Monatsthema: Kraft zum Neuanfangen (Abraham)
Predigtthema: Empfangen lernen
Bibelstelle: Römer 4,1-12
Verfasser: Thomas Richter
Eine Predigthilfe enthält Hinweise für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und das Weitergeben der vom Herrn aus dem Predigttext persönlich gehörten Beauftragung zur Botschaft. Unsere Predigt folgt dabei dem Grundsatz Jesu: „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt 12,34b). Nur wo der Herr selbst uns das Herz gefüllt hat, da haben wir etwas zu sagen, da nur dann gilt: „Wer euch hört, hört mich“ (Lk 10,16a)! „So sind wir nun Gesandte an Christi Statt“ (2Kor 5,20a). So suchen wir in der Predigtvorbereitung nach dem, was der Herr uns durch das Wort des Predigttextes sagen will. Es geht um seine Botschaft und wir sind seine Botschafter. Deshalb hören wir zwar auch auf andere Botschafter, z.B. durch die Hinweise der Predigthilfe, verkündigen aber die Botschaft, die uns persönlich auf der Basis des Predigttextes aufgetragen wird! „Redet jemand im Auftrag Gottes, dann soll er sich bewusst sein, dass es Gottes Worte sind, die er weitergibt“ (1Petr 4,11a – NGÜ).
1. TEXT- UND PREDIGTHILFSMITTEL
Verschiedene Bibelübersetzungen um mit dem Predigttext vertraut zu werden findet man z.B. unter www.bibleserver.com (Luther 1984 / Revidierte Elberfelder Bibel / Hoffnung für alle / Schlachter 2000 / Neue Genfer Übersetzung / Gute Nachricht Bibel / Einheitsübersetzung / Neues Leben Bibel / Neue Evangelistische Übersetzung).
Hilfen zur Auslegung und Anwendung des Predigttextes (Röm 4,1-12) bieten z.B.
* Heiko Krimmer: Römerbrief – Edition C Bibelkommentar Bd. 10 (S. 120-125).
* Werner de Boor: Der Brief des Paulus an die Römer. Wuppertaler Studienbibel NT (S. 105-110).
* Adolf Pohl: Der Brief des Paulus an die Römer. Wuppertaler Studienbibel NT – Ergänzungsreihe (S. 92-99).
* Fred Stallan: Römerbrief – Was die Bibel lehrt Bd. 6. Dillenburg: CV (S. 95-108).
* Walvoord / Zuck (Hg.): Das Neue Testament erklärt und ausgelegt Bd. 4: Matthäus-Römer. Hänssler (S. 577f).
* Walter Lüthi: Der Römerbrief ausgelegt für die Gemeinde (unter http://walter-luethi.ch/predigtbaende/luethi-roemer.pdf; S. 69-79 zu Röm 4,1-25).
* Theodor Zahn: Kommentar zum NT Bd. 6: Der Brief des Paulus an die Römer (unter http://bitflow.dyndns.org/german/TheodorZahn/Kommentar_Zum_Neuen_Testament_Band_06_Buecher_45_1910.pdf; S. 212-227).
* Joachim Cochlovius: Leben im Zeichen des Kreuzes: Eine Auslegung des Römerbriefes. Neuhausen: Hänssler, 1997 (S. 65-70 zu Röm 4,1-12).
Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Rolf Scheffbuch vom 30.07.2004 mit dem Titel „Der Römerbrief – Teil 4/4“ (zu Röm 4,1-25). Diese Botschaft findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Römer 4] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch, Rolf] ausfüllt.
Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (http://www.ngue.info/online/lesen).
2. TEXT- UND PREDIGTZUSAMMENHANG
In den Monaten August bis November steht der Glaube und das Leben von Abraham unter dem Leitwort „Lernen“ im Zentrum unserer Verkündigung. Im August beginnen wir mit dem Monatsthema „Kraft zum Neuanfangen“ von Abraham zu lernen, indem wir über den Predigttext (Röm 4,1-12) unter dem Predigtthema „Empfangen lernen“ die Bedeutung und Relevanz des Lebens und Glaubens Abrahams für ein christliches Leben aufzeigen.
Zum Nachdenken:
„Gott hilft den Demütigen und den Stolzen gibt er Kontra“ bzw. „Die Voraussetzung für den Glauben ist nicht Dummheit, sondern Demut und das Hindernis für den Glauben ist nicht Bildung, sondern Einbildung, der Stolz“ (Quelle unbekannt)!
„Ein Mensch ruht dann in der Vergebung der Sünde, wenn der Gedanke an Gott ihn nicht an die Sünde erinnert, sondern daran, dass sie vergeben ist“ (Sören Kierkegaard)
3. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN
Bitte beachtet den Predigttipp von Eckhard Löffler vom 16.10.2005 zu Röm 4,1-12 (Gerecht aus Glauben) unter www.studienbibel.de und den Aidlinger Bibellesezettel „Termine mit Gott“ H. 4/2008 (S. 10-12).
Beachtenswerte Textanmerkungen und Parallelstellen zu Röm 4,1-12 bietet auch die MacArthur Studienbibel (http://bitflow.dyndns.org/german/JohnMacArthurStudienbibel/45-Der_Brief_Des_Apostels_Paulus_An_Die_Roemer.pdf; S. 1608f).
Unter der Überschrift „Der neu entdeckte Heilsweg“ bietet Alfred Christlieb beachtenswerte Anmerkungen zu Röm 4,5 in der Schrift „Bilder aus der Urgemeinde – Anhang: Aus Pauli Schatzkammer“ (z.B. unter http://karker.de/download/vaeter/christ/Urgemeinde.pdf).
4. TEXT- UND PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN
Zum Predigteinstieg für das Predigtthema „Empfangen lernen“ (Quelle unbekannt):
„Zwei junge Adler wollten das Fliegen lernen. Der eine hieß Wagemut, der andere Zagegeist. Eines Tages breitete Wagemut seine Schwingen aus, stieß einen Schrei aus und stürzte sich vom Nest auf einem Felsen hinab. Der Flug war zwar nicht gleichmäßig, doch die Schwingen trugen Wagemut durch die Luft. Zagegeist aber blieb auf der Felskante sitzen. Voller Stolz, dass er es geschafft hatte, kam Wagemut endlich zurückgeflogen. „Versuch es“, rief er Zagegeist ganz außer Puste zu. „Ich kann nicht“, antwortete dieser. „Ich fürchte mich, denn ich kann mich in der Luft nirgends festhalten. – Was ist das überhaupt, die Luft? Wie soll mich etwas tragen, das ich nicht einmal sehen kann? Den Felsen hier spüre ich unter meinen Krallen. Aber die Luft?“ Wagemut antwortete: „Vertraue nur, sie wird dich schon tragen!“ Aber Zagegeist war nicht zu bewegen, sich darauf einzulassen. Zweifel nagten an ihm, und ängstlich zitterte er. Und weil er kein Vertrauen zur tragenden Kraft der Luft hatte, lernte er auch das Fliegen nicht. Er fand keine Freude am Leben, bis er verkümmert und voller Neid in seinem Nest starb“.
5. PREDIGTGLIEDERUNGEN
„Gerecht aus Glauben“ – deshalb
a) Festmachen am Herrn (V. 1-3)
b) Losmachen von uns (V. 4-8)
c) Mitmachen von Herzen (V. 9-12)
oder
Empfangen lernen:
a) Nicht Aktion, sondern Reaktion (V. 1-3)
b) Nicht Wiedergutmachung, sondern Vergebung (V. 4-8)
c) Nicht äußerlich, sondern innerlich (V. 9-12)