1.Johannes

Predigthilfe vom 3. Mai 2015 – 1. Johannes 2, 28 – 3,10

Monatsthema: Ganzes Christsein

Predigttext: 1.Johannes 2,28-3,10

Die Erarbeitung dieser Predigt erfordert etliche Stunden an Vorbereitung. Zu eurer Unterstützung enthält diese Predigthilfe deshalb Hinweise für eure Verkündigung, ersetzt aber nicht euer eigenständiges Erarbeiten des Bibeltextes. Bei der Vorbereitung dieser Predigt suchen wir nach dem, was der Herr über den Predigttext durch uns sagen will, denn wir verkündigen nur die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufs Herz gelegt wird. Nur wo der Herr uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)!

1. Sehen, was dasteht

Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).

1.1 Allgemeine Hinweise zum Predigttext
Hilfen zur Auslegung finden sich in den Kommentaren von Heiko Krimmer (Edition C Bd. 21) und von Werner de Boor (Wuppertaler Studienbibel).

1.2. Wichtige Gedanken in unserem Abschnitt
Johannes wendet sich in unserem Abschnitt einem herrlichen Thema zu, dem Thema Gotteskindschaft. Was für ein unvorstellbar großes Vorrecht ist es Kind Gottes sein zu dürfen. Diese Realität der Gotteskindschaft hat weitreichende Konsequenzen, die Johannes erklärt. Zunächst erklärt Johannes, dass die Gotteskindschaft der Nachfolger Jesu von der Welt nicht erkannt wird, weil sie blind für eine solche geistliche Realität. Dann legt Johannes das große Augenmerk auf die ethischen Konsequenzen der Gotteskindschaft. Johannes erklärt sehr deutlich, dass Gotteskindschaft und ein Leben in Sünde nicht miteinander vereinbar sind. Ein Leben in Sünde ist vielmehr ein Kennzeichen dafür, dass ein Mensch unter der Macht der Sünde steht. Gottes Wirken reißt den Menschen aus dem Machtbereich der Sünde heraus und führt ihn mehr und mehr in die Heiligung. Das Leben der Kinder Gottes ist ein Leben, das zutiefst von Hoffnung geprägt ist und diese Hoffnung treibt sie dazu gegen die Sünde in ihrem Leben in der Kraft Gottes anzugehen.

2. Verstehen, worum es geht

2.1 Hinweise für situative Überlegungen
Johannes führt uns wieder zur Frage, wie wir als Christen mit der Sünde umgehen. In diesem Abschnitt beginnt er mit der herrlichen Glaubensrealität, dass wir Kinder Gottes sein dürfen. Diese Tatsache haben viele unserer Hörer schon oft in ihrem Leben gehört und doch gilt es sie immer wieder in ihrer Dimension staunend und anbetend zu erfassen. Unsere Hörer sollen verstehen, was für ein gewaltiges Wunder es ist, dass der allmächtige, heilige Gott uns sündige Menschen als Kinder in Liebe annimmt. Allein durch den Glauben an Jesus Christus. Von der größten Verlorenheit zur höchsten Ehre, allein aus Glauben und durch Gottes Gnade. Die Freude über dieses Wunder wollen wir neu in den Herzen der Hörer entfachen und zugleich wollen wir bei Hörern, die dieses Wunder noch nicht erlebt haben eine große Sehnsucht wecken. Wir wollen sie durch unsere Worte zum Glauben einladen, damit auch sie die Liebe Gottes in ihrem Leben erfahren und Gottes Kinder werden.

2.2 Hinweise für hermeneutische Überlegungen
In den Versen 1-2 gibt uns Johannes sehr wichtige Hinweise zum Verhältnis der Kinder Gottes zu den Menschen, die Gott nicht kennen. Die Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben, können mit der geistlichen Realität der Kinder Gottes nichts anfangen. Johannes hat selbst erlebt, wie ablehnend „die Welt“ dem Anspruch der Christen, Kinder Gottes zu sein, gegenüber steht. Und Johannes erklärt, warum dies so ist. Nur wer Gott in Jesus Christus kennt, weiß was es bedeutet ein Kind Gottes zu sein. Für alle anderen ist dieser Anspruch nicht nachvollziehbar und wirkt sehr anmaßend. Als Christen müssen wir diese Realität verstehen, um mit unseren Mitmenschen, die Jesus noch nicht kennen, angemessen und liebevoll umzugehen.

Im Rest unseres Abschnittes geht es Johannes darum zu zeigen, dass Gotteskindschaft und Sünde nicht zusammengehören. Johannes argumentiert hier im Sinne einer Familienähnlichkeit. Wer als Kind Gottes wirklich zu seinem zu seinem himmlisches Vater gehört, spiegelt diesen auch in seiner Lebensgestaltung wieder und wird gegen die Sünde in seinem Leben vorgehen. Wieder dürfen wir die Aussagen von Johannes nicht im Sinne einer geforderten perfekten Sündlosigkeit verstehen. Diese hat er ja in 1.Joh 1,9 und 2,1 ausgeschlossen. Es geht vielmehr um ein leidenschaftliches Streben nach Heiligkeit aus Liebe zu unserem himmlischen Vater, der uns zuerst und völlig unverdient geliebt hat.

Am Ende des Abschnittes zeigt Johannes, dass es auf dieser Welt eigentlich nur zwei Familien gibt, die Familie Gottes und die Familie des Teufels. Und Johannes erklärt uns, dass die Art und Weise, wie wir mit Sünde in unserem Leben umgehen, ein Kennzeichen dafür ist, zu welcher Familie wir gehören.

2.3 Hinweise für homiletische Überlegungen
In diesem Abschnitt ist es sehr wichtig, dass wir vom Kerngedanken ausgehen, der alles bestimmt. Der Kern des Abschnittes ist die Gotteskindschaft der Nachfolger Jesu, die im Glauben an Jesus Christus gegründet ist und in der Verbindung mit ihm gelebt wird. Von diesem Zentrum aus, nimmt uns Johannes in verschiedene Aspekte mit hinein.
Das ‚Kind Gottes sein‘, bestimmt das ganze Leben. Es gibt Zuversicht im Blick auf die Wiederkunft Jesu. Das ‚Kind Gottes sein‘ unterscheidet die Nachfolger Jesu aber auch vom Rest der Welt, da die gottlose Welt nicht verstehen kann, was es bedeutet ein Kind Gottes zu sein. Eine Welt ohne Gott hat keine Kategorie für dieses Wunder. Aber auch die Nachfolger Jesu erfassen nur zu einem gewissen Grad die Bedeutung der Gotteskindschaft. Erst im Zuge der Wiederkunft Jesu werden wir die wahre Dimension erfassen.
Das Leben als Kind Gottes sind hat zudem klare ethische Konsequenzen. Kinder Gottes streben der Heiligkeit ihres himmlischen Vaters und ihres `großen Bruders` Jesus Christus nach. Sie legen die Sünde ab, indem sie in der Kraft Gottes gegen die Sünde in ihrem Leben ringen und die Gnade und Vergebung Gottes in Anspruch nehmen.
Wer dagegen in der Sünde lebt zeigt, dass er nicht zur Familie Gottes gehört, sondern zur Familie des Teufels gehört.
3. Sagen, wo es hingeht

Zur Predigtvorbereitung kann die Bibelarbeit von Winrich Scheffbuch (zu 1.Joh 3,1-10 vom 4.10.1988) hilfreich sein, die sich bei Sermon Online findet (www.sermon-online.de).

3.1 Predigtziel – warum halte ich diese Predigt?
Die Hörer sollen neu erfassen, was für ein gewaltiges Geschenk es ist Kind Gottes zu sein. Zugleich sollen sie die Konsequenzen und die Verantwortung verstehen, die aus der Gotteskindschaft resultieren.

3.2 Predigtthema – was sage ich in dieser Predigt?
Du darfst Kind Gottes sein!

3.3 Predigtentfaltung – wie sage ich es in dieser Predigt?
1. Gottes geliebte Kinder
2. Von der Welt nicht verstanden
3. Zum Gehorsam befreit

(Tobias Schurr)