhundert Brüdern bezeugt werden kann. Somit bildet dieser erste Teil von Kapitel 15 die Grundlage für 1Kor 15,35-58.
- Korinther 15,35-58:
V 35-49: Gegensatz zwischen dem Himmlischen und dem Irdischen
Zunächst geht Paulus auf die Frage ein, wie der neue Mensch nach der Auferstehung aussehen wird. Der Tonfall von Paulus lässt erahnen, dass es in dieser Frage durchaus Kontroversen in Korinth gegeben haben könnte, bei denen manche Meinungen nicht der biblischen Sicht entsprachen. Für Paulus ist es offensichtlich, dass der alte Mensch vergehen muss, bevor es einen neuen Menschen geben kann. Es zeigt auf wie unterschiedlich die Schöpfung Gottes aufgebaut ist und dass sich dementsprechend auch das Himmlische vom Irdischen unterscheidet. Der neue Mensch wird, im Gegensatz zum alten Menschen, einen himmlischen Körper besitzen, der den irdischen bei Weitem übertrifft. Er:
- ist unverweslich statt verweslich (V. 42)
- ist herrlich statt niedrig (V. 43)
- ist kräftig statt armselig (V. 43)
- ist geistlich statt natürlich (V. 44)
- trägt das Bild des Himmlischen statt dem Bild des Irdischen (V. 49)
In dieser Argumentation für den neuen Körper erwähnt Paulus auch den Gegensatz zwischen Adam und Jesus, den er ebenfalls in Röm 5 aufzeigt. Adam steht dabei für den ersten, den natürlichen Leib, während Jesus für den zweiten, den geistlichen Leib steht, den der Gläubige nach der Auferstehung erhalten wird.
V 50-58: Die Verwandlung des Gläubigen und der Sieg über den Tod
Im letzten Abschnitt zeigt Paulus zum einen die Notwendigkeit auf, dass der Gläubige einen neuen Körper braucht, um das Reich Gottes ererben zu können. Es werden jedoch nicht alle an der Auferstehung teilhaben, denn einige werden bei der Wiederkunft Jesu, wenn die letzte Posaune erschallt, direkt in den neuen Menschen umgewandelt und dem Herrn entgegen entrückt (vgl. auch 1Thess 5,16f). Vers 54 zeigt dabei, dass der Zeitpunkt des Sieges über den Tod gleichzusetzen ist mit der Wiederkunft Jesu. Der Tod ist zwar schon am Ostersonntag besiegt, sodass wir die feste Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott haben dürfen. Doch erleben werden wir das erst in dem Moment, wenn unsere Körper auferstehen bzw. umgewandelt werden. Solange müssen wir noch mit dem irdischen Leib und all den Konsequenzen, die das mit sich bringt leben. D.h. auch wenn Christus in uns lebt, so bleibt der äußere Mensch doch der Vergänglichkeit dieser Welt unterworfen. Oder im Umkehrschluss: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“ (2Kor 4,16). Erneut wird das Prinzip aus 1Kor 1 deutlich, dass die äußere Schwachheit trügerisch ist. Denn Jesus Christus lebt durch seinen Heiligen Geist in uns, der uns an seinem Sieg über Tod und Sünde teilhaben lässt, sodass weder der Tod noch die Sünde über die Nachfolger Jesu Macht haben. Diese Botschaft ist die großartigste Botschaft der gesamten Menschheitsgeschichte. Es ist die frohe Botschaft, für deren Verkündigung die Apostel bereit waren ihr Leben zu geben. Es ist das Evangelium für das wir auch heute einstehen müssen und dessen Inhalt nicht verändert oder verdreht werden darf. Denn der Bibeltext zeigt unmissverständlich: Es geht um Leben und Tod!
2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
Wie bereits in den situativen Überlegungen erwähnt, muss die Botschaft ermutigend sein. Auch wenn der Schwerpunkt des Textes sicherlich auf unserer eigenen Auferstehung liegt, die erst in Zukunft stattfinden wird, so ist es in der Osterpredigt unverzichtbar die Brücke zur Auferstehung Jesu zu schlagen, welche die Grundlage für unsere eigene Hoffnung der Auferstehung ist, wie 1Kor 15,1-34 deutlich macht. Gerade anhand der Auferstehung Jesu können wir den Unterschied zwischen dem irdischen und dem himmlischen Leib sehen.
Des Weiteren ist es auch wichtig die Fragen vieler Zuhörer, die bereits in den situativen Überlegungen aufgeworfen wurden zu beantworten. Genau dazu eignet sich der Text.
- Er beschreibt die feste Zuversicht eines gläubigen Christen im Hinblick auf die Auferstehung von den Toten.
- Er macht deutlich, wie sich der Auferstehungsleib von unserem jetzigen, irdischen Leib unterscheidet
- Und er beantwortet auch die Frage nach der Diskrepanz zwischen dem neuen herrlichen Körper und der gegenwärtigen Erfahrung in Schwachheit.
- Sagen, wo es hingeht
Zur Predigtvorbereitung kann das Anhören einer Predigt sehr hilfreich sein. Unter www.sermon-online.de finden sich Predigten zu den unterschiedlichsten Bibeltexten. So kann man dort z.B. verschiedene Predigten zu 1Kor 15,35-58 von Winrich Scheffbuch finden.
3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Das Ziel der Predigt sollte im Einklang mit dem Wirken des Heiligen Geistes einen parakletischen Charakter haben, nämlich tröstend, ermutigend und ermahnend:
- Trost für all die Menschen, die in Trauer oder in Angst vor dem Tod leben. Denn Jesus hat den Tod besiegt!
- Ermutigung: Der Ist-Zustand unseres Körpers und der ganzen Schöpfung entspricht nicht dem Soll-Zustand Gottes. Alle Krankheit, Vergänglichkeit und Niedrigkeit haben spätestens mit der Wiederkunft Jesu ein Ende, denn dann wartet ein tadelloser, himmlischer Körper auf jeden Gläubigen.
- Ermahnung: Zum einen gilt die Ermahnung allen, die keine Nachfolger Jesu sind. Denn den Sieg über Sünde und Tod gibt es allein in Jesus Christus. Außerdem sollten auch diejenigen ermahnt werden, die schon jetzt die Erfüllung des Zukünftigen erwarten. Gott kann Dinge in unserem Leben verändern und verbessern und er tut es auch in vielen Bereichen. Aber die Vollkommenheit gibt es erst bei der Wiederkunft Jesu.
3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Die Auferstehung Jesu ist die Grundlage für unsere eigene Auferstehung.
3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
Die Gliederung der Predigt könnte z.B. folgendermaßen aussehen:
- Die Tatsache der Auferstehung Jesu – Notwendigkeit für unseren Glauben
- Die Hoffnung auf die Auferstehung – gelebter Glaube in vergänglichen Gefäßen
- Die Auferstehung von den Toten – Ein neuer, himmlischer Körper
(Dominik Cramer)