Johannes

Predigthilfe vom 3.4.2011 – Johannes 18, 1-11

Monatsthema: Wege zum Kreuz Jesu
Predigtthema: Glaube konkret – für Malchus

Bibelstelle: Johannes 18, 1-11

Verfasser: Thomas Richter

Ein Predigttipp enthält Hilfestellungen für die Verkündigung und ersetzt deshalb nicht das eigenständige Erarbeiten des Bibeltextes und Studieren von Bibelkommentaren.

1. TEXT- UND PREDIGTSCHWERPUNKT

Im April bereiten wir uns auf die Passionszeit vor, indem wir die Wege Jesu zum Kreuz (= Monatsthema) betrachten und dabei entdecken, welche Bedeutung für unseren Glauben darin liegt. Dabei setzen wir den Schwerpunkt auf eine biographische Betrachtungsweise und fragen, was z.B. Malchus über Jesus erfährt (= Predigtthema) und was wir aus Joh 18,1-11 (= Predigttext) für uns und über uns lernen können.

Für die Textlesung bietet die „Neue Genfer Übersetzung“ eine gut verständliche, lesbare und zuverlässige Übersetzung unseres Predigttextes (www.ngue.info).

2. TEXT- UND PREDIGTANMERKUNGEN

Hilfen zur Auslegung und Anwendung bieten z.B.
* Gerhard Maier. Johannesevangelium 2. Teil – Edition C Bibelkommentar 7 (S. 236-248).
* Werner de Boor. Das Evangelium des Johannes 2. Teil – Wuppertaler Studienbibel (S. 177-182).
* John Heading. Johannes. Was die Bibel lehrt Bd. 4. (S. 365-370).

Zur Beschäftigung mit dem Predigttext hilft das Anhören (im Sinne von Apg 17,11b) der Predigt von Winrich Scheffbuch vom 31.03.1996 mit dem Titel „Für euch!“ (Joh 18,1-11). Diese Predigt findet ihr unter www.sermon-online.de, wenn ihr unter „erweiterte Suche“ die Felder „Bibelstelle“ [z.B. Johannes 18] und „Autor“ [z.B. Scheffbuch] ausfüllt. Hilfreiche Anregungen und Informationen für die Predigtvorbereitung enthält auch die Predigt von Philipp Bartholomä vom 13.03.2011 mit dem Titel „Die Verhaftung“ (Joh 18,1-14). Download unter http://www.er-lebt.de/predigtmitschnitte/die-verhaftung-johannes-181-14/.

Vgl. V. 1 mit 1Mose 2,8; 3,1-24

Vgl. V. 6+8 mit 2Mose 3,14
Johann Albrecht Bengel: „Zweimal hat er gesagt: ich bin’s. Hätte er es zum drittenmal gesagt, sie hätten ihn nicht gegriffen. Einst wird er’s zum drittenmal sagen“.

Vgl. V. 11 mit Mt 20,22f; 26,39+42+44.

Prof Charles C. Ryrie entdeckt folgende Auswirkungen im „Ohrwunder“ Jesu:
* Die Auswirkungen für Malchus:
Malchus wurde geheilt. Alle Handschriften benutzen die Verkleinerungsform des Wortes »Ohr«, die sich von dem gewöhnlichen Wort unterscheidet. Sie bezeichnet in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung von 5Mose 15,17, das »Ohrläppchen«. Scheinbar schnitt Petrus Malchus‘ Ohr nur ein und trennte dabei das Ohrläppchen ab. Das hob Jesus dann auf und stellte es wieder her. Welche Wirkung hatte diese Heilung auf Malchus? Die Heilige Schrift sagt es uns nicht, aber es ist interessant, darüber zu spekulieren. Wurde Malchus nach den gewaltigen Ereignissen dieser Nacht, nach der Kreuzigung am nächsten Tag und nach der Auferstehung am darauffolgenden Sonntag gläubig? Das hätte so gewesen sein sollen, aber das Herz des Menschen widersetzt sich Gott. Es ist sehr gut möglich, dass das Wunder keine Wirkung auf seinen geistlichen Zustand hatte. Der Herr warnte, dass die Menschen selbst dann nicht umkehren würden, wenn jemand aus den Toten auferstünde, und das hat er ja getan (Lk 16,30-31).
* Die Auswirkungen für die Menge:
Das Wunder schien die Menge überhaupt nicht zu beunruhigen. Wahrscheinlich wussten viele Leute nicht einmal, was geschehen war. Aber die, die es wussten, hätten von der Macht dessen aufgeschreckt sein müssen, den sie festnehmen wollten. Sie hätten sich fragen sollen, wie sie jemals hoffen konnten, einen Gefangenen diesen zu ergreifen.
* Die Auswirkungen für Petrus:
Unmittelbare Auswirkung für Petrus war, dass ein Verwandter Malchus ihn als Begleiter Jesu zur Zeit seiner Festnahme identifizierte. Diese Behauptung führte dazu, dass Petrus den Herrn verleugnete (Joh 18,26-27). Petrus lernte seine Lektion. Denn es gibt keinen Bericht darüber, dass er jemals wieder ein Schwert gebraucht habe, obwohl es in Ordnung gewesen wäre. Nach Pfingsten ließ er es zu, für seinen Glauben eingekerkert zu werden (Apg 4,3; 12,4). Aus dem Pendel wurde ein Fels.
* Die Auswirkungen für uns:
Ausgewogenheit heißt der Schlüssel für die heutigen Jünger Christi. Es ist völlig in Ordnung, dass ein Diener Gottes Vorsorge trifft. Das Leben im Glauben schließt Geldbörsen und Schwerter nicht aus, wobei letzteres nur zur Verteidigung dienen darf, niemals dazu, einen Mord zu verüben. Es kann richtig sein, auf seinen Rechten zu bestehen (Apg 16,37). Es kann aber ebenso notwendig sein, Unrecht zu leiden, wie es unser Herr tat, und nicht auf unseren Rechten zu bestehen, wie auch er nicht darauf bestand (1Petr 2,21-23). Er muss uns in jeder Situation führen“ (Charles C. Ryrie. Die Wunder Jesu. Dillenburg: CV, 1998. S. 221f).

3. PREDIGTVERANSCHAULICHUNGEN

Hilfreiche Veranschaulichungen für die Predigt bietet Wilhelm Busch. Gegenstände der Passion: Anschauungsunterricht über das Leiden Christi. Wilhelm Busch Bibliothek 2. Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2006. S. 73-87 (Kostenloser Download unter http://www.clv-server.de/pdf/255681-02.pdf).

4. PREDIGTGLIEDERUNG

Glaube konkret – für Malchus?
a) Wo ist Jesus?
b) Wer ist Jesus?
c) Was tut Jesus?

oder nach Ulrich Parzany:
a) Gottesoffenbarung
b) Gottesschrecken
c) Gottesschutz