Monatsthema: Gott bleibt treu – dem, der ihm traut
Predigtthema: Vertrauen in den lebendigen Gott
Bibelstelle: Josua 3, 1-17
Verfasser: Eckhard Löffler
Bausteine zu Josua 3, 1-17
Israel wird nun in Kämpfe gegen befestigte Städte und übermächtige Armeen verwickelt. Das erfordert die totale und permanente Abhängigkeit vom lebendigen Gott, d. h. Abkehr von eigenen (Macht-)Mitteln. Vorbei sind die 40 vergangenen, verhältnismäßig selbständigen Jahre seit Ende der Sklaverei in Ägypten.
Was heißt HEUTE „über den Jordan gehen“ – was nicht? (1)
Für Jesus-Nachfolger ist die Überquerung des Jordan das Voranschreiten von einer Stufe geistlichen Lebens zur nächsten, nicht das Sterben eines Gläubigen, der in den Himmel kommt, sondern der Beginn eines geistlichen Kampfes, die konsequente Inanspruchnahme der Verheißungen Gottes, ein Ende des Lebens aus eigener Anstrengung heraus, den Neubeginn eines Lebens im Glauben und freien Gehorsam gegen Gottes Wort. Christus lebt in uns und das hat Folgen.
Josua, ein Mann der Tat (V 1 „früh“). Die „lange Bank“ ist ein Möbelstück des Feindes, Aufschub der Dieb der Zeit. Zwischen der Erkenntnis dessen, was Gott will, bis zur praktischen Umsetzung vergeht hier keine Zeit. Wenn Bibellesen und Predigten nur öfter diese Auswirkungen hätten…
Josua weiß NICHT, WOHIN mit 2 Millionen Menschen. Der Jordan ist in dieser Zeit eine unüberwindliche Grenze (2). Er weiß aber, DASS Gott seine Versprechen hält.
3 Tage hat Gottes Volk Zeit, sich von der Unmöglichkeit einer Flussüberquerung zu überzeugen. „Fakten“ ohne den Blick auf Gott wirken oft entmutigend (z. B. 1. Sam 17, 11). Die Riesen und Dornen am Weg sind nicht zu übersehen, bestimmen Sorgen und Gedanken. REGIERT wird aber an anderer Stelle! (3)
Wenn´s drauf ankommt, sind Männer Gottes die Vorhut, nicht die greifbaren Druckmittel wie Strategen, Militär, Kundschafter. Verständlich wären Appelle wie „Schärft die Schwerter!“. Wirksamer ist “Heiligt euch! – Weiht und überlasst euch ganz dem Herrn!“ (V 5; auch 2. Mose 19, 10-13).
Der Abstand zur Bundeslade (ca. 1km) betont die Heiligkeit Gottes, lässt aber auch den Blick von mehr Menschen auf die Gegenwart Gottes zu.
Gott will Josuas Glaubwürdigkeit als Repräsentant Gottes (s. auch 2. Kor 5, 20) stärken. Dieser stellt aber nicht sich in den Mittelpunkt, sondern den Herrn. Gott ist Herr (adon = Gebieter) der ganzen Erde (Ps 97, 5).
Daraus folgt: kein Missionar ist Einzelkämpfer, kein verzagter Christ allein, kein Entmutigter am Ende: Röm 8, 31-39!
Das Wunder des Wasserstaus verleitet zur Frage nach dem „WIE ging das?“ (4). Wichtiger ist aber „WER kann oder macht so etwas?“ (Mk 4, 40f).
Überzeugend waren
1. das Eintreffen der Vorhersagen (3, 13.16)
2. der Zeitpunkt (V 15)
3. ausgerechnet bei Hochwasser (V 15)
4. die Dauer von ausreichend vielen Stunden (V 16)
5. die schnelle Austrocknung des Flussbettes (V 17)
6. die pünktliche Beendigung des Staus und Rückkehr des Hochwassers (4, 18).
Jahrhunderte später durchquerten Elia und Elisa den Fluss auf die gleiche Weise nach Osten (2. Kön 2, 8. 14), kurz darauf Elisa allein. Rätsel der Natur? Zwei „pünktliche“ Erdbeben nacheinander sind höchst unwahrscheinlich, aber glaubwürdig ist, dass der Gott, der einen reißenden Jordan konstruieren und in Gang setzen konnte, diesen auch am besten selbst regulierend begleiten kann.
Nebenbei: Gott begleitete damals zusammen mit den vorbildlich Gläubigen auch die Glaubensschwachen, Zaghaften und Mitläufer „über den Jordan“.
Viele seiner Leute erleb(t)en offensichtlich seine besondere Geduld (5).
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Fußnoten:
(1) Seit Entstehung der Spirituals wird so der Übergang vom Leben zum Tod beschrieben, menschlich und geschichtlich verständlich, aber nicht biblisch. In religiös codierter Sprache wurde damals das ersehnte Land einer Freiheit ohne Sklavenhalter „my home“, „sweet Canaan“, „the Promised Land“ genannt. Der Ohio-Fluss, Trennungslinie vom Norden, wurde zum „Jordan“. Sogar der Tod erschien als Befreiung vom Unerträglichen, Erlösung, Übergang ins himmlische Reich.
(2) Schneeschmelze vom Hermon bedeutet reißendes Hochwasser.
(3) Weiß ich den Weg auch nicht … (Hedwig v. Redern)
(4) Am 8.12.1267 ließ dort ein Erdbeben die hohen Flussufer abrutschen und den Jordan 10 Stunden stauen, am 11.7.1927 dasselbe für 21 Stunden.
(5) Rektor Dietrich, Gründer der Apis: „Ich wünsche mir ein Herz so groß wie ein Scheunentor für alle, die Jesus noch nicht kennen, aber doch unbedingt brauchen.“